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Benutzerbild von Tigerkätzle67

Mein vierter Sprint-Triathlon mit Folgen….

Ich hätte so früh am morgen einfach verschlafen sollen, dann wäre alles gut. Aber nein, da zerrte ich mich morgens um 5 Uhr aus dem Bett, damit ich pünktlich zum Zug komme.

Mein Zeug für den Kuhsee Triathlon in Augsburg-Hochzoll habe ich schon am Vorabend gepackt. Ich zog mein Triathlon Einteiler an und überlegte noch, ob ich ein Singlet oder ein Shirt drüber ziehen soll beim Rad und Lauf. Ich konnte mich noch nicht entscheiden, also steckte ich das Singlet ein und das Radtrikot zog ich gleich drüber. Dann noch kurz was frühstücken und dann nahm ich meinen gepackten Rucksack, Helm und das Rad aus dem Keller und fuhr zum Bahnhof. Die Fahrkarte habe ich auch schon am Vortag geholt, so musste ich nur noch auf die richtige Gleise. Der Zug stand auch schon da, aber ich hatte noch genügend Zeit.
Die Zugfahrt war gut, ich konnte noch etwas schlafen – bis Buchloe, dann musste ich einmal umsteigen. Die Züge waren perfekt, einfach gerade rein, keine Stufen oder so was.

Um kurz nach 8 kam ich dann an den Kuhsee an. Ich besichtigte erst mal die Lage – Wechselzone, Umkleidezelte, Startnummern abholen. Alles war sehr schön aufgebaut und aufgeteilt. Ich machte da natürlich auch gleich mal ein paar Bilder und teste so nebenbei das Wasser. Das Wasser war wärmer als die Außentemperatur. Ich immer noch etwas skeptisch, denn Kälte mag ich nicht so sehr.

Dann holte ich meine Startunterlagen und das Shirt ab. Noch war nicht viel los, also auch kein langes anstehen. Beim Rad Check-In schauten die genau auf das Rad, testeten die Bremsen usw. Ich schon ganz beunruhigt, was wäre wenn…… aber dann bekam ich mein ok und durfte in die Zone. Erst musste ich etwas suchen, aber dann fand ich doch relativ schnell meinen Radplatz. Sehr schön, ich hab es Außen erwischt, da kann ich mein Zeug schön auslegen, ohne einen anderen zu behindern.

Nach und nach kamen alle Teilnehmer in die Zone und die Zeit rückte immer näher. Wir machten sich dann auf den Weg ins Wasser. Dort wurde noch ein kurzes Aufwärm-Programm gemacht, mit ein paar ganz netten sportlichen jungen Frauen auf der Bühne. Dann sollte es los gehen.

Der Startschuss fiel und wir liefen aller erst mal im Wasser an der Markierung entlang. Der See war nicht tief, so hätte man eigentlich die Strecke auch laufen können, aber ich dachte mir nur „das geht nur in die Beine“. Also legte ich mich trotz flachen Gewässer gleich ins Wasser und fing an zu kraulen. Einige hinter und neben mir folgten…… und dann wurde es mal wieder eng. Ich selbst schlug vor mir jemanden ständig auf irgend ein Körperteil und auch ich wurde von hinten irgendwie beschlagen. Massenstart, wie eben so oft. Manchmal war kein kraulen mehr möglich, da ich umzingelt war. So machte ich auch mal brust und wechselte wenn es wieder ging. Ich kam an einen vorbei, der lief im Wasser. Ach je, dachte ich so nebenbei, es ist ja immer noch zum stehen. Endlich die Wendeboje erreicht, es ging auf den Rückweg. Viele hatten mich schon überholt, das war gut so. Ich bin keine gute bzw. schnelle Schwimmerin, aber das was ich jetzt in diesem Jahr so gelernt habe trotz dem langen Sportverbot aus gesundheitlichen Gründen reichte eigentlich aus. Ich näherte mich dem Ausgangstor, stand dann auch auf und lief den Rest aus dem Wasser. Jetzt ging es nur noch ans Rad, hoffentlich finde ich es in der Eile auch schnell.

