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Benutzerbild von Etu58

Seit geraumer Zeit haben ich einen ganz speziellen, sehr engen Lauffreund. Ich nennen ihn hier mal H.V. Er begleitet mich nun schon gut ein viertel Jahr und machte mir gerade in den letzten zwei Monaten das Laufen immer mühsamer.
Hinzu gesellte sich seit Jahreswechsel eine nette Erkältung nach dem Silvesterlauf in Giessen, bei dem ich klatschnass und kalt geworden bin. Dummerweise hatte ich mich nicht gleich umgezogen und dann kam eben Schnief und Halsweh und was dazu gehört. Ich hatte in der Folgewoche trotzdem noch zwei Trainings mit Tempointervallen gelaufen, blöd, wie sich nachher heraus stellte. Aber am 06. Januar wollte ich eigentlich am Arosa Berglauf über 16,8 km und gut 1000 Höhenmetern teilnehmen und da wollte ich vorbereitet sein. Das Schicksal bzw. meine Gesundheit entschieden aber anders und ich habe mich gegen eine Teilnahme entschieden, weil ich absolut leistungsmässig am Boden war. Das war auch die richtige Entscheidung, denn die damaligen Wetterverhältnisse waren ziemlich hart und die Läufer brauchten teilweise 3 Std. für die Strecke.
Und danach ging bei mir irgendwie gar nichts mehr so richtig flockig. Einerseits zwackte mein rechter Fussballen (H.V.) und andererseits kam ich nicht in mein Leistungsniveau zurück, mit dem ich das Jahr 2015 beendet hatte. Nach Termin beim Sportarzt in Zürich, der mir versicherte, dass mein Hallux noch sehr dezent sei und mit Einlagen zu korrigieren, besorgte ich mir diese beim Orthopädietechniker und löhnte mal 410 Schweizer Franken vorab, bei denen ich noch hoffe, dass die private Krankenkasse sie übernimmt. Und neue Schuhe musste her, in die einerseits die Einlagen gut passten und in denen sich mein Freund nicht gedrückt oder gereizt fühlt. So wechselte ich von Brooks Adrenalin auf Sauconi pro grid omni 12, die mir ein super fähiger Verkäufer in einem Giessener Laufschuhladen nach eingehender Analyse empfahl.
Aber die körperliche Leistungsfähigkeit war weiterhin am Boden. Schuhe und Einlagen einlaufen in kleinen Umfängen ging ja noch, aber Tempointervalle und alles ähnliche, was eigentlich auf dem Plan stand und für das ich von meiner lieben Buddy Birgit die Pläne bekommen hatte, konnte ich nicht umsetzen. Immer lief so ein komisches Gefühl mit, dass an meinem Herzen irgendwas nicht stimmt. Herzrasen, Stolpern, Kurzatmigkeit. Einfach Angst, mir nach der Erkältung eine Myokarditis zugezogen zu haben, weil ich blöderweise trainiert hatte. Also Termin beim Kardiologen wahrgenommen und dieser fand sowohl den Ultraschall, als auch das Belastung-EKG absolut in Ordnung und verabschiedete sich mit der Aussage, ich könne voll auf Leistung trainieren. Nur mein latent tiefer Ferritinwert könne die Ursache für meinen Leistungsknick sein, der wohl durch den Infekt Anfang des Jahres noch mehr gelitten hatte. Jetzt warte ich auf einen Infusionstermin.
Der Wettkampf in Giessen, meiner alten Heimat, hatte für mich einen bitteren Beigeschmack. Hingehen und nichts bringen können, Männe vermutlich an mir vorbei ziehen zu sehen, das waren alles in allem keine schönen Aussichten.
Erstaunlicherweise gingen aber die letzten drei Trainings nach dem Kardiologentermin wieder viel flockiger. Die Angst, etwas wirklich schlimmes zu verursachen, war weg. Blieb nur noch das Wissen, dass ich vermutlich keine Bestleistung bringen kann, wegen des fehlenden Eisens.
Und schneller als ich reagieren konnte, hatte Männe uns einfach angemeldet und dann gab es kein retour mehr.
Wir fuhren nach Giessen, natürlich verbunden mit einem Besuch bei meiner Familie. Sonntag um 10:40 Uhr war der Start und ich war erstaunt, wie gut allein die ersten 5 KM für mich liefen. Alle deutlich unter 6 min/km - 5:35, 5:56, 5.44, 5:42, 5:44
Bei KM 7 gab es kräftigen Gegenwind und noch mal bei KM 9, da musste ich ganz schön beissen und die 6:00 und 6:01 waren leider KM-Zeit. Schlussendlich rannte ich bei 10,06 km mit einer 58:32 min durch Ziel. Nicht im Traum hätte ich daran gedacht, dass dies gestern möglich gewesen wäre. Der Fuss hatte nur mal kurz bei KM 6 gemuckt. Und auch heute ist kein Folgeschaden dort fest zu stellen. Es war für mich persönliche Bestzeit und für mich zum Vergleichswettkampf dort in 2008 eine Verbesserung um über 10 Minuten. Für die schnellen Hasen unter Euch ist das natürlich Kleingemüse, aber für mich einfach ein toller Jahresstart, der mir wieder Mut für die folgenden Wettkämpfe macht und das sind einige auf der Liste.

