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Benutzerbild von strider

Vor vierzehn Tagen musste ich den Testhalbmarathon abbrechen, weil das Bein offenbar doch noch nicht wieder so fit war nach der Thrombose wie ich mir das wünschte. Eigentlich egal, wer braucht schon Tests. Uneigentlich sagte mir ein Blick in den lokalen Laufkalender, dass es in diesem Jahr wohl nichts mehr wird mit Halbmarathon. Was mich irgendwie auch ärgerte. Coach kennt seine Frau und datete mal Tante Google. Und die offenbarte ihm einen Halbmarathon, nämlich den Rhein-Lahn-Halbmarathon in Koblenz-Horchheim. Klang gut: flach und asphaltiert und mit knapp 200km Anfahrt auch erreichbar. Anja Bongard versprach ihre Teilnahme und die ihres Gögas sowie ein anschließendes Abendessen und damit war gemeldet. Coach sowie GögaAnja versprachen Hasendienste, also blieb meine Uhr zu Hause, so gegen Kopf und so... Dafür kam der Ipod mit ehegattlicher Erlaubnis mit.

Koblenz empfing uns mit Traumwetter: sonnig, aber kalt. Die Startzeit war striderpassend und anfahrttauglich um 14:30. Die Einheimischen allerdings etwas platt, dass man von „so weit weg“ anreist nur um bei ihnen einen Halbmarathon zu laufen. Letztlich kamen die Sieger aus Luxemburg (weiblich) und der Schwäbischen Alb (männlich) ;-))

Plan? Tja, Plan. 2011 bin ich mal eine 1:45:04 gelaufen. Vorher stand die Bestzeit bei 1:49, hinterher bin ich nie wieder unter 1:47 gekommen, trotz einer Vielzahl von Versuchen sogar mit dem entsprechenden Training. Um es vorweg zu nehmen: Sie fiel auch diesmal nicht, aber immerhin wollte ich mal wieder in die Nähe kommen! In erster Linie ging es aber um den erneuten Test von Tempo und Bein...

Eine überraschend große Anzahl von Läufern stellte sich mal brav in der Durchfahrtstraße auf. Bruttozeit! So ganz nach vorne wollten wir aber auch nicht, immerhin hatten wir noch schnelle 10km Läufer bei uns. Der Startschuss fiel etwas überraschend und die Meute hetzte los. So 10 sek dauerte es trotzdem für uns bis zur Startlinie. Und kurz danach krachte es auch hinter uns: Ein Läufer war volles Rohr in einen Poller gekracht und zu Boden gegangen. Er finishte trotzdem, der Held. Die ersten Kilometer waren wenig lustig: Der Bodenbelag wechselnd und uneben, es ging sogar über Kies. Ständig lief man Gefahr irgendjemand in die Haxen zu treten oder selbst getreten zu werden. Ich schaffte es dabei mehrfach mich selbst zu treten. Ich Genie. Für die Umgebung blieb kein Blick übrig. Ich schaltete einfach mal alles aus und versuchte meine Männer im Blick zu behalten. Unten an der Lahn wurde es etwas ruhiger. Aber locker war bei mir nichts und sollte es auch nicht mehr werden. Gefühlt war ich total am Anschlag und blieb es auch. Die Strecke war saarländisch flach; ständig ging es über kurze „Hubbel“, der asphaltierte Boden war von Wurzeln aufgebrochen, das ist für mich Trittlegastheniker ziemlich gefährlich. „Nicht stürzen!“ und „Männer im Auge behalten“ war alles, was ich noch zu denken fähig war. Reden war nicht drin, so ruhige 21km hatte der Coach auch noch nie erlebt.

