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Benutzerbild von ThoSa

Nach dem 6h Lauf liege ich jetzt hier im Bett und kann nicht schlafen, wie es bei mir so häufig nach langen Läufen so ist. So kann ich vom 6 Stunden Lauf in Münster berichten.

Das wichtigste zuerst: Meinen Traum, 50 km zu laufen konnte ich mir erfüllen! Es ging sogar besser als befürchtet. Mein Problem war und wird es nach diesem Lauf auch bleiben, das ich seit dem HM in Hamm mehr oder weniger starke Schmerzen im linken unteren Unterschenkel bis hinunter in die Fussbeuge habe, so daß ich nach dem Halbmarathon bei der Hammer Winterlaufserie erstmal mit Training komplett aussetzte. Mit dem Fuss ging es dann auch tgl. besser, jedoch nie gut, die Schmerzen wurden geringer, gingen aber auch nicht weg. Am vergangenen Dienstag dann wagte ich es zu laufen, auch um zu sehen, ob ich überhaupt starten hätte können. Den Sonntag zuvor hatte ich nämlich einen langen Lauf schon nach 300 Metern abgebrochen, da ich mir nicht vorstellen konnte einen langen Lauf durchzuhalten.

Alles in allem also eher schlechte Vorrausetzungen, um befreit am mittlerweile gestrigen Samstag beim 6 Stunden Lauf auflaufen zu können. Doch ich startete und der Schmerz lief immer mit, aber nie so, dass ich auch nur einen Moment ans Aufhören dachte. Überwältigt war ich von der Organisation. Für alle Läufer und Läuferinnen gab es morgens z. B. erstmal ein Frühstück mit allem was das Herz begehrt. So etwas hatte ich bei noch keiner anderen Veranstaltung erlebt.

Kurz etwas zu Strecke: Die Strecke war ein mit Flatterband abgesteckter Rundkurs auf dem Gelände der Speicherstadt Coerde in Münster. Der Belag war aus flachem Kopfsteinpflaster, was zum einen für mein Fuss nicht optimal war, aber auch zum anderen kräftezehrend ist. Mehrere enge Kurven, eine Spitzkehre und Pfosten auf der Strecke ließen den Eindruck einer doch eher anspruchsvollen Strecke zu. Ich habe es als positiv empfunden, nicht nur im Kreis (im puristischen Sinne) zu laufen, sondern auf der Strecke ein bisschen Abwechslung zu haben. Das hielt die Konzentration hoch. Insgesamt war die Strecke 2126m lang. Am Ende war ein Verpflegungszelt, man glaubt es kaum, mit allem was das Herz begehrt. Bananen, Äpfel, Orangen, Salzstangen, Wurst, Käse, Kuchen, Schokolade, Erdnüsse, Cola, Wasser, ISO usw. usf.. Nach jeder Runde konnte man also entscheiden, durch das Verpflegungszelt zu Laufen oder rechts daran vorbei und einfach weiterlaufen. Das Wetter war kalt, gefühlte 4 Grad und wolkenverhangen, aber regnen sollte es nicht. Gelaufen bin ich mit meinem Lieblingsschuh, dem Asics Gel Fortitude 7, angezogen habe ich meine grünen Kompressionssocken, eine Kompressionshose und ein Kompressionsshirt. Darüber als zweite Schicht meine 3/4-Hose, ein Langarmshirt und darüber mein neues "Laufen Rund um Münster Shirt". Wie immer bei Wettkämpfen habe ich als dritte Hose meine Triathlon Hose angezogen, weil ich da am besten meine Gels transportieren kann. Insgesamt 4 Gels habe ich mitgenommen, jedoch nur 2 gebraucht. Den ersten bei KM 33. Eine Mütze habe ich mir dann aber auch noch angezogen, ich kann ja gar nicht ohne.

Womit wir bei meinem Lauf selber sind. Geplant hatte ich so ungefähr 7 min / km zu Laufen - von Anfang an. Doch wie das mit meinen Plänen so manchmal so ist - ich halte mich nicht daran. Wenn sich das mal nicht rächen würde..

In der ersten Runde war noch ein ziemliches Gedränge, so daß diese noch mit 6:25 zu verbuchen war. Anschließend ging es dann aber mit Zeiten zwischen 5:30 und 5:55 bis KM 9 weiter. KM 10 war mit 6:31 wieder etwas langsamer, ich war das erste Mal im Verpflegungszelt.
Ein paar Erdnüsse habe ich mir gegönnt. Mit einer Ausnahme ging es dann bis KM 20 wie in dem vorherigen Tempo weiter. Zeiten zwischen 5:29 und 5:51 waren die Regel. Mir ging es gut, der Fuss schmerzte, schien aber zu halten. Bei KM 20 ging es wieder ins Zelt, noch mal ein bisschen Salz holen, das heisst Erdnüsse "fressen". So langsam wurde mir aber bewusst, das ich diesen Schnitt keine 6 Stunden durchhalten könnte, immerhin waren jetzt noch keine 2 Stunden seit der Startsirene vergangen und ich hatte schon 20 km auf dem Tachometer. Ich versuchte den Schnitt zu senken, na ja es gelang mir so einigermassen - bis KM 30 schraubte ich die Zeit bis auf 6:19 / km herunter, optimal war das aber immer noch nicht.

