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Benutzerbild von dfrobeen

Laufstreckenfiletierung, das war der Titel des Blogs, den ich mir gleich zu Beginn des Rennens ausgedacht hatte. Ich hatte immerhin gut 4 Stunden Zeit um mit derlei Gedanken zu beginnen. Den konkreten Inhalt des Blogs wollte ich dann im weiteren Rennverlauf schaffen und im Kopf schon mal vorformulieren.

Jetzt liege ich in der Kreisklinik Roth und der Inhalt des Blogs ist eigentlich zu einem völlig anderen geworden. Aber ein Titel a la „schwerer Radsturz auf dem Weg nach Heideck“ hätte den ganzen so einen negativen Touch dieses ansonsten trotz allem sensationellen Event. Aber von vorne…

Erneute Nominierung durch die DTU

Am 25.November letzten Jahres bekam ich wie auch schon im Vorjahr von der Deutschen Triathlon Union die Nachricht, dass ich über die Vergabe zusätzlicher Startplätze für die Deutschen Langdistanz-Meisterschaften wieder die Möglichkeit zur Teilnahme an der Challenge Roth haben würde. Damit war der Jahreshöhepunkt für 2015 per Definition gesetzt und ich startete auch gleich mit dem Training auf meine dritte Langdistanz.
Nach dem Hitzerennen aus dem Vorjahr, freute ich mich nur einfach so auf die Gelegenheit wieder an dieser spektakulären Langdistanz teilzunehmen. Ich hatte sogar noch eine Rechnung offen. Ich bin ein Läufer mit ein paar Radfähigkeiten und Schwimmdefizit. Ausgerechnet bei meinem Hauptrennen 2014 hatte ich mir aber gerade beim Laufen das Rennen versaut. Durch die starke Hitze begann ich bei km2,2 erstmalig zu gehen und von hier an war es unmöglich meine Langdistanz-Bestzeit zu unterbieten.

In diesem Jahr verlief die Vorbereitung wieder insgesamt ganz gut. Ich bin nicht ganz so akribisch nach Plan vorgegangen wie im Vorjahr, sondern eher nach Gefühl. Natürlich hatte ich ein Rahmengerüst an Trainingsumfängen und –schwerpunkten im Hinterkopf, aber die Einheiten selber steuerte ich eher nach dem Prinzip, wie ich fühlte und was ich meinem Körper zutraute.

So hatte ich auch den Eindruck mit einer ganz passablem Form in die Wettkampfwoche zu gestartet zu sein. Im Gegensatz zum Vorjahr konnte ich die gute Laufform vom Boston-Marathon sehr gut aufrecht halten. In meiner ewigen Problemdisziplin, dem Schwimmen, bin ich zwar nur unerheblich schneller geworden, aber mir fielen zuletzt die langen Distanzen im Freiwasser nicht mehr so schwer. Und im Radfahren konnte ich nach zwischenzeitlich durchwachsenen Leistungen, gerade in den letzten zwei Wochen vor Roth, beim Bad Bodenteich-Duathlon, sowie dem Sprint am Tankumsee vielversprechende Leistungen zeigen. Dennoch versuchte ich mir vor Roth 2015 komplett den Druck zu nehmen und wollte keine Zielzeit anstreben. Das primäre Ziel war es den Marathon durchzulaufen und damit das Trauma aus dem Vorjahr zu bewältigen.

Anreise zum nicht vorhandenen "Marktplatz"

Zu Donnerstag abend reiste ich an und durch einen glücklichen Zufall sollte sich gleich erheblich der Verlauf des weiteren Wochenendes verändern. Ursache war eigentlich, dass es in Hilpoltstein keinen Marktplatz gibt, bzw. es einen gibt, der aber anders heißt. Jedenfalls startete die Triathlonwoche von Roth wie gewohnt mit den Night Run, der laut Event Guide vom „Marktplatz“ in Hilpoltstein startet. Mein Navi verzweifelte bei der Suche nach dem Marktplatz, also fuhr ich einfach nach „Zentrum“ und hoffte, dass sich in einem Ort der Größe von Hilpoltstein der Marktplatz von alleine finden ließe. Ich fand dann auch ein paar Schilder von der Challenge Roth mit Pfeilen drauf und ging davon aus, dass die zum Event führen sollten. Sicherheitshalber fragte ich einen vorbei gehenden Läufer nach dem Weg, der mir signalisierte, dass ich der Radstrecke gefolgt wäre und den Solarer Berg hoch lief, während der Marktplatz in einer anderen Richtung lag.

Der Night run war dann eine schöne Gelegenheit nach 5 Stunden Autofahrt mal die Beine zu lockern. Ich hatte es aber total übertrieben. Statt meiner angepeilten 5 bis 5:30-Pace lief ich mit ein paar anderen Läufern mit und merkte erst nach km1, dass ich viel zu schnell unterwegs war. Da ich im nächsten Schritt auch nicht willens war auf „Totaleinbruch“ zu machen, lief ich durch und beendete den „gemütlichen“ 11,6km-Lauf in 4:20-Pace. Im Ziel wartete ich wieder auf den Läufer, der mir den Weg zum Marktplatz zeigte, denn er bot mir vorher schon an, dass ich mit ihm und seiner Frau auch wieder zurück zu meinem Auto fahren könne.
Wir tranken noch ein Bier zusammen, kamen so ins Erzählen und schließlich bot er mir an für meinen Aufenthalt in deren ausgebautem Keller zu wohnen. Ich kann gar nicht sagen, was ich damit für einen Glücksgriff tat, denn nicht nur, dass ich 500m vom Solarer Berg und 3km vom Schwimmstart wohnte, lernte ich auch eine sehr, sehr nette Familie kennen, deren Kontakt ich gerne in Zukunft auch aufrecht halten möchte.
Es ist brutal schwierig in Roth oder Hilpoltstein eine Unterkunft zu finden, denn es sind beides kleine Dörfer, die einmal im Jahr völlig aus den Nähten platzen. Also kommen viele Starter in Ortschaften drumherum, oft sogar in Nürnberg unter. Dies hat zur Konsequenz, dass man permanent zu den diversen Elementen der Triathlonwoche hin und her pendeln muss.

