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Die Ausschreibung sprach eine klare Sprache und auch die Startliste. Etwa 240 Männer und 18 Frauen wollten sich an die 110 km heran wagen. Mit meiner Wenigkeit waren gerade mal drei Frauen aus Deutschland am Start. Also jetzt mal rein statistisch gesehen, hatte ich somit aus deutscher Sicht eine reelle Chance auf ein „Stockerlplatz, wie man in Österreich sagt. Wow! Tiger hatte diesen Lauf entdeckt und die Schnapsidee gehabt, das Ding anzugehen und als Mensch, der Herausforderungen liebt und von Abenteuern nicht ganz abgeneigt ist, bin ich natürlich sofort darauf angesprungen. Also selber schuld! ;-) Doch was wäre das Leben, hätten wir nicht den Mut, etwas zu wagen?

Wir hatten gut trainiert, was man auch daran sah, dass wir den ZUT gut weggesteckt hatten. Was uns jedoch im Nachhinein letzten Endes zum Verhängnis wurde, war nicht nur das Gewitter, sondern auch unsere knapp kalkulierte Anreise und der daraus resultierende Schlafmangel. O.k., wenn man gerade erst den Job gewechselt hat und sich der neue Arbeitgeber bereits hinsichtlich des Jahresurlaubs schon sehr kulant gezeigt hatte, kann frau nicht schon wieder angekleckert kommen, sondern musste eben in diesem Moment froh sein, dass bezüglich des Freitags auch noch das letzte Hühnerauge auf Arbeitgeberseite zugedrückt wurde. Zumal dann auch noch überraschend eine Kollegin ausfiel.

Naja, Schlaf wird eh überbewertet. Was ist das eigentlich? Auf einem Flecken englischen Rasen noch ein paar Minütchen gedöst und nach dem Streckenbriefing ging’s dann auch schon los. Zwar hätte ich am liebsten noch ein Weilchen in Mutter Erde gehorcht, aber zum einen kann man nicht alles haben und zum anderen war man durch den Startschuss plötzlich wieder hellwach.
Es lief dann auch erst mal fluffig und selbst auf der ersten Rampe gen Fusch konnten wir gut im Läuferfeld mitschwimmen und es beim Downhill krachen lassen. Hier abzubremsen hätte nämlich noch mehr Kraft als so schon gekostet. Wo es nur ging, sind wir gejoggt und wenn man mal gehen musste, war man peinlichst darauf bedacht, nicht in einen Gehtrott zu verfallen. Allmählich kam wieder die Müdigkeit zum Vorschein. Mal beim einen, mal beim anderen. Vielleicht lag’s auch an der Schwüle. Wie auch immer, der Verpflegungsstand in Ferleiten bei km 20) wird’s schon richten und wir versuchten uns gegenseitig zu ziehen. Tatsächlich kehrten die Lebensgeister wieder zurück und dass wir immerhin gut eine Stunde vor dem Cut-Off die Zeitnahmematte überschritten hatten, tat sein Übriges. Unserem Zugspitz-Mantra „jeder gelaufene Meter ist ein guter Meter“ folgend, verfielen wir wieder in ein kraftlos-gechilltes Jogging. Inzwischen war es dunkel geworden und somit Stirnlampen Pflicht. Mit seinem zunächst latent sanft ansteigenden Profil versuchte uns die Schotterautobahn Glauben zu machen, dass sie uns zu einem Wunschponyhof führt. Doch die Glühwürmchenkette hoch oben im Himmel war uns nicht entgangen. Diesen Anblick werde ich wohl nie vergessen! Denn genau da wollten wir ja auch noch hin. Zur Pfandlscharte. Das hieß etwa 7-8 km und ca. 1.500 HM. Was das Thema Tiefpunkt anbelangt, hatten wir das partnerschaftlich gerecht untereinander aufgeteilt, d.h., jetzt war Tiger wieder an der Reihe. Dieses Mal hatte es ihn so richtig zusammengehauen. Jeder normale Mensch hätte sich in einer solchen Situation flennend an den Streckenrand geschmissen, aber er kämpfte wie ein Löwe und es waren nicht wenige Läufer, die uns entgegenkamen, weil sie meinten, nicht (mehr) genug Kraft für die Pfandl-Wand zu haben. Währenddessen versuchte ich, meine Kräfte etwas zu bündeln, denn es war klar, dass sobald Tiger seinen Tiger wieder im Tank hat, ich mich sehr warm anziehen muss! Inzwischen hatten wir das Warmanziehen auch wörtlich genommen, denn je mehr Höhe wir gewannen, desto kühler und stärker wurde der böige Gegenwind. Aus diesem Grund und auch weil es an manchen Stellen so extrem steil war, krabbelte ich auf allen Vieren. Eleganz wird überbewertet und im Dunkeln fällt das eh nicht auf. Ich griff in was kaltes Nasses. Schnee, bzw. ein Schneefeld.

