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Benutzerbild von Carla-Santana

Die 4-Trails waren mit unserem Sommerurlaub gekoppelt.
Wir wollten eine Woche in den Alpen mit dem Womo verbringen und dann noch eine Woche runter nach Koatien fahren.
In Berchtesgarden suchten wir uns einen schönen Campingplatz und rollten schon 4 Tage vor Start der 4-Trails dort an. Heiß war es mit bis zu 38 Grad nachmittags. Ich hatte mir vorher ein paar mögliche kleine Laufrunden bei Gpsis rausgesucht und verlegte diese an den ersten drei Tagen auf den relativ frühen Morgen. Die sehr schöne Almbachklamm und die Kneifelspitze graste ich ab und da wir den Roller mit hatten, waren wir recht flexibel vor Ort.

Dienstagabend rollten wir in den Ort und holten meine Startunterlagen ab. Dabei trafen wir natürlich so einige übliche Verdächtige, wie z. B. unsere Lauffreunde und Veranstalter der Neander Rallye, Tom und Sanne, die beide als Team an den Start gehen wollten.
Da es schon länger so heiß hier in dem Gebiet so wie in ganz Deutschland war, sagte der Wetterbericht nichts gutes voraus. Gewitter und unwetterartige Regenfälle waren gemeldet, so dass die Streckenchefs uns nicht ganz hoch ins alpine ausgesetzte Gelände laufen lassen durften.
Damit blieben von den zwei großen Bergen im Profil der ersten Etappe nur einer, der Hochschlegel fiel weg.
Philipp Reiter und der Gripmaster hatten für dieses Jahr neue Strecken kreiert, die es in sich haben sollten.
Die Streckenlänge sollte ursprünglich 30 km mit 2237 Hm rauf und 2336Hm runter verlaufen. Nun wurde die Alternativroute mit gut 24,5 km mit 1420 Hm rauf und 1514 Hm runter angesetzt. Ok, Sicherheit geht vor, dann wird die Einlaufrunde 1. Etappe nicht ganz so schwer…dachte ich.

Mittwochmorgen brachte mich mein Göga bei schwülem Wetter und ein paar Regentröpfchen in den Ort zum Start. So störte der Regen nicht und in Regenjacke zu laufen wäre mir viel zu warm gewesen.
Wir wünschten uns untereinander viel Glück und gutes Wetter und schon lief die Meute wie angestochen los.
Hm, sind ja nur 4 Tage, sollte ich da vielleicht auch nicht ganz so konservativ das ganze in Angriff nehmen?
Andererseits hatte ein Freund mir gesagt, dass die 4-Trails nicht zu unterschätzen seien, was die technischen Anforderungen im Vergleich zum TAR betrifft. Da bin ich mal gespannt, was da so kommt.
Jedenfalls rennen die noch deutlich schneller los, als beim TAR 2014 und etwas hab ich mich dann doch mitreißen lassen, weil es sich halt gut anfühlte…bis zum ersten großen Anstieg.
Gehen war klar auf den 7 km mit 1000 Hm, erst Straße, dann Waldweg, dann irgendwann Singletrail.
Im Gänsemarsch mit Schnappatmung arbeitete ich mich den steilen Anstieg hoch mit meinen Stöcken. War ja immer noch verdammt warm bzw. schwül und alle schnappten gierig nach Luft.
Der 1. VP kam passend und ich wusste wieder, was so anstrengend an den ganzen schönen Bergbildern in meinem Hirn war.
Wir schraubten uns weiter rauf über einen Forstweg und dann entlang einer riesigen Felswand hoch zum Stöhrhaus, wo ich mir erst mal einen Riegel gönnte. Frühstück war verbraucht.
Weiter ging es über wunderschöne Trails an den Zehenkaseralmen bis es dann plötzlich steil einen Singletrail runter ging, den sie auch Knieschnackler nennen.
Auf 2,5 km über 800 Hm bis Hammersbach...boah, so was schwieriges hatte ich selten. Alles Singeltrail, somit komplett als gefährliche Passage gekennzeichnet ging es erst in schmalen Serpentinen zwischen großen Felswänden und vereinzelten Bäumen hinab.
Wir liefen langsam in Schlangen da runter.
Der nette Kerl vor mir hatte Hokas an und rutschte gefährlich rum und entschuldigte sich die ganze Zeit, dass er nicht schneller konnte. Ich beruhigte ihn, dass er langsam und vorsichtig machen solle, kein Druck.
Der Läufer hinter mir hatte ähnliche Probleme und saß bestimmt 4 Mal auf dem Allerwertesten. (hielt aber genug Abstand zu mir)
Dabei versuchten doch tatsächlich ein paar Mädels weiter oben hinter uns mit coolen Sprüchen zu überholen. Die eine stürzte und der Läufer vor ihr konnte sie kopfüber so grade noch am Bein festhalten, sonst wäre die genau auf mich drauf gefallen.
Die hing echt kopfüber an ihrem Bein,
ihr Kopf fast auf meiner Höhe...hallooooo??? :oO
Zum (meinem) Glück hatte der Retter genug Kraft sie zu halten!
Dabei hatte sie sich wohl das Knie verdreht und jammerte kurz und sagte dann nichts mehr.
Vermutlich war es das für sie mit den 4-Trails.

