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Benutzerbild von ulsaba

Was mach ich hier eigentlich und vor allem warum?
Das dachte ich mir als das Thermometer am Sonntag morgen 7° anzeigte und ich mich auf den Weg zum 3MUC machte. Es sollte der letzte Triathlon für dieses Jahr werden.
Und irgendwie konnte ich mir nicht vorstellen in ein paar Stunden in die Regattastrecke von Oberschleißheim zu springen.
An der Rennstrecke angekommen war ich erst mal überrascht einen Parkplatz, keine 100m vom Start entfernt zu finden. Auch die Wechselzonen, nur durch die Radstrecke getrennt, waren sehr nahe. Die Unterlagen waren auch schnell geholt. Organisation gut!
Nur kalt war es immer noch. Vielleicht werden Wollsocken zum Neo ja mal zum Modetrend.

Punkt 10.00 Uhr ging's dann für die erste Startgruppe los. Beim Sprung in 18° „warme“ Wasser dachte ich erst mal: warm! Klar immer noch 5° mehr als in der Luft. Durch die Bahnen (und Unterwasserleinen) für die Ruderer war die Orientierung kein Problem. Wunderbar klares Wasser, Wasserpflanzen und hin und wieder ein Fisch, da war richtig was geboten. Nach 16 min kam auch die erste Boje, ein paar Minuten später die zweite und es ging zurück zur Wechselzone, langsam wurde es richtig kalt an den Füßen. 100m vor dem Ausstieg erwischte mich dann noch ein fieser Krampf im Wadl. Was soll den das, hatte ich im Rennen noch nie? Egal irgendwie kam ich aus dem Wasser und 35 min. sind auch ganz in Ordnung.
Der erste Wechsel wurde dann zum Drama!
Der Neo wollte einfach nicht runter, als der endlich ausgezogen war, war der Transponder weg. Also den wieder ran basteln, dann die Startnummer, den Helm. Mit nassen Armen in die Radjacke ist auch nicht so einfach, aber bei den Temperaturen ist's sicher mit Jacke besser. Geschlagenen 4 Minuten vertrödelte ich bevor ich endlich auf's Radl konnte.
An zwei Stellen gab's ein Aerolenker-Verbot. Dort standen auch ein paar Schiedsrichter Schon in der ersten Runde sah mich einer böse an, in der zweiten rief er was von Startnummer …
Klar die war ja unter der Jacke! Also freihändig fahren, Jacke auf Nummer nach oben und hinten. Passt. Mist jetzt geht die Jacke nicht mehr zu. Weiter mit offener Jacke, ist zwar kalt aber geht. Nur auf der Gegengerade gab'S heftigen Gegenwind und die Jacke bläht sich auf wie ein Segel, nur zieht es in die falsche Richtung und die Geschwindigkeit stürzt Richtung 20km/h ab. Also anhalten, Jacke in Ruhe richten und dann weiter. Geht schon wieder besser.
Nach 1:16h war der Radlteil dann auch geschafft.
Wenigsten klappte der zweite Wechsel relativ gut und ich konnte flott loslaufen. Die Beine waren zwar etwas schwerer als erhofft, aber die 10km gingen relativ ereignisslos in 50min vorbei. Nach 2:46h konnte ich endlich rechts abbiegen und durch den Zielbogen laufen.
Hier gibt’s das Zielvideo:
http://vidsrv1.sas-online.net/videos_mp4/index.php?event=318&location=0&stamp=1441536277&special_offset=0

Auf dem Weg nach Hause gab's dann noch eine nette Begegnung:
Kurz vor der Haustür wollte ich noch tanken und vor mir an der Kasse stand eine junge Flüchtlingsfrau, eine der 240 die im ehemaligen Bierzelt der Landshuter Dult untergebracht sind. Sie hätte gerne eine SIM-Karte für ihr Handy freigeschaltet, aber die Anleitung war nur auf deutsch (obwohl es eine Karte war, die extra für Auslandsgespräche war). Sie konnte noch kein Deutsch, die Verkäuferin nur wenig Englisch, das konnte nix werden.
Da ich nix mehr vorhatte bot ich meine Hilfe an und nach 20 min lief das Handy. (Gott sei Dank bleiben die Symbole die gleichen, auch wenn das Handy auf Arabisch gestellt ist.)
Daheim kam mir dann ich den Kopf welches Bild die junge Frau den jetzt von Deutschland haben muss:
- Überfüllte Züge aus Ungarn.
- Feldbetten in einem Bierzelt
- und verschwitzte, dreckige Triathleten (ich hatten keine Lust in Oberschleißheim zu duschen, sondern hab nur schnell eine Trainingsjacke über den Trisuite gezogen. ;-) )

Uli

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sauber !

... wird doch völlig überbew... ;-)
siehs mal so, du hattest keine Zeit zum duschen, du musstest ja helfen !

Saubere Leistung jedenfalls ! übrigens auch beim Tria !

Viele Grüße

Das war ein gelungener Abschluss!

Die Krämpfe würde ich auf die Kälte zurück führen. Das zehrt bei mir auch unheimlich!

Schmutz wird völlig überbewertet. Die gute Frau wird sich denken, dass in Deutschland auch arme, hilfsbereite Menschen leben! Triathlon stand Dir ja nicht auf die Stirn geschrieben.

Gratulation zum tollen Wettkampf und verantwortungsvollen Einsatz für den Nächsten.

Erst gebibbert,

dann gelacht. Nein, nicht du, ICH beim Lesen;-) Gott lob hast du nicht geduscht, sonst hätte dich die Dame ja auch verpasst. Nach solch kämpferischer Leistung in schlotternder Kälte wäre ich im Leben nicht auf die Idee gekommen, zum Tanken abzubiegen, sondern schnell ins Haus und den Ofen angeschmissen. Wuarrrr, ich stelle mir gerade vor, pitsch nass bei 7° auf`s Rad zu müssen, *bibber!* Meine Hochachtung! Natürlich erst recht vor der tollen Zeit, die du dir erkämpft hast!!! Und jaaaaaa, gestrickte Wollsocken sind unbezahlbar;-)

Lieben Gruß
Tame

Ich denke

bei der Auswahl bevorzugt sie den hilfsbereiten Triathleten, und verschwitzt und dreckig wird ihr auf der Flucht oft genug begegnet sein, hilfsbereit wohl eher weniger?

Klasse Wettkampf. Wir hatten ähnliche Wetterbedingungen, aber auf kürzerer Distanz. Triathlon in Kälte und Regen muss nicht sein.

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

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