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Topangebot der Woche

Benutzerbild von benbohne

Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl, wenn ein Lauf, der mich so lange beschäftigt hat, dann gelaufen ist.
Freitag bin ich mit dem Zug nach Waren gefahren. Ich hatte ein nettes kleines Zimmer gebucht, zwei Minuten vom Stadthafen und dem Start entfernt, so wie ich es mag. Sammelunterkünfte sind nicht so meins.
Abends gab es lecker Pasta, mit besorgtem Blick auf die riesige Müritz.
Samstag stand ich dann mit etwas weichen Beinen am Start. Für 8 Uhr morgens war es schon recht warm, aber erstmal ging es schattig durch den Mürizter Nationalpark.
Das war dann leider auch so ziemlich der einzige Schatten und es wurde richtig warm.
Aber es lief. Die Stimmung war gut, es gab viel Zuspruch von den Staffelläufern und an den Verpfegungsstellen. Gelegentlich hatte ich nette Laufbegleitung, aber meistens lief ich allein, zum Teil war kein einziger Läufer in Sicht.
Der Plan, an den Verpflegungsstellen lecker zu futtern, ging natürlich nicht auf. Ich kann während eines Laufs gar nicht viel essen und so toll war das Angebot auch nicht. Ich habe tapfer eklige Haferplörre getrunken, soll ja gut sein und ab uns zu ein Stück Banane und Traubenzucker gegessen. Getrunken an jeder Wasserstelle, die es wircklich reichlich gab, mir den Schweiß abgewaschen und Wasser über den Kopf gegossen. Das hat unglaublich gut getan, obwohl es auch sofort wieder verdunstet ist.
So ab KM 55 wurden die Beine langsam schwer, aber die Motivation war ungebrochen.
Dann kurz vor KM 60, ich lief so vor mich hin, die Energie schwand langsam, die Achtsamkeit auch, lag ich plötzlich im Dreck, so schnell konnte ich gar nicht gucken. Eine kleine Unebenheit hatte mich zu Fall gebracht. Mein erster Impuls war einfach liegen zu bleiben. Aber da nahten schon meine Retterinnen, drei Staffelläuferinnen auf Fahrrädern. Sie halfen mir auf die Beine, putzen mir den Dreck ab und gaben mit zu trinken. Ich wäre ihnen am liebsten weinend an die Brust gesunken. Der Kreislauf war im Keller, ich mochte nicht mehr. Keinen Meter mehr laufen bitte.
Der Moment war schnell vorüber, jedenfalls riss ich mich zusammen, rückte meine Mütze zurecht und versicherte ihnen das alles super sei und sie weiterfahren könnten. War natürlich gelogen. Aber hätten sie sich noch weiter so rührend gekümmert, hätte ich wircklich losgeheult.
Danach wurde es schwer, trotz so viel Motivation an den Wasserstellen. Die letzten 7 Kilometer bin ich abwechselnd 900 Meter gelaufen und 100 Meter gegangen und plötzlich merkte ich das ich tatsächlich wieder in Waren war. Schlagartig kehrte meine Energie zurück und den letzten Kilometer lief ich wie auf Wolken und nach 8 Stunden und 39 Minuten ins Ziel. Platz 7 von 16 Frauen, Platz 3 (von 3) in meiner AK. Applaus, Medaille, ein paar Freudentränen und bitte sitzen. Ich konnte es noch gar nicht fassen, dass es vorbei war. Urkunde geholt und ab ins Zimmer. Nach dem Duschen die Kollateralschäden begutachtet. Geprellte Schulter, gestauchte Handgelenke, Abschürfungen und blaue Flecken. Also nichts, was nicht von selbst heilt.
1,5 Stunden lag ich einfach vor mich hin dösend auf dem Bett (bei dem man ganz genial das Fussteil hochfahren konnte!), dann kehrten meine Lebensgeister zurück.
Am nächsten Morgen hatte ich einen unglaublichen Muskelkater, der Rest schmerzte vom Sturz und das Grinsen wich mir nicht mehr aus dem Gesicht (-:
Das war sicher nicht mein letzter Ultra und ich denke die Müritz wird mich auch wiedersehen.
Am nächsten Sonntag steht schon der nächste Lauf an, der Blankeneser Halbmarathon. Ich hab lange überlegt, ob ich mich anmelde, aber der erste Blankeneser war mein erster Halbmarathon überhaupt und seitdrm habe ich nur ein einziges Mal gefehlt. Außerdem ist es meine Hausstrecke. Ich werd ganz gemütlich machen und diese Woche ordentlich regenerieren.
Maren

4.857145
Gesamtwertung: 4.9 (7 Wertungen)

75km bei der Hitze


Respekt und herzlichen Glückwunsch zu diesem Kraftakt und deiner fantastischen Plazierung.

Und vielen Dank für diesen mitreissenden blog.
Gutes regenerieren und viel Erfolg weiterhin
wünscht der Lurch

JogMap Schleswig-Holstein, die Neongelben aus dem Norden.

Ja, du hast es geschafft!

So ein Sturz scheint beim Ultralaufen wohl dazu zu gehören. Hört man immer wieder ;-) Nee, im Ernst, der war natürlich überflüssig, aber: du hast es trotzdem durchgezogen! Ich gratuliere ganz herzlich!

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

oha

"Keinen Meter mehr laufen, bitte!" und dann das Ganzen noch durchziehen. Eine wahre Ultröse ;-)))

Ganz herzlichen Glückwunsch!!! Da hast du einen Wahnsinnslauf hingelegt, mit allen Höhen und Tiefen, die man nicht immer haben muss, aber die manchmal einfach dazugehören. Mit Stürzen kenne ich mich auch aus, das ist einfach so, dass gegen Ende nicht Koordination nicht mehr die beste ist ;-))

Meinen Respekt hast du! Alles richtig gemacht, wunderbar!

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Herzlichen Glückwunsch!

Tolle Leistung, (Sonnen-)Hut ab!!!!
Und dann noch ein Ultra-Tief durchlitten und durchlaufen, einen Sturz überstanden und eine sehr gute Zeit erreicht!

Dass Du Dich gut erholst und das Dauergrinsen noch einige Tage anhält, wünscht herzlichst

der Lauf-Hamburgschlumpf, der in Blankenese nicht am Start sein wird...

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