Zwei Minuten später ein ähnliches Bild.
Ein älterer Läufer über uns rutschte, fiel auf den Po und hing dann plötzlich nur noch an dem dünnen Baum und krallte sich daran fest.
Mensch, mir wurde mulmig, nicht wegen der Strecke, sondern weil hier grad so viele Leute auf so gefährlichem Stück so unsicher unterwegs sind.

Ich hatte in meinen Mutanten relativ guten Grip, war aber trotzdem bemüht vorsichtig unterwegs, weil es extrem auf die Knie und Oberschenkel ging.
Einmal rutschte ich auch weg und saß auf dem Po auf einem Grasbüschel.
Daneben war aber wohl ein scharfer Stein unsichtbar im Gras, an dem ich mir etwas den Unterarm aufritzte, was ich aber erst am VP später bemerkte (oder andere).
Nicht ohne, das Stück und dann kam auch noch was zum runterklettern mit Seilversicherung dazu (ich mag so was ja gern), wo es sich doch kurz staute.
Danach wurde es noch anders, aber nicht einfacher.
Große nasse glitschige Steine bildeten einen teils ausgewaschenen Singeltrail mit hohen Stufen im Wald, die die Knie noch mal richtig forderten. Es erforderte meine höchste Konzentration und ich war sehr froh, endlich am VP2 zu sein und mal kurz einen
Körper-Scann durchführen zu können.

Alles heile?
Glaub schon!
Am Arm brennt was.
Oh, Blut, aber läuft nix, also alles ok.
Weiter!

Jetzt kam nicht mehr viel, echt nicht! Der Berg war ja abgeschnitten auf der Alternativroute.
Mal Fahrradweg, dann Forststraße, etwas hoch auch mal ein kleiner Singletrail und dann sofort wieder runter Schotterweg…nix weltbewegendes und gut zu laufen.

Nach 04:28h war ich im Ziel und irgendwie nicht ganz müde.
Na ja, hat nur einmal oben an der Wand gedonnert und geblitzt, ansonsten war auch nicht viel mit Regen und so. Kann ja keiner wissen und Sicherheit geht vor.

Die zweite Etappe von Bad Reichenhall nach Ruhpolding sollte 34 km lang, 2000 Hm hoch und 1815 Hm runter sein und wieder machte uns der Wettergott einen Strich durch die Rechnung. Die Etappe wurde zwar nicht gekürzt, aber uns wurden über 200 Hm abgezogen, weil es wegen der Regenfälle ganz oben am Zennokopf nicht laufbar sei vor Matsch.