5
Gesamtwertung: 5 (5 Wertungen)

elegant aus dem Loch rausgearbeitet

und einen versöhnlichen Abschluß gefunden.

Es spricht für dich, das du deine Gesundheit hoch bewertest, und nicht kurzfristigen Erfolgen vorziehst. Klar sind verletzungsbedingte Phasen doof, und nicht umsonst heißt es ja: Angst essen Seele auf!

Ich wünsche dir weiterhin Gesundheit und auch Erfolge.

Es grüßt der Lurch

JogMap Schleswig-Holstein, die Neongelben aus dem Norden.

Reine Kopfsache?

Da scheint dir aber bei allen Unannehmlichkeiten letztendlich einfach ein Stein vom Herzen gefallen zu sein, sodass Du unverkrampft zur Bestzeit laufen konntest! Egal wie schnell: eine Zeitgrenze wie die 60min auf 10km zu knacken hat einfach was! Jeder wächst an seinen Aufgaben!
Hoffentlich weiterhin unbeschwert zu neuen Ufern! Viel Spaß dabei!

Gruß, Dominik
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"Was zu schnell ist, weiß man meist erst hinterher!"
(fazerBS)

Ist wohl wirklich so,

dass die Tatsache, das soweit alles im grünen Bereich ist, den Kopf frei macht.

Danke für Eure Wünsche.

Meinen ersten Tanktermin für Eisen habe ich jetzt auch am Freitag.

Jetzt kann ich nur hoffen, dass mein Freund H.V. weiterhin kooperativ bleibt, dann können die Berg- und Landschaftsläufe mit vielen Höhenmetern unbeschwert gelaufen werden.

Laufen berührt die Sinne, verwöhnt unsere Seele und macht uns stark, das Leben in allen Situationen anzunehmen.

Viel Kopfsache!

Aber das Wissen, dass organisch alles in Ordnung ist und man trainieren kann ohne dem Körper zu schaden ist so viel wert, dass es Dich gleich in Bestzeit (sub 60 ist klasse!) getrieben hat.

Freut mich riesig für Dich und ist ein guter Start in ein neues Laufjahr.

Dann füll mal die Eisenspeicher ordentlich auf - und mal schauen wo Du noch hinfliegst :lach:

Merci

liebe Birgit. Ich werde überall mein Bestes geben und Dank für Deine Unterstützung.

Laufen berührt die Sinne, verwöhnt unsere Seele und macht uns stark, das Leben in allen Situationen anzunehmen.

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