Die Männer machten einen tollen Job. Immer wieder blickten sie zurück um zu sehen, ob ich noch folgte. Ansonsten quasselten sie über Fahrräder ;-)) Mich machte ein Typ wahnsinnig, der den beiden folgte und mir vor den Füßen her lief. Wenn ich mich neben ihn setzte um ihn zu überholen zog er das Tempo an; ließ ich mich hinter ihn fallen wurde er wieder langsamer. Auf das Spiel hatte ich keine Lust, aber nebeneinander laufen ging nicht, dazu war der Weg zu schmal und die ersten kamen uns entgegen. Also Ipod auf die Ohren und abschalten.

Die Strecke führte fast durchweg an der Lahn entlang und war einfach herrlich. Wirklich ein schönes Fleckchen Erde! Wendepunktstrecken haben ja mental so ihre Tücken: man weiß genau, je weiter man läuft umso weiter muss man wieder zurück.... GögaAnja wollte deswegen bei dem Wendepunkt der 10km Läufer auch ausbüxen und folgte einer jungen Läuferin, die abbog. Coach rief ihn zur Ordnung, er folgte dann auch brav uns ;-))) Bei km 8 war mein rechter Fuß eingeschlafen. Hallo? Brauche ich das jetzt????

Am Wendepunkt war ich gefühlt am Ende. Das soll ich wieder zurück??? Der taube Fuß machte mich kirre. GögaAnja knurrte kurz, ich sei „auf Kurs“. Na, das klingt ja immerhin positiv. Und zurück ließ wenigstens der Gegenwind nach. Aber die Kilometer zogen sich nun. Ich hangelte mich einfach von Schild zu Schild. Naja, einfach war da nichts. Coach hielt immer wieder den Daumen hoch, aber ich war zu keiner Reaktion mehr fähig. Testete ein Gel einzuwerfen, aber alles rebellierte, also ließ ich es. Das eiskalte Wasser nahm ich nur zum Mund ausspülen. Und immer wieder die kurzen Anstiege. Der nervende Typ hatte sich inzwischen zurück fallen lassen. Wir gabelten ein Duo auf, die mal vor, mal hinter uns liefen. Und meine Kräfte ließen nun deutlich nach. Der Fuß geruhte erst bei km 15 wieder aufzuwachen, immerhin etwas. Nochmal einen Ruck gegeben und wieder zu den Männern aufgeschlossen. Die wurden nun zusehends nervöser. Ab km 18 war dann Ende. GögaAnja versuchte immer wieder mich anzutreiben: „Jetzt nicht nachlassen!“ Öh, ja, aber es ging nichts mehr. Und dann kam bei km 19 noch diese doofe Kiespiste und ich merkte deutlich, das Tempo fällt.... Auf dem Asphalt versuchte ich noch mal Gas zu geben, endlich kam die letzte Kurve – und gefühlt der Mount Everest stand vor uns! Selbst die Männer fluchten, es war klar, damit war die Zeit weg. Egal, ich wollte nur noch ins Ziel fallen. Also irgendwie hoch gezwungen, um die Ecke und über die Wiese zum Ziel. Und da stand eine 1:45:xx!!! Also noch so was wie einen Zielsprint hingelegt und ins Ziel gefallen. Wo auch immer die Ziellinie war....

GögaAnja lief zurück um sein holdes Weib abzuholen, ich wankte mit Coach zur Sporthalle, plötzlich war mir eiskalt. Ab unter die Dusche. Und als ich wieder in der Halle grinste mich Coach an und meinte, ich hätte die AK gewonnen. Das musste er dann dreimal sagen, bis ich es glauben konnte. Und nein, ich war nicht die einzige in der W 45.... Dass die zweite nur 6 sek hinter uns war erfuhr ich zum Glück erst hinterher.

Es gab einen Kugelschreiber ;-)) Und eine wunderschöne Zielzeit von 1:45:25. Endlich die blöde 1:47 wieder geknackt. Und mehr war einfach nicht drin. Die Männer hatten einen Superjob gemacht und die Pace insgesamt unter 5 gehalten, aber die Strecke war (nicht nur beim Coach) etwas zu lang (21,3km), und das macht eben was aus. Völlig egal. Bein hat gehalten!

