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Benutzerbild von rula

Es ist Sonntag, Zeit für einen schönen, etwas längeren Lauf als sonst. Schon beim wach werden höre ich, wie der Wind ums Haus fegt und der Regen an die Fenster klatscht. Na, das kann ja was werden! Egal, die Hunde müssen eh raus, also in die Laufklamotten und die Laufschuhe geschnürt.
Meine beiden Hundesenioren scheinen von meinem Vorhaben nicht begeistert zu sein, beide machen keine Anstalten, ihre Schlafplätze freiwillig zu verlassen. Ich kann sie dann doch überzeugen und mittlerweile regnet es auch nicht mehr. Bei Temperaturen von 9 Grad sollte doch ein schönes Läufchen möglich sein...

Also raus aus der Tür und langsam losgetrabt, die Hunde zeigen mir deutlich, dass sie dazu heute keine Lust haben. Schließlich kommen wir beim Startpunkt der Laufstrecke an, ab hier Leinen los Frauchen düst los, um immer wieder zurückzukommen, damit das Rudel halbwegs beieinander bleibt. Heute scheinen die Hunde wie am Fleck festgeklebt, das Schnuffeln nimmt kein Ende und so beschließe ich erstmal eine kleine Gassirunde zu drehen, die Hunde dann zu Hause zu lassen, um noch einmal alleine loszulaufen.

So biegen wir frühzeitig ab und hei! jetzt kommt der Wind von vorne! Und wie, ich komme kaum von der Stelle. Beim nächten Abzweig dann von der Seite, das geht so gerade noch. Bald sind wir zurück am Dorfrand, schnell den „Dicken“ angeleint, aber wo ist Hund Nr. 2? Ich schaue mich um und sehe gerade noch, wie Hund vor dem ersten Haus am Feldrand verschwindet... Rufen zwecklos, das Straßenhundeverhalten steckt tief in der kleinen Rumänin, also zurück und hinterher. Wir laufen übers matschige Rapsfeld, um der Kleinen den Weg von vorne abzuschneiden. Die ist nämlich mittlerweile zwischen Büschen und Zaun verschwunden. Der Zaun endet an einer kleinen Wiese und an deren Ende kann ich dann Nr, 2 wieder einsammeln. Mit nun beiden wieder angeleinten Hunden im Rentnerjog Richtung Heimat. Nr. 1 zeigt jedoch an, dass er noch nicht alle Geschäfte erledigt hat. Also nächsten Feldweg eingeschlagen, laufen wir halt nicht durchs Dorf, sondern über die Wiesen zurück. Hinter dem letzten Haus beginnt eine kleine Allee, die mitten durch die Wiesen führt. Nr. 1 mittlerweile freilaufend, Nr. 2 hat sich dieses Recht für diesen Lauf verspielt. Plötzlich von hinten Gebell und da ist es auch schon, das Reh, dass Nr. 1 aufgescheucht hat. Nur, dieses Reh verhält sich komplett anders als erwartet. Es bleibt unmittelbar neben mir stehen und schaut uns an. Hund Nr. 1 ist total perplex, auch Nr. 2 kann dieses Tier nicht recht einordnen. Sicherheitshalber kommt auch der Große wieder an die Leine und wir ziehn ruhigen Schrittes weiter... das Reh folgt uns. Jetzt sind die Hunde völlig durcheinander, was ist denn das?

Mir dämmert langsam, was es mit diesem zahmen Reh auf sich hat. Eine gute Bekannte von mir zieht verwaiste Rehkitze auf, die dann später ausgewildert werden. Ganz bestimmt ist dieses Reh eins von ihren Schützlingen. Der Hof liegt ca 1 km entfernt. Also machen wir uns gemächlichen Schrittes in diese Richtung auf. Das Reh folgt uns. Ich treffe meine Bekannte draussen, bei den Pferden an, deute auf das Reh und tatsächlich ist es eines der ihren. Sie erzählt mir, dass dieses Reh Verhaltensaufälligkeiten hat und von den anderen Rehen nicht akzeptiert wird. Eigentlich sollte es deshalb auch auf dem Hofgelände bleiben, sein bester Kumpel ist ein braunweißer Ziegenbock.
Wir reden noch über dies und das, schließlich haben wir uns lange nicht gesehen.

Um noch zu einem zweiten Lauf zu starten ist es nun zu spät. So joggen wir gemütlich, mit einem Umweg zurück nach Hause. Am Ende stehen 7 km auf der Uhr, über die Zeit reden wir jetzt mal nicht... Aber egal, es war ein schönes Erlebnis und ich bin auch ein wenig stolz, dass sich meine Hundis dem Reh gegenüber so diszipliniert verhalten haben. Und der nächste lange Sonntagslauf kommt bestimmt!

4.77778
Gesamtwertung: 4.8 (9 Wertungen)

*prust*

Der Großteil der Menschheit hält uns ja eh für bekloppt, dass wir morgens laufen, aber wenn du ihm noch was von verhaltensauffälligen Rehen, die mit Ziegenböcken befreundet sind, erzählst dürfte es endgültig vorbei sein *gröhl*.

Sehr schöne Geschichte und als Erklärung für eine Verkürzung der Runde absolut plausibel ;-))) Bitte mehr davon am nächsten Sonntag!

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

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