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Ich bin total euphorisch!
Obwohl die Woche mit erheblicher Mehrarbeit, nur sporadischem Training in der Gruppe - ich bin aus Verzweiflung am Mittwoch Morgen während einer Fortbildung vor dem Frühstück allein in einer unbekannten Stadt gelaufen - lief es gestern total gut.

Das Wetter war besser als im Januar, es war wärmer, 9 Grad, klar dass die schneller Läufer in kurzer Hose antragen.
Ich habe lange überlegt. Lange Hose war für mich klar, ich hatte mir kürzlich eine Hose von einer bekannten Marke a.... geholt, die mich total überzeugt. Dünn, fühlt sich selbst nass noch gut an und ich schwitze nicht darin, auch wenn es vielleicht etwas warm ist.
Aber was oben drum?
Dünne Regenjacke: Es war Regen angekündigt, der Himmel war mehr als bedeckt... Darunter? Wie im Januar lang? Oder doch kurz?

In der Umkleide kurz gewählt, raus gegangen, der Wind frischt auf, ich warte auf den Start und entscheide mich zehn Minuten vor dem Start doch für lang....

War ja klar, dass ich spätestens bei Kilometer fünf mich gefragt habe wo denn der Butler ist der mir die Jacke hinterher trägt.
Hat sich natürlich niemand gefunden -)

Ab Kilometer drei hatte ich mir ein Läuferpaar rausgeguckt: Er hatte eine gelb-schwarze Neon-Jacke an, ich glaube er war der routiniertere Läufer, der "Partner" hatte zwei T-Shirts übereinander an.

Könnte es sein dass die "mein" Tempo liefen?

Einen Kilometer angetastet: ---- Auf die Uhr geschaut. 5:30 pro Kilometer. Zu schnell! Aber ich fühle mich gut. Soll ich es wagen?

Die beiden enteilen, ich sehe sie noch, ich schaffe es wieder aufzuschließen. Wieder denke ich: Zu schnell!

Ich höre sie über das Wetter reden, der eine murmelt etwas wie: Das gibt Gegenwind!
Ich frage nach: Gegenwind? Wo?

Na ja, auf der Gegenstrecke!

Also genau am Ende des Laufes, der Zeitpunkt an dem es bei mir meist nicht so gut läuft.... Mein absoluter Schwachpunkt.... Das Durchhalten am Ende. Schon sehe ich Gedanken die Strecke vor mir. Die dumme Brücke, gebogen über den Kanal, ein kurzer Hügel der mir jedes Mal den Rest gibt.
Spätestens dort frage ich mich immer ob ich denn durch meine Bergaufläufe hier in meiner Stadt nicht noch viel viel höhere und längere Steigungen gewohnt bin.

Nein! Heute will ich nicht daran denken.

Einfach hinterher. Im Zweifelsfall werde ich gehen müssen, aber noch fühle ich mich prima.

Ab und an schüttle ich meine Arme aus.
Die Schritte raumgreifend - so ganz anders als in meinen Trainingsläufen. Komisch, seit ich im Wettkampf so dünne Schuhe trage habe ich während des Wettkampfes eine andere Lauftechnik.

Der erste Drittel der Strecke ist geschafft, meine unfreiwilligen "Hasen" noch vor mir. Ich schließe auf.

Ich fühle mich so gut.... Ich spreche die beiden an und bedanke mich für den unfreiwilligen Support.

Wir kommen für einen Kilometer ins Gespräch, frotzeln ein bisschen. Ich merke, dass mich das Reden doch zu sehr anstrengt. Im Wald ist der Weg mit feinem Split gestreut, ich mag das, es ist nicht so nass wie letzten Monat, der Boden federt ein wenig. Leider sind hier auch Steigungen in der Strecke.

Bei jeder Steigung zwinge ich mich, eine kurzen Spurt einzulegen. Nicht nachdenken! Von oben dann laufen lassen. Ich überhole meine Sparringspartner, ich bin im flow, der eine von beiden murmelt etwas von "zu schnell"....
Ich habe schon seit Kilometer die nicht mehr zur Uhr geschaut. Ich merke, ich bin ziemlich flott unterwegs, das kann eigentlich nicht gut gehen. Also nicht hinschauen....