Meine erste Nacht verbrachte ich aber noch im Zelt direkt neben dem Schwimmstart. Auch das ist eine ganz gute Alternative, da es natürlich super zentral ist, aber man muss es halt auch mögen im Zelt zu übernachten. Für die Nacht vor dem Wettkampf wäre dies keine Alternative für mich gewesen und ich wäre in den Süden Nürnbergs in ein Hotel gezogen.

Freitag morgen nutzte ich aber erst noch die Nähe zum Kanal und schwamm eine gute halbe Stunde beim offiziellen Schwimmtraining. Anschließend holte ich meine Startunterlagen, schlenderte über die Expo und zog mich ins Cafe Waldblick am Rand von Roth zurück, wo ich gemütlich auf der Terrasse saß und Ruhe suchte. Die fehlende Ruhe sehe ich als ein Argument an, weshalb ich letztes Jahr nicht mein Leistungspotential abrufen konnte. Die Triathlonwoche in Roth ist ein phantastisches Erlebnis, aber wenn man jeden Programmpunkt mitnimmt, geht man Samstag abend ziemlich gestresst ins Bett und muss wenige Stunden später schon aufstehen um rechtzeitig und gut vorbereitet am Start zu stehen.

Am Nachmittag ging ich doch nochmal über die Expo und traf einen guten Freund. Außerdem nutzte ich die Gelegenheit mein Rad beim Canyon-Stand vorzuführen. Auf meiner letzten Radausfahrt hatte ich das Gefühl, dass es bei jeder Radumdrehung einen kleinen Schlag gab, konnte diesen aber nicht lokalisieren. Auch der Canyon-Mechaniker fand nichts, was mich beruhigte. Im Rennen trat das Phänomen dann auch nicht mehr auf.
Nachdem ich dann bei meiner „Traumunterkunft“ eingecheckt hatte, fuhr ich zurück nach Roth zur Pasta-Party. Ich traf dort Henning, den anderen Teilnehmer aus meinem Verein. Ich war flott wieder zurück und war erstmal froh früh ins Bett gehen zu können. Als ich mich gerade schlaffertig machte, erreichte mich die WhatsApp meines Gastgebers, der noch auf dem Dorffest in Hilpoltstein war und fragte, ob ich noch auf ein Bier vorbei komme. Ich kann bei sowas so schlecht „Nein“ sagen und war natürlich dort. Als ich um 0:37 Uhr nach zwei Bier (bei weiteren Runden siegte immerhin da die Vernunft) den Rückweg antrat, war ich noch unsicher, ob ich mich über den tollen Abend freuen oder die späte Uhrzeit ärgern sollte.


Auf der letzten Radausfahrt in Braunschweig - hier meldete sich mein Rad mit kleinen Schlägen bei jeder Umdrehung

Als am Samstag der Wecker klingelte, habe ich eine Weile überlegt, ob ich mich zum erneuten Schwimmtraining im Kanal aus dem Bett quäle oder doch lieber noch eine Stunde Schlaf ergänze. Es wurde doch das kühle Nass. Ich hatte am Vortag einen Testneo geschwommen – den gleichen, den ich auch trage, aber eine Nummer kleiner. Dieser hatte perfekt gepasst und ich hatte sogar überlegt, ob ich für 50% Rabatt bei Rückgabe meines Altneos diesen korrekt passenden für den Wettkampf noch käuflich erwerben wollte. Um das final beurteilen zu können, wollte ich dann doch nochmal mit „meinem“ Neo in den Kanal springen. Auch diesmal war ich positiv überrascht. Im Vorjahr war das Schwimmen noch eine echte Qual. Beim Training hatte ich mich bis zum Ende des kleinen Hafenbeckens kurz nach dem Start gekämpft – es kam mir ewig vor und der Weg zurück war nicht weniger mühsam. Diesmal bin ich einfach ein paar Meter geschwommen und war schon am Ende des Beckens. Dann habe ich noch ein paar Meter dran gehangen und bin zurück. 32 Minuten insgesamt, schon mehr als ein Drittel als die Wettkampfdistanz tags drauf. Das Schwimmen soll in diesem Jahr nicht das Problem machen.

Nach einem gemütlichen Eiskaffee mit meinen Traumgastgebern am späten Vormittag, stand dann die nächste Pflichtaufgabe an. Rad-Check-in in der Wechselzone 1. Ich verabredete mich mit Henning, damit wir noch 30 Minuten locker fahren konnten. Da ich ja mittlerweile höchst ortskundig war in Hilpoltstein, sind wir die kleine Schleife vom Solarer Berg bis zurück zum Schwimmstart gefahren. Ein lustiger Vergleich den Solarer Berg nochmal völlig ohne Menschenmassen zu sehen. Es ist eigentlich gar kein Berg, maximal ein großer Hügel. Aber wenn man ihn im Wettkampf hochfährt kommt absolutes Alpe d’Huez-Feeling auf. Die Fahrt diente auch der Beantwortung der Frage, welchen Helm ich im Wettkampf benutzen wollte. Während der Hinfahrt am Donnerstag entbrannte in meiner Facebook-Triathlonvereins-Gruppe eine Diskussion, dass ein Aerohelm 15 Watt bringt. Auf der Expo sah ich dann ein Exemplar für 89 EUR und schlug gleich zu. Auf der Testfahrt fühlte sich selbiger gleich sehr gut an, also klebte ich dort die Helmaufkleber drauf und ab in die Wechselzone.