Immer wieder musste man stehen bleiben und Ausschau nach den floureszierenden Markierungen halten, die den Weg senkrecht nach oben wiesen. Ebenso hielt ich Ausschau nach Tiger, doch er war gerade mal eine Serpentinenkurve, d.h. nur ganz wenige Meter, hinter mir. O.k., dann warte ich also oben am Bergsattel auf ihn, so mein Plan. Doch kaum oben angekommen, hatte es mich fast weggepustet und die Bergwachtler vor Ort hatten mich vom Fleck weg zum Abseilen komplimentiert. Was für eine Gaudi! Füße in die Rampe rammen, A… rausstrecken und sich nach unten gleiten lassen. Doch auch hier zog es wie Hechtsuppe. Die nachfolgenden Läufer abgescannt… kein Tiger! Sch… Ich fing an zu frieren. Also weiter. Ich fand Schutz an einem jungen Felsen. Wieder die Läufer abgescannt… wieder kein Tiger. Sch… Soll ich ihm eine SMS schicken? Quatsch. Weder hatte ich den Nerv dazu, noch wohl er, gerade jetzt sein Handy zu checken. Außerdem ist er ja nicht doof und er kann sich es auch so denken, dass ich am Glockner-Haus, dem nächsten Verpflegungspunkt, auf ihn warte. Bis dahin konnte es wahrlich nicht mehr weit sein. Das war das einzig Sinnvolle in dieser Situation und durfte sicher auch in Tiger’s Sinne gewesen sein. Inzwischen haben wir beide reichlich Bergultra-Erfahrung und wissen nur zu gut, dass jeder Läufer seine Tiefpunkte letzten Endes mit sich selbst ausmachen muss und es niemandem nutzt, wenn auch noch der andere auskühlt. Dieses Szenario hatten wir im Vorfeld schon öfters besprochen und sind uns darin auch einig. Dennoch… theoretisch ist das immer so einfach, aber in der Praxis kommt einem der Loyalitätskonflikt ganz schön in die Quere.

Inzwischen wurde meine Lampe schwachbrüstig. Mist. Naja, bis zum Glocknerhaus wird sie ja wohl noch durchhalten. Den nun folgenden Downhill lief ich wie auf Eiern. Hie und da konnte man die Lichter der Läufer vor einem erkennen, aber nun waberte der Nebel in der Senke und gleich durfte es zappenduster werden. An einer Stelle, wo der Regen den Trail so richtig ausgewaschen hatte, setzte es mich erst mal auf’s Hinterteil. O.k., diesen Warnschuss hatte ich gehört. Zwar hatte ich eine weitere Stirnlampe dabei, aber diese war schon für eine evtl. zweite Nacht reserviert. Also jetzt schon Batterienwechsel und wenn’s nur noch 500 m bis zum Glockner-Haus sind! Ich passte den nächsten Läufer ab, was sich gut traf, denn auch er hatte einen Batterienwechsel vor. Nur mit dem Unterschied, dass er sich sodann wieder über sein Flutlicht freuen konnte, während meine Stirnfunzel weiterhin eher wie eine Nachttischlampe daherkam. Das Ding mag wohl keine Batterien, sondern nur Akkus. Ich heftete mich an die Fersen des Läufers, um dessen Licht zu schnorren. Asphalt! Oh wie schön! Ja, manchmal, aber nur manchmal freut man sich auch über Asphalt! Er guckte auf die Uhr. Satte 2,5 Stunden vor dem Cut-Off! Na bitte! Gescannt (in diesem Falle die Zeit) wurde zwar erst nach dem Essen, aber immerhin! Nachdem ich mir das Flügel verleihende Getränk einverleibt hatte, nahm ich das Runner Scanning wieder auf und tatsächlich wurde ich dieses Mal fündig! Was für eine Freude und Erleichterung, als sich Tiger in der Dunkelheit abzeichnete!

