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Benutzerbild von vandvem

Endlich komme ich zu meinem Bericht von meinem 100 km Lauf in Stockholm:
Nach meinem sehr erfolgreichen 100 km-Debut in Biel im letzten Jahr war schnell klar, dass ich auch 2015 einen 100 km-Lauf absolvieren würde. Da das Frühjahr mit dem Hamburg Marathon ausgebucht war, kamen nur Veranstaltungen im Sommer oder Herbst in Betracht. Beim Blick in den Laufkalender des DUV gab 3 Möglichkeiten preis, Stockholm oder Leipzig im August oder Winschoten im September. Um auch die schöne schwedische Hauptstadt kennen zu lernen entschied ich mich für Stockholm.
Die Vorbereitung auf den Lauf verlief diesmal nicht störungsfrei. Den Rennsteig, wie im letzten Jahr als Vorbereitung gedacht, musste ich bei km 28 nach einem Sturz abbrechen, danach folgte auch noch eine Woche Zwangspause. Nach Magenproblemen musste ich auch im Juli noch mal eine Woche komplett aussetzten. Mit meiner Freundin reiste ich am Donnerstag mit dem Flugzeug an. Freitag gab es dann die Startunterlagen in einem kleinen Laufladen in Stockholms City. Schon hier wurde klar, dass es trotz der drei angebotenen Laufstrecken (50, 75 und 100 km) eine sehr kleine Veranstaltung würde, kein Vergleich mit Biel oder gar einem großen Citymarathon. So blieb noch Zeit, auf einem kleinen 8 km-Lauf einen Teil der Laufstrecke kennen zu lernen.
Am Samstag erfolgte der Start um 7:00 Uhr, von unserem Hotel in Stockholms Gamla Stan (Altstadt) konnten wir die 3 km gemütlich zu Fuß gehen. Wie bei Ultraläufen üblich lief vor dem Start alles sehr relaxed ab. So wurde der Startbogen erst 5 Minuten vor dem Start aufgebaut. Der Rundkurs auf der wunderschönen grünen Insel Djurgarden ist 8,05 km lang, auf der ersten Runde wird deshalb eine ca. 3,5 km lange extra Schleife gelaufen. Meine Erwartung an einen flachen Rundkurs, wie er eigentlich auf der Homepage des Veranstalters angepriesen wurde, wurde nicht erfüllt, das war sehr schnell klar. Zwar gab es hier nicht lange und hohe Anstiege wie in Biel, aber stetig kleine bissige Steigungen. Bei einer Runde stören den Läufer so kleine Anstiege nicht, aber bei 12 Runden wachsen diese sich zu einem echten Problem heran. Trotzdem konnte ich in den ersten elf Runden alle Steigungen laufend nehmen, während viele um mich herum bereits nach den ersten Runden hier gehen mussten. Mein zweites Problem an diesem Tag war das Wetter. Schon die ganze Vorbereitung lief bei warmen bis heißem Wetter ab, so dass ich für (ultra-)lange Läufe auch schon mal um 4:00 Uhr aufstand. Aber auch in Stockholm knalle die Sonne und die Temperaturen kletterten auf 25°C. Da ich sehr stark schwitze, musste ich nun an allen Getränkeständen kurz anhalten und drei bis vier Becher Wasser, Iso oder Cola trinken. Das führte natürlich zu einigen Zeitverlusten. Zum Glück stand Doris während des gesamten Laufs an der Strecke, reichte mir regelmäßig Gels und überredete mich, als es mir zur Hälfte der Distanz nicht so gut ging, auf jeden Fall bis zum Ende durchzuhalten. Persönliches Pech: Als ich nach der dritten Runde auf das Ziel zulief, kamen gerade die (später gestarteten) 50 km-Läufer von ihrer Einlaufrunde. So hatte ich erst mal einige Kilometer damit zu tun, mich durch diese Läuferschar durchzukämpfen, ehe sich auf der Strecke alles wieder besser verteilte. Durch nun drei gleichzeitige Wettbewerbe und ständige Überrundungen verlor man vollständig den Überblick über den Stand.
Während ich am Anfang mit 4:30-4:40/km viel zu schnell unterwegs war, sank mein Kilometerschnitt von Runde zu Runde. Toller Service des Veranstalters: Im Ziiel stand eine große Videoleinwand, auf dem man unmittelbar nach Zieldurchlauf erkennen konnte, wie viel Runden noch zu laufen waren und was die prognostizierte Endzeit war. Meine ging von unter 8 Stunden zu Beginn schnell Richtung 8:30. Die konnte ich dann bis zur letzten Runde einigermaßen halten. Vier Kilometer vor dem Ziel bekam ich aber Kreislaufprobleme. Mein Entschluss, ein Stück zu gehen, erwies sich als fatal, denn die Oberschenkel machten nun augenblicklich zu und an Laufen war nicht mehr zu denken. So blieb mir nur ein 4 km-Marsch ins Ziel, die Endzeit betrug so 8:48 statt 8:30. Für den achten Platz in der Männerwertung (auch fünf Frauen waren schneller als ich) gab es sehr unspektakulär ein kleines Präsent direkt im Ziel, dazu die obligatorische Medaille und das Finisher-Shirt. Auch eine Massage im Ziel half nicht mehr viel. An Gehen war nun nicht mehr zu denken. Immerhin nahm uns der Bus kostenlos fast die Hälfte der Strecke zurück, den Rest musste ich humpelnd ins Hotel zurücklegen.
Wenn der Lauf auch klein ist, ist er doch sehr gut durchorganisiert. Die Streckenposten und Zuschauer feuern regelmäßig mit Heja-Heja an, an einer Stelle gab es 8 Stunden lang für alle Läufer La-Ola-Wellen. Die Verpflegung unterwegs ist sehr gut. Ich bin eher vorsichtig, aber wer wollte, konnte auch Kuchen, Schoki, Lakritz oder andere Dinge bekommen. Für bestzeitenjäger nicht empfehlenswert besticht der Lauf durch eine familiäre Atmosphäre und lässt sich prima mit einer Woche Sightseeing in Stockholm ergänzen.

4.8
Gesamtwertung: 4.8 (5 Wertungen)

Sarke Leistung!

Lauf doch nächstes Mal Winschoten. Bin da mal die 50 gelaufen. Eine Runde hat 10km, das Publikum feiert holländisch, Straßen sind geschmückt. Verpflegung war auch super.

Was für eine tolle Zeit! Auch wenn die letzten 4 km dann nur noch "gingen". Die hätte mancher gern!

Irre Zeit!!!

Ich kann den Frust ja verstehen, wenn man die letzten 4km eher "gehen" muss, aber andersherum: 96km in einem Wahnsinnstempo gerast! Was für eine Leistung! Hätte, wäre, wenn... Kenne ich bei mir auch. Letztlich entscheidet die Tagesform, und je länger die Strecke, desto entscheidender wird sie...

Leipzig kann ich allerdings wärmstens empfehlen!

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

100km sind immer noch außerhalb

meiner Vorstellungskraft - 100km in dem Tempo: Wahnsinn!
Vielleicht sind die 4km Gehen der Vorbereitung geschuldet, vielleicht dem Durchkämpfen oder der Hitze: egal - die Gesamtzeit ist enorm!

Gruß, Dominik
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"Was zu schnell ist, weiß man meist erst hinterher!"
(fazerBS)

Boah, was für eine Zielzeit!

Ganz herzlichen Glückwunsch!!! Ich war dieses Jahr in Biel dabei und kann mir nicht vorstellen, meinen nächsten 100er als Rundenlauf zu starten. Außer beim 24h-Lauf, aber das ist ja auch was anderes. Stockholm laufend zu erkunden, tät mich auch reizen, aber halt in einem Stück;-) Weit unter 9h, das ist ja echt super! Dass die Oberschenkel von jetzt auf gleich zugehen, kennen ich nun auch. Mich hats in Biel bei km 92 erwischt. Aber da war es auch schon egal. Leichtes Traben ging noch.
Genieße deinen Erfolg!!! Wo geht`s 2016 hin?

Lieben Gruß
Tame

trotz des...

...vier km walks noch in 8:48 h finde ich aber äußerst schick, vor allem, wenn man bedenkt, dass es ja nicht wirklich flach war.
also: herzlichen glückwunsch aus den baumbergen in die "hauptstadt"...
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laufend könnte mit vandvem eigentlich ma ummen aasee traben, wenner nich so schnell wär: happy™

"man muss es so einrichten, dass einem das ziel entgegenkommt." (theodor fontane)

Glückwunsch

4:30 einen 100 km Lauf zu beginnen, wow . Gruß Maik

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