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Benutzerbild von Sonnenblume2

Immerhin war es beim Einrichten der Wechselzone noch trocken, zwar schon Grau in Grau, doch mit 18 Grad nicht gerade kalt und eben TROCKEN.

Ich hatte mich zum dritten Mal am Ufer des Altwarmbüchener Sees vor den Toren Hannovers eingefunden, um dort bei der Volksdistanz mitzumachen. Die Atmosphäre ist dort immer sehr familiär. Die Teilnehmerzahlen überschaubar. So starteten 184 Athleten auf die Volksdistanz.
Meine beiden Teamkameraden wollte die Olympische Distanz in Angriff nehmen. Aber sieben Leute aus meiner Schwimmtrainingsgruppe waren auch bei Volksdistanz dabei. So verging die Wartezeit auf den Start bei aufgeregtem Geplapper in Windeseile.
Im Gegensatz zu den beiden Vorjahren war dieses Jahr sogar der Neo zum Schwimmen erlaubt. Den Vorteil für meine Wasserlage nutzte ich natürlich gern. Das lohnt sich auch bei nur 750m für mich allemal.
Um 11 Uhr fiel der Startschuss für meine Welle. Ein Landstart, also erstmal ins flache Wasser gelaufen und irgendwann selbstständig mit Schwimmbewegungen begonnen ;-) Wieder durfte ich die interessante Erfahrung machen, im Pulk zu schwimmen und hier einen Schlag auf den Kopf abzubekommen, dort einen Seitenhieb mit dem Ellenbogen und von der anderen Seite einen Tritt mit dem Fuß…. typisches Tria-Startgerangel. Ein Zeichen dafür, dass ich schneller geworden war als noch vor einem Jahr. Denn da schwamm ich gemütlich hinterdrein und hatte meine Ruhe. Ich schwamm einen gleichmäßigen Dreierzug durchs 20 °C warme Wasser und versuchte ohne allzu viel Zickzack auf die Boje 2 da ganz weit hinten zuzuhalten. Links eine Brustschwimmerin, rechts ein Krauler. Aber irgendwie sortierte sich das Feld noch ständig hin und her. Nach dem ich Boje 2 umrundet hatte und Richtung Boje 3 schwamm, bekam ich plötzlich keine Luft mehr. Ich hatte das Gefühl, der Neo schnürt mir den Brustkorb ab und ich kann nicht mehr tief einatmen. MOMENT MAL! Das ist doch Quatsch! Wahrscheinlich schwimme ich gerade deutlich über meinem Limit und bin im Sauerstoffmangel. ALSO: Weiterkraulen, aber Tempo etwas raus und erstmal Zweierzug. Ja, das half. Die Panik legte sich. Ich bekam wieder ausreichend Luft. Rum um die Boje 3 und jetzt die lange Gerade zurück zu Boje 1 und zum Zielbogen am Sandstrand des Sees. Ich schwamm meinen Stiefel, schöner Dreierzug, immer wieder Orientierung nach vorn, denn mein Rechtsdrall wollte mich immer wieder vom Kurs abbringen. Dann war das Ufer erreicht. Aufstehen; über den Sandstrand ging es unter dem Gejohle des Publikums in die Wechselzone. Hier stand am Eingang ein großer Bottich mit Wasser, wo man sich den Sand von den Füßen spülen konnte. Aber was war das? ES REGNETE! Mein Handtuch war nass, meine Radschuhe und die Socken waren nass. Das Rad war nass… Aber irgendwie gelang es mir trotzdem zügig aus dem Neo und mit nassen Füßen in die nassen Socken in die nassen