Trotzdem war es nach 3 km flottem „Einlaufen“ (man, gingen die ab, ich auch mit teils 4er Pace) nicht mehr lustig, auf gut 4 km ca. 900 Hm den Hohenstaufen rauf stöckeln zu müssen.
Ganz schön steil und wieder störte mich etwas die Menschenmasse, die sich wie ein Lindwurm den Singletrail hoch quälte. Einerseits wird man mitgezogen, passt sich dem Rhythmus an und stöckelt wie eine Maschine da hoch. Ab und zu stellt sich mal einer an die Seite einer Serpentinenkurve um zu verschnaufen. Andererseits kann man dabei auch überpacen (hahahaa...im Gehen, wie lustig, neeee, da ist echt Schnappatmung und Puls bis Stirnlinie!!).
Für mich war es ein gutes Tempo.

Was dann kam anstatt den 200Hm zur Bergspitze war eine lange Traverse, die es in sich hatte.
Tom nannte es nachher „krasser Wurzelscheiß“ und das war es auch!
Zwischen den Krüppelfichten, sorry, Latschenkiefern war so etwas wie ein Pfad bestehend nur aus Felsen und glitschigen Wurzeln kniehoch, teils hüfthoch und da mussten wir einige Km durch klettern, weil größtenteils nicht laufbar, nicht mal gehbar!!
Das kostete ordentlich Zeit und Kraft, war es doch immer noch verdammt schwül warm.

Dann gings in steilen Serpentinen wieder einiges bergab nach Inzell.
In dem Örtchen wartete Göga auf mich mit einem kühlen alkfreien Weizen to go, worum mich meine derzeitigen Mitläufer sehr beneideten.
Der VP kam nach der zeitraubenden und kraftraubenden Kletteraktion genau richtig und der Magen wurde erst mal wieder ordentlich gefüllt.
Warm wars hier unten natürlich wieder und die Luft war zum schneiden.
Der Rest der Strecke war dann zwar noch mal mit 500Hm anstrengend, aber nicht anspruchsvoll schwer, ehr matschig, wattig, weich auf den Waldwegen des letzten Anstieges zum Zinnkopf.
Runter die 500 Hm nach Ruhpolding lief es dann recht flott und nach genau 6:00 h war ich dann jetzt doch gefordert und zufrieden im Ziel.

Die dritte Etappe führte von Weißbach (12 km von Ruhpolding entfernt) nach Lofer und hatte 37,5 km mit 2068 Hm rauf und 2057 Hm runter zu bieten.
Mit Bussen wurden die Teilnehmer von Ruhpolding nach Weißbach gefahren. Die Etappe begann auch erst um 09:30 Uhr und beim Start schien auch wieder die Sonne ausgiebig.
Wir campierten auf einem Stellplatz zwischen Weißbach und Ruhpolding und so konnte Göga mich direkt mit dem Womo da hin bringen und weiter mit Zwischenstopp in Unken (Biertankstelle für mich!) nach Lofer fahren.

Wir starteten wieder flach die ersten 5 km und durchliefen die wunderschöne Weißbachklamm, von der ich aber leider nicht ganz viel mitbekam, weil ich so flott und konzentriert unterwegs war dort.

Dort wurden wir nach 5 km abrupt gestoppt, denn hier ging es in den steilsten Anstieg, den ich bisher in meinem Leben bewältigen musste.
Auf ungefähr 3 km ging es 1000 Hm vertikal nach oben, das hieß, Nase am Berg!!!
Wirklich, das lange Gras kitzelt einem in der Nase, wenn man nicht aufpasste.
Noch nie war ich so langsam und trotzdem so am pusten.
Wieder war es in Schlange den Berg rauf und es nervte mich, weil es mal langsam, mal gar nicht und mal schnell ging.
Immer wieder hielten Leute an und andere quetschten sich an diesen vorbei.
Nach ca. 800 Hm konnte ich das blöde Quasseln eines Läufers hinter mir nicht mehr mit anhören und setzte mich an einem ganz kurzen Flachstück auf einen Baumstamm und futterte und trank was und nahm mein Salz.
In die nächste größere Lücke fädelte ich wieder ein und stöckelte den Rest bis nach oben.
Wie sollte es anders sein, hier ging es wieder steil herunter, erst wieder wurzelige Wege und dann nach dem VP einen ziemlich steilen Forstweg runter. Das waren mal eben auf 10 km 1000 Hm rauf und wieder runter...puh!