Da ich schon alles so anhatte, brauchte ich nur noch mein Singlet, die Socken, Schuhe, Helm, Brille und Nummernband anziehen und schnappte mein Rad. Wir mussten erst noch ein Stück bis zum rot-weißen Schildbegrenzung schieben. Natürlich gab es mal wieder einige Teilnehmer, die nicht richtig zugehört haben und wollten gleich vom Radplatz fahren. Sie wurden dann angeschrieen „runter vom Rad, schieben“……
Endlich, ich stieg auf und fuhr los. Es war nur Schotterwege, also habe ich wie viele andere auch nur ein Crossbike oder Mountainbike zum radeln und kein Rennrad. Natürlich gab es einige von den wirklichen Profis, die fuhren mit einem Rennrad. Respekt, bei der Strecke. Es war ein absolutes Rechtsfahrgebot, wegen Gegenverkehr. Überholen war auch nur schwer durchführbar. Schon nach 6 km kamen die ersten uns schon entgegen und hatten ein Tempo drauf….. Es staubte über uns nur noch so. Nach 9 km kam dann der Wendepunkt, schön drum herum fahren, etwas runter vom Tempo, dann ging es. Geschafft. Ich trat nochmals richtig in die Pedale, wollte jetzt nur noch den Rückweg schnell durchfahren als eine Kurve kam…….. Ich kam mit dem Reifen auf einmal in eine Schräglage, der Boden war nicht so griffig, merkte auf einmal das es kritisch wurde, riss noch schnell das Lenkrad rüber…. Doch auf einmal rutschte es nur noch und ich lag auf dem Boden. …… aaaahhhh, kam es aus meinem Mundwerk, fing zu zittern an und spürte einen tierischen Schmerz am Knie. Der Radfahrer hinter mir wich schnell aus, rief gleich nach hinten „Sanitäter“….. und die ihm folgenden riefen das dann auch …… Der Wendepunkt mit den Sanitäter war auch nicht weit. Sie kamen sofort angerannt und sahen nach mir. Nach einer Weile stand ich auf, der Sanitäter betrachtete die Wunden und fragte ob ich stehen und gehen kann. Ich bestätigte es und dann fragte er, ob ich weitermachen will. Ich so…. „na klar, mach ich weiter. Das geht schon“. Ich wusste selbst nicht wie ich das sagen konnte, denn das Knie brannte, ein leichter Krampf seit dem Sturz war auch noch in der Wade. Einer der Sanitäter massierte diesen mir dann raus und ich so „ es geht wieder“. Alles Zeit, was mir nun verloren ging. Ich stieg wieder auf mein Bike, bedankte mich und radelte wieder los. Zuerst noch etwas vorsichtig, immer noch etwas schockiert was da gerade mit mir abging. Doch dann sah ich schon wieder einige Radler vor mir, die mich in der Zeit während ich behandelt wurde überholten. Ich gab nun nochmals alles, jetzt war alles egal. Nur nicht noch mal stürzen sagte ich mir, denn dann ist es aus – und alles andere in den nächsten Wochen dann auch. Ich überholte den einen, dann noch mal einen und so weiter. Ich kam dem Ziel immer näher und drei Kilometer vor dem Ziel sah ich die Läufer. Ich dachte mir nur, super….. ich bin weit weit hinten. Aber was soll´s. Aufgegeben wird nun nicht. So trat ich weiter in die Pedale, das Crossbike ist nicht mehr so meins. Es ist einfach schwerer als mein Rennrad, aber mit dem Rennrad hätte ich diese Strecke nicht überlebt. Nun kam schon das Ziel, ich schoss um die Kurve und die Helfer riefen schon zu „hier runter vom Rad“. Ich wusste das, aber ich hatte ja noch ein paar Meter. Ich bremste vorsichtig ab, kam am Haltepunkt und stieg dann wie angeordnet ab. Ich schob mein Rad in die Wechselzone, war total verwirrt. Irgendwie fand ich mein Platz nicht mehr. Zwei Helfer kamen auf mich zu und halfen mir, sie nahmen mein Rad und Helm ab. Komisch dachte ich mir so. Es hat doch geheißen, jeder muss sein Rad selber wieder abstellen usw. Ich ganz verwirrt….“ääähm, ja, hier der Helm“. Dann wurde ich gefragt ob ich noch was brauchte, ich verneinte, dann schickten sie mich gleich auf die Laufstrecke. Ich lief los…. Irgendwie total ferngesteuert. Ich lief und lief und schon nach 1 km überholte ich die Läufer vor mir, einen nach dem anderen – so nach und nach. Na ja, Laufen ist eben ganz mein Ding. Aber das Knie – es brannte immer mehr. Ich dachte nur so „nicht daran denken, nicht schneller werden, einfach Tempo halten und ins Ziel kommen“. Genau das machte ich dann auch. Nach 2,5 km kam eine VP Stelle, ich nahm ein Becher Wasser, trank ein paar Schluck und schüttete mir den Rest über den Kopf. Mist, ich hab mein Capi nicht. Das kommt davon wenn man sein Wechselplatz nicht ansteuert, dachte ich mir nur so. Was soll´s, nur noch 2,5 km. Wieder überholte ich einige und das Ziel kam immer und immer näher. Dann hörte ich schon den Veranstaltungs Sprecher. Nur noch um die Kurver, ich sah das Ziel, rannte noch mal und gab alles was zu geben war. Auf einmal seh ich da ein Band. Ich ganz schockiert ….wie, ich bin nicht die erste, wieso renn ich jetzt das Band durch“. Ich dachte erst, ich bin vielleicht falsch, aber nein, ich musste da durch. Ich rannte und rannte und ging durch das Band. Endlich war ich im Ziel.