Anschließend gab es beim Gastgeber spektakulär gute Lasagne und dann ging es auch schon wieder weiter zur Wettkampfbesprechung. Auch wenn mich dort keine neuen Erkenntnisse erwarteten, wollte ich doch teilnehmen. Irgendein Detail greift man dann doch noch auf, was am nächsten Tag wichtig werden wird. Diesmal war es die Regelung zum Windschattenfahren. Ok, das hätte ich auch ohne Wettkampfbesprechung gewusst, aber es war gut es nochmal live zu hören. Wenn man „erwischt“ wird, sollte es bei der Challenge Roth erstmals nicht nur eine Zeitstrafe von 5 Minuten geben, sondern auch einen zusätzlich zu laufenden km bei km28,5 des Marathon. Das ist schön Höchststrafe auf einer Langdistanz.

Ich finde es gut, dass der Fokus darauf gelegt wird, dass es faire Rennen gibt. Ich bin definitiv ein fairer Fahrer, aber habe Angst doch mal eine schwarze Karte zu sehen. Als schlechter Schwimmer bin ich sehr viel am Überholen und durchbreche dabei immer wieder die Windschattenzone. Wenn dann ein Radler sich doch mal wehrt und der Wettkampfrichter im falschen Moment zusieht, wird es mich wohl auch mal erwischen. Am Sonntag wurde ich zweimal ermahnt, aber konnte durch freundliches Lächeln und Zeichensprache zur Situation einer Strafe entgehen. Ich hoffe, dass die Strafen fair verteilt werden und wirklich die treffen, die sich durch „lutschen“ einen Vorteil verschaffen.

Sonntag abend dann die letzten Vorbereitungen in meiner Unterkunft und dann stand auch der Wettkampftag bevor.

Um 4 Uhr klingelte mein Wecker und ich stapfte gleich hoch um meine gewohnten 3 weißen Brötchen und einen Kaffee zu frühstücken. Beim Frühstück fiel mir dann ein, was ich am Vorabend unbedingt machen wollte, aber in der Hektik vergessen hatte: die Laufstreckenfiletierung. Im vergangenen Jahr hatte ich mir die Laufstrecke nur grob angesehen und beim loslaufen nichts anderes im Kopf, als „jetzt nur noch 42,2km laufen, dann bist Du im Ziel“. Ich finde das einen Wahnsinnsgedanken und gut möglich, dass dies einer der Hauptgründe war, weshalb ich schon nach 2,2km einfach gegangen bin. Ich kam mit dem Gedanken nicht klar, dass jetzt noch 40km laufenden Schrittes folgen sollten. Diesmal wollte ich mir die Strecke in Teilabschnitte aufteilen. So 3 bis 5km gehen immer, auch wenn es insgesamt 10 oder mehr Etappen davon geben sollte. Also legte ich mir die Karte der Laufstrecke auf den Tisch und prägte mir ein:

„3km bis zum Kanal, dann 7km bis zur Schleuse. 5km in Schleifen durch den Ort und dann 6km zurück bis zum Halbmarathon. Weitere 4km am Kanal bis zum Biergarten, wo meine Gastgeber zum Anfeuern warteten. Dann 3,5km bergauf zum Wendepunkt und wieder 3,5km zurück. Von da an sind es nur noch 10km bis zum Ziel. 4 davon am Kanal und die restlichen 6km sind ohnehin Schaulaufen und Ehrenrunde durch Roth.“ Ich sollte leider gar nichts von dieser Laufstreckenfiletierung im Wettkampf gebrauchen können.

Etwa halb 6 war ich in der Wechselzone und vollendete die gewohnten Vorbereitungen. Die Nervosität stieg und als kurz vor halb 7 der Start des Profifeldes angekündigt wurde, war ich ganz nah den Tränen. Ich habe ja schon einige Triathlon-Wettkämpfe absolviert, aber eine Langdistanz ist immer wieder was Besonderes.
Ich hatte meinen Neo schon komplett an und es waren noch 10 Minuten bis zum Start. Da sah ich die Dixihäuschen vor dem Schwimmstart und befand es für eine gute Idee dort nochmal eins zu besuchen. Also Neo wieder halb ausgezogen, schnell ins Dixi und…grmpf…kein Papier. Eine Frage in die Warteschlange davor und tatsächlich hatte jemand Klopapier mitgebracht. Puh! Meine Startwelle wurde schon ins Wasser geführt und ich hatte meinen Neo wieder nur halb an. Ohne das ich irgendwas sagte, stand plötzlich eine Helferin in meinem Rücken, sortierte den Reißverschluss, zog den Neo am Oberkörper noch zurecht und schloss meine Lieblingsschwimmhilfe. Das ganze passierte ohne dass wir auch nur ein Wort wechselten. Mir blieb nur „Danke“ zu sagen, umarmte sie und sprang anschließend schnell ins Wasser um auf meinen Startschuss zu warten.

Erste Disziplin: das verhasste Schwimmen

Mit dem lauten Knall schwamm ich los und es lief genau so ab, wie erhofft. Ich ließ alle anderen vor, blieb wie im Vorjahr am Rand des Kanals und spulte einfach mein Schwimmprogramm ab. Ich kann nicht schnell, aber die Frage welche Zeit ich im Kanal brauchen würde hing einzig nur vom Kopf ab, ob ich die Strecke durchkraulen würde oder ob ich wie im Vorjahr zwischenzeitlich die Lust verliere. Am Rand des Kanals zu schwimmen hat zwei Vorteile. Erstens entkommt man so der groben Prügelei im Feld und man ist näher an der Böschung dran und sieht so sehr gut den Streckenfortschritt, den man von Zug zu Zug macht.


Der Südafrikaner Kevin Garwood zog seinen kindergelähmten Sohn Nicholas auf einem Kanu mit, hatte ihn auf dem Rad auf einem speziell angefertigten Sitz und schob ihn beim Laufen vor sich her

Die erste Wendeboje kam viel schneller als befürchtet. Mit schnell meine ich nicht eine besonders gute Zeit, aber vom Kopf her verging die Zeit schön flott und so wusste ich, dass ich jetzt eigentlich „nur“ noch die rund 1.500m zurück zum Start musste, bevor mich noch eine kleine „Ehrenrunde“ von 800m erwartete. Im Gegensatz zum Vorjahr vergingen auch die 1.500m sehr zügig und ich begann mich schon auf die weitere Reise auf dem Rad und in den Laufschuhen zu freuen.