Bis Unken war es dann harmlos wellig und hier bekam ich von Göga wieder mein heiß begehrtes kühles alkfreies Weizen.
Dann kam VP 2 und viele hatten hier wieder mit der Hitze zu kämpfen.
Auf Asphalt gings weiter kurz in ein kleines Tal, wo sich dann die Straße steil wieder rauf schraubte.
Puuuh, das wird heute eine Etappe, die einen richtig fordert, das war jetzt schon klar.
In steilen und flacheren Abschnitten abwechselnd ging es immer weiter bergauf und aus Forststraße wurde wieder Singletrail und Almwiese mit Kuhfladen mit orangen Gesichtern drauf.
Ab und zu waren mal Fotofallen aufgebaut, wo viele Läufer ihre Mätzchen machten. Einer vor mir wollte wohl, stolperte aber über einen Stein und hechtete genau in ein Meer spitzer fussballgroßer Steine am Weg und fiel mit dem Rücken genau drauf...aaaaauutschnnnnn!!!! :o((
Er rollte sich noch etwas ab, aber aus seinem Gesicht war deutlich zu lesen, dass es sehr schmerzhaft war.
Zum Glück war nichts weiter passiert, außer dass er jede Menge Prellungen an Rücken und Gesäss hatte und etwas Haut aufgeschürft. Ich sammelte seine Stöcke ein und er beteuerte, dass er weiter könne und ok sei. Im Ziel zeigte er noch mal das ganze Ausmaß. Aua!

Runter geht’s an einem schönen Bach entlang, in den man sich am liebsten reinlegen möchte.
Den Buff um den Hals damit nass zu machen half aber schon sehr bei der Wärme.
Kurz ging es noch mal rauf und dann konnte man es die 600 Hm runter nach Lofer noch mal so richtig haken lassen….dachte ich und wollte die 7h knacken.
Pustekuchen! :o(
Immer wieder kam Forststraße, ich gab Gas und dann gings wieder in einen Singletrail, der so felsig und geröllig war, dass ich langsamer machen musste.
Dann kam das 1 km Schild und ich hatte noch 7 Minuten…geil!
Dann kam wieder so ein blöder geröllter Singeltrail und als der mich endlich nach 700m auf Asphalt ausspuckte, musste ich noch komplett um ein Freibad rum durch den Ort in den Zieleinlauf.
Das war definitiv mehr, als 1 km!! *grummel* :o((
Egal, ich war gesund und muter in 07:03h drin, das zählt! :o))

Etappe 4, Lofer – Maria-Alm = Königsetappe!!!
Irgendwas stimmte mit dieser Etappe nicht, aber das merkt man ja erst, wenn man unterwegs ist.
Sie sollte knapp 43 km, 2355 Hm hoch und 2181 hm runter im Portfolio haben.

Geworden sind es: 42,15 km, 2703 Hm rauf und 2502 Hm runter und das zeigte nicht nur meine Ambit an.
Macht nix, nehm ich alles mit als Bonus! ;o)

Einige hatten aber arge Probleme damit und mit der Hitze (es war wieder brüllig warm), denn damit ging auch die Zeitplanung ziemlich den Bach runter, was die Cutzeiten betraf.
Bis zum Stausee war noch alles gut.
Wir waren um 07:00 Uhr gestartet und die Gewitterwarnungen waren lange Geschichte.
Es sollte wieder richtig heiß werden und ich hatte mich mit SF50 und Sahara-Cappy und hellen Lauflumpen und nassem Buff um den Hals gut vorbereitet.

