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Benutzerbild von Sonnenblume2

Traditionen gilt es zu pflegen. Und der SportScheck-Nachtlauf ist für mich eine liebgewonnene Tradition. Dieser Lauf war seinerzeit nämlich der erste Wettkampf, an dem ich teilgenommen habe. Einfach so, völlig ohne Vorbereitung. Ich war Fitness-Joggerin, hatte mit Wettkämpfen oder strukturiertem Training nichts am Hut. Aber eine Freundin fragte mich, ob ich nicht mit ihr mitlaufen würde, weil ihre Freundin, mit der sie das zusammen machen wollte, krank geworden war. So kam ich, wie Harry Potter zu seiner Aufnahme in Hogwarts, zu meiner ersten Wettkampfteilnahme. Es war ein Lauf auf der 5km-Strecke, und wir brauchten 42min dafür. Und was daraus im Verlauf wurde, wisst ihr ja. Ich fand Spaß am Wettkampflaufen. Mochte die Atmosphäre an der Strecke, das Kämpfen um Bestzeiten, den Genuss, ein Teil vom Ganzen zu sein, die Glücksgefühle beim Zieleinlauf. Und ich lernte, das Training in der Vorbereitung auf diese Wettkämpfe zu lieben, mir Ziele zu stecken… Ja, mein erster SportScheck-Nachtlauf vor 7 Jahren war schuld daran, dass ich heute das schönste Hobby der Welt habe :-)

