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Benutzerbild von Carla-Santana

05:25 Uhr...bin wach. Der Wecker geht um 05:43 Uhr umsonst, wie meistens.

Zwei Mal die Woche gehe ich schwimmen.
Bin ich irgendwann mal mit angefangen, als ich Triathlon machen wollte.
Habe es zu schätzen gelernt, weil mein Körper sich danach immer schön locker und geschmeidig anfühlt.
Das mache ich meistens vor der Arbeit, weil da relative Ruhe ist.

Heute hatte ich nach ein paar Bahnen einschwimmen wenig Lust.
Die Technikübungen hab ich trotzdem wie automatisch durchgezogen.
Danach war wie immer das Schwimmen an sich besser, der Armzug länger, die Gleitphase länger, das Wasser griffiger und meine vielen Gedanken waren wieder etwas geordnet in den Schubladen verschwunden.
Alles ausgeblendet mit wenig Energieaufwand schneller durchs Wasser gleiten, nach der Rollwende noch etwas länger tauchend gleiten...sich zwischen Körper und Wasser einig werden fühlt sich an wie Flow.
Darum mach ich es, es ist Regeneration.

Die Bahn war schön leer.
Erst war nur der stille Schwimmer und Tria da, der eigentlich immer da ist, wenn ich da bin.
Er zieht sein Programm mit Brett und Paddls durch und außer Moin und einem Lächeln brauchen wir nichts, es passt und jeder macht seins ohne jemals im Weg zu sein.
Der ältere KFZ-Meister moint und zieht wie jeden Morgen mal eben seine 10-20 Bahnen brustschwimmend und niemals störend einfach für sich.
Ein schnelles Mädel kommt noch dazu und auf den letzten 3 Bahnen kommt noch der nervige alte Brust/Rückenschwimmer dazu...gut, dass ich fertig bin.

Beim Laufen ist es ähnlich.
Gestern ein Lauf in Dunkelheit und Regen.
Die Regenpelle und das Kleinklima darunter passte genau, nicht kalt und nicht zu warm.
Das, was über Tag gewesen ist, rennt kurz mit und verschwindet dann im Nirgendwo. So vieles davon ist egal, vorbei, unwichtig.
Anderes ist so, entweder neu oder war vorher schon so und wurde nur heute erst entdeckt und stellt eine neue Aufgabe im Umgang damit dar.
Der Lauf läuft.
Ein guter Lauf mit Phasen, wo ich denke, ganz leicht zu rollen, mich bremsen muss, um nicht immer schneller zu werden, weil es rund läuft.
Mal zwickts hier, mal dort und nach Sekunden ist es wieder weg.
Ich spüre mich und wenn ich 20 Meter vor der Haustüre ins Gehen falle, ist alles gut.

Beim Reiten war der Flow immer das große Ziel, die größtmögliche Harmonie mit dem Kollegen Pferd, welches ganz bei mir ist, auf meiner Seite, auf meine feinsten Signale reagiert, reagieren will, weil es ihm Spaß macht, weil es sich gut anfühlt.
Manchmal habe ich nur gedacht, was als nächstes kommt und mein Partner spürte schon, was ich wollte, Harmonie pur, wie im Flow.
Es brauchte viel Zeit und Geduld, bis es so weit war und manchmal gab es Pferde, wo der Weg dahin anders war, weil man die völlige Aufmerksamkeit nur kurz bekam oder Übereifer oder Dummheit (Die Fehler macht immer der Reiter!) den Weg versperrte.
Ein harmonisches Team zu sein war das größte Glück.

Beim Rennradfahren fehlt mir so etwas irgendwie.
Es ist ein gutes Alternativtraining, aber es kommt mir stumpfer vor.
Man frisst Km, die schnell vorbei gehen.
1-2 Stunden egal ob draußen oder auf der Rolle sind schnell weg und kein Problem, aber mehr ist langweilig.
So kommt es mir vor.
Der Km hat nicht den Wert, wie beim Laufen.
Der Flow fehlt.
Ich denke häufig, wenn ich im Sommer mal länger auf dem Rad unterwegs bin, was hätte ich in der Zeit schönes laufen können.
Kommt dieses Gefühl aus dem Vergleich?
Wenn ich Triathlon will, gehört es einfach dazu und wenn ich mal anfange zu trainieren, stelle ich recht schnell Fortschritte fest.
Dann kommt langsam auch der Spaß daran wieder, aber das, was mir das Laufen gibt, bekomme ich dabei nicht.
Wenn ich beim Laufen haushalten muss, ist es ein guter aber nicht wertgleicher Ersatz.
Gedanken ordnen geht dabei auch.

Oder ist die Jagd nach dem Flow nur eine Flucht in eine andere heile Welt?

Liebe Grüße Carla-Santana

5
Gesamtwertung: 5 (3 Wertungen)

Wenn ich im Flow bin,

zelebriere ich die Leichtigkeit des Seins. Das kommt nicht sooo oft vor, aber es kommt vor. Das schaffe ich manchmal bei knackig schnellen Kurzläufen, dann aber sehr, sehr kurz, mehr so Sprints. Im Flow bin ich oft, wenn ich wandere, schöne lange Strecken. Am häufigsten erwischt es mich aber, wenn ich lange, gemütliche Läufe mache. Und zwar allein. Am besten noch mit Rucksack bewaffnet, damit ich meine Unabhängig (kein Durst) spüre und mit viel Zeit im Gepäck. Dabei die Gedanken schweifen lassen und denken, was kost die Welt;-)
Mag sein, dass die Jagd nach dem Flow nur eine Flucht aus dem Alltag ist. Und wenn schon. Gibt schlimmere Drogen;-)