An die Strecke vor dem Stausee erinnere ich mich nicht mehr so ganz, war aber auch wohl kaum auffällig.
Am Stausee war ein VP, der mir sehr gelegen kam, da ich schon wieder alle Softflaschen leer getrunken hatte.
Ab da ging es einen schönen Wanderweg immer in Wellen steiler rauf an einem Bach entlang, an dem sich viele abkühlten. Uns kamen auch sehr viele Wanderer entgegen.
Immer weiter schraubten wir uns hinauf und von weitem war ein Wasserfall zu hören, zu dem wir leider nicht näher hin kamen.
Dann ging es über wunderschöne Singletrails über Schotter und Geröll über einen herrlichen Grad mit wunderbarem Rundumblick.
Hier wäre ich am liebsten sitzen geblieben, wie auch noch an einigen weiteren wundervollen Orten dieser Etappe.
War aber zu heiß in der Sonne und nix mit Schatten oder so.
Bäume gabs hier schon nicht mehr und bald sollte der Einstieg ins „Steinerne Meer“ kommen, wo ich dachte, dass ich schon längst drin wäre! ;o)

Beim 2. VP muss ich ca. nach 5h gewesen sein und bis dahin gabs auch noch ein paar schöne Wiesenabschnitte zu laufen in meiner Erinnerung.
Ab da ging es 500Hm steile Serpentinen zwischen den Büschen und dann auf offenen schmalen Geröllpfaden vorbei an vielen Wanderern rauf zum steinernen Meer.
Das war der absolute Hammer!!!

Weiße Felsen über Felsen, schroff und zerborsten, Geröll und kaltes Gestein, wohin man auch sieht, ein riesiges unendliches Meer umringt von unendlich weiten Berggipfeln, unkalkulierbar, für mich größtenteils unlaufbar, groß, riesig, unglaublich schön!

Ganz weit entfernt sah man eine Seilbahn und ein Häuschen und noch weiter den nächsten Grad und irgendwo in dem Meer schwammen bunte Läufer, tauchten mal hier, mal dort auf und verschwanden wieder, wurden verschluckt.

Ich lief, ging, kletterte hoch, runter, suchte Markierungen, den Weg, die orangen Punkte, musste mich unglaublich konzentrieren, nicht irgendwo umzuknicken oder abzurutschen, so verlockend waren die vielen Löcher und Spalten und Schrägen…unbeschreiblich schön und besonders, wie eine andere Welt, wie auf dem Mond?!

Mal tauchte ein kleiner türkisblauer Tümpel auf, sehr einladend, dann begegnete man einem Grüppchen Läufer, wo einem nicht gut war und die anderen passten auf und führten ihn.

Hier oben war ich aber größtenteils endlich alleine mit den Bergen und je weiter die Zeit voran geschritten ist, um so unkalkulierbarer kam mir das ganze vor.
Irgendwas stimmte doch hier nicht.

Das Rielmannhaus kam (das Häuschen mit der Seilbahn) und ich lief über die Terrasse, wo Wanderer bei leckerem Bierchen saßen. Es lief mir das Wasser im Munde zusammen, aber ich riss mich zusammen (im Nachhinein totaler Blödsinn, hätt ich doch eins genommen, ich hatte doch Geld dabei!!) und lief weiter. Konnte ja nicht mehr weit sein bis zum letzten VP.
Falsch gedacht, es war noch verflixt weit, noch mind. 2 Stunden weit!!
Ich hatte noch genug Wasser und Iso an Bord und machte mir keine Sorgen.

Das Meer wurde größer und größer und wenn man dachte, dort oben um den Grad endet es, wurde es noch größer und wundervolle Schneefelder kamen hinzu, die durchquert werden mussten, mal grade, mal steil hoch und auch steil runter, was viele zum Skifahren nutzten ohne Skier!
Ich versuchte neben der Spur herunter zu stöckeln und sackte hüfttief ein, was mich schnell wieder in die Spur brachte!
Da waren schwarze Löcher im Schnee ohne Boden…Wow…nö, dann lieber einen nassen Bobbes als darin zu verschwinden!!

Der Schnee war herrlich kühl und da ich blödsinnigerweise keine Gamaschen angezogen hatte, kühlte er die Füsse angenehm.