Wir sind noch schön essen gegangen und haben den Abend gemütlich verquatscht, bevor es für uns wieder auf die Autobahn ging. Danke euch beiden, Anja und Elmar, fürs Mitkommen, die Hasendienste und den schönen Tag! Und natürlich dem besten Ehemann und Pacemaker der Welt ;-))

Und heute morgen ging es in die Nachbarstadt zu einem schön profilierten 10er, einfach nur um alte Geister endgültig ins Aus zu schicken. Auf trailigem Untergrund mit 122 Höhenmetern bei 0 Grad und mit müden Beinen fand ich unsere 55:40 am Ende fast rekordverdächtig, reichte auch noch zu Platz 5 *gröhl*.

Und jetzt geht es ins Tapern für Kandel.

5
Gesamtwertung: 5 (6 Wertungen)

Auch meine Armine,

die sonst gerne untertreibt, hatte mehr Meter drauf.
Also inoffizielle PB, super gelaufen, finde ich!
Danke, dass ihr uns auf den Lauf aufmerksam gemacht habt, den kannten wir gar nicht.
Es war schön, euch mal wieder gesehen zu haben (ok, beim Laufen nur von hinten), es war rundum gelungen. Bestes Laufwetter, nette Strecke, die Hubbel habe ich gar nicht so wahrgenommen. Aber der letzte Knipp war wirklich nicht nötig, und dann wurde einem noch mit Foto aufgelauert :)
Hätte ich nur den 10er gemacht, hätte ich auch die AK gewonnen, aber bei km12 war Flasche leer.

LG,
Anja

Ist doch...

...super gelaufen! Dann erhole dich mal schön für den Kandel.

LG LS :))

"Lieber 80 Jahre gelebt als 100 Jahre nur da gewesen" (WWConny)

5 Sterne von mir.

"Ceterum censeo Carthaginem esse delendam."

Na bitte!!!

Diesen Erfolg hast Du Dir echt verdient! Ich gratuliere zur gefühlten PB und vor allem zum geglückten Test - der Zeitpunkt war dann der richtige!
Es scheint fast so, als hätten wir an dem Wochenende sehr ähnliche Lauferlebnisse gehabt:
auch mein HM-Test ist erfolgreich in Wunschzeit verlaufen, ebenfalls flach, asphlatiertu und später sonnig (und ganz untypisch für Kiel OHNE Wind!) und auch ich hatte die meiste Zeit gute Laufbegleitung!
3km vor Schluss war dann auch bei mir fast die Luft raus und ich froh im Ziel zu sein!

Verzichtet hab ich auf eingeschlafene Füße und ich bin natürlich nicht mal annähernd an einen AK-Treppchenplatz gekommen! ;-) Auch dafür nochmal Glückwunsch!

Bin mal gespannt, wie bei dir "tapern" aussieht...

Gruß, Dominik
_____________________
"Was zu schnell ist, weiß man meist erst hinterher!"
(fazerBS)

Ha, um 6 Sekunden die AK zu gewinnen hat was!

Super gelaufen, Bein hat gehalten. Und mit Nettozeit ohne Mehrmeter wäre das sub 1:45h gewesen - basta.

Erhol Dich gut für neue Taten!

Hättest du mal was gesagt....

Dann wäre ich auch gekommen.
Hätte dich allerdings nur von hinten gesehen :-)

Super

...du kommst zu uns in die Gegend und läufst auch noch auf den 1. in der AK.

Glückwunsch

Fraggle

Gratulation!

AK-Sieg und fast PB - da hat sich dein Kampf ja wirklich gelohnt!

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

schöne Gegend

habt ihr da! Und Anja meinte dich auch vor dem Start gesehen zu haben?

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Mein Kampf

lohnt sich manchmal ;-))

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

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