Leider passierte dann doch ein kleines Drama, was mich von einer noch besseren Schwimmzeit abhielt. Natürlich hatten mich immer wieder schnelle Schwimmer aus hinteren Startgruppen ein- und überholt. Oft läuft es so ab, dass die sich erst einen Moment freuen einen Wasserschatten gefunden zu haben, bevor sie dann ein paar mal auf eine Beine einprügeln und dadurch merken, dass es wohl besser ist mich zu überholen. Bei ca. 3.100m war ein Schwimmer aber so im Wettkampfmodus, dass er fast über mich drüber geschwommen ist. Er rückte mir immer näher auf und prügelte schon nicht mehr auf meine Beine, sondern auf den Rücken ein. In der Panik, dass ich nun deutlich Gewicht auf mir liegen hatte, machte ich ein paar Abwehrbewegungen mit den Beinen und zog mir prompt einen Krampf zu. Den Schwimmer war ich los, aber nun musste ich doch kurz an den Rand des Kanals manövrieren um meinen Krampf wegzudrücken. Ich brauchte eine Weile, bis ich wieder meinen Schwimmrhythmus gefunden hatte, war nun aber auf dem Weg zur zweiten Wendeboje.

Als ich den Rand verließ und damit wieder den anderen Teilnehmern näher kam, steckte ich wieder ein paar Schläge ein. Einen davon auf meine Uhr und ich hatte Sorge, dass diese angehalten wurde. Ich riskierte einen Blick, eigentlich nur um zu sehen, ob die Stoppuhr noch lief. Dadurch sah ich aber erstmals meine aktuelle Wettkampfzeit. 1:07:xx zeigte die Uhr und es waren gefühlt noch gut 700m zu schwimmen. Jetzt war ich top motiviert und wollte meine Schwimmbestzeit aus einer Langdistanz verbessern. 1:22 habe ich in Frankfurt 2013 benötigt. Im Endeffekt sollte es mir doch nicht gelingen. Als ich den Schwimmausstieg erreichte, blickte ich wieder auf die Uhr und sah eine 1:23:29. Egal, keine Bestzeit, aber eine gute Basis um das weitere Rennen anzugehen. Die Zeit bedeutete Rang 2143 von insgesamt 3163 Einzelstartern und immerhin 6 Minuten schneller als im Vorjahr an gleicher Stelle.

Wechsel 1: Aus dem Neo auf das Rad

In den Wettkampfmodus ging ich dann gleich in der Wechselzone über. Hier kannte ich mich aus dem Vorjahr bestens aus und eilte geschwind durch den üblichen Prozess. Eine Helferin rupfte mir den Neo von den Füßen, ich schüttete den Wechselbeutel aus in dem sich 6 Salzbeutel (in der Vorwoche in Frankfurt verstarb ein Starter, weil er zu wenig Salz zuführte), Kontaktlinsen und meine Startnummer befanden. Die Kontaktlinsen waren nur für den Notfall, falls mir jemand die Brille beim Schwimmen vom Kopf rupfte. Das Salz verstaute ich im Zweiteiler und die Startnummer befestigte ich im Laufen zum Rad. Ich zog den neuen Helm über und nachdem ich es am Vortag einige Male geübt hatte, schloss auch der etwas komplizierte Verschluss schnell. Ich schnappte mir den Drahtesel und sprang auf. 1:55 Minuten dauerte das ganze Prozedere und ich erreichte in dieser Teildisziplin damit Rang 53 und war zum Beispiel schneller als 10 der insgesamt 32 gestarteten männlichen Profis.

Zweite Disziplin: konservativ Rad fahren

Auf dem Rad wollte ich es nun konservativ angehen um noch Kraft für den abschließenden Marathon zu sparen. Ich startete meinen Garmin, fuhr nach Gefühl los und schaute 2 bis 3 km lang, was für ein Tempo meine konservative Fahrweise wohl bedeutete. Dann schaltete ich den Garmin auf den Kartenmodus, da ich nicht permanent den Schnitt begutachten wollte. Ich würde doch einen „Zielschnitt“ für mich erarbeiten und dann mit aller Kraft versuchen diesen zu erreichen.

Die erste Radrunde verging für den Kopf ebenso schnell wie das Schwimmen. Ich kannte die Strecke ja vom Vorjahr und ich weiß gar nicht so genau, wo die ganze Zeit geblieben ist. Plötzlich war ich schon am Solarer Berg und damit gefühlt die erste Runde schon durch. Nach diesem spektakulären Teilstück, dem wahrscheinlich berühmtesten Stück Triathlon-Rennstrecke der Welt, kam nur noch das kleine Teilstück was ich am Vortag schon gefahren war und dann ging es in Runde 2.

Als ich in Eckersmühlen dann tatsächlich auf die zweite Schleife einbog, riskierte ich doch einen Blick auf den bisherigen Geschwindigkeitsschnitt. 35,6km/h zeigte der Tacho. Wenn ich diesen Schnitt beibehalten hätte, wäre es eine 5:03:22 geworden. Damit hätte ich dann schon 15 Minuten zum Vorjahr gewonnen und ich hätte wohl mit 6:31 Stunden auf die Laufstrecke gewechselt und damit gute Chancen gehabt meinen Traum von der 10-Stunden-Marke schon in diesem Jahr zu erreichen.

Ich konzentrierte mich also auf das Vorhaben diesen Schnitt einfach beizubehalten. Bloß die Komfortzone nicht verlassen und dann einen Marathon in gemütlicher 5-Minuten-Pace laufen – das sollte doch gehen. Mit diesen Gedanken tauchte ich ab und wollte dann nach der Wechselzone 2 mit der Umsetzung meiner Laufstreckenfiletierung beginnen. Aber genau hier endete der Traum.

