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Benutzerbild von ThoRööö

Tolle Veranstaltung und Organisation. Klasse Lauferlebnis, beeindruckend mit diesem geschichtlichen Hintergrund. Die Staffel über 100 Meilen Mauerweg nachts um 2:45 Uhr nach 19:43 Stunden vollendet. Es war vollbracht, sauanstrengend und hart ist es gewesen, am Ende glücklich und erschöpft nach einem richtig langen und wunderschönen Tag mit drei Frauen.

Aber nun von Anfang an. Die Idee von der Mauerweg-Staffel hatte meine Frau. Gaby schlug eine Vierer-Staffel vor, um am Ende ein Finisher-Shirt zu bekommen. Das Team und die Laufeinteilung waren mit unserer jogmap-Lauffreundin yazi (Micha - 34 km), meiner Kollegin und Laufpartnerin Karina (37 km), Gaby (stachel - 32 km) und mir (58 km) schnell gefunden. Wir waren startbereit.

Am Freitag trafen wir uns, um gemeinsam die Startunterlagen abzuholen. Noch ein offizielles Team-Foto:

Anschließend Pasta-Party und Briefing. Ein üppiges Buffet wartete. Allein hier hätte ich mich nach Manier einer Steinlaus durch das Buffet "fräsen" können. Jedoch habe ich mich zurückgehalten.

Eine kurze Nacht wartete. Um 5 Uhr klingelte der Wecker. Kurz frisch gemacht, die letzten Klamotten gepackt und auf ging es. Gegen 6.30 Uhr trafen wir im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark ein. Wir hatten uns entschlossen, gemeinsam die Staffel rund um Berlin mit dem Auto von Wechselpunkt zu Wechselpunkt zu begleiten. Den nächsten Läufer zu seinem Startpunkt bringen, den ankommenden Läufer einsammeln und so weiter, um am Ende auch den Zieleinlauf gemeinsam zu erleben. Kurz vor dem Start noch ein gemeinsames Foto.

7 Uhr - endlich der Start. Los ging's. Eine gut gelaunte Micha verabschiedeten wir nach der Stadionrunde auf ihren Weg nach Hennigsdorf.

Auch wir machten uns auf den Weg nach Hennigsdorf, um Micha dort wieder in Empfang zu nehmen. Zuvor hatten wir noch eine Frühstückspause eingeplant. Es kam jedoch anders als geplant. Das Telefon klingelte. Am anderen Ende eine aufgelöste Micha. Sie plagte bereits am ersten Verpflegungspunkt hartnäckig eine Muskelverhärtung und es ginge nicht viel weiter. Was nun?

Karina erklärte sich spontan bereit, vorzeitig zu übernehmen. Micha klärte die Möglichkeit eines vorzeitigen Wechsels ab. Kein Problem. Kehrt gemacht und ab nach Lübars zum zweiten Verpflegungspunkt. Die Leute vor Ort waren schon informiert, sie litten quasi mit uns. Da kam Micha und Karina übernahm. Auf ihre geplanten 37 km kam nun locker noch ein Halbmarathon oben drauf. Wir blieben im Rennen.

Von allen Seiten wurde Trost gespendet. Wir munterten Micha weiter auf. Alles wird gut. Und so hellte sich die Stimmung in Hennigsdorf, unserem (eigentlich) ersten Wechselpunkt, schon langsam auf.

Der weitere Weg führte nach Sacrow. Dort trafen wir mit dem Auto sehr früh ein, sodass eine längere Wartezeit einsetzte. Ich gönnte mir zwischenzeitlich ein leckeres Stück Kirschkuchen und ein alkoholfreies Radler. Zwischendurch stellte sich das erste Mal ein bisschen Müdigkeit ein. Am liebsten hätte ich mich im Schlosspark an einem schattigen Plätzchen Siesta gehalten. Aber die Ruhe fand ich nicht so richtig. Die Zeit schritt langsam voran. Gaby machte sich fertig. Karina kam in Sichtweite. Rund 59 km "aus der Kalten" waren geschafft. Der zweite Wechsel stand an.

So, kurz nach 15:15 Uhr war es jetzt. Gaby war nun unterwegs nach Teltow - 32 km ihre Strecke. In rund 4 1/2 Stunden sollte dies geschafft sein. Einen Großteil der Strecke kannte sie schon. Die Strecke bis zur Meierei und den Königsweg hatten wir zuvor schon erkundet. Insoweit wusste sie, dass ein durchaus welliges Streckenprofil auf sie wartete.

In Teltow hieß es für mich noch einmal ausharren. Insgesamt rund 13 Stunden auf seinen Start zu warten, ist eine Herausforderung und kann zudem sehr anstrengend sein. Stehen, sitzen, herum laufen, langsam könnte es auch für mich los gehen. Die Anspannung wuchs mit fortschreitender Zeit. Kurz vor 20 Uhr war es soweit. Gaby bog flotten Schrittes auf ihre Zielgerade ein.

