Kauf doch deine Geschenke über diesen Link und unterstütze damit jogmap.

Topangebot der Woche

Benutzerbild von Kaiserstädter

FB-Seite des Vereins: „Temperaturen am Gefrierpunkt – Stimmung am Siedepunkt.“

Mein Verein DLC Aachen unterstützt die Mitglieder sehr. Eine Art der Unterstützung ist, dass für den Triathlon in Aachen-Brand das halbe Startgeld vom Verein übernommen wird.

Die Regel ist: Wer über den Verein meldet und startet, bekommt das halbe Startgeld gezahlt. Wer meldet und nicht startet muss alles zahlen, es sein denn, er/sie findet einen Ersatzstarter. Finde ich sehr fair. Darüber wacht streng der Kassenwart – ich nenne ihn mal einfach Herr Schmidt, der darauf immer wieder mal hinweist. Zu Recht natürlich.

Gleichzeitig wird beim Brander Triathlon auch die Vereinsmeisterschaft ausgetragen. Bei den Masters habe ich vor 2 Jahren gewonnen und letztes Jahr bin ich Zweiter geworden. Da wollte ich natürlich dieses Jahr wieder den Titel – keine Frage.

Die Anmeldung ist lange her und das Training war durchwachsen. Einige sehr gute Wochen und einige Wochen ganz ohne Training. Aber immerhin mit Mallorca-Woche und Radkilometern. Ich war motiviert.
Über den E-Mail-Verteiler des DLC kamen Absagen mit Suche für Ersatzstarter rein. Kommen jedes Jahr. Aber dieses Jahr sehr viele, vor allem in der letzten Woche... Warum?

Tja, das lag an den Wettervorhersagen. Gemeldet für heute waren Temperaturen um die 4 bis 8 Grad, Regen ohne Ende, der nur kurz von Schnee und Hagel unterbrochen werden sollte. Zudem sollte ganz sporadisch, also für mehrere Minuten am Stück auch mal die Sonne zwischen den Wolken hervorgucken.

Meine Startzeit war 14:50 Uhr. Ich hatte also lange Zeit, um mir das Wetter anzugucken. Es war von 8 bis 13 Uhr so: Temperaturen um die 4 bis 8 Grad, Regen ohne Ende, der nur kurz von Schnee und Hagel unterbrochen wurde. Zudem guckte ganz sporadisch, also für mehrere Minuten am Stück auch mal die Sonne zwischen den Wolken hervor.

Hm... angenommen, ich fahre hin, schwimme die 500 Meter und gebe dann auf – muss ich nix bezahlen... und wäre ein Lump.
Angenommen ich fahre nicht, dann müßte ich zahlen... und wäre verschwenderisch.
Hinfahren und das Ding durchziehen? Die Damen posten auf FB: „Triathlon Premiere: erster Triathlon der Sainson. Erster Triathlon im Schnee. Noch dreissig Minuten bis zum Start!“ Knallhart, die Damen...

Wenn ich noch starten sollte, dann muss ich jetzt los... es schneit. Dicke, fette Flocken.

Ich kreise im Zimmer wie ein eingesperrter Tiger... es klart auf. Ich raus, zur Garage, TransitionBag auf die Schultern und ab dafür 6 km bis nach Brand! Nach 4 Minuten Regen... kalter Regen. Stoisch fahre ich locker mit 20 km/h weiter. Angekommen mit tiefgefrorenen Fingern (dachte ich, waren sie aber nicht, denn ich konnte sie ja noch bewegen).

Angekommen in Brand hatte es aufgört zu regnen. Ich hole die Startnummer und belege eins der Spinde der Schwimmhalle und krame die Sachen für die Wechselzone raus. Draußen bewacht ein Vereinskollege meine Kampfmaschine. Die Kampfmaschine stand gestriegelt und gesport in der Garage und sah JETZT aus, wie SAU. Ich war darüber traurig.

Raus aus der Umkleide: Regen – kalt.
Ich bringe die Kampfmaschine in die Wechselzone. Um mich herum Vereinskollegen. Sie diskutieren, was sie alles anziehen, nachdem sie vom Schwimmen aufs Rad wechseln. Ich habe nur eine Radwinterjacke und den Einteiler (Badeanzug mit angedeutetem Sitzpolster mit). Ich packe die Radjacke in eine Tüte – ich würde sie für den Fall der Fälle beim Wechsel anziehen.

