Kauf doch deine Geschenke über diesen Link und unterstütze damit jogmap.

Topangebot der Woche

Benutzerbild von waldboden

Spannende Studie der Uni Ulm, die mit einem mobilen Kernspin-Gerät die Transeuropa-Läufer begleitet und nachuntersucht haben und keine dauerhaften Schäden an Gelenken oder Gehirn fanden.

Grüße,
waldboden

Quelle: Ärzte Zeitung, 11.04.2016

Ultramarathon
Forscher finden keine dauerhaften Schäden
Extreme Laufbelastungen führen bei durchtrainierten Sportlern zu keinen dauerhaften Schäden an den Gelenken. Vielmehr zeigt der Knorpel der Fuß- und Sprunggelenke auch während des Laufens ein erstaunliches Potenzial zur Regeneration.

ULM. Daten von Extremsportlern geben tiefe Einblicke, wie sich die Belastungen auf den menschlichen Körper auswirken, berichtet ein Team um Dr. Uwe Schütz aus der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum Ulm.

Die Mediziner und Wissenschaftler haben Teilnehmer des Transeuropa-Laufs von 2009 mit einem mobilen Kernspingerät (MRT) während des Wettlaufs regelmäßig untersucht, heißt es in einer Mitteilung der Universitätsklinik. Bei dem Ultramarathon waren die Sportler binnen 64 Tagen knapp 4488 Kilometer von Bari in Süditalien bis zum Nordkap gelaufen.

Die Ulmer Wissenschaftler fertigten dabei nicht nur MRT-Aufnahmen an, sie haben auch täglich die Temperatur und Hautfaltendicke der Sportler gemessen. Hinzu kam die Entnahme von Urin- und Blutproben.
67 Sportlerinnen und Sportler aus zwölf Nationen hatten an dem Rennen teilgenommen, 45 davon die Strecke geschafft. Alle hatten täglich zwischen 44 und 95 Kilometern laufend zurückgelegt.

Das Hauptaugenmerk der Forscher lag auf den Auswirkungen der Belastungen auf die Gelenke. Es ergab sich dabei die besondere Möglichkeit, die Veränderungsprozesse bei den Sportlern lückenlos feststellen zu können. Normalerweise würden in Studien nämlich nur Vorher-Nachher-Befunde erhoben, heißt es in der Mitteilung weiter.

Störungen im Knorpel
Alle drei bis vier Tage wurden die Teilnehmer untersucht. "Die MRT-Aufnahmen, die wir in unserem eigens mitgeführten Lkw anfertigten, zeigten schnell, dass die Gelenke auf die Strapazen signifikant reagierten", erläutert Schütz auf der Website der Radiological Society of North Amerca.
"Es kam auf den ersten 1500 Kilometern in allen Gelenken zu einer Zunahme der sogenannten T2-gewichteten Signale. Darunter ist ein Marker zu verstehen, der eine Störung im Knorpel anzeigt", so Schütz weiter. Von dieser Beobachtung nimmt er lediglich die Kniescheibe aus, da dieses Teilgelenk des Kniegelenkes beim Laufen auf der Ebene keine relevante Belastung erfährt.

Was bedeutet die T2-Zunahme?
Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass aufgrund der Extrembelastung der Verlauf der oberflächlichen Kollagenfasern gestört wurde und durch teilweise Zerstörung von Knorpelmatrixproteinen der Wassergehalt des Knorpels zugenommen hatte. "Im Bereich des Sprunggelenks konnten wir einen T2-Anstieg um 20,9 Prozent feststellen, im Knöchel um 25,6 Prozent und im Bereich des Mittelfußes um 26,3 Prozent ", sagt Schütz.
Spitzenreiter sei das Femorotibialgelenk mit Werten bis zu 44 Prozent gewesen. Die Gelenke erholten sich dabei noch während des Extremlaufs. Je mehr Kilometer im Verlauf des "Transeuropa-Laufs" zurückgelegt wurden, umso mehr erholte sich der Gelenkknorpel, was eine neue und erstaunliche Beobachtung ist. Lediglich im Kniegelenk blieben die Werte erhöht.
"Wir hatten eigentlich erwartet, dass die Fußgelenke auf Dauer anfälliger sind, denn ihre Gelenkfläche ist kleiner, damit ist auch die Belastung pro Flächeneinheit größer", führt Schütz aus.
Knöcherne Strukturen insgesamt seien durch die enormen Belastungen tendenziell nicht in Mitleidenschaft gezogen worden, auch wenn es bei zwei Läufern zu Ermüdungsbrüchen im späteren Rennverlauf kam.