Nachdem wir uns ausgiebig verpflegt hatten, tat sich eine weitere Glühwürmchenarmada gen Himmel auf. Wobei es dieses Mal „nur“ um etwa 600 HM ging. Tiger hatte immer noch sehr zu kämpfen. Inzwischen hatte die Dämmerung eingesetzt und mit dem zunehmenden Tageslicht wuchs langsam die Motivation. Auch weil wir nun endlich die lästigen Stirnlampen wegpacken konnten. Bei der Salmhütte wurden wir angenehm überrascht. Ursprünglich nicht als Verpflegungsstelle vorgesehen entpuppte sich diese als mollig temperierter Zufluchtsort mit Bewirtung. Hier hatte Tiger seinen Ausstieg und sodann seinen Ausstieg vom Ausstieg bekannt gegeben. Denn bei einem Ausstieg hier oben hätte er ohnehin irgendwie nach Kals kommen müssen. Somit konnte man also gleich dabei bleiben. Außerdem musste eine wundersame Heilung in ihm vorgegangen sein. Als wäre nichts gewesen, war er von jetzt auf nachher fit wie ein Turnschuh, während ich jetzt kämpfen musste. Wie es eben so ist, wenn man wieder in den Tritt kommen muss und sich der gefürchtete Tiger in Tiger’s Tank zu Wort meldet! Wird schon werden, grummelte ich. Und es wurde auch. Zumindest für eine Weile. Etwa 15 km bis Kals, der gefühlten Halbzeit, das sollte doch machbar sein. Zumal das Profil wohl eher leicht wellig zu sein schien. Der Hüttenwirt meinte jedoch, dass man etwa 4 h rechnen müsse. Schluck. Doch kein Wunder, denn zu diesem Zeitpunkt befanden wir uns auf über 2.500 m Höhe, was wiederum so richtig den Strecker zog und meinen Kreislauf im Viereck herumrennen ließ. Somit musste das Herunterkacheln nach Kals leider ausfallen. Der Trail war zwar steil, wäre aber ohne Plümeranzia vulgaris sicher gut machbar gewesen. Schade. Jetzt war es an mir, dass ich mich am liebsten flennend an den Streckenrand geschmissen hätte, aber nachdem der Tiger so tapfer war, konnte und durfte ich mir diese Blöße jetzt nicht geben! ;-) Schnell was energetisches Gummibärchenartiges und Traubenzucker schnabuliert, so dass auf der Waldautobahn im Tal wieder Jogging drin lag. Um 9:32 Uhr kamen wir in Kals an, d.h. immerhin noch knapp 1,5 h vor dem Zeitlimit! Doch April, April! Der Veranstalter hatte nämlich kurzerhand wegen schlechten Wetters das Zeitlimit in Kals auf 9:30 Uhr vorverlegt, so dass wir nun 2 min. zu spät dran waren. Später wurde das Rennen abgebrochen und Busse für die noch verbliebenen Läufer bereitgestellt.

Die Ergebnisliste spricht übrigens für sich, denn von den etwa 240 Läufern kamen gerade mal 64 ins Ziel, bzw. 3 Läuferinnen von 18!