Dann umgezogen: Heute sollte das Schwimmen der angenehmste Teil werden. Ich sitze da und warte auf den Start. Madame Gnadenlos gesellt sich zu mir, und fragt, ob ich mich freue, dass es bald los geht. Ich solle mal lächeln, ich würde ja gucken, als ob es schneie. Ich lächle... nicht.
Helmut kommt dazu. Im Freizeitlook. Er hatte abgesagt. Ich frage ihn, ob er verletzt sei. „Nein. Mir ist es zu kalt.“ Er fällt in meiner Achtung tiefer, als es die Temperaturen vormachten.

14:50 Uhr: Die Wettkampfbesprechung ist Geschichte. Die Reihenfolge auf der Bahn ist geregelt. Ich habe mich 100 Meter eingeschwommen. Es macht Peng und der Irrsinn beginnt.

500 Meter in 9 Minuten und 32 Sekunden. Für mich eine gute Zeit. Sie hätte bestimmt besser sein können, wenn mich nicht immer die Gedanken befallen hätten: Sollst du wirklich gleich aufs Rad??? Buasses, wat kalt!

Egal: Ich bin ein Mann und somit laufe ich aus der Schwimmhalle. Schock! Kühlschranktemperatur – und: kein Regen, kein Schnee, kein Hagel. Ich renne zum Rad. Ziehe mir Helm auf, die Winterjacke an, Schuhe, etc. pp. und ab dafür. 100 Meter gefahren und es beginnt zu schneien.. Ich fahre und der Fahrtwind nagt an mir, wie ein Hamster auf LSD.

Erste Runde im kalten Regen. Die zweite Halbe auch. Dann wechsel zu Sonne – für 1 km. Dann Schnee. Die Kurven sehen unangenehm weiss aus... aber noch sollte ich nicht ahnen, wie ich mich in Runde drei über Schnee gefreut hätte. Es hagelte. 7 Kilometer lang. Tiefgefroren (und diesmal war ich das wirklich) kam ich in die Wechselzone. Laufen fühlte sich an, als ob bei jedem Schritt mir ein Arschloch mit nem Hammer auf den Quadriceps hämmerte. 21 km Rad in 52,12 Minuten inklusive der beiden Wechsel, denn die werden in Brand der Radzeit zugerechnet. OK, die Strecke hat 6 böse Berge, aber das war echt mies. Bzw. Wäre mies gewesen, wenn die Sonne geschienen hätte. So – denke ich – war es gut.

In der Wechselzone konnte ich den Helm nicht lösen. Meine Finger waren dazu nicht in der Lage den Verschluss zu öffnen. Ich lief zu einem Kampfrichter. Der bekam es auch nicht hin. Ich lief zu einem Vereinskameraden. Der hat es geschafft. Ich lief zu meine Laufschuhen. Die bekam ich auch nicht an. Nach längerem Rumprobieren wenigstens den Rechten. Reicht irgendwie noch nicht. Der Kamerad sieht das und hilft mir in den linken Schuh. Ganz großen lieben Dank an Dich – den ich zum erste Mal gesehen habe. DANKE.

Ich laufe los. Das fühlt sich alles nicht gut an. Kein Gefühl in den Händen. Kein Gefühl in den Füßen. Kein Gefühl in den Oberschenkeln und im Kopf das Gefühl, dass ich mich auf einer Mission ins Nirvana befinde.

Ach so. Die Winterjacke habe ich ausgezogen, denn in der Wechselzone hatte der Hagel aufgehört und ich bin ja Optimist und laufe nun nur im Einteiler, also Kurz/Kurz.

Die Finger tauen auf. Tja, das Unwichtigste zuerst. Nach ungefähr der Hälfte der Laufstrecke fühlt es sich allmählich an, wie laufen.

Noch zirka 800 Meter bis zum Ziel. Ich versäge noch einen vor mir und ziehe den Spurt an. Ich erreiche das Ziel vor eineigen jüngeren Leuten aus unserer vierten Mannschaft. Im Ziel Foto, Tee trinken und ab unter die heisse Dusche.
Zielzeit: Laufzeit für die 5,5 km: 23:36.

Gesamt (selbst gestoppt): 1:25:20 (acht Minuten langsamer als letztes Jahr) – was das in der Platzierung bedeutet, weiss ich noch nicht, die Ergebnisse sind noch nicht online. Ist mir aber auch so was von scheissegal...

Ich dusche, taue auf... mache Pläne... Rad abholen und locker nach Hause radeln...
Ich zieh mich also an, die warmen Klamotten sind trocken und fühlen sich gut an.. Ich gehe raus und: es hagelt wie bescheuert.

Ich trinke eine Kaffee im Zelt und hole mein Rad aus der Wechselzone. Das grüne Gras ist weiss vor Hagelkörner. Meine Kampfmaschine sieht aus... ich könnte heulen...

Jetzt noch nach Hause radeln. Eiskalt.
Angekommen versorge ich mein Rad und trinke heissen Kaffee.

Was bin ich doch ein bescheuerter Idiot.

Ich gucke im Internet nach dem Ergebnis von Lüttich-Bastogne-Lüttich. Ein Fahrer meckert, dass es wohl folgendes Wetter gab: Temperaturen um die 4 bis 8 Grad, Regen ohne Ende, der nur kurz von Schnee und Hagel unterbrochen wurde. Zudem guckte ganz sporadisch, also für mehrere Minuten am Stück auch mal die Sonne zwischen den Wolken hervor.

Der Profi sagte, dass er immer heissen Tee bekommen hätte, der aber schon nach 5 Minuten wieder eiskalt gewesen wäre. Du Mädchen! Ich hatte keinen Tee. Ich hatte niemanden, der mich mit Regenkleidung versorgte. Verachtung für Dich, du Memme!

Die Saison hat begonnen. Ich bin heiss, wie Frittenfett.

Und wäre ich gestern nicht mit Phie noch das Rennen über 4,8 km in Steckenborn gelaufen, dann wäre ich sicherlich schneller gewesen. Hoch lebe die Paarlaufwertung: Phie und Oliver für den DLC!

4.555555
Gesamtwertung: 4.6 (9 Wertungen)

lange nichtmehr so gelacht,...

...lieber Oliver.
Sieger der Herzen bist Du mit diesem Blog auf jeden Fall - welche Platzierung am Ende auch immer herauskommt.
Das Wetter war hier übrigens genauso. Nur ohne Triathlon.

Nee... Du bist kein

Nee...
Du bist kein Mädchen, definitiv nicht!
Heißer Tee...pffff....
Gib Oliver ne Kampfmaschine und ne Kampfansage, dann klappt das schon.
Ich würde mal sagen, ne geile Zeit hast du da rausgehauen. Ich bin mir relativ sicher das es für eine Platzierung reicht.
Rennen fahren im Schnee/Hagel/Regen....örgs!
Du könntest heulen? Quatsch! Man beachte die Reihenfolge: ich versorgte das Rad und trinke (DANN) heißen Kaffee.
Du und deine Kampfmaschine, Ihr zwei wollt das und braucht das genau so!
Haste gut gemacht :-)))

Seit 2011:



"Man muss das Unmögliche so lange anschauen, bis es eine leichte Angelegenheit wird. Das Wunder ist eine Frage des Trainings" (Carl Einstein)

Was ist daran bitte...

zum Lachen???????????

"Ceterum censeo Berlinem esse delendam."

WENN

du heiß wie Frittenfett bist kann es gestern nicht soo kalt bei euch gewesen sein ;-))

Hut ab, mir hat Nurlaufen gereicht.

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Wuuuaaarrr

Du bist ein Held!!! Triathlon bei dem Wetter, nein Danke. Da war ich ja mit meiner Mädchen-Radrunde echt gut bedient, auch wenn ich unehrenhaft von der Strecke gepflückt wurde.

Auf zu neuen Taten, wir sehen uns beim Indeland.

LG,
Anja

ANJA!

Du wurdest NICHT unehrenhaft von der Strecke gepflückt! Du hast dich einer Herausforderung mutig gestellt und bist - dieses Mal - nicht im erforderlichen Zeitlimit angekommen. Bei äußerst schwierigen Umständen. HINTER DIE OHREN SCHREIBEN!

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Herrlich!

Nicht nur der wirklich tolle Blog, auch dass du es durchgezogen hast! Respekt du Held! Ohhh, ich war gestern so froh und dankbar, den Sonntag im Hause verbringen zu dürfen;-)

Lieben Gruß
Tame

Boah!!!

Alter Verwalter....Chuck Norris gefrühstückt, oder was?!? :oO
RESPEKT Mr. Kaiserstädter!

Lieben Gruß Carla
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

jau, du bist...

...wirklich nen ganzer kerl, kein mädchen. das würde sowas niemalsnich tun.
ne schöne kampfmaschine einsauen nur um bei "Temperaturen um die 4 bis 8 Grad, Regen ohne Ende, der nur kurz von Schnee und Hagel unterbrochen wurde und...mit mehreren Minuten am Stück auch mal...Sonne zwischen den Wolken" so´n triathlon zu machen. das wäre ja wie mit frisch lackierten fingernägeln zwiebeln zu schneiden *zwinkersmilie*
____________________
laufend findet mädchen (hin und wieder) vernünftiger aber oli als kerl auch voll cool: happy™

"man muss es so einrichten, dass einem das ziel entgegenkommt." (theodor fontane)

Sorry...

...aber wie Conny, habe ich mich wunderbar amüsiert.

Müsste ich, wollte ich, gestern unbedingt an der Niedersächsischen Landesmeisterschaft teilnehmen, aber im Duathlon.
Wetter war gleich, mit Windböen bis 70km/h, mein schneeweißes Cervlo war mir egal, nur kann eine Di2 einfrieren??

Schwimmen und nass auf`s Rad, nie im Leben, ich bewundere dich sehr.

Bestell jetzt schon mal zuverlässig gutes Wetter für den 15. Mai, ich will in Alsdorf nicht frieren.

Alsdorf...

... Da sehen wir uns...?

"Ceterum censeo Carthaginem esse delendam."

??

Nicht, wenn du dort nicht startest, aber das ist doch bei euch da unten, da kannst du mal das Wetter übernehmen.

Ich bin da auf der Jedermann-Distanz.

Und am Vorabend zum Konzert.

"Ceterum censeo Carthaginem esse delendam."

Im wahrsten Sinne des Wortes

ein sehr cooler Bericht!
Unglaublich dass bei solchen Bedingungen nicht die Muskeln komplett zu gemacht haben! Aber vielleicht lag's ja auch daran, dass ganz sporadisch, also für mehrere Minuten am Stück auch mal die Sonne zwischen den Wolken....

Teufelskerl!

Gruß, Dominik
_____________________
"Was zu schnell ist, weiß man meist erst hinterher!"
(fazerBS)

Harter Kerl mit Schreibtalent

Und mittlerweile kenne ich deine Platzierung! Hammer!
Dein Beitrag hat mich wirklich zum Schmunzeln gebracht. Ich danke dir dafür und gratuliere dir respektvoll zum Durchziehen!
Aber was mich noch brennend interessieren würde: bist du heute gesund? Oder gab es eine Erkältung, eine Blasenentzündung, muskuläre Probleme?

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Bin gesund. Alles gut.

"Ceterum censeo Berlinem esse delendam."

Dreckig

durchgezogen - würde ich mal sagen.

Maschine putzen, dann Kaffee trinken - also echt, da sieht mal was sie Dir wert ist.

Hut ab, krasse Nummer.

Is ja wohl logisch, ...

... dass als erstes das warm wird, was quasi nicht benutzt wird.
In den Beinen wurde die Energie schließlich in Bewegung umgesetzt - jedenfall bissl. ;-)
Danke fürs Aufschreiben. Hab dein Grinsen beim Aufschreiben vor dem geistigen Auge. - Wenn auch der Wettkampf wirklich sehr hart gewesen sein muß!
;-)
Ein Schalk läuft die Vorbereitung der Tortourderuhr!

gesund geblieben?

5 Sterne von mir, für´s schreiben und durchhalten.
LG, KS

Darstellungsoptionen

Wählen Sie hier Ihre bevorzugte Anzeigeart für Kommentare und klicken Sie auf „Einstellungen speichern“ um die Änderungen zu übernehmen.

Google Links