Und nun war es wieder Mitte September, Freitagabend, und der SportScheck-Nachtlauf stand erneut auf meinem Zettel. Mal wieder nahm ich ein oranges Teilnehmershirt als Startberechtigung in Empfang und band mir den Chip zur Zeitmessung ums Fußgelenk.
Zusammen mit drei lieben Vereinsfreundinnen machte ich mich auf den Weg zu einem schönen gemeinsamen Laufabend in Hannover. Wir hatten dank Raudine übrigens schon IM Auto Papierschlangen für gute Partylaune.
Zunächst schickten wir A. und O. auf die 5km-Strecke. Raudine und ich suchten uns einen perfekten Zuschauerplatz auf einer Bank in der Bahnhofsstraße. Wir bejubelten alle Vorbeilaufenden und hatten unseren Spaß daran. Besonders gefreut hatte ich mich, völlig unerwartet Fitrennerin fernseha auf der Strecke zu sehen. Nur O. verpassten wir fast, weil sie so schnell war, dass wir sie so früh noch gar nicht erwartet hatten. Aber A. bekam unseren volle Applausstärke zu hören. Dann ging Raudine sich warmmachen. Sie wollte beim 10km-Speedrun mitmachen. Da muss man spätestens 50min nach Startschuss im Ziel sein. Ein Lauf in 49:xx min war zwar auch mein Ziel, aber halt als Netto-Zeit und nicht als Brutto-Zeit. Und bei dieser hohen Teilnehmerzahl konnte man nicht davon ausgehen, aus der ersten Reihe zu starten. Ich war entsprechend für den „normalen“ 10er gemeldet.
Nachdem ich A. und O. freudestrahlend wieder in Empfang genommen hatte (beide waren mit ihren Ergebnissen sehr zufrieden, entsprechen gut war die Laune), gingen wir wieder zu „unserer“ Bank in die Bahnhofsstraße und hörten von Ferne den Startschuss zum 10km-Speedrun. 2 Runden waren für die flotten Läufer zu absolvieren. Raudine würde also 2x an unserer Bank vorbeikommen. Wir drei machten dann für die ganz Schnellen die La-Ola-Welle: für das Polizeiführungsmotorrad, für das Streckenfahrrad, für den schnellsten Läufer, für die schnellste Läuferin – wir hatten unseren Spaß! Wir klatschten uns die Hände wund und schrien uns die Kehlen heiser. Supporten macht auch Spaß! Raudine sah sehr locker und elegant aus, als sie das erste Mal an uns vorbeischwebte. Dann war irgendwann das ganze Feld vorbei, und wir warteten auf Runde zwei. Da kam er schon wieder angesaust – der schnellste Läufer, mit deutlichem Vorsprung auf den zweiten. Wir stellten uns wieder zu Welle auf, da streckte er freudig seine Hand zum Abklatschen aus. Ich streckte ihm meine Hand entgegen, und alsbald hatte ich den Gewinner-Schweiß dran. Leute, wir waren echt albern! Sofort wurde ein Foto von meiner Hand mit dem Gewinnerschweiß gemacht, und ich wurde angewiesen, diesen ja nicht abzuwischen, das sei mein Talisman für einen guten eigenen Lauf. Und so klatschten und jubelten wir auch allen anderen Läuferinnen und Läufern weiter zu.
Ich hatte gerade gelobt, was wir dieses Jahr doch für ein super Wetter haben, nicht so wie letztes Jahr, wo es doch so doll geregnet hatte, da begann es aus vollen Kannen zu gießen, aber so richtig! Da wollte ich mich eigentlich gerade aus meinen Klamotten pellen und mich warmlaufen. Tja, Pustekuchen. Wir suchten uns erstmal einen Unterstand am Streckenrand. 20min vor meinem Start lief ich dann Richtung Dixis und Startbereich los. Es regnete noch, aber nicht mehr ganz so stark. Dann stand ich am Zieleinlauf und konnte gerade noch Raudine auf ihren letzten Metern zujubeln. Auch sie war eine grandiose Zeit gelaufen! Dann wurde der Zieleinlauf wieder zum Startbereich, und ich ergatterte einen Platz relativ weit vorn, etwa 10. Reihe. Kurz darauf ging es los.
Ich wollte unter 50min bleiben, also „einfach“ etwas schneller als 5er Pace, dann würde das schon passen. Beim Nachtlauf gibt es nur regelmäßig die Problematik, dass Garmine in den Straßenschluchten und bei den vielen Richtungswechseln nicht sonderlich genau misst und somit kein Verlass auf die angezeigte Pace ist. Tatsächlich hatte ich zum Schluss 500m mehr auf der Uhr stehen als die angegebenen 10km. Also konnte ich mich nur an der Zeit und den Kilometerschildern orientieren. Das klappte vom ersten Kilometer an super. Ich kam etwas unter 5min bei km1 an, etwas unter 10min bei km2 und so fort. Ich beachtete also meinen Atemrhythmus und konzentrierte mich auf die Straße. Einige Abschnitte waren sehr dunkel, andere mit tieferen Pfützen, einen kurzen Abschnitt gab es nasses Kopfsteinpflaster und so fort. Langweilig war es jedenfalls nicht. Zwei Sambatrommelgruppen standen an der Strecke. Und da liefen die Beine fast von allein im Rhythmus mit.
Dann kam ich auch schon an unserer GSC-Truppe in der Bahnhofsstraße vorbei. Und sie hatten wohl noch nicht mit mir gerechnet. Ich warf den Überraschten meine Cap und mein Bufftuch zu, das ich nun nicht mehr brauchte, da mir inzwischen sehr warm geworden war und bekam dann meine Anfeuerung von ihnen.
Die erste Runde hatte ich nach etwa 24:30min geschafft. Jetzt also einfach gleichmäßig eine 5er Pace weiterlaufen, dann schaffe ich die sub50. Einfach? Nee! So ein schneller 10er ist nix Einfaches, das ist harter Wettkampf und das spürte ich nun auch. Ich schnappte mir einen Becher an der Verpflegungsstation und bemerkte noch rechtzeitig, dass es rotes Iso und kein Wasser war, was ich mir da über meinen Kopf schütten wollte. Bäh, das wäre ja was geworden! Jetzt machte ich es wie beim Intervalltraining. Jeder km war ein Intervall. Nur die Pausen ließ ich heute weg ;-) Aber jeder km, der in der richtigen Pace dazukam, kam auf meine Habenseite. Und ich freute mich dann gleich mal auf das Erreichten des nächsten Kilometerschildes und stellte mir die Strecke auf dem Weg dahin vor. Jetzt würde gleich wieder der Kopfsteinpflasterabschnitt kommen…geschafft. Da hinten kommen die tiefen Pfützen…umlaufen. Da um die Ecke kommt dann gleich die erste Sambagruppe… ich laufe im Trommelrhythmus. Wieder war ein Kilometer geschafft. Wieder noch ca. 30 sec im Plus. Ich holte mir mentale Kraft in meinen Kopf und lief nun für einen ganz wichtigen Menschen in meinem Leben, der gerade sehr krank ist: Ich laufe für dich! Meine Kraft, die ich gerade beim Laufen spüre, ist nur für dich! Du wirst wieder gesund werden! Spürst du diese Kraft? Ja, du musst kämpfen, und Kämpfen ist anstrengend. Aber du und ich, wir haben diese Kraft! Ich fühle mich ganz fest mit dir verbunden! Das musst du einfach spüren! Und so geht der nächste Kilometer vorbei. In 5er Pace!
Da kommt die zweite Sambagruppe und dann meine lieben GSC-Freundinnen, und sie jubeln und klatschen, und ich lache breit, obwohl es da gerade sehr anstrengend ist. Aber ein Lächeln geht immer. Jetzt kommt der letzte Kilometer! Nur noch ein Kilometer in 5er Pace. Das schaffe ich. Die rechte Oberschenkelrückseite zieht so komisch, wie öfter in letzter Zeit. Nee, mach jetzt keine Sperenzchen mehr! „Gesundheit und Energie und „alles fein“- das wünsche ich meinem rechten Bein!“ – Gedankenkraft, das Ziehen verschwindet. Noch 200m bis zum Ziel, da stehen meine Freundinnen erneut und spornen mich zum Endspurt an. Und dann biege ich in die Zielgerade ein, vielleicht noch 150m, ich sehe auf die Uhr, ich habe noch 1 ½ min Zeit bis zur 50min-Marke. Jaaaaa! Da beginne ich zu grinsen und innerlich zu jubeln. Ich schaffe es in 49:xx!!! Mit einem breiten Lachen im Gesicht laufe ich im Schappatmungsmodus dem Zielbogen entgegen. Reiße die Arme schon vorher hoch und sende einen Jubelschrei in den Himmel, dann Arme runter und mit einem Lächeln ins Ziel. Meine Uhr stoppt bei 49:21 Minuten. Ich bin so glücklich und stolz und froh und freue mich riesig, mein Ziel erreicht zu haben.