Fazit und meine 50 Cent zu den Diskussionen und zur Kritik, die der Veranstalter von manchen Läufern einstecken musste: Auch für uns war die Strecke das Härteste, was wir je gelaufen sind.  Der ZUT ist dagegen wirklich ein Kindergeburtstag! ;-) Allerdings: irgendwoher müssen ja die etwa 7.000 HM kommen und das Gebiet um den Großglockner ist nicht gerade als Norddeutsches Tiefland bekannt. Das Höhenprofil stand in der Ausschreibung. Ebenso die sogenannte Teilautonomie bezüglich Verpflegung, evtl. Streckenänderung und die evtl. Anpassung der Cut-offs waren bekannt. Vor allem Letztere wurden nochmals beim Streckenbriefing ausdrücklich kommuniziert. Ebenso, dass der Lauf sehr anspruchsvoll ist. Dafür, dass die Anforderung, mehrere (!!) Gebirgshunderter in den Beinen haben zu müssen, wohl von einer ganzen Läuferschar - uns eingeschlossen - geflissentlich ignoriert worden war, kann der Veranstalter nun wirklich nix. Ich sah das damals eher so als Hinweis im Sinne von "Pass auf, das ist um einiges härter als der ZUT & Co."
Was meines Erachtens auch nicht zusammenpasst: einerseits über Ultra Trails mit zu vielen Waldautobahnen meckern, aber wenn’s dann mal richtig zur Sache geht, ist’s manchen auch wieder nicht recht! Provokant ausgedrückt: erst selbst mit der Anmeldung und dem Start  nach dem Superlativ jagen (O-Ton eines Kritikers) und wenn’s dann doch nicht klappt, die „Immer-höher-weiter-Leier“ auf den Veranstalter projizieren? Das passt nicht zusammen. Denn die Entscheidung, sich zu solch einem Lauf anzumelden, liegt immer noch beim Läufer selbst.
 
Im Streckenpaket befand sich u.a. das, was ich mir unter „Sky Running“ und „Vertical Race“ vorstelle. Hier fand Trail Running auf internationalem Niveau statt, wobei die Cut-Off-Zeiten zunächst noch sehr gnädig festgelegt waren. Beim Trans Vulcania musste es da ganz anders zur Sache gegangen sein. Kurzum: es geht also noch viel schlimmer und doch lief uns im Vorfeld nicht umsonst der A…. auf Grundeis! ;-)

Dennoch: wir waren gut vorbereitet und mit der nötigen Mütze Schlaf im Gepäck, traue ich uns ein Finish grundsätzlich zu. Zumindest bei gutem Wetter. Jetzt hibbeln wir der Öffnung der Online-Anmeldung für 2016 entgegen. Jetzt erst recht! ;-))

5
Gesamtwertung: 5 (9 Wertungen)

Schlafmangel

Oh ja, hat mich ja mal beim Rennsteig fast aus dem Rennen geholt...

Also die 2 min tun mir leid für euch, andererseits wäre wohl eh vorzeitig Schluss gewesen, wenn ich richtig lese?

Und wenn der zut ein kindergeburtstag ist...

Meine Hochachtung! Und alles gute für 2016. Manche Dinge brauchen einen zweiten Anlauf, ich spreche aus Erfahrung ;-)

Fühlt euch gedrückt! Ihr seid klasse!

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

zwei winzige Minütchen.....

...wie schade!
Viel GLück beim nächsten Versuch!

Ich danke

Dir für Deine 50 Cent. Das sehe ich genauso wie Du.

Zum Rest äh Lauf, Ihr habt Euch super durchgebissen bei diesem Ding. Ganz groß.
Das muss man erstmal packen die Pfandlscharte hochzukommen.

Wir sehen uns 2016

waxlontherocks

Waxl

Wow,

was für ein Gänsehaut-Bericht. Die 2 Minuten sind ärgerlich, aber angesichts des späteren Abbruchs kein Grund sich zu ärgern.
Habt ihr toll hingekriegt, und nächstes Mal ausgeschlafen die volle Dröhnung.

LG,
Anja

Das klingt ja fast, ...