Ich muss so sehr in diesen Gedanken abgetaucht sein, dass ich einen Moment lang die Konzentration auf die Straße verlor. Ich rollte eine seichte Abfahrt auf offener Landstraße in Richtung Heideck. Knappe 100km der insgesamt 180km langen Radstrecke hatte ich absolviert. Wie so oft im Rennen fuhr ich nahe des Mittelstreifens um fleißig Radfahrer zu überholen. Irgendwie schien mein Blick abgetaucht zu sein. Keine Ahnung, ob ich die Straße, die überholten Teilnehmer oder was auch immer angeguckt habe. Es war jedenfalls nicht der Blick nach vorne, der eigentlich notwendig war mit meinem neuen Aerohelm die optimale Position zu halten.

Als ich dann doch wieder nach vorne sah, war es zu spät. Ich sah mich mittig auf eine Verkehrsinsel zurollen. Sofort realisierte ich, dass ein Ausweichen nicht mehr möglich war. Immerhin schaffte ich noch ein leichtes Ausweichmanöver um nicht frontal auf das Verkehrsschild zu prallen, welches mittig vorne an der Insel angebracht war. Das Ausweichmanöver hat aber nicht mehr gereicht um den sehr hohen Bordstein der Insel zu umgehen. Ich prallte voll dagegen und hob ab. Mit dem Rad noch an den Klickschuhen eingeklickt, rotierte ich nach vorne. Es ging alles wahnsinnig schnell. Das Rad muss sich dann doch gelöst haben und die Geschwindigkeit muss gereicht haben, dass ich die Rotation sogar über den Kopf hinaus weiterführte. Ich prallte voll mit dem Rücken auf den blanken Asphalt. Hinterher zeigte sich am zweiteiler, dass der gesamte Rücken blutig war. Die konkrete Aufschlagstelle muss am Rücken aber noch besser zu erkennen gewesen sein. Was die herbeieilenden Helfer große Sorgenfalten im Gesicht machen ließ.

Wechsel 2: Vom Asphalt in den Krankenwagen

Ich muss ziemlich direkt zum liegen gekommen sein, denn am Rest des Körpers habe ich vergleichsweise wenig Schürfwunden. Ich erinnere mich nur, dass ich sofort vor Schmerzen laut schrie. Den Rest bekommt ich nur noch aus bruchstückhaften Erinnerungen zusammen.

Es muss wohl eine Helferin – ein Streckenposten oder so vor Ort gewesen sein, die mir gleich sagte, dass ich schon der zweite sei, der die Verkehrsinsel übersehen hatte. Der andere Fahrer war aber nicht so schwer gestürzt, sondern wartete nur mit gebrochener Achse auf neues Material. Dann kam eine Wettkampfrichterin herbei – mittlerweile weiß ich schon, dass sie Monika heißt und zeigte mir, dass der Helm ganze Arbeit geleistet hat. Ich bin definitiv nicht auf dem Kopf aufgeschlagen, aber dennoch war das Material des ein Tage alten Helm total zertrümmert.

Dann war da ein erster medizinischer Helfer. Er nahm den Sturz auf und widmete sich meiner. Er stellte Fragen zu meinem Namen, meiner Befindlichkeit und der Art meiner Schmerzen. Er war auch der erste, der nach Ansicht meines Rückens meine Beine abtastete um zu checken, ob ich noch Gefühl dort hatte. Ich lag da und hatte das Gefühl, dass ich mich besser nicht bewege. Ich wurde in stabile Seitenlage gelegt und sah meinen blutigen Arm. Die Schmerzen kamen aber vom Rücken und der linken Schulter. Mein Rad muss direkt hinter mir gelegen haben, aber ich hatte keine Chance es nochmal anzusehen. Mir wurde heiß und die ersten Gedanken schossen mir durch den Kopf, was dieser Sturz wohl für mein weiteres Leben bedeuten könnte. Der medizinische Helfer stabilisierte weiter meine Position, ordnete an, dass mir Helfer mit einer Wärmedecke Schatten gegen die Hitze geben sollten und ich bittete die Helfer mir die Radschuhe auszuziehen. Der Mediziner legt mir eine Injektionsnadel. Dann hörte ich das Martinshorn und ein Notarzt übernahm. Ich bekomme Dipidulor gespritzt. Das Internet klärt mich hinterher auf, dass es sich hierbei um ein sehr starkes Schmerzmittel handelt. Auch der Notarzt wirft klar erkennbare Sorgenfalten, als er die Aufprallstelle an meiner Wirbelsäule sieht.

Der Notarzt erkundigt sich, ob ein Rettungswagen unterwegs sei und um welche Art es sich handelt. Dieser trifft auch bald ein und ich werde unter starken Schmerzen erstmals von der Straße auf eine Liege umgelegt. Ich werde an allerhand Gurten festgeschnallt, damit jegliche Form von Bewegung nahezu unmöglich wird. Vom Schmerzmittel wird mir etwas schummrig, aber ich bekomme mit, wie ich in den Rettungswagen eingeladen werde. Die Sanitäter unterhalten sich über eine geeignete Route ins Krankenhaus nach Roth. Der Wettkampf läuft noch, also ist die Hauptstraße auch für den Rettungswagen nicht der optimale Weg. Immer wieder werde ich gefragt, ob ich noch Gefühl in den Beinen habe – ich kann es zum Glück jederzeit bejahen.

Dritte Disziplin: gesund werden

Nach gefühlt einer Ewigkeit auf hubbeligen Nebenstraßen erreichen wir das Krankenhaus. Es bricht in der Notaufnahme etwas Panik aus und ich werde sofort geröntgt. Rücken und Schulter sind vorgesehen. Die Diagnose der Schulter kommt schnell. Das Schlüsselbein ist glatt durchgebrochen. Bis sich einer meine Rückenbilder anschaut, vergeht gefühlt eine Ewigkeit. Dank der Schmerzmittel und der klimatisierten Klinik, komme ich etwas zu mir und kann der weiteren Untersuchung etwas besser folgen. Ich hatte große Panik vor der ersten aktiven Bewegung meines Rückens, aber ich stelle erleichtert fest, dass es zwar unglaublich schmerzt, aber dann doch irgendwie geht.