Lieben Gruß
Tame

Merkwürdig, das du das

Merkwürdig, das du das ausgerechnet heute schreibst. Denn mit ähnlichen Gedanken bin ich heute auch gelaufen.
Ich laufe auch oft im Flow. Und genieße das sehr!
Letztens habe ich es das erste mal beim schwimmen erlebt. Da erschreckt es mich erst ein bisschen, denn ich erwarte es da nicht :-))
Beim Rad fahren....doch, da durchaus auch. Nicht so häufig wie beim laufen, das stimmt. Aber doch immer wieder. Und da merkwürdigerweise dann, wenn die Strecke es hergibt, das ich ohne an meine kotzgrenze zu kommen, schnell fahren kann. Da ist es dann eher wie ein Rausch.
Wenn es eine Flucht in eine andere, heile, Welt ist, so what?
Wie Tame schon sagt, gibt schlimmere Drogen.
Wir erleben ein Stück heile Welt, Flow, Freude, Zufriedenheit....was ist schlimm daran? Wir wissen ja trotzdem, der Alltag ist weiterhin da, nur können wir ihm, wenn wir zurückkommen, (wieder) besser entgegentreten.

Seit 2011:



"Man muss das Unmögliche so lange anschauen, bis es eine leichte Angelegenheit wird. Das Wunder ist eine Frage des Trainings" (Carl Einstein)

flow

Habe mich immer gefragt, was das genau ist. Vielleicht bin ich zu sehr Kopfmensch und erlebe es einfach nicht?
Beim Schwimmen schon gar nicht, das ist immer noch eher Überlebenskampf.
Radfahren? Rennrad kann Spaß machen, aber schöner ist doch im Dreck spielen?! Aber zu viel Konzentration, um nicht am nächsten Baum zu kleben...
Laufen? Meist leider auch nicht so fluffig, dass ich das Hirn komplett ausklinken kann. Dann schon eher beim Wandern, wie bei Tame.
Vielleicht mache ich irgendwas falsch?
Aber schön, dass es bei Euch klappt!
Wünsche euch viele flowige Läufe ;o)

LG,
Anja

Flow

Ich glaube, man sagt mir vieles nach, aber nicht, dass ich ein besonders harmoniesüchtiger Mensch bin ;-)) Nein, ich suche keine Harmonie. Vielleicht finde ich sie deshalb manchmal.

Ja, ich kenne den Flow. Beim Laufen. Ganz selten beim Schwimmen. Nie beim Radfahren... Aber das ist ok so. Triathlon ist super. Aber es ist der Alternativsport! Laufen ist was anderes. Laufen ist das, was mir im Alltag hilft. Also, wenn das eine Droge ist kann ich damit leben. Besser als Tabletten ist es allemal ;-)))

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Darum mache ich vielleicht

Darum mache ich vielleicht Sport, die Jagd nach dem Flow. Beim Schwimmen habe ich das oft, je länger ich schwimme desto grösser ist dieses Gefühl. Beim Radfahren aber auch, aber nur an langen anstrengenden Touren mit vielen Höhenmetern. Kann schon süchtig machen das Gefühl. Aber geil, gehört einfach dazu, wenn man dann körperlich fertig ist und weiss etwas geschafft zu haben.

sehr schön beschrieben...

...hast du da den flow, liebes pferdchen. genau so fühlt er sich an.

beim laufen erlebe ich den flow im winter öfter. vielleicht, weil mir die temperaturen da entgegen kommen und mich per se entspannter laufen lassen ;-)

beim laufen im dunkeln oder fast dunkeln, wenn der asphalt im mondlicht glitzert, dann erlebe ich ihn auch oft, den flow. mit dem lauftreff sind wir außerhalb des dorfes unterwegs und dann empfinde ich die dunkelheit sogar als heimelig. alleine laufe ich kreuz und quer durch´s dorf, das laternenlicht macht schatten von mir, aus den fenstern der häuser fällt auch wwarmes licht nach draußen. ich liebe es. dann bin ich im hier und jetzt.

beim schwimmen wird´s bei mir schon schwieriger, aber ok. mach ich ja noch nicht lange, muss noch lernen. und beim radfahren geht gar nix. da geht´s mir so wie dir: es ist einfach nur stumpfes km-gefresse. und immer die aufmerksamkeit auf den verkehr drumherum. das mitdenken für die anderen...
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laufend dankt cs für den schönen blog: happy™

"man muss es so einrichten, dass einem das ziel entgegenkommt." (theodor fontane)

Flow

Beim Lesen Deiner Zeilen sehe ich andere Welten. Schwimmen und Flow? Fehlanzeige. Ok, im See war's nett, aber Flow?

Rennrad kann sich wie Urlaub anfühlen. So eine nette, hügelige RTF und man übersieht, dass man gerade gute 100km gefahren ist und 4-5h unterwegs war. Flow? Ich glaube nicht, weil man auf den Weg achten muss (ist wie Schnitzeljagd) und auch auf den Verkehr. Es erfordert also Konzentration.

MTB ist wie bei Anja Borgard - ständige Konzentration. Bin halt Anfängerin. Also auch Kopfsache, Körpersache, ständige Achtsamkeit.

Das was Du als Flow beschreibst hört sich gut an. Vielleicht ist es einfach eine Art Einssein. Mit sich und was auch immer - dem Pferd, dem Wasser, der Luft, dem Moment. Ganz in der momentanen Tätigkeit aufgehen.

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