Die Medaille ist sehr schön. Das alkoholfreie Weizen meines Sponsors schmeckt sehr gut, und wir fahren alle frohgelaunt nach Hause. Danke, Mädels, für diesen schönen gemeinsamen Abend!

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

5
Gesamtwertung: 5 (6 Wertungen)

schnüff

ein unglaublich mitreißender blog über ein unglaubliches Gesamterlebnis.
Gute Erholung und natürlich: Herzlichen Glückwunsch zu deiner Superzeit.

Es grüßt der Lurch

JogMap Schleswig-Holstein, die Neongelben aus dem Norden.

so einfach ;-))

Pausen weglassen und einfach Intervalle laufen *kicher*

Super gemacht!!! Freu mich so mit dir. Traditionen soll man pflegen ;-)

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Laufspaß pur! Kraft pur! :)

Das ist Laufen!
Gratuliere Dir zu Deiner verdienten 49! :)
Wer weiß schon, welche Kräfte man damit noch frei setzt, auch für andere!

Liebe Grüße Carla
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

Kopfkino an

Herrlich, mit rotem Iso übern Kopp und "hex, hex" unter 50 Minuten gelaufen. Toll, dass Du währenddessen noch Kraft an andere schicken konntest.

Irgendwie kommt bei so vielen positiven Gedanken die Energie zurück.

Klar, bei der zweiten Runde warst Du leichter (Buff und so wegwerfen :lach:) - und darum so schnell.

Ein schöner Abend unter Freunden - das gibt Kraft und Lebensfreude.

Mal ganz abgesehen vom tollen Ergebnis!

Erhol Dich gut - und dann auf ein Neues in FFM? Wird noch mehr Kopfsache!

Rasant1

Herzlichen Glückwunsch zu diesem super Lauf!
Ich bin vom Lesen komplett außer Atem.

Gruß Nicole

Das hast Du wirklich sehr

Das hast Du wirklich sehr gut gemacht. Glückwunsch!! Und viel Erfolg beim Bremen-Halbmarathon. Der wird bestimmt toll!!

positive gedanken...

...sind stark und helfen einfach in allen lebens- und lauflagen. herzlichen glückwunsch zu der tollen zeit und danke, liebe sonnenblume, für diesen schönen bericht...
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laufend wünscht ganz viel positive gedanken und flinke beine für bremen: happy™

"man muss es so einrichten, dass einem das ziel entgegenkommt." (theodor fontane)

Glückwunsch zur deutlichen SUB 50 ...

... "persönliche Tradition-Läufe" sind immer etwas Besonderes.
Wenn's dann auch die Zielwunschzeit wird ist der Zieleinlauf noch schöner.

War am Fr. von 18:40 bis 19:30 in H am Hbf (Tochter abholen) und hab nur gedacht
boohhh lauf'n hier viele mit'm "Autohersteller-Shirt" rum, da sind vermutlich auch JMer/innen am Start.

Gruss Markus - een neongelbe Löper ut´n Norden

Granatenstark...

....wie so oft in letzter Zeit bei dir! Boah, liebe Sonnenblume, diese positive Energie hast du ganz sicher weitergegeben. Alles wird gut! Ich drücke dich ganz fest! Und ich gratuliere dir zu dieser hervorragenden sub50!!! und zum wunderschönen Gemeinschaftshibbelanfeuerungserlebnis;-) Wuarrrrrrr, wie genial!!!! :-)

Lieben Gruß
Tame

was die Sonnenblume sich vornimmt,

das zieht sie durch.
Traditionen pflegen, mögen wir Rheinländer ja sehr ;).
Glückwunsch zu dem tollen Lauf und dem tollen Ergebnis.
LG, KS

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