"Staffelstab-Übergabe - die Dritte"

Endlich - die letzte Steinlaus war los. Am Teltowkanal entlang brachte mich anfangs ein Radfahrer in Fahrt. Er fuhr neben mir her, wir unterhielten uns über den Mauerweglauf, das Geschichtliche und meine voraussichtliche Ankunftszeit. Nach ein, zwei Kilometern verabschiedete er sich, wünschte mir Glück und ich war in Trab. Die weitere Strecke Lichterfelde-Süd, Osdorfer Straße, Marienfelde bis zur Abzweigung Birkholz kannte ich von meinen Trainingseinheiten. Es lief gut. Weiter: Lichtenrade, Kirchhainer Damm und dort Empfang am Verpflegungspunkt 20 mit einer schönen Nachricht.

Dazu ein reich gedeckter Verpflegungstisch wie an allen anderen Verpflegungspunkten, der zum längeren Verweilen einlud. Musste jedoch weiter, weil am nächsten Stop schon der Buddy Bear wartete.

Ich erreichte die Stadtgrenze in Rudow und damit das schönste Dorf der Welt. Quer durch Rudow führte mein Weg bis kurz vor Adlershof an den Teltowkanal. Was nun folgte, war mir neu. Jede Menge Ruhe, Einsamkeit und eine unglaubliche Finsternis. Fünf Kilometer parallel am Kanal lang, kein Mensch und kein Läuferlicht weit und breit vor mir. Jetzt wurde es eine Herausforderung. Auf Grund des langen Tages überkam mich die Müdigkeit, dazu die Hitze. Es fühlte sich an wie ein langer Lauf durch eine riesige Sauna. Ich fing an zu zaudern, was mir das Leben nicht leichter machte. Die km schienen hier unendlich zu sein. Die Schritte fielen mir schwerer und schwerer. Ein kleines Licht in weiter Ferne, die kleine Steinlaus robbte sich ran, bis die Fackeln des Verpflegungspunktes an der Johannisthaler Chaussee in voller Größe erstrahlten.

Mit dieser netten Überraschung wurde ich wieder in die Dunkelheit der Nacht verabschiedet. Weiter am Teltowkanal und Britzer Verbindungskanal lang. Nach wie vor war weit und breit keine Sau zu sehen. Für mich hieß dies immer noch gegen Stille, Einsamkeit, Dunkelheit und vor allem den inneren Schweinehund anzulaufen. Das nächtliche Laufen hatte ich so nicht auf dem Plan. Dieser Teil war schon hart und zerrte an meiner Motivation.

Ruhe und Stille verkehrten sich ins Gegenteil, als ich die Schlesische Straße erreichte. Leute über Leute, zahlreiche nächtliche Partygänger, vor allem auf der Schlesischen Straße und der Oberbaumbrücke. Vor lauter Menschen waren die Richtungspfeile nicht immer zu sehen. Bei diesem Gewusel und Gewimmel konnte man fast die Orientierung verlieren. Der ein oder andere hatte ein Bier in der Hand. Ich schmachtete danach. „Man möge mir so ein köstliches Getränk doch bitte reichen“, dachte ich mir. Ich hätte nicht „Nein“ gesagt. Vereinzelt gab es auch hier Beifall und aufmunternde Worte – sehr schön.

Links, an der East Side Gallery vorbei, Checkpoint Charlie, Reichstag und Brandenburger Tor. So zog ich meine schweißgetränkte Spur wie eine schleimige Schnecke weiter durch die Mitte Berlins. Durchquerte einen kleinen Park am Rande des Invalidenfriedhofs, als mir ein junges Pärchen begegnete. Sie sagte: "Hier kann man doch nachts nicht allein lang!". Was sollte passieren? Ein Überfall?!? Was sollte mir geraubt werden? Meine Stirnlampe. Niemals, hätte ein Laufen ohne Stirnlampe womöglich eine Disqualifikation zur Folge und dies so kurz vor dem Ziel. Oder meine schweißgetränkte und äußerst wohlriechende Warnweste? Keine 50 Meter würde ein Räuber mit dieser Weste kommen, er würde ohnmächtig. Also schlich ich aus dem kleinen Park, um die mögliche Gefahr für Räuber zu bannen, bog um die Ecke und ...

... letzter Verpflegungspunkt. Ich nahm mir nochmal Zeit, setze mich, genoss ein halbes Radler und machte mich dann wieder auf den Weg. Noch knapp 4 km. Es geht die Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße entlang, ein leichter Anstieg, dann links in den Jahn-Sportpark bis ins Stadion an der Cantianstraße. Dort werde ich schon erwartet, die Zielgerade, Zieleinlauf mit meinen drei Frauen. Glücklich und geschafft zugleich.