Ich werde in einen Rollstuhl gesetzt und dem Ultraschall übergeben. Hier wird geprüft, ob innere Organe betroffen sind. Auch hier erfahre ich erleichtert, dass keine weitere Diagnose festgestellt wird. Mittlerweile ist die Notaufnahme voll. Ein Teilnehmer und eine Zuschauerin sind eingetroffen – sie ist auf die Strecke gegangen, er hat sie umgefahren. Ein weiterer Radler ist vor Ort. Er hat nicht teilgenommen, war aber in Klickschuhen unterwegs, wollte sich irgendwo anlehnen, was aber nachgegeben hat. Er kippte um und zog sich einen offenen Sprunggelenksbruch zu.

Die Ärzte rotieren – meines Erachtens etwas chaotisch – und schaffen es so gar nicht so richtig irgendwem zu helfen. Einer sagt mir auf Nachfrage, dass die Dienste zu Zeiten des Triathlon nicht die beliebtesten im Rother Klinikum sind. Eine Schwester erzählt mir später, dass die Disposition auch es in diesem Jahr wieder nicht geschafft hat den Dienst mit zwei Ärzten zu besetzen – oder wenigstens einen zweiten Arzt auf Bereitschaft zu haben. Ich mache niemandem einen Vorwurf. Meine Schwester ist selbst Ärztin im Krankenhaus und das Gesundheitssystem scheint es nicht besser herzugeben.

Endlich widmet sich ein Arzt mal konzentriert meinen Röntgenbildern und gibt erste Entwarnung hinsichtlich meines Rückens. Die klare Diagnose ist weiterhin Bruch des Schlüsselbeins und die Frage, ob ich es operieren lassen möchte und wenn ja, ob ich es in Roth oder in meiner Heimat tun lassen möchte. Ich versuche meine Schwester in Köln zu erreichen, scheitere aber leider. Ich fühle mich aber nicht nach irgendeiner Form von Transport, also willige ich ein in der Klinik in Roth erstmal stationär aufgenommen zu werden.

Am Abend erreiche ich meine Schwester und sie bestätigt, dass sie mir genau diesen Ratschlag gegeben hätte. Man muss einen Schlüsselbeinbruch nicht operieren, das Risiko eines fehlerhaften Zusammenwachsens ist aber hoch und es dauert auf jeden Fall länger. Montag morgen, ich hatte in der Klinik eine überraschend gute Nacht – wahrscheinlich weil ich noch eine Elefantendosis Schmerzmittel im Körper habe – kommt der Chefarzt und klärt mich zur OP auf. Auch er empfielt den Eingriff und die Verarztung des Schlüsselbeins mit einer Titanplatte. Ich willige ein und wenige Stunden später liege ich im OP.

Als ich aufwache habe ich wieder starke Schmerzen und im Aufwachraum bekomme ich wieder die Riesendosis Schmerzmittel. Als sich mein Zustand stabilisiert, komme ich wieder auf Station und kann durchatmen. Der Arzt kommt am Abend der OP nochmal zu mir und ordnet weitere Untersuchungen an. Mein Handgelenk soll geröntgt werden und eine Computertomographie soll meine Wirbelsäule nochmal detailliert analysieren. Ich habe die Ergebnisse noch nicht, aber es fühlt sich so an, als ob ich auf dem Weg der Besserung bin. Heute, am Dienstag vormittag bin ich meine ersten Schritte über den Klinikflur gegangen. Mein Rücken tut weh, aber ich denke es sind wirklich nur Prellungen. Die operierte Stelle am Schlüsselbein schmerzt natürlich auch, aber das ist ja die Standardverletzung des gemeinen Radfahrers. Das werde ich schon überstehen.

Ich bin total gerührt, als ich vom CT zurück komme und eine SMS der Wettkampfrichterin sehe, die gleich nach meinem Sturz eintraf. Monika wünscht mir eine gute Genesung und erkundigt sich, was überhaupt die Diagnose ist. Ich lasse ihr meine Entwarnung zukommen und sie kann mir sogar die Namen der Streckenposten geben, die bei meinem Sturz direkt vor Ort waren. Ich hoffe ich bekomme noch mehr Infos über die heraus, denn ich möchte möglichst vielen Helfern Danke sagen. Danke für die erste Hilfe! Ich war für einige Momente ziemlich verzweifelt und ich hatte den Eindruck, dass jeder sein wirklich bestes getan hat um mir im Rahmen der Möglichkeiten zu helfen.

Das passt zum Triathlon in Roth. Dieses Event ist der Wahnsinn. Hier ist jeder mit Herz und Seele dabei. Im Krankenhaus spricht mich jeder auf den Triathlon an. Ganz viele haben schon als Staffelteilnehmer mitgemacht, sogar auch mein behandelnder Chefarzt, der die Radstrecke schon gefahren ist. Ich danke allen Rothern, egal ob Triathlon-Orgateam, ob einer der 6.000 Helfer oder Angestellter im Krankenhaus. Ihr seid echt die Besten und ich kann mir nicht vorstellen als Triathlet in einer nicht so triathlonverrückten Stadt auch nur annähernd so gut behandelt worden zu sein.

Der Blog ist fast fertig, da muss ich doch noch durch ein tiefes emotionales Tal durch. Mitten in der Freude über die SMS der Kampfrichterin und der Entwarnung, die ich ihr geantwortet habe, kommt der zuständige Arzt für das CT in mein Zimmer. Er bittet mich sofort, mich nicht mehr zu bewegen. Er hat auf dem CT deutliche Splitterungen an 4 Wirbeln gefunden und eine davon macht ihm Sorge, dass sie instabil zu sein droht. Mit anderen Worten, die Stabilität der zentralen Nervenbahnen ist gefährdet. Ich soll ins MRT, in die Röhre, um endgültige Gewissheit zu erlangen. Ich fülle einen Standardfragebogen aus, und stocke an der Frage, ob ich Metall im Körper habe. Ich erzähle von der gestern eingesetzten Titanplatte und da steigt ihm Panik ins Gesicht. Er verlässt den Raum und kommt ein paar Minuten später wieder.