Kilometer 10 .... ich schaue nach unten und sage mir: Das Schild stimmt nicht. Du musst noch sechs Kilometer laufen....

Blöd. Eigentlich weiß ich es ja besser.

Kilometer 11 - Habe ich wohl verpennt.

Kilometer 12 - Ich schaue mir ein nächstes Zugpferd aus. Da! der mit dem Köln-T-Shirt. Köln. Da war ich heute m morgen noch. War es richtig nichts zum Mittag zu essen? Ich horche in mich hinein. Noch gehts.
Ab und an mal Muskeln lockern, erst zuckt der linke Oberschenkel. Tempo raus? Vielleicht - nein. Dann zuckt der rechte Oberschenkel. Bitte. bitte, keine Krämpfe.

Wieder gehts. Das nächste Kilometerschild. Nein, ich denke mir immer noch einen Kilometer extra dazu.

De Brücke. Ich stelle mir einen Tempospurt vor. Ich denke nicht über die Mini-Steigung nach, ich sage mir ich trainiere jetzt einfach mal einen Endspurt.

Das Köln-T-Shirt lasse ich hinter mir.

Die ersten die ich auf der Strecke gehend sehe.
Wie schön! Mir geht es gut! Ich laufe wir im Tunnel... Wie weit ist es noch? Die Kurve in die Allee. Ach, wie schön, hier steht eine Samba-Band und gibt noch einmal richtig Schwung. Der Bogen über der Straße. Warum ist das denn nicht das Ende. Ich mag nicht noch eine halbe Stadionrunde laufen...

Nicht nachdenken! Nicht nachlassen! Tempo halten. Auch die neben mir laufenden geben noch einmal alles.
Ich schaue nach unten. Nicht darüber nachdenken dass es noch eine halbe Runde ist. Kraftvollen Armeinsatz!
Jacke wieder anziehen - schließlich will ich dass meine Startnummer sichtbar ist. Ich grinse schon mal vor mich hin... Ich bin gleich im Ziel. Ja!!!! Ich habe es geschafft. Das muss eine Super-Zeit geben.

Schnell über die Ziellinie. Schnell die Uhr gestoppt. Welche Zeit? Glatt übersehen.

Weiter gehen, nicht stehen bleiben....

Das fühlt sich nach Muskelkater an.... Ich bin da...

Am Abend sehe ich, das sich glatt 12 Minuten (!) schneller als letztes Jahr war. 1:25 für 15 Kilometer. Das ist eine neue persönliche Bestzeit....

Kontinuität im Training mit gedrosseltem Training im Winter - das ist wohl genau dass was mein Körper zu Höchstleistungen anspornt.

Jetzt muss ich nur noch für Lauf 3 gesund bleiben.

Drückt mir die Daumen!

5
Gesamtwertung: 5 (5 Wertungen)

Euphorie pur

klingt aus deinem Bericht und das wohl verdient! Wann pulverisiert man schon mal so seine Bestzeit! Die Taktik sich immer neue "Gegner"/Supporter suchen muss ich mir merken ;-))

Herzlichen Glückwunsch! Genieß den Muskelkater ;-)))

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Das war ein toller Lauf für

Das war ein toller Lauf für dich: die Endorphine sprudeln ja regelrecht aus den Textzeilen!
Toll, so seine Bestzeit zu unterbieten!!!
Für Lauf drei wünsch ich dir genau nochmal so ein Erlebnis und natürlich Gesundheit bis dahin!

Gruß, Dominik
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"Was zu schnell ist, weiß man meist erst hinterher!"
(fazerBS)

Gratuliere zur PB!

Der Hammer, was Du da abgerissen hast. Sei ehrlich, Du wolltest nur vor dem Regen drin sein.

Sagt eine, die mit Fähnchen den Weg gewiesen hat und sich auch über die Abwesenheit der Kälte und Nässe gefreut hat.

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