... als müsse man möglichst schnell bei der Online-Anmeldung dabei sein.
Zum einen sind da ne Menge, die noch mal wollen und zum anderen sind da wahrscheinlich noch ein paar, die auch mal wollen.
Ihr gehört zu Ersterem. Ich zu Letzterem.
Also, man sieht sich.
Reschbeggd zum Durchbeißen!
;-)
PS: Kindergeburtstag kann ich schon. Mal schauen, was das andere ist. Über die Schwierigkeit haben sich einfach schon zu viele ausgelassen, als dass man das ignorieren könnte. Das muß ich mir einfach anschauen!

Von Abenteuern niicht ganz abgeneigt

In der Tat, das bist du nicht, *lach!* Ich würde dich eher als völlig verrücktes Huhn oder eben als bekloppt bezeichnen;-)
Danke für deinen sehr interessanten Bericht! Meine Hochachtung fürs Mitmachen und Mithalten. 2 min erscheinen mir wie ein schlechter Witz. Aber wenn sowieso das Rennen später abgesagt wurde... Im nächsten Jahr seid ihr wieder dabei und dann wisst ihr genau, was euch erwartet. Wie ich euch einschätze, werdet ihr sowas von perfekt vorbereitet an den Start gehen und dann wird dieses Wahnsinnsrennen GELEBT:-)

Lieben Gruß
Tame

und dann

Gibt es noch die, die euch die Plätze überlassen, weil sie nicht mal den kindergeburtstag können ;-))

Ich gönne es euch ;-)

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Was ein tolles Gemeinschaftserlebnis,

selbst wenn die 2 Minuten (nachträglich verkürzen finde ich GAAANZ blöd) ärgerlich sind - die gemeinsam und einsam gemachten Erfahrungen nimmt euch niemand.

Hatte den Lauf auch gesehen und schon die rund 50km in Erwägung gezogen, dann aber aufgrund anderweitiger Termine und Krisen nicht geplant.

Ich kann deine 50 Cents nachvollziehen und frage mich mittlerweile auch ob es immer höher, immer weiter und immer schwerer sein muss für mich. Nicht dass ich den ZUT und CCC missen möchte, aber muss ich deswegen noch längere, noch härtere, noch höhere, ... Rennen bestreiten? Kann ich das nicht auch einfach nur für mich "erwandern"? Bin noch in der Selbstfindung. Für dieses Jahr ist das eh "abgehakt".

Naja, FazerBS ...

... die Schwierigkeit ist schon relativ. Da gibt es Leute für die ist der Basetrail beim ZUT das Schwierigste ever und andere drehen die komplette Runde ums Wetterstein. Die einen laufen über 200km beim Spartathlon, benötigen auf einem technisch anspruchsvollen Alpentrail runterwärts richtig Zeit. Was ist schwierig? Wenn ich in Italien, Frankreich, Spanien manchen die Berge runter fliegen sehe, meine ich die sind auf einer Autobahn unterwegs während das für mich ein steiniger Pfad ist.
Was ist dann also Extrem? Ich würde mal sagen für 70% der deutschen Bevölkerung ist so etwas wie der Basetrail extrem.
Austeichend vorbereitet sollte man in solche Unternehmungen starten, wissen was auf einen zu kommt und reagieren, wenn man den falschen Tag erwischt hat. Dann ist das auch nicht extrem. Dann kann das passen. Auch wenn man so was wandert, gibt es in den Bergen keine Garantie die geplante Route gehen zu können, am geplanten Ziel anzukommen. Einmal umknicken, ein Wetterumschwung, Kreislauf. Kann alles auch beim Wandern passieren. Und nach Murphys Gesetz stolperst du nicht an der schwierigsten Stelle des Trails, sondern da wo es janz einfach ist und nur ein klitzkleines Steinchen aus dem sonst ebenen Weg schaut. Eine Frage der Konzentration.
Aber ja, du hast ja die Einschränkung auch gleich selbst definiert. Muß es für dich immer schwerer, höher, weiter gehen.
Wie schwer der Großklockner-Ultra für mich ist, schaue ich mir nächstes Jahr an. Vor dem TdG habe ich beschlossen, dass das mein Ende der Fahnenstange sein wird. Sicher kann ich mehr. Aber das weiß ich auch ohne es gemacht zu haben. Und so muß sicher jeder für sich seine Grenze irgendwann definieren.
;-)
Wie schwer der Großklockner-Ultra für mich ist, schaue ich mir nächstes Jahr an.
;-)
PS: letztes Jahr fand ich die "Wanderung" im August auf der Alta Via 1 und 2 im Aostatal doddal toll. Im September das gleiche als Wettkampf war anders toll. Das eine schließt das andere nicht aus.