Eigentlich geht das mit der Titanplatte nicht, aber er braucht dringend MRT-Ergebnisse - also probieren wir es. Ich erhalte eine Klingel und soll Signal senden, falls durch die Magnetspulen die Titanplatte in meinem Körper zu heiß wird. Insgesamt 30 Minuten liege ich in der Röhre und spüre die deutliche Erwärmung. Mir geht durch den Kopf, was passiert, wenn der Wirbel wirklich durch gebrochen ist. Ich kann es medizinisch in diesem Moment noch nicht beurteilen. Ich halte die Hitze aus - möchte ja auch die Ergebnisse haben.

Als ich fertig bin frage ich die durchführende Ärztin, die aber keine Diagnose geben darf. Sie sagt, dass man deutlich etwas sieht, aber für die Diagnose sei der zuständige Arzt zuständig. Das beruhigt mich nicht gerade. Glücklicherweise muss ich nicht lange warten. Etwa 15 Minuten nachdem ich wieder auf meinem Zimmer liege, kommt der Arzt und gibt Entwarnung. Ich habe Brüche an 4 Lendenwirbeln. An drei davon sind es nur Absplitterungen an den Fortsetzen, ein Wirbel ist gesprengt - sogar ein Ödem hat sich an der Bruchstelle gebildet. Aber die Stabilität ist nicht gefährdet und damit reichen konservative Behandlungsmethoden aus...also Schmerzen akzeptieren und ausheilen lassen. Jetzt steht es endgültig fest - ich habe unglaubliches Glück gehabt.

Ein phantastisches Gespräch mit dem Chefarzt gibt mir Perspektive für die nächsten Tage, Wochen und Monate. Ich habe mich jetzt knapp 2 Tage lang nach dem Sturz gesammelt und blicke nach Vorne. Ich habe ein gebrochenes und operiertes Schlüsselbein, sowie 4 gebrochene Lendenwirbel, die aber im Laufe der Zeit von selbst verheilen werden. Freitag wird mich der ADAC heim nach Braunschweig bringen – das habe ich schon geklärt. Danach muss ich 6 Wochen mit Belastung komplett aussetzen, damit mein Schlüsselbein komplett wieder zusammen wächst. Danach darf ich alles machen, was keine Schmerzen bereitet. Aber der Chefarzt warnt mich vor. Wenn ein Motorradfahrer mit 50 gegen einen Baum fährt, wird eine umfangreiche Traumatherapie gemacht. Wenn ein Triathlet mit 46,2km/h gegen eine Verkehrsinsel fährt, wird davon erstmal nicht ausgegangen. Aber die Situation ist im Grunde vergleichbar. Mein Körper wird sich an den Sturz erinnern und mich immer wieder auf verschiedene Arten und Weisen darauf aufmerksam machen. Ein halbes Jahr setzt der Arzt an, in dieser Zeit soll ich mit keinen sportlichen Höchstleistungen mehr rechnen. Ich darf alles, was nicht weh tut - aber ich muss mich vortasten. Der New York Marathon am 1.11. ist erlaubt - aber ich soll es entspannt angehen und genießen. Das könnte meinem Körper eher bei der Bewältigung helfen. Die Strukturen, die Knochen und die Festigkeit sollten bis dahin wieder intakt sein.

Ich werde wiederkommen und zwar nach Roth. Dies ist der Mittelpunkt der Triathlonwelt und genau hier werde ich eines Tages noch eine komplikationsfreie Langdistanz absolvieren und das ganze Event in seiner kompletten Schönheit genießen. Und wenn ich darf, dann „buche“ ich mich immer wieder in meiner Traumunterkunft, dem ausgebauten Keller in Hilpoltstein ein. Denn dort habe ich neue Freunde kennengelernt.

Vielen Dank Roth! Vielen Dank Challenge! Vielen Dank Bernd, Manuela und Familie! Vielen Dank ihr Zuschauer beim Schwimmen, an der Radstrecke und vor allem am Solarer Berg. Das gibt es wirklich nirgendwo anders auf der Welt. Vielen Dank ihr 6.000 Helfer und vor allem diejenigen, die als erstes bei mir an der Unfallstelle waren. Vielen Dank liebes Klinikteam um Dr. Strube, die mich hier wieder zusammengeflickt haben und selber mitgefiebert haben, ob ich wohl schwerere Verletzungen davon tragen werde. Vielen Dank!!!

5
Gesamtwertung: 5 (15 Wertungen)

Was soll man hierzu

Was soll man hierzu schreiben? Mir fehlen die Worte. Es tut mir sehr leid. Habe mich nach den ersten Zeilen sehr auf dem weiteren Bericht gefreut, aber nach der Unfallbeschreibung war ich geschockt. Ich bin sehr froh, dass nicht mehr passiert ist und Du wieder auf dem Wege der Besserung bist. Trotzdem ein toller Bericht. Danke für die Mühe und gute Besserung.

Da muss ich erstmal schlucken...

Mensch, Daniel, was für ein Glück im Unglück! Ich schicke dir einen großen Strauß Gute-Besserungswünsche. Dein Blog liest sich dabei so durchaus positiv. Und genau diese Einstellung wird dir helfen, wieder vollkommen gesund zu werden.

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Ach du sch...

und ich wollte fragen, ob du am Sonntag in Braunschweig startest...

Lieber Daniel, ich wünsche dir eine gute und schnelle Heilung! Glück im Unglück und ein weiteres Votum für das Tragen eines Helms, aber trotzdem ist es einfach Mist.