Trotzdem erhellte sich mein Gesicht, denn unsere liebe Lauffreundin Martha war mit ihrem Freund Gerrit gekommen, ich hatte vielen gesagt, was ich heute vorhabe und gefragt, ob nicht der eine oder die andere vorbeikommen wollte. Ich finde es ziemlich motivierend, wenn man weiß das jemand nur für Dich an der Strasse steht, weil Du so ein verrücktes Ding machst. Ich habe mich sehr gefreut, das Martha gekommen ist. Ein Stück des Weges sind die beiden mit mir gelaufen.
Mittlerweile waren meine Sachen so durchgeschwitzt, das ich anfing zu frieren. Wie passend war es da, das ich Martha und Gerrit bitten konnte, mir meine Wechselklammotten zu holen. Also kurz erklärt, wo ich meine Sachen stehen hatte und in der nächsten Runde wurden die Klamotten gewechselt. Diese war dann auch mit 11:22 die vorerst langsamste. Ich merkte wie mir so langsam die Kräfte schwanken und machte langsamer. Jetzt endlich pegelte sich die Zeit zwischen 6:40 und 7:05 ein.

Ich nahm mir vor, bis zum Marathon durchzulaufen und erst dann wieder in das Verpflegungszelt zu gehen. Gesagt getan. Den Marathon bin ich bei ca. 4:20 durch, ich kann es leider nicht exakt sagen, heute ging es ja auch um mehr. In den nächsten Runden überschlugen sich jetzt aber die Ereignisse. Tom Schumacher kam mit seiner Tochter, meine Familie war auch plötzlich da und mein lieber Gartennachbar Gerd liess sich auch blicken. Dana nicht zu vergessen, unsere Gazelle aus der Laufgruppe, sowie Philip, Paula und ihre Mutter Sibylle, unsere ehemaligen Nachbarn.

Mir ging es mittlerweile nicht mehr so gut, ich bekam plötzlich Krämpfe. Ich musste also gehen. Fiese Krämpfe an den Oberschenkel Innenseiten, und im (!) Knie. Toll fand ich hier, das einige Mitläufer und Mitläuferinnen sich echt um mich besorgt gezeigt haben und gefragt haben was mit mir sei. Bei einem der gefragt hat bekam ich die Rückantwort "Tja, da muss du durch.." Ich konnte sogar darüber lachen..

Plötzlich klappte es aber dann auch mit dem Laufen wieder. Zunächst ganz langsam (9:35) über 7:35 an die geplante ursprüngliche Zeit von ca 7min / km heran. Dana, Tom und seine Tochter haben es sich auf der Gegengeraden "bequem" gemacht, der Rest stand hinter dem Verpflegungszelt kurz nach Start und Ziel. So hatte ich zwei Punkte auf die ich zulaufen konnte.
Das wird der Grund gewesen sein, warum ich mit den Zeiten wieder so hoch kam.
Nachdem ich die 45 km geknackt hatte, war klar, daß ich meinen Traum von 50km verwirklichen würde. Schlussendlich waren es ab da ja auch nur noch knapp 3 Runden und ich hatte noch ausreichend Zeit. Läuferisch ging es im knappen 7er Schnitt weiter und in der Runde vor der Runde in welcher ich die 50 km - Marke knacken würde beschloss ich, nach Zieldurchlauf aufzuhören und lieber Kaffee zu trinken. Leider waren Dana und die anderen nicht mehr auf der Gegengeraden, ich konnte ihnen also gar nicht mitteilen, dass ich beschlossen hatte, die 24. Runde auch meine letzte sein zu lassen. Schade!

Offiziell bin ich dann 51,024 km gelaufen, was schlussendlich ja auch auf den angestrebten Schnitt passt. Bedenkt man aber, daß ich nicht wirklich 6 Stunden gelaufen bin, kommt ein Schnitt von deutlich unter 7 min / km heraus.

Jubelnd lief ich dann diese Runde durchs Ziel zu meinen Freunden / meiner Familie, die mit einem Kaffee auf mich wartete. Was habe ich diesen Kaffee genossen! Eine ganze Runde hätte ich noch schaffen können, aber ich wollte einfach nicht mehr. So erlebte ich die Schlusssirene im Kreise meiner Liebsten. Schön war das! Leider habe ich bei dieser Aktion einen treuen Begleiter verloren, meine allererste Laufflasche, die bei allen meinen Marathons dabei war, habe ich im Zelt vergessen. Wirklich sehr schade.

Meine Freunde und meine Familie verabschiedeten sich jetzt von mir und ich ging zur anschließenden Pasta Party. Ja es ist richtig, nach dem Laufen gab es noch eine Pasta Party, es gab 2 verschiedene Saucen - eine fleischlose und eine mit Kochschinken, welche man über 3 verschiedene Sorten Nudeln kippen konnte.