Nun wurde es doch zeitlich knapp mit dem Cuttoff und meine Getränke wurden langsam auch knapper.
Ich kann ja schwimmen, aber ein Meer hatte ich noch nie durchschwommen geschweige denn durchklettert!
Was ist das mit den Zeiten, warum wird das so knapp??
Kann doch nicht sein, dass tatsächlich andere Leute meines Leistungsstandes (letztes Drittel) so etwas schneller und laufend durchrocken können?!?
Mich hat vor allen Dingen so gut wie niemand mehr die letzten 2 h überholt, ehr ich kotzende oder schwächelnde Läufer?!

Ums Eck eines großen Felsen saß in der Sonne braun gebrannt mit freiem Oberkörper ein knackiger Doc von der Medical Crew und grinste mich an. Uiiiiiii :o))))

„Na? Du grinst ja noch, dann scheint ja alles in Ordnung zu sein?!“
„Jau, alles gut“ *geblendet von diesem Anblick...äh, der weißen Felsen natürlich!!* ;o))
„Brauchst Du Wasser?“
„Nö, danke, hab noch etwas.“
„Ist jetzt noch ca. 20 Min. bis zum Abstieg und dann ist dort ein extra Wasser-VP“
„Kann man da duschen?“ ;o)

Hach, so was gibt noch mal nen Schub und ich schwamm weiter unbeirrt durchs Schnee- und Felsenmeer.

Der Abstieg kam und war doch noch mal ganz schön lang und heftig steil runter mit Seilversicherung. Oben kam mir der Gripmaster entgegen und teilte mit, dass der Cutoff aufgehoben sei und direkt unterhalb der gefährlichen Passage ein Getränkezusatz-VP eingerichtet sei.
Es mussten noch jede Menge Läufer hinter mir im Meer sein.
Im Nachhinein hörte ich, dass sehr viele, auch die Profiläufer ganz vorn auf diesem Stück durchs steinerne Meer trocken gelaufen waren und kurz vorm Aufgeben gewesen sind.
Da hatten sich der Philipp und der Gripmaster doch wohl ein klein wenig verplant, was die Durchgangszeiten anbelangt.
Ich war glaube ich zwischen VP 2 und VP 3 ganze 4h unterwegs, was ganz sicher nicht deren Maßstab ist. Trotzdem war ich ja nicht untrainiert, aber eben auch nicht erfahren mit solch technischen Streckenabschnitten.
Trotzdem hatte ich es immerhin noch so grade in der alten Cutzeit geschafft, da durch zu kommen und bin nicht trocken gelaufen. Dann kann es so verkehrt nicht gewesen sein. :o)

Den Abstieg fand ich genial, wenn auch hier sich wieder einiges staute, weil doch so einige vertrocknete Läufer dabei waren und Hilfe brauchten.
Eine Cola und ein paar Schluck Wasser genehmigte ich mir dann an dem Not-VP.
Ab da ging es ca. 6 km auf Schotterstraße runter nach Maria-Alm.
Endlich konnte ich wieder laufen und das verdammt gut.

Der offizielle VP kam dann 4 km vor Schluss und wäre so jetzt nicht mehr nötig gewesen für mich.
Ich raste die Schotterstraße herunter mit breitem Grinsen im Gesicht, als mich Grippi im Auto überholte und bewundernd den Daumen nach oben raus hielt und fragte, wo ich die Energie denn jetzt noch her zauberte. :o)

War geil, war einfach geil, da jetzt nach 9,5h noch so runter heizen zu können!!!
Hinter mir näherten sich zwei Spanier, die belustigt irgendwas quasselten.
Hahahaaaa, neeee, Jungs, noch 1,5 km, nicht mit mir!!! :o))) *endorphineliminiertlaktat*

Ich verschärfte das Tempo auf 4er Pace, es rollte richtig geil, ging ja angenehm bergab und die beiden quasselten nun verwundert (ich verstand nix) und versuchten dran zu bleiben.

Hihiii...und jetzt gib ihm, Ihr kriegt mich nicht mehr...*wusch*...ich roch das Ziel und war nicht mehr aufzuhalten und rannte wie angestochen von der Tarantel, schwebte rein in den Ort, die Straße entlang um die letzte kurve, beklatscht von den entgegenkommenden Finishern rein ins heiß begehrte Ziel durch die Medaille in die Arme meines Göga!!