Alles Gute aus dem Saarland!

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Scheixxe nochmal hast du ein

Scheixxe nochmal hast du ein Glück gehabt. Die Wunden werden heilen und wenn du 2016 vorhast dort zu sein trifft man sich vielleicht.
Ich wünsch dir mal eine gute Besserung und danke für den Bericht.

LG aus dem Saarland

.....Der Schmerz geht, Aufgeben bleibt für immer!.....

Daniels Sicht der Dinge ?

Mann Mann Mann ... :-(

Ich wünsche Dir alles alles Gute !!! Komm bald wieder auf die Beine, sei geduldig und behalte vor allem Deinen Optimismus bei !

Vielen Dank für diesen wohl sehr schweren Blog ... er zeigt mal eine ganz andere, aber leider doch realistisch mögliche Sicht der Dinge.

Gute Besserung !

Schluck,

ich lese Deine Berichte immer sehr gerne, aber hier hätte ich mir doch einen anderen Verlauf gewünscht.
Aber Du schaffst es, selbst Deinen Unfall und den KH-Aufenthalt spannend zu beschreiben.
Ich wünsche Dir gute Besserung und drücke die Daumen, dass alles schnell und gut verheilt.

Und toll, dass Du trotzdem wieder Triathlon machen willst, manch einer hätte spätestens jetzt das Handtuch geschmissen.

LG,
Anja

Gute Heilung!

Hallo Daniel,

alles Gute für den Heilungsprozess und die (weitere) mentale Verarbeitung.

NY Marathon zum Genießen ist eine gute Aussicht für einen versöhnlichen Jahresausklang und im nächsten Jahr kannst Du dann hoffentlich wieder angreifen und uns bei Jogmap mit deinen tollen und bilderreichen Wettkampfberichten begeistern.

Aber jetzt erst mal Disziplin 3 "gesund werden" erfolgreich finishen. ;)

Moritz

Auch auf diesem Wege nochmal

gute Besserung!

Wird dauern, wird Geduld brauchen - aber Du wirst wieder zurückkommen und das ist die Hauptsache.

Mann, hast Du ein Gluck im Unglück gehabt!

Die Schwimmzeit hätte ich gern genommen - war bei mir die Minutenzeit umgedreht und ich fand mich schon überwältigend gut gegenüber meinen Erwartungen :lach:

Und genau davor hab ich auch Schiss (und komme deshalb nicht nach Roth, wo ich ein Video von gesehen habe): als Radfahrer/in eine/n Zuschauer/in zu überfahren. Nein, danke!

Der Helm ist hinüber - war aber preiswert (also seinen Preis wert)!

Alles Gute

und komm bald wieder auf die Beine

Gute besserung!!!

Ich habe 100 Emotionen durchlebt beim lesen....
Erst ein Lächeln (wie immer bei deinen Blogs), dann Spannung, Gänsehaut, Entsetzen und Pipi im Auge....
Ich wünsche dir, dass alles wieder heilt, du weiter optimistisch bleibst und möglichst wenig Schmerzen!!!

Gute Besserung!

Gute Besserung auch vom Süden. Wünsch dir vollständige und schnelle Genesung und den Mut deine Verletzung auch wirklich ausheilen zu lassen.
Mehr den je wird von dir wohl jetzt gefordert ganz besonders gut auf deinen Körper zu hören. Hoffe ihr beide sprecht die gleiche Sprache.

Fest die Daumen drück, alle(n) beide(n) :-)

Glück im Unglück

gehabt. Gut, dass du einen modernen Helm aufhattest und offensichtlich deine Armee Schutzengel bei dir war. Ich wünsche dir von Herzen gute Besserung!...going beyond the mind -it's where the magic happens...

alter schwede...

...daniel, hast du glück im unglück gehabt. junge junge *koppschüttel*
erstmal danke für diesen - wieder mal - fesselnden blog, auch wenn er nicht wirklich gutes enthält.
ich wünsch dir jetzt erstmal eine schnelle und komplikationsfreie genesung. wir sportler sind da ja meist im vorteil, das hab ich nach meiner bauch-op im april gemerkt.
auch schieb ich dir ne großpackung geduld rüber, die wirst du brauchen. und halt uns auf dem laufenden über deinen gesundheitlichen fortschritt, ja?
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laufend nimmt dfroby mal vorsichtig-tröstend virtüll in den arm: happy™

"man muss es so einrichten, dass einem das ziel entgegenkommt." (theodor fontane)

Ach nee...

Das braucht doch wirklich keiner! Werde schnell wieder gesund.

Gute Besserung

Gute Besserung aus Ostfriesland

Hallo Daniel,
es fing alles so gut an, und dann so ein Unglück. Beim durchlesen hatte ich Gänsehaut .Von ganzen Herzen wünsche ich Dir gute Besserung erhole Dich gut und das nötige Glück und Erfolg für Dein Marathon in New York.

Spät aber von Herzen...

... auch von mir gute Besserung und alles Gute. Deine Einstellung ist absolut bewundernswert - so muss das einfach wieder alles gut werden. Und vielen Dank auch noch für den Bericht.

Die besten Wünsche von
yazi

Spät - aber für den Heilungsprozess nicht zu spät:

meine Wünsche, dass Du so bald wie möglich dieses Trauma überwindest und wieder ganz gesund wirst!

Deine so positive Haltung zu diesem Event und zum Triathlonsport wird dir sicher helfen, den Unfall zu vergessen, oder das beste draus zu machen! Vielleicht schärft er sogar deine Sinne (ohne dich langsamer zu machen...)

Ich hab immer noch Gänsehaut nach dem Lesen -- ja: ich glaube auch, dass dein Schutzengel da ganze Arbeit geleistet hat!
Auf diesem Weg alles Gute!
(und natürlich auch alles Gute auf dem Weg nach Roth 2016, wie ich gerade gelesen habe....)

Gruß, Dominik
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"Was zu schnell ist, weiß man meist erst hinterher!"
(fazerBS)

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