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Benutzerbild von Der Szossi

Sonntag, 18.07.2015

Ich muss unumwunden zugeben: manchmal bin ich ja von einer unglaublichen Dämlichkeit geprägt. Heute ist ein Tag, an dem ich dazu verdammt bin, diese unrühmliche Eigenschaft unter Beweis zu stellen.

Ich habe sehr schlecht geschlafen, da wir es der Definition nach mit einer tropischen Nacht, also mit nächtlichen Temperaturen jenseits der zwanzig Grad zu tun hatten. Ich wache sehr früh auf und setze mich für einen Moment auf unsere Terrasse, um ein wenig Luft zu tanken und einen klaren Kopf zu bekommen. Die Bedingungen an diesem Morgen sind für einen Trainingslauf gar nicht mal so schlecht, da nun ein leichter, wohlig kühlender Wind aufkommt, den wir im Sinne einer angenehmen Bettruhe auch schon in der Nacht hätten gebrauchen können. Da ich gestern wegen der Hitze meinen Lauf geschwänzt habe, entschließe ich mich kurzerhand, den jetzt nachzuholen. Ich gehe zurück ins Haus, schütte mir ein großes Glas Wasser ein und löse eine Magnesiumtablette darin auf. Mein morgendliches Standardgetränk. Während sich die Tablette auflöst, suche ich meine Laufklamotten zusammen und ziehe mich an.

Als ich loslaufe stelle ich fest, dass wir in der Tat gerade eine sehr angenehme Luft für einen Trainingslauf haben. Ich entschließe mich sogleich auch dazu, mich heute von der Distanz her noch einmal zu steigern. Ich nehme mir meine Zehn-Kilometer-Standardrunde vor und werde sofort danach die Runde zum Bäcker daran anschließen, sodass ich am Ende auf gut dreizehn Kilometer komme. An dieser Stelle muss ich einwerfen, dass ich mich gerade in einem Wiederaufbautraining befinde. Ich hatte Ende April einen Motorradunfall, bei dem ich mir zwei gebrochene Rippen und eine schwere Sprunggelenksprellung eingehandelt habe und der mich zu einer Laufpause von fast zweieinhalb Monaten zwang. Seit wenigen Wochen laufe ich erst wieder.

Als ich die Widdiger Rheinterrassen hinter mich gelassen habe und nun den oberen Weg am Rheinufer Richtung Hersel laufe, bekomme ich auf einmal schlagartig einen starken Durst. Oh, nein! Ich dämlicher Vollpfosten habe doch glatt vergessen, meinen Magnesiumcocktail zu trinken, der jetzt unberührt auf dem Küchentisch steht. Und dass nachdem ich die tropische Nacht über geschwitzt habe wie ein Schwein und nun bei zwar recht angenehmen, aber dennoch sommerlichen Bedingungen hier rum renne. Klasse! Ich versuche mein Durstgefühl zu ignorieren und mich auf das zu konzentrieren, was mir Herr Bon Jovi gerade durch die Kopfhörer rockt.

Momentan versuche ich bei meinen Läufen die Uhr weitgehend zu ignorieren. Trotzdem schiele ich ab und zu mal drauf, um meine Leistung einordnen zu können und glaube gerade, dass ich jetzt wohl ein wenig zügig für meine derzeitigen Verhältnisse bin. Dass mir auf dem Rückweg nach Hause nun die Zunge am Gaumen klebt, kann natürlich sowohl von meinem fahrlässig herbei geführten Flüssigkeitsverzicht herrühren als auch von meinem Lauftempo. Auf jeden Fall habe ich jetzt einen Durst wie Harald Juhnke in seinen besten Jahren und ich sehe gerade nicht sehr viel Potenzial darin, mein Vorhaben, dreizehn Kilometer zu laufen, wirklich in die Tat umzusetzen. Ich entschließe mich, es bei zehn Kilometern zu belassen und den Brötchenkauf nach einer ausgiebigen Durstlöschaktion nachzuholen. Als ich am Ende der Runde die Uhr anhalte, kann ich noch schemenhaft wahrnehmen, dass ich eine gar nicht mal so schlechte Zeit gelaufen bin. Doch das ist mir jetzt gerade völlig schnuppe. Der Austrocknung entgegenwirkend hechte ich in unser Haus und mache mich gierig über meinen Drink her. Den Becher fülle ich noch zwei Mal mit Wasser nach und inhaliere es umgehend.

Tja! Doof gelaufen! Meine Dämlichkeit hat mich zwar um mein Trainingsziel gebracht, dreizehn Kilometer zu laufen, dafür habe ich aber eine Pace von 6:05 Min./km für die gelaufenen zehn Kilometer vorzuweisen. Das ist zwar noch lange nicht das Niveau, dass ich vor meinem Unfall hatte, aber es war immerhin mit deutlichem Abstand der schnellste Lauf seit meiner Rekonvaleszenz und meinem Wiedereinstieg ins Lauftraining. Ich glaube, darauf sollte ich mal einen trinken!

5
Gesamtwertung: 5 (1 Bewertung)

Na prima

Magnesiumdrink auf nüchternen Magen hätte mich beim Lauf auf direktem Weg ins nächste Gebüsch geführt ;o)
Ich brauche morgens auch ohne Laufen erst mal etwas zu trinken.
Das wird Dir so schnell nicht wieder passieren.
Und schön, dass es nach Deinem Unfall wieder aufwärts geht.

LG,
Anja

Tröste dich

Mir passiert es regelmäßig bei Radausfahrten, dass ich so nach 20km in die Flaschenhalterung greife - aber leider ins Leere. Die Flaschen finde ich dann in der Regel in der Garage wieder.... Aber schneller bin ich dann nicht unterwegs, was mache ich falsch???

Schön, dass es wieder läuft!!! Und statt 13km eine schicke Pace, also ich finde, es gibt Schlimmeres ;-))

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

was war daran

jetzt dämlich? Das Magnesium steht dir eh nicht zur Verfügung wenn du es kurz vor dem Laufen trinkst..kanst du getrost sein lassen. Trotzdem schön, dass du wieder läufst...going beyond the mind -it's where the magic happens...

Weiß ich doch...

...dass das Magnesium mir für den Lauf selbst nichts gebracht hätte. Das war ja auch nicht das Problem, ich hatte schlichtweg Durst! ;-)

Ich such noch nach der Dämlichkeit?

Alles gut, 10km schmerzfrei gelaufen - in guter Zeit. Da hast Du Dir das Getränk verdient.

20 Grad Raumtemperatur als "tropisch" zu bezeichnen - vielleicht war's das?

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