Jaaaahahaaaaa!!! :o)))))

Das war die geilste Etappe, die ich bisher in meinem Leben gelaufen, gewandert, geklettert bin und die 4-Trails 2015 sind in den Sack gesprintet nach 09:52h noch innerhalb des Cutt, den es nicht mehr gab für heute!! *einbisschenstolzbin*

Yippie-yah-yeah Schweinebacke!!! :o)))

Ich weiß nicht, ob diese 4-Trails beispielhaft waren, ich denke ehr nicht mit den wetterbedingten beiden Softetappen zu Anfang. Dafür war die letzte aber ein richtiges Sahnestück mit höchsten Anforderungen und Nr. 3 auch absolut würdig!
Wenn alle 4 Etappen normalerweise wie Nr. 3+4 sind, würde ich die 4-Trails als kleinen Onkel des TAR bezeichnen und es ist sinnvoll, diese mal vor dem TAR gemacht zu haben. Muss man aber nicht unbedingt.
Der TAR ist, nimmt man den Bergsprint mal raus, 7 Tage lang ähnlich schwer (Westroute technisch anspruchsvoller, als die Ostroute) und etwas Zurückhaltung macht dort noch mehr Sinn.
Diese Bergwelt ist trotzdem unglaublich schön und verlockend und ich würde es sofort wieder machen. Die Plan-B-Events sind top organisiert und die Mitarbeiter super freundlich und immer bedacht, das Beste für die Läufer zu geben!
Andererseits gibt es noch sooo viele schöne Bergläufe, die sich sicher genauso lohnen.

Ich hoffe, ich habe Euch etwas Geschmack gemacht!
Ich bin Flachlandschnecke und nicht die schnellste in den Bergen.
Mit dem richtigen Training ist es keine Zauberei, daher träumt nicht nur davon, sondern macht es einfach!

Lieben Gruß Carla-Santana

5
Gesamtwertung: 5 (3 Wertungen)

Hey Flachlandschnecke,

.......schön geschrieben, bin gerade vorhin mitgelaufen !!
Das hat noch gefehlt ;-)

Ich sag nur Fernweh!!:)

LG Fraggle

Äh Geschmack gemacht, ja

Und letzte vorhandene Reste an Unentschlossenheit beseitigt: Nein, ich werde mich nie an diesen Lauf wagen. Ich hatte es mal ins Auge gefasst, dachte ich doch, es wäre quasi "der kleinere Bruder" vom TAR, außerdem fällt er - anders als der TAR - wenigstens ab und an mal in die Schulferien...
Aber da ich weiß, was du als "Flachlandschnecke" einstufst (was bin ich dann, ein bewegungsunfähiger Einzeller???) und dein wunderbarer Bericht Bände spricht, weiß ich nun auch, dass das mit mir und dem Salomon Four Trails in diesem Leben nichts mehr wird. Ein Problem weniger ;-))

Liebe Tanja, ganz vielen Dank für den anschaulichen wunderbaren Bericht! Ob man da von "Softetappen" sprechen sollte, weiß ich zwar nicht - so softig klingt das für mich nicht - aber du hast da ganz Großes - wieder einmal! - geleistet. Danke, dass ich wenigstens am Bildschirm ein bisschen mitlaufen durfte :-)

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Nicht träumen...

.....einfach machen, hach jaaaa....;-)
Wieder mal ganz bezaubernd ge- und beschrieben! Mönsch Pferdchen, auch diese Etappen hast du grandios gemeistert! Es macht wahnsinnig Spaß, deine Berichte zu lesen und der Leser hat wirklich das Gefühl, du läufst nicht nur, du lebst Laufen! Boah, muss das anstrengend gewesen sein! Und was hab ich gelacht über die Szene mit dem Doc, herlich! Hast ja echt nen entspannten Urlaub gehabt, *kicher*. Also ich wünsche dir noch ganz viele solcher Urlaube, damit wir hier so tolle Berichte lesen können!