Die (Ab)Rechnung

5
Gesamtwertung: 5 (5 Wertungen)

Ganz, ganz, ...

...ganz, ganz großer Sport!
Und dass Eure Karina mal eben 21 km mehr läuft, ist der Oberhammer!
Vierfach-Gratulation - ein tolles Team!

Solche Gemeinschaftsaktionen

sind einfach der Hammer! Da habt ihr vier echt Großes geleistet! Glückwunsch und danke für den schön bebilderten Bericht!

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Einfach nur ...

... Geil!
;-)
PS: Wir haben im Netz verfolgt was so bei euch los war. Das war schon richtig hart für alle vier! Glückwunsch zu dem Erlebnis!
Wäre auch gern bei gewesen. Aber man kann halt nicht auf allen Hochzeiten tanzen.
Wir sehen uns! Freu mir!

Danke für den wunderschönen Bericht...

... danke an Gaby für die tolle Idee und ganz besonders vielen, vielen, vielen Dank an Karina, dass sie vorzeitig übernommen hat und mit so einem wunderbaren Strahlen in Sacrow eingelaufen ist, das war unglaublich (und meine Güte, war ich erleichtert, dass sie es so souverän geschafft hat!!!). Und danke an das ganze Mauerwegsteinläuse-Team für einen erlebnisreichen und trotz allem wunderschönen Tag bei einer sehr, sehr großartigen Veranstaltung.

yazi (nur noch ein ganz kleines bisschen geknickt, dass mein Beitrag zur Staffel ganz und gar nicht so ausfiel, wie ich mir das gewünscht hätte - ob wir es nochmal versuchen könnten, vielleicht?)


Teamgeist!

Ihr habt den Mauerweg super gerockt! Bei soviel Teamgeist macht es bestimmt gleich doppelt soviel Spaß.

Gruß Nicole

Der Wahnsinn!!!

Welche in tolles Lauferlebnis, da werde ich total neidisch! Klasse habt ihr vier das gemeistert und das, obwohl gleich am Anfang eine Planänderung anstand! Wow, ich bin tief beeindruckt! Ganz fetten Glückwunsch!!!
Ja und erheitert bin ich natürlich auch über deine Worte, *kicher!*
Und letztendlich bin ich erstaunt darüber, dass die ruhigen, Menschen leeren Abschnitte die waren, die am schwerten fielen. Mir gefiel in Biel gerade dort wo es Menschen leer und vor allem stockdunkel war, das Laufen am besten. Aber ich hatte das total auf dem Schirm und mich mental drauf vorbereitet. Ich kann mir nicht gut vorstellen, einen Ultra durch die Stadt zu laufen. Aber wäre doch echt mal ne Herausforderung....;-)
Ihr seid ein fantastisches Team!!! Der lieben Micha gute Besserung!

Lieben Gruß
Tame

ganz großes Kino!

Und allein den Staffelnamen finde ich echt großartig ;-)))

Wunderbare Teamarbeit, und wenn es bei einem nicht so läuft springt halt der andere ein. Super! Liebe MIcha, nicht geknickt sein, passiert!

Und euch allen: herzlichen Glückwunsch!!!

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Herzlichen Glückwunsch,

Herzlichen Glückwunsch, habt ihr toll gemacht. Der ganze Mauerweg wäre ein Traum. Ein sehr unrealistischer Traum. Aber als Staffel?? Muss mal schauen wieviel Leute ich zusammen bekommen würde. Wer weiß? Vielleicht sehen wir uns ja nächstes Jahr auf dem Meuerweg? Erholt Euch gut.

Der Reiz des Unmöglichen besteht darin, es irgendwann doch zu ereichen.
Helden gesucht!

Was ein tolles Team!

Das habt ihr - allen Widrigkeiten zum Trotz - richtig toll hinbekommen. Eine kann nicht - kein Problem, die andere macht halt ca. 50% mehr als geplant (Hut ab!).

Ihr habt euch das redlich verdient - danke für den stimmungsvollen, bebilderten Bericht!

Euch allen einen Riesenglückwunsch und yazi(?) gute Besserung!

@all

Vielen Dank für die lieben Glückwünsche!

Und so ein Teamlauf ist schon eine schöne Sache! :-)

die steinläuschen....

...ja, so emsig waren sie auf dem mauerweg. es war eine freude, euch am ticker zu verfolgen. habt ihr großartig geschafft, die missliche lage von yazi prima ausgebügelt und dann einfach nur nen superlauf hingelegt.
danke dir, thoröö, für´s dran teilhaben lassen. das macht lust auf´s mitmachen im nächsten jahr...
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laufend gratuliert herzlich und freut sich auf das letzte septemberwochenende: happy™

"man muss es so einrichten, dass einem das ziel entgegenkommt." (theodor fontane)

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