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Benutzerbild von mbthree

Vor genau 2 Monaten habe ich nach 5 Jahren Pause den Entschluss gefasst, wieder ins Laufleben einzusteigen. Die neue Wohnung mit Park vor der Tür, die neuen laufbegeisterten Kollegen und das tolle Sommerwetter hatten mich dazu motiviert. Nur ein Ziel brauchte ich noch, einen Wettkampf, auf den ich hinarbeiten könnte.

In meinem alten Laufleben war ich bereits einige 10 km Wettkämpfe mitgelaufen, und auch einen Halbmarathon in Hamburg. Das war wirklich ein traumhafter Lauf, den ich für mich in der Fabelzeit von 1 Stunde 38 Minuten schaffte. Daran denke ich noch heute sehr gern zurück. Daher traf ich die Entscheidung, es sollte auch beim Wiedereinstieg ein Halbmarathon werden.

Die wenigen Wochen des Trainings liefen wirklich gut. Meine Ausdauer kehrte zurück, mein Tempo wurde langsam besser. Nach einigen langen Läufen mit einem Tempo von 5 Min/km setzte ich mir für meinen Wettkampf das Ziel 1 Stunde 45 Minuten.

Doch dann kam der Rückschlag: 2 Wochen vor dem Halbmarathon ein ungeschickter Sturz vom Fahrrad. Prellungen und Schürfwunden am Knöchel verhinderten für fast zwei Wochen das Training. Ich ging erst am Tag vor dem Wettkampf erstmals wieder auf die Strecke, die Beine einlaufen. Und dann das Beste hoffen.

Gestern war es dann soweit. Kurz vor 10 Uhr, Berlin, Müggelsee Halbmarathon. Über 1.500 Starter, top Laufwetter und ich mittendrin. Meine Frau war zum Anfeuern da, alles passte. Der Start sollte in drei Wellen erfolgen, ich stand irgendwo in der Mitte, wollte mit Welle zwei los. Markierungen gab es keine. Kopfhörer rein, Musik an. Als Startmusik hatte ich „Astronaut“ gewählt.

„Ich heb ab…“ die erste Welle geht los. Ich bin nicht dabei. Überhaupt sind nur gut 200 Läufer in der ersten Welle. Der Rest des Feldes tippelt drei Meter vor. Warten. Fünf Minuten später die zweite Welle. „Ich heb ab…“ oder auch nicht. Diesmal laufen ca. 300 Teilnehmer los, etwa 1.000 stehen noch und tippeln wieder ein paar Meter vor. Ein bisschen genervt bin ich jetzt schon, das hatte ich mir anders vorgestellt. Weitere drei Minuten später der Countdown für den Rest des Feldes.

„Ich heb ab, nichts hält mich am Boden…“ und los geht’s. Naja so halb. Stau auf der Strecke, ein unsortiertes Feld schiebt sich voran. Schnelle Läufer versuchen neben der Strecke voran zu kommen, immer wieder stockt es. An Rhythmus ist nicht zu denken. Nach kurzer Zeit die Rettung. Ein Radweg verläuft kurzzeitig parallel zur Strecke. Die Chance um einen Platz im Feld zu erreichen, in dem sich die Läufer nicht auf den Schuhen stehen. Gesagt, getan.

Danach läuft es, endlich. Nach und nach laufe ich durch das Feld, die Mitläufer werden schneller, ich bleibe meinem Tempo treu. Das ist hoch, sehr hoch sogar. Doch ich bleibe auf dem Gas, ausruhen ist später. Nach etwa vier Kilometern der Spreetunnel. Treppen runter, laufen, Treppen hoch. Hoch nehme ich optimistisch zwei Stufen auf einmal. Oben brennen die Beine. Jetzt heißt es kämpfen.

Die nächsten 12 bis 13 Kilometer verlaufen immer gleich. Läufer vor mir erspäht, hin gelaufen, vorbei gelaufen. Weiter, immer weiter. Beine ignorieren, einfach laufen. Ich finde leider keine Gruppe in der ich mitlaufen kann und ziehe als Einzelkämpfer um den See. Auch von hinten kommt keiner, genau genommen kam schon seit der Startphase von hinten keiner mehr an mir vorbei. Weiterlaufen.

Irgendwann kommt Kilometer 18, die Schlussphase beginnt. Und ich laufe langsam auf der Felge, aber das Tempo bleibt. Ausruhen ist später… Die Läufer vor mir werden weniger, überholen wird seltener. Ich bin nur noch bei mir. Gas geben, nicht aufhören, lange Schritte, hohe Frequenz.

Kilometer 20, Endspurt. Aber mehr Tempo geht nicht, halten ist die Devise. Auch für die Mitläufer, die ebenfalls am Limit sind. Dann die ersten Zuschauer, der Zielbereich! Letzte Kurve, ein Blick auf die Anzeige: 01:44:45 zeigt sie als ich einlaufe. Geschafft, fertig, glücklich.

Und da war doch noch etwas. Ich bin doch in der dritten Welle gestartet, gut 8 Minuten nach dem Startschuss. Meine Nettozeit erfahre ich gut 20 Minuten später auf der Teilnahmeurkunde:
1 Stunde 36 Minuten 29 Sekunden! Für mich eine unfassbare Leistung. Gesamtrang 84 und 12. meiner Altersklasse. Da sind mir die Schmerzen grad mal völlig egal, das war geil!!!

5
Gesamtwertung: 5 (2 Wertungen)

Irre!

Was ein toller Wiedereinstieg - mit Bestzeit! "Ausruhen ist später" - der ist gut, werde ich mir merken.

Dann ruh Dich mal aus, während du die nächsten Flausen ausheckst :lach:

Klingt nach ...

... Luft nach oben!
Glückwunsch!
Und was ist dann das nächste Ziel? April, Berlin-Halbmarathon? Oder einfach erst mal einer von den kleineren Läufen? Plänterwaldlauf zum Beispiel.
;-)
PS: Im Spreetunnel eine Stufe zu nehmen, wäre auch wirklich doof. Aber ja, wenn man zudem da dann auch noch Zug drin hat, kann man schon mal leicht blau oben ankommen - auch wenn es nur so ein paar Stufen sind. Stimmt! ;-)

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