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Benutzerbild von sonnenschein51

Kurz vor Weihnachten 2014- wir denken über den Sommerurlaub 2015 nach. Seit langem haben wir mal wieder die Möglichkeit, 3 Wochen gleichzeitig Urlaub zu nehmen. Schnell ist die Entscheidung gefallen- wir realisieren eine seit Jahren immer wieder aufkommende Idee- ISLAND. Während wir nach Flügen und Mietauto googlen der Gedanke: gibt´s da in der Zeit vielleicht einen interessanten Lauf?

Ja- gibt es - am 22.08.den Reykjavikmarathon. Kurzerhand wird der ursprüngliche Rückflugtermin um einen Tag verschoben- da will ich mitmachen, die letzten 2 Tage waren eh Reykjavik geplant.
Viele Berichte habe ich im Vorfeld nicht gefunden, aber wird schon.

Der Sommer 2015 kam, die Vorbereitungen für einen Marathon liefen gut (besser gesagt für zwei, denn Ende September ist Berlin), also alles eingepackt und den festen Vorsatz, auch während des Urlaubs wenigstens ein bischen weiter zu trainieren.
Nunja, was soll ich sagen...
Der Plan, gemächlich auf der Ringstraße einmal um Island zu fahren, wurde bereits am 2. Tag verworfen. Wir hatten einen Allrad-Jeep, wir hatten ein Zelt und warme Schlafsäcke... ich wollte ins Landesinnere, in die Berge, ich wollte wandern.
So haben wir knappe 3 Wochen dieses traumhafte Land wandernd erobert, manchmal mit dem Wetter weiterreisend, immer begeistert, meist gegen den Wind. Nur mit dem Training... naja, ..... vielleicht ist ja viel wandern auch gut. Die Ernährung beschränkte sich auf die "3M-Diät"- morgens Müsli, mittags MARS-Riegel, abends MAGGI-Tütensuppe.

Am Donnerstag vor dem Marathon kehrten wir zurück in die Zivilisation, fuhren nach Reykjavik, wo wir ein festes Quartier gemietet hatten.
Mir war klar, dass die Vorbereitung für den Lauf suboptimal war, aber egel, ich wollte dabei sein, ich wollte jede Minute genießen, Trainingslauf für Berlin...
Noch am Donnerstag abend ging es zur Messe, klein aber fein- ein smalltalk und ein Foto mit Kathrine Switzer waren das Highligt.

Dann kam der Rennsamstag:
Star: 8:40 Uhr - Ganz Reykjavik schien auf den Beinen. Die ca. 1000 Marathonies starteten zusammen mit den Halbmarathonläufern, danach noch das große fröhliche Feld der 10 km Läufer und jede Menge Kinder mit ihren Familien auf 4 km - ein großes Volksfest in dieser kleinen Hauptstadt.