Das war er also - mein erster Ultra-Marathon!

Angemeldet habe ich mich augenscheinlich im Zustand vollkommener geistiger Umnachtung, ich hatte überhaupt keine Ahnung, was mich bei einem 6h Lauf erwartet. Und was habe ich bekommen? Ein Top organisiertes Event mit vielen Laufverrückten. Der teilnehmerstärkste 6h Stunden Lauf der Welt (477 Starter, angemeldet waren mehr) und von dieses haben ca. 351 den Lauf mit 45km oder mehr beendet. 45km ist die Grenze zum Ultra-Marathon nach der DUV. Damit sollten wir auch der Lauf mit den weltmeisten Finishern eines Ultra-Marathons sein. Also WELTREKORD. Ich bin Weltrekordhalter!!!! Der Veranstalter Christian Pflügner, wird dieses dem Guinness Buch der Rekorde melden und prüfen lassen und wenn es durchkommt, wird dieser Weltrekord im Guinness Buch der Rekorde stehen, Dann wird so ein Buch mir gehören, das muss sein.

In diesem Sinne wünsche ich Euch ein erfolgreiche (Lauf)Woche

  • Webseite zum 6 Stunden Lauf
  • Bericht der Runnersworld zum Weltrekordlauf
  • Versanstaltungsseite auf Facebook mit vielen Fotos
  • Video von Frank Pachura
  • Bilder auf meiner Dropbox
    5
    Gesamtwertung: 5 (4 Wertungen)
  • Glückwunsch

    Zum ersten Ultra.
    Ich persönlich finde, dass 6h Läufe dafür hervorragend geeignet sind. Wenn es denn gar nicht geht, hat man es wenigstens nicht weit zum Ziel.

    Erhol dich gut.

    LG,
    Anja

    Auch von mir herzlichen

    Auch von mir herzlichen Glückwunsch zum ersten Ultra.
    Und dann noch mit einem Weltrekord verbunden!

    Lg Torsten

    Glückwunsch zum 1. ULTRA-FINISH !!!

    Kann dir nur voll und ganz zustimmen ... der 6h-Lauf-Münster war von "A-Z" und von "Start bis 6-Std. Ziel" einfach nur perfekt !!!
    .

    Gruss Markus - een neongelbe Löper ut´n Norden

    Gratuliere!

    Ich fand das Pflaster garnicht sooo schlimm, aber ich hab ja auch nach reichlich vier Stunden aufgehört (geplant) und damit auch nicht zum Weltrekord beigetragen.
    Ja, es war arschkalt, aber das Drumherum war wirklich außergewöhnlich!
    Erhol Dich gut und versuchs doch mal bei einem Arzt oder Physiotherapeuten mit den Fußbeschwerden. Das ist doch auf Dauer kein Zustand, wenn immerzu was weh tut.
    Unbekannte Grüße, WWConny

    a...kalt

    war es überall heute???

    Hammerstarker erster Ultra! Herzlichen Glückwunsch!!! Vorsicht, Suchtgefahr ;-))

    "Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

    Saarvoir courir - laufen im Saarland

    SUPER LAUF!

    Damit meine ich den Deinen und die Laufveranstaltung insgesamt. Es war ein wirklich tolles Erlebnis und ein wunderbarer Tag! Auch ich ging mit Befürchtungen in den Lauf, aber dann ging es super. Ich habe noch nie einen Marathon so locker gefinished und warte jetzt auf die Luftballon-Nachmessung. Evtl. bin ich dann auch ein Ultra!! (Mein erster, in immerhin AK 70)

    WAAAS? AK 70?

    Ich hatte Dich irgendwann aus den Augen verloren und dann in der Ergebnisliste nach Deinem Vornamen gesucht. Beim ersten Treffer dachte ich: nee, da stimmt die Region nicht. Bei der zweiten hab ich ein Bild auf FB gefunden - das warst nicht Du und bei der dritten stand W70, da dachte ich, nee, das sind 20 zuviel. Ich war ein wenig ratlos, wo Du denn geblieben sein könntest.
    Und jetzt gratuliere Dir gleich doppelt: zum Ultradebüt und zu Deiner tollen Ausstrahlung!
    Viele Grüße, WWConny

    Frank Pachura hat ein Filmchen gemacht

    Sehr schön sind sowohl das Ambiente als auch die anspruchsvolle Laufstrecke dort eingefangen:
    https://www.youtube.com/watch?v=EIIsRI1WieI&app=desktop

    Meinen Glückwunsch

    zum Ultra-Debüt!
    Mein erster und einziger Ultra bisher war auch bei einem super oraanisierten (kleineren) 6h-Lauf in Bokel (Schleswig-Holstein).
    Da will ich dieses Jahr wieder hin - gemein scheint diesen Veranstaltungen das üppige Verpflegungsangebot zu sein! ;-)

    Regenerier gut! ...und gnieß dabei das Gefühl ultra zu sein!

    Gruß, Dominik
    _____________________
    "Was zu schnell ist, weiß man meist erst hinterher!"
    (fazerBS)

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