Lieben Gruß
Tame

@ strider

Frau strider sollte niemals nie sagen und für dich würde ich meine Hand jetzt nichts ins Feuer legen, *duckundganzschnellwech!*;-)))

Lieben Gruß
Tame

Ja Fraggle,...

so lange hab ich den Bericht vor mir hergeschoben, wollte eigentlich gar nicht schreiben, aber dann kamen diese Gedankenblitze wieder und heute kam es endlich raus aus dem Kopf und wollte in die Tastatur.
Vor allem die letzte Etappe war unvergesslich und hatte viel gemeinsam mit den technischen Anforderungen der ersten beiden Etappen des TAR 2015.

Absolut nach Deinem Geschmack, der Herr!!
Ok, der Doc vielleicht nicht, aber vielleicht wars ja auch nur ne Hallu??? ;o)))

CU on Trail, Partner! :o)

Lieben Gruß Carla
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

Liebe strider,....

Tame hat recht, sag niemals nie!!

Es sind wirklich nur meine persönlichen Empfindungen und Bewertungen der
Streckenanforderungen und das muss nicht heißen, dass es objektiv wirklich diesem Schweregrad entspricht.
Dennoch ist es ein Traum, für den sich das Training und der Aufwand lohnt.

Ich finde, mit Verlaub, dass Du dich vom letzten zu diesem Jahr auf den Trails extrem weiter entwickelt hast (habe Deine Berichte sehr gern gelesen!) trotz Deiner kleinen visuellen Einschränkung und ich glaube schon, dass Du das kannst und mit Deinem besten Coach erst recht!!
Das Strider-Lable muss ja nicht ewig kleben bleiben, gell!! ;o)
Ist eh nur noch selten geworden, dass es an Deinen Berichten klebt, zum Glück!!

Deshalb behalte bloss diesen Traum und wenns passt, machste den wahr!! :o)
Nichts muss sofort, aber irgendwann, dann! ;o)

Ganz lieben Gruß Carla
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

Danke Tame,...

wenn man so im Meer versinkt, als trockener Läufer in der bratenden Sonne umher irrt, kann man schon mal solche knuffigen Halluzinationen bekommen! ;o)))
Neee, der war echt echt und ich hab ihn unterwegs häufiger getroffen, nur eben nicht soooo....:o)))

Manchmal muss ich solche Erlebnisse einfach aufschreiben, denn irgendwann läuft da nur noch ein Film durch mein Gehirn, wo die ganzen Einzelheiten nach und nach verschwinden und irgendwann bleibt nur noch das Gefühl, dass es toll war und ein paar einzelne Bilder.
Dann kann ich nicht mehr viel erzählen, aber hier nachlesen und mich erinnern und dann im Geiste noch mal auf den Track gehen und zurück träumen. :o)
Andere machen das mit Fotos, ich mit Worten. ;o)

Schön, dass Dir meine Berichte gefallen, vielen Dank!

Lieben Gruß Carla
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

Liebe C-S

ich hab noch nicht alles gelesen, nur überflogen, aber ich glaube, du hast wieder großartiges vollbracht!!
Glückwunsch und LG, KS

Beim Lesen der Ausschreibung für die 4 Trails

hat mein Freund den als für sich unmöglich und zu gefährlich eingestuft. Deiner Beschreibung nach hat er damit Recht - und das nur anhand der Profile!

Du hast das Ding stark gefinisht - und dabei noch die Gegend genossen. So stelle ich mir das auch vor.

Er schließt auch den TAR für sich aus - und damit auch für mich. 4 Trails als Begleiter hat er auch ausgeschlossen. Egal, ich lese einfach eure Berichte und träume davon :lach:

Danke fürs mitnehmen!

Mal wieder ein toller Bericht zu einen tollen Lauf von Dir, ich komme gar nicht mit dem nachlesen hinterher ;) Danke fürs mitnehmen, wieder ein Lauf für die Liste der noch ins Auge zu fassenden Events.

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