Bei ca 13 Grad und wenig Wind standen alle entspannt am Start, ein kleines, entpanntes Völkchen, es regnete nicht, keine ewigen Schlangen vor dem Dixi, keine Sicherheitskontrollen - super. Ohne Wartezeiten ging es nach dem ersten Startschuss für die "Halben" ud die "Ganzen" los. Die ertsen Kilometer ging es durch die Stadt. Ich lief ganz gemütlich (gelingt mir sonst nie) und wollte jede Minute der Stimmung mitnehmen. Ich hatte im Vorfeld gelesen, dass es beim Marathon in Reykjavik wenig Publikum gibt, auf dem ersten Strecketeil konnte ich das gar nicht verstehen. Die Leute feierten uns Läufer und sich selbst. Sie standen, auf Keksdosen trommelnd und anfeuernd vor ihren Häusern, auf einem Balkon ein einsamer, aber lauter Trompeter, ein etwa 10-jähriger Junge spielte Arkordeon, vor einem Haus saßen 2 seeeehr kleine Kinder und trommelten. Manchaml erinnerte es mich an die Stimmung bei den Villen in Hamburg, ich fands super und war gut drauf. Ab Kilometer 10 begann es dann aber doch ruhiger zu werden. Es ging auf einer Wendestrecke direkt am Meer entlang erstmal 6 km gegen den Wind. Ich hatte das Gefühl, diese Kilometer nehmen gar kein Ende mehr. Jede Menge schnellere Läufer kamen mir entgegen. Wann kommt endlich der Wendepunkt? Als er endlich da war, konnte ich sehen, dass auch nach mir noch jede Menge Läufer kamen, auch noch jede Menge Halbmarathonies. Nur komisch, sollte der Wind jetzt nicht schieben? Tat er natürlich nicht. der Weg ging jetzt zurück, dann durch den großen Sportpark. Die Halbmarathonies liefen inzwischen auf einer anderen Strecke ihrem Ziel entgegen, das Läuferfeld war nur noch sehr dünn. Im mittleren Teil des Rennens gab es immer mal wieder kleinere Auf- und Abs, nichts was wirklich ein Anstieg war, aber doch auf die Dauer spürbar. es zog sich. Alle 5 km gab es Wasser und Iso, außer ein paar Bananen gegen Ende alledings nicht viel an Energie. Ich legte einige kleinere Gehpausen ein, Zeit war heute egal. Im letzten Viertel ging es dann nochmal immer am Meer eintlang, scheinbar endloser Uferweg mit wundervoller Aussicht. Wenn nur dieser Wind nicht wäre. Da ich so lange unterwegs war, hatte es inzwischen auch noch begonnen zu regenen, was allerdings kaum auffiel. Ich lief vor mich hin, in Sichtweite immer auch noch andere Läufer und das Meer. Es hatte auch was Meditatives. Die letzten 2 Kilometer gingen dann wieder in die Stadt. Die große Menschenmenge war schon weg, aber die, die da waren feierten jeden einzelnen Ankommenden um so herzlicher.
Ich freute mich, im Ziel zu sein, war kaputt, aber glücklich.
Den Abend verbrachten wir dann noch mit einem Besuch der Reykjaviker Kulturnacht, bis zum Feuerwerk haben wir es allerdings nicht mehr geschafft.
Die zwei Tage danach erinnerte mich ein Höllenmuskelkater an den Lauf, so heftig kannte ich es schon lange nicht mehr... aber egal: SCHÖN WARS

PS an macpek: die blaue Blechhütte hab ich besucht, aber es war leider so voll, dass es mit der Hummersuppe nichts wurde.

4.875
Gesamtwertung: 4.9 (8 Wertungen)

meditativ

mit Wind und Meer...
Irgendwann, wenn die Kinder aus dem Haus sind, will ich auch mal nach Island. Egal ob mit oder ohne Marathon.
Danke fürs Aufschreiben!

3M-Diät :-)

Das klingt nach einem wunderschönen Urlaub!
Danke für den Bericht und Gratulation zum Marathon-Finish.

voll neidisch

Ich will auch nach Island und Marathon laufen! Seit Jahren schon! Menno...

Danke für den wunderschönen Bericht! Und Glückwunsch zum wohlverdienten Muskelkater ;-)) Ach ja, und zum Finishen ;-))

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Wandern ist auch meditativ -

hast Du dann beim Marathon fortsetzen können.

3M-Diät, Allrad und Zelt - das hört sich nach einem gelungenen Urlaub an (wobei ich bei 13 Grad ein Zimmer vorziehen würde).

toll, toll,

toll, toll, toll!
Aktiv-Urlaub und einen ganz besonderen Marathon auf Island: davon wirst du bestimmt noch ganz lange zehren!
Gratulation zum Finish (und die gelungene Reiseplanung)!

Gruß, Dominik
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"Was zu schnell ist, weiß man meist erst hinterher!"
(fazerBS)

doppelt

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