Doppelt.

;-)

"Immer höher, weiter..."

Ich denke auch, das jeder für sich die Grenze des noch Vertretbaren setzen und die richtige Balance zwischen der Demut vor dem Berg/dem Respekt vor der Herausforderung und der (Lauf-)Freude und dem Genuss, den man aus den schönen Landschaften und Gemeinschaftserlebnissen zieht, finden muss. Ist ja vor allem eine Frage des momentanen Trainingsstandes. In meinen Anfangszeiten war ich schon nach 2 km und mehreren Einbrüchen reif für's Sauerstoffzelt. In diesen Zeiten hätte ich 10km-Läufer als Extremläufer bezeichnen können. Hatte ich aber nicht, denn ich wollte ja selbst irgendwann die 10 knacken...

Solange sich das alles für den Einzelnen gut und richtig anfühlt, ist alles noch im grünen Bereich. Gelegentliche Tiefpunkte sind o.k. und gehören dazu. Wenn ich übrigens rückblickend die letzten Jahre betrachte, sind der eigene Haushalt oder öffentliche Duschen (Stichwort: nasse Fließen) meine größten Gefahrenquellen. ;-))

Solange die Laufkarosserie so gut mitspielt, sind weitere Herausforderungen ausdrücklich erwünscht. Was jedoch 100 Meiler, UTMB etc. angeht, ist da für mich die Grenze überschritten. Zumindest im Moment, denn man sollte ja niemals nie sagen. Eine Nacht durchzumachen das krieg ich noch hin, aber zwei... neee... dazu hab' ich dann doch keinen Bock... ;-))

Auch das Scheitern, hier in Form eines DNF gehört zu Ultras dazu, zumal bei solchen Rennen mit kurzfristig vorverlegten Zeitlimits wegen widrigen Wetterverhältnissen. Klar sind die 2 Minuten doof, aber wer weiß, ob wir - bei dieser nun sehr knappen Kalkulation (falls wir weiter gedurft hätten) - nicht beim nächsten Zeitlimit hängen geblieben wären. Dass es zu einem Rennabbruch kommt, lag außerdem in der Luft. Somit konnte ich das ganz locker nehmen.

:-)

Mit Stil ins Ziel!

Danke für diesen sau-ehrlichen Bericht!

Tiefs beim Ultra... Will ich sowas, um es dann überwinden zu können? Da muss ich dringend mal drüber nachdenken. Denn für nächstes Jahr habe ich den ersten Ultra (50km bei der Harzquerung) angedacht.
Ihr seid schon ein starkes Team, ihr beiden!

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Harzquerung ...

... ist eigentlich zu kurz für ein richtiges Tief. Das kannst getrost mit nem etwas längeren Marathon vergleichen, Sonnenblume2. ;-)
Das mit den zwei Nächten ist relativ, MC. Läufste einfach bissl schneller... ;-) Oder läufst so was wie den TdG. Da kannste an jeder "livebase" schlafen. Mußt dir dann nur den Wecker rechtzeitig vor dem cut-off stellen. Nein, im Ernst. Hast völlig Recht. Es ist eine Frage der Verfassung des Einzelnen. Der Vergleich mit dem 10km-Läufer paßt da sehr schön. Ja, so sollte jeder seinen Weg finden. Dann fällt es auch ganz leicht den Weg der anderen als durchaus auch richtig zu respektieren.
;-)

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