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Benutzerbild von Kaiserstädter

Als ich heute beim Monschau-Ultra ins Ziel lief, lagen 28 Walking-Kilometer hinter mir. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Zum zweiten Mal in diesem Jahr war ich ganz nah am DidNotFinish. Die Hälfte vom Ultra-Lauf bin ich gewalked, ich bin sehr enttäuscht. Letztlich brachte ich es dann aber nach Hause. 56 km mit etwas über 900 Höhenmetern in 6 Stunden und 50 Minuten.

Der Sprecher beim Ziel rief meinen Namen aus und bemerkte, dass es mein erster Start beim Monschau-Ultra war.
In der Tat: 2 x den „normalen“ Marathon in Monschau und heute den Ultra. Was er aber nicht wissen konnte, es war auch mein letzter Auftritt in Monschau überhaupt. Ich fand die Strecke dieses Jahr schlimmer als je zuvor. Überall hier bei uns in der Rureifel haben sie die Wege mit dickem fetten Schotter ausgelegt. Ich vermute mal, damit sie mit ihren Maschinen für die Forstwirtschaft besser durch die Wälder brettern können. Mit mir nicht mehr. Nix mehr Eifelsteiger, jetzt Kaiserstädter.

Meine beste Leistung heute war es, dass ich um 4:15 Uhr aus dem Bett gekommen bin und pünktlich am Start war. Der Ultra-Marathon läuft ab Monschau-Konzen ein 14km-Runde und geht dann auf die traditionelle Marathonstrecke. Diese 14km-Runde führte über den Steling (der höchsten Erhebung des Kreis Aachen). Mehr ging also nicht. Ich bin mit brihoha gut angegangen, hatte die Pace im Griff und habe nichts übertrieben. Die steilen Anstiege auf der traditionellen Marathonstrecke sind wir gegangen – sehr vernünftig.

Allerdings habe ich auf den Bergabstücken zu viel Druck gemacht. Da habe ich mich kaputtgelaufen. Und tatschäch war bei mir mit Laufen bei km 26 – 28 absolut Ende. Mein Trainingszustand war nicht gut genug, um die Taktik, die ich mir zurecht gelegt hatte, durchzustehen. Passt irgendwie zum völlig verpeilten Wettkampfjahr.

Ich habe schon das ganze Jahr ein leichtes Ziehen am Ansatz der linken Achillessehne. Daher habe ich die Umfänge extrem zurückgefahren. Im Juli bin ich dann doch noch die langen Trainingsläufe für den Ultra angegangen und die waren ok, auch in Bezug auf die Sehne.

Jetzt wo ich diesen Blog hinrotze, tut mir alles weh, aber besonders eben die Sehne. Das war das Erste, wonach phie mich fragte. Ich mag sie und sie macht sich echt Sorgen. Dann hat sie mir quasi befohlen, das NIE mehr zu machen und ich muss sagen: Sie hat Recht.

Endre (kenne ich von gemeinsamen Radausfahrten) lief den traditionellen Marathon in 4:03 Stunden. Respekt. Er fragte mich dann, wie ich auf die Idee gekommen bin, den Ultra zu laufen (er hätte sich das nicht zugetraut). Meine Antwort war: „Neugier, Größenwahn, Dummheit. Eine Mischung daraus.“ Gut, dafür hatte er dann Verständnis. LOL

56 Kilometer sind 56 Kilometer – und ich habe sie gefinished. Mein 4. und letzter Ultra-Lauf.

Faris Al-Sultan (im Vergleich mit mir ein junger Mann) war Iron-Man-Sieger auf Hawaii. Er hat im letzten Monat seine Karriere beendet. Und er sagte: “Lieber im richtigen Moment loslassen, als verbissen Zielen hinterherzulaufen, die man nur noch unter größten Qualen erreichen kann.“

Mich hat dieser Satz extrem zum Nachdenken gebracht und ich habe dem Ultra und seinem Verlauf viel Bedeutung zugemessen. Nach meinem Sturz mit dem Rennrad konnte ich mehrere Wochen nicht laufen und ich habe sicherlich Laufrückstand. Aber ich habe für den Ultra letztlich noch seriös trainiert und genau wie bei meiner Mitteldistanz im Juni, war es einfach nur ein schmerzender Kampf mit mir selbst. Musss das sein?

Ich denke nicht.

Iron-Man in Maastricht 2016? Nein.
Marathon oder länger in 2016? Nein.

Mein Kopf ist leer und um sich auf solche Events vorzubereiten, da muss man im Kopf frisch sein und einfach Bock auf die Dinge haben.

Ich fange wieder ganz klein an. In 2016 sind beim Laufen 5er und 10er angesagt und vielleicht (ganz vielleicht) ein Halbmarathon. Und im Triathlon sind das dann eben Sprintdistanzen und Olympische Distanzen.

Mehr muss nicht. Mehr will ich nicht.

Ich mache also einen fetten Strich. Dieses Jahr war nichts.

Allerdings bin ich sehr froh, dass ich heute gefinished habe. Der Gedanke im Kopf war so: “Wenn Du heute finishest, trägt Dir Monschau nichts mehr nach und Du brauchst nicht nochmal kommen.“ Und so wird es auch sein: Monschau nur noch als Zuschauer und zum Kaffee trinken.

Heute mußte ich wieder kämpfen. Ich konnte einfach nicht mehr laufen (auch wenn mich The Best Coach und Strider, die mich bei ca. km 30 überholten, nochmals motivieren wollten). Ich konnte wirklich nicht mehr laufen. Laufunfähig. Betonpinguin auf Asphalt. Also bin ich gewalked. Und wenn es hätte sein müssen, wäre ich gekrochen. Habe mein Bestes gegeben, und somit musss ich zufrieden sein... und morgen werde ich es auch sein.

Gruß vom Kaiserstädter

4.42857
Gesamtwertung: 4.4 (7 Wertungen)

Ich find es saustark, dass du gefinisht hast!

Und deine Gedanken kann ich alle sehr gut nachvollziehen. Sie klingen so logisch. Ich drück dich aus der Ferne und gratuliere dir zum hart erkämpften Finish!

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Ach herrjeee.... Was soll

Ach herrjeee....
Was soll ich sagen, ich habe es mitbekommen, das es plötzlich nicht mehr lief bei dir.
Die Kilometer bis 25, 26? waren gut! Nahezu perfekt! Deshalb denke ich, es lag nicht (nur) an deiner Strategie. Ich kann nur sagen, damit hast du mir den Lauf gerettet! Denn ich kenne mich, ich wäre mit Sicherheit zu schnell angegangen. Also dafür hast du jedenfalls schon mal ein fettes DANKE verdient!
Du hast mich weggeschickt. Ich hoffe, du weißt, das ich bei dir geblieben wäre, wenn du es nicht getan hättest. Ich habe nicht mit dir diskutiert, denn ich weiß, das das sinnlos war.
Aber auch dadurch ist es mir möglich gewesen, ein für mich super gelungenen Lauf zu laufen. Also nochmal danke!
Und ich weiß, wie schwer du dich im Vorfeld getan hast....letztendlich finde ich die Tatsache, das du es trotzdem durchgezogen hast, gut.
Und zu deinem Resümee des ganzen: ok, wenn du das für nächstes jahr so beschlossen hast, ist das ganz allein dein Ding und für dich richtig! Und es nötigt mir Respekt ab, wenn du trotz Frust und Enttäuschung so analytisch an die Sache (heute schon!) rangehen kannst und für dich Entscheidungen triffst, echt gut! Ich könnte das nicht....nicht so schnell.
ABER: du hast gefinished! Und ich habe mich sehr darüber gefreut! Hey, du bist auch Ultra! Du kannst das und du musst es niemandem beweisen!
Erhol dich gut und lass es auf den kurzen Dingern krachen!!
Mir wäre das ja zu anstrengend...da muss man immer nur an der kotzgrenze rennen :-)))

Seit 2011:



"Man muss das Unmögliche so lange anschauen, bis es eine leichte Angelegenheit wird. Das Wunder ist eine Frage des Trainings" (Carl Einstein)

Erde an Kaiserstädter????

Du bist die Hälfte gewalkt und warst nur eine halbe Stunde hinter uns??? Also bitte! Ihr seid sehr flott an uns vorbei und saht beide sehr locker aus. Der Rest, denke ich, geht auf das Konto deines Trainingsrückstands. Und ich finde, du hast das Ding supertapfer nach Hause gebracht, das ist aller Ehren wert!!! Von mir Glückwunsch und tiefen Respekt!!!

Was die Strecke anbetrifft, so beruhigt es mich etwas, denn unser Fazit lautet ähnlich: Nicht noch mal. Gut, war Pech, dass man von der gerühmten Landschaft praktisch nichts sah. Und vielleicht sind auch einfach die Erwartungen irgendwann zu hoch. Noch schöner geht irgendwann wohl nicht mehr. Aber die Geröllpisten haben auch mich ausgeschossen. Habe übrigens gerade noch zwei fette Steine in der Sohle hinten gefunden... Wenn ich gewusst hätte, wieviel Schotter da liegt, und zum Teil waren es fette Brocken, hätte ich andere Schuhe gewählt. Vielleicht sollten sie das fairerweise in die Ausschreibung aufnehmen. Aber die Definition von "gut befestigte Forstwege" sieht vielleicht jeder anders ;-)))

Ich fange wieder "ganz klein an" ist meiner Meinung nach die falsche Formulierung. Wer zwingt uns auf die langen Distanzen? Ist nur der ein "großer Läufer", der lang läuft??? Sicher nicht. Mir sind die 10er zu hart und Sprintdistanzen im Triathlon werde ich nur noch zum Spaß machen. Da ist jeder Jeck anders ;-))) Anders, aber nicht kleiner oder größer.

ich halte es für vernünftig und aller Ehren wert seine persönliche Entscheidung zu treffen, was man noch laufen will und was nicht. Für mich werden es nicht mehr die Hardcore Trails ein oder die 24h Läufe, für andere die Asphaltstrecken oder Triathlon. Ist gut so (5 Eur ins Phrasenschwein).

Ich fand es schön dich wiederzusehen und freue mich auf Freitag. Bis dahin sind wir alle wieder fit ;-)))

Ganz liebe Grüße aus dem Saarland (auch von Nr 2 und natürlich dem Coach!)!!! Erhol dich gut. Du hast heute Großes geleistet.

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Oh Mann! Ich fühle mit Dir!

Die Mischung aus Neugier, Größenwahn und Dummheit.... ach ja, wer kennt sie nicht.

Ich glaube, ich kann gut nachempfinden, was so in Deinem Kopf los ist. Das braucht eine Weile, bis sich alles wieder neu sortiert hat. Aber es wird schon wieder. Hab Geduld mit Dir!

Erhol Dich gut!

Liebe Grüße aus dem WW,
die Conny (die nach fast 2 kleinen-Brötchen-Jahren so langsam wieder mutiger wird).

Ein guter Tag zum Sterben

War da nicht was? Ich bin heute letzte geworden, obwohl ich nicht als letzte ins Ziel bin. Der Rest wird als dnf geführt, obwohl es keinen cut-off gab.
Ärgert mich, aber was für Schlüsse ich daraus ziehe, weiss ich noch nicht.
Erhol Dich gut.

LG,
Anja

neuigier...

...größenwahn und dummheit. aha. du hast dickköpfigkeit vergesssen ;-) wer sich so ins ziel kämpft kann das nur mit ner gewissen portion sturheit!
und "strich drunter" ist genau die richtige einstellung. es gibt einfach phasen, da läuft´s, da ist man "frisch im kopf" und dann mal wieder nicht. geht mir in diesem jahr genauso. so what!
auf ein neues im nächsten jahr. und was du "klein anfangen" nennst, nenne ich: prioritäten setzen! nmach ma, du machst das schon richtig...
____________________
laufend gratuliert und knuddel dein kaiserlichen städter: happy™

"man muss es so einrichten, dass einem das ziel entgegenkommt." (theodor fontane)

oh das ist fies!

Liebe Anja, das ist gemein. Kenne ich, war in Eupen so: ich war so froh, dass ich nicht letzte war, und dann stand ich in der Ergebnisliste als Vorletzte, weil der Rest zwar ins Ziel kam, aber zu spät....

Was für Schlüsse du daraus ziehst? Weitermachen. Für manche Dinge braucht man einen zweiten Anlauf, ich spreche da aus Erfahrung ;-)))

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Gut gelaufen und gebrüllt, Löwe! ;)

Hast Dich durchgebissen!
Das war stark und gut!

Mit genau dieser lästigen Achillesansatzgeschichte habe ich mich ein Jahr rumgeärgert
und letztendlich (weniger Training hat nur kurzfristig geholfen) nur mit intensivierter Treppenübung, Physio und Reizung/Durchblutungsförderung durch den fiesen Metallstab (hab ich auch selber gemacht, danach war es immer schmerzfrei) jetzt endlich wieder zu 95% weg bekommen.

Wenn man solche lästigen alten Verletzungen als "Nebengräusch" hat (erträglich aber unangenehm), hilft Pause nicht. Der Schaden ist da, nicht mehr akut und hat sich manifestiert. Nur durch erneute kontrollierte Reizung bekommt man vielleicht wieder eine richtige Richtung rein und bei Sehnenansätzen dauerts einfach. Granreserva hatte dazu mal interessantes gepostet/geblogt.

Es verdirbt Dir den Spaß...eine Spirale...Lauftraining runter gefahren, Ziele und Ansprüche relativiert, trotzdem Aufgabenstellung (Ultra) beibehalten, das musste ein Kampf werden. "Ziel" trotzdem erreicht und das ist gut so!
Der Kämpfer ist in Dir und lässt sich nicht unterkriegen!

Was mir aufgefallen ist, ist dass Dein Pensum insgesamt an sich trotzdem immer hoch war, wirkliche Regenerationswochen Fehlanzeige, keine Zeit ohne Plan für ein nächstes Ziel.

Du bist leer und enttäuscht.

Deine Überlegungen sind jetzt richtig, in ein paar Wochen vielleicht nicht mehr?!?
Na und?
Wenn Du jetzt runterfährst, wird die Lust wiederkommen.

Ich erinnere mich, dass Dir Ultras nie wirklich Spaß gemacht haben.
Da war immer zwischen den Zeilen zu lesen in Deinen Berichten.
Du kannst es aber musst das nicht.

Marathon und die Lust, Zeiten zu erreichen und auch jemandem dabei zu helfen und zu begleiten hat Dir allerdings Spaß gemacht, auch wenns hart war.

Du hast Deinen LD-Traum hervorragend erfüllt.
Deshalb musst Du es aber nicht jedes Jahr wiederholen, sonder nur, wenn Du mal wieder Lust hast und Dich bereit dazu fühlst, wenn überhaupt.

Nichts ist schlecht oder "kleiner" an VD oder OD oder scharfen 10ern oder 5ern.
Mach das, was DIR Spaß macht...finde einen neuen Weg für Dich.

Eigentlich ist doch alles gut, oder?!
Nicht perfekt, aber gut!

Gute Besserung und Regeneration!
Lieben Gruß Carla

"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

Durchgebissen...

Glückwunsch zum Durchbeißen und zur Analyse. Wobei man manchmal das ganze erst mal sacken lassen muss und nicht zu schnell "nie wieder" sagen sollte. Dafür ist Monschau einfach zu schön, trotz des frischen Schotters. :)

Ich weiß, wie ich mich zwischenzeitlich letztes Jahr am Rursee gefühlt habe und dort waren es nur 15 Km Jog&Walk. Also Hut ab für dein Durchhaltevermögen und es fühlt sich immer besser an, wenn man einen Marathon oder Ultra zu Ende gebracht hat.

Gute Erholung und viel Erfolg und Spaß für die kommenden Ziele.

Der Schmerz geht, der Stolz bleibt...

Ganz großen Respekt aus der Kaiserstadt an den Kaiserstädter, das du den Lauf durchgezogen hast, obwohl es schon so früh richtig fies wurde. Ich hatte eine ähnliche Situation beim Frankfurt Marathon, als mir der permanente Gegenwind kurz nach der Halbzeit mental die letzte Kraft und Lust geraubt hatte... da ging es aber nach dem toten Punkt wenigstens flach weiter.
Die geplanten 5er und 10er machen bestimmt noch mal Spaß und den Kopf wieder frei :-).

Weißt Du

ich mache auch jedes Jahr eine andere Zielsetzung. Das Leben ist zu kurz um sich auf irgendwas festzulegen oder im Mainstream mitzuschwimmen.

Ich finde Du schuldest Dir selbst Respekt, das Ding mit der Hälfte walken in der Zeit durchzuziehen. Ob man denselben Lauf nochmal haben muss? Sicher nicht, man muss nämlich nicht viel im Leben. Es ist Hobby - tu das, was Dir Spaß macht. Und kümmere Dich um die Sehne (Seele?).

Alles Gute!

Bierchen aufmachen ...

... Plopp!
Und dann n Haken an die Geschichte. Passiert.
;-)

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