Im Erste-Hilfe Zelt wurde ich dann notversorgt.
Trotz dem Sturz erreichte ich eine für mich dennoch gute Zeit von 1:24:08 und war erstaunt, das ich trotz der Verletzung am Knie die 5 km in 25:42 lief. Ich frage mich heute, ob ich wohl eine bessere Zeit gemacht hätte, wenn dieser Sturz nicht gewesen wäre.
Aber das Erdinger Alkoholfrei lies ich mir dann doppelt schmecken.

Am nächsten Tag konnte kaum noch einen Schritt gehen. Beim Unfallarzt kam heraus, schwere Abschürfungen und Wadenbeinhaarriss am Schienbein. 4-5 Wochen Sportverbot. Schöner Mist

5
Gesamtwertung: 5 (4 Wertungen)

Ui-ui-ui....

....Autschn! He, du hast dich so wacker geschlagen und warst total gut, trotz des Sturzes. Eine granatenstarke Leistung! Ganz herzlichen Glückwunsch zum Finish! Ein toller Bericht, der unter die Haut geht! Ich wünsche dir gute und schnelle Besserung! Gut gemacht, nee, sehr gut gemacht!!! ;-)

Lieben Gruß
Tame

Hola die Waldfee und mit

Hola die Waldfee und mit einem Haarriss noch einen Tria fertig gemacht. Spürt man sowas nicht? Gute Besserung!!

Das klingt sehr schmerzhaft...autschnnn :o(((

Bist ganz schön zäh!
Gratuliere Dir zum Finish und ich wünsche baldige gute Heilung!

Lieben Gruß Carla
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

man spürt es nicht

Der Arzt meinte, sowas spüren die wenigste, was gefährlich ist. Der Haarriss kann, wenn ich nicht aufpasse, zum Knochenbruch kommen. Aber die Schürfwunden habe ich am meisten gespürt, vor allem gegen Abend.

Respekt!

Ich weiß nicht ob ich das so toll hätte durchziehen können.
Wenn ich jetzt einen Hut auf hätte, würde ich ihn gaaanz tief vor dir ziehen.


Uli

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