Abnahme der grauen Hirnsubstanz
"Die Auswertung der MRT-Aufnahmen zeigte zudem, dass das Volumen der grauen Hirnsubstanz bei den Sportlern am Ende der gut zwei Monate dauernden Extrembelastung im Durchschnitt um 6,1 Prozent zurückgegangen war. Dabei waren einige Hirnbereiche mehr und andere weniger betroffen", erläutert Schütz.
Doch der Wissenschaftler kann beruhigen: "Nach acht Monaten zeigten erneute MRT-Aufnahmen, dass sich die Hirnsignale der Ultraathleten wieder vollkommen erholt hatten" (BMC Medicine 2012; 10: 78).
Zum Vergleich: Im Verlauf natürlicher Alterungsprozesse kommt es durchschnittlich zu einem Rückgang der grauen Hirnsubstanz um 0,2 Prozent pro Jahr. Diese Atrophie des Gehirns ist unumkehrbar. "Und das ist der große Unterschied zu den Teilnehmern des Transeuropa-Laufs", bilanziert Schütz.
Es konnten bei den durchtrainierten Extremsportlern keine dauerhaften Hirnschädigungen festgestellt werden. Das beobachtete Phänomen der vorübergehenden Hirnvolumenreduktion kann nach Meinung von Hirnforschern vor allem dadurch erklärt werden, dass durch das ultralaufbedingte überdurchschnittlich hohe Energiedefizit, mit weitgehendem Aufbrauch relevanter Fettreserven des Körpers, auch das Gehirn versucht, Energie einzusparen. Offenbar werden daher die während eines solchen wochenlangen Transkontinentallaufes weniger benötigten Hirnareale vorübergehend "abschaltet". (eb/eis)

3
Gesamtwertung: 3 (2 Wertungen)

Hochinteressant

bleibt die Frage ob das Gehirn von Breitensportlern sich auch regeneriert und evtl. dadurch der "normale" Alterungsprozess verlangsamt wird?

Oder der Knorpelschwund durch Laufen positiv beeinflusst wird?

Regeneration

Hallo fazerBS,
das Breitensportler-Gehirn schalte vermutlich kaum bei Breitensport-Belastung auf Sparmodus um, wie hier bei den Extrem-Ausdauer-AthletInnen. Dass Bewegung grundsätzlich die Alterungsprozesse verlangsamt, gilt als belegt. Selbst bzgl. Demenz sei Bewegung präventiv.

Knorpelschwund:
Da Gelenke/Knorpel nicht durchblutet sind, somit der Knorpel nicht über Blutgefäße versorgt wird, braucht es anderen Weg: Bewegung

Die Versorgung des Knorpels mit Nährstoffen funktioniert primär über Bewegung. Bewegung führt dazu, dass in der Gelenkinnenhaut Gelenkflüssigkeit gebildet wird und Nährstoffe dazu von der Gelenkinnenhaut an die Gelenkflüssigkeit abgegeben wird. Die Gelenkflüssigkeit gelangt in den Gelenkspalt. Dort "schmiert" sie das Gelenk und liefert dem Knorpel die notwendigen Nährstoffe.

Gerade der Wechsel von körperlicher Belastung und Bewegungs-Pausen sorgt dafür, dass die Gelenkflüssigkeit in den Knorpel gelangt.

Somit ist Bewegung der Schutz vor Arthrosen.

Grüße,
waldboden

HIrnsubstanz

kann ich nur bestätigen. Mich macht Laufen blöd. Am Ende eines Marathons oder Ultras verlaufe ich mich gerne, verrechne mich total oder vergesse kurzfristig meinen Namen ;-) Ok, in ein paar Tagen ist alles wieder ok...

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

*brüll*...

...auch bei mir. laufen macht mich temporär blöde...manchmal setzt das hirn aber auch einfach so am pc aus, vornehmlich wenn ich mich zu bekloppten läufen anmelde *kicher*
____________________
laufend wollte grade...äh... : happy™

"man muss es so einrichten, dass einem das ziel entgegenkommt." (theodor fontane)

Von April2016 ...

... ist der Artikel. Diese Ergebnisse sind doch bereits mehrfach veröffentlicht worden. Nicht, dass das nicht interessant wäre. Ganz und gar nicht. Fällt aber für die Ärzte mehr unter die Rubrik "Wiederholung festigt." Obwohl, der eine oder andere Mediziner liest es wohl dann leider doch nicht.
;-)
Ein Schalk läuft!

2009 bis 2016 ...

ja, die Studie ist bereits 2009 durchgeführt worden ...
dauert manchmal ein bisschen ...

Aber das Gerücht, dass viel Laufen viel schadet hält sich auch hartnäckig ...

Grüße,
waldboden

Ich wage zu behaupten, ...

... es hält sich hartnäckiger in bestimmten Kreisen. Hängt vielleicht mit dem Umgang zusammen. Die sehen jeden Tag nur Kranke...
;-)
Ein Schalk läuft!

Darstellungsoptionen

Wählen Sie hier Ihre bevorzugte Anzeigeart für Kommentare und klicken Sie auf „Einstellungen speichern“ um die Änderungen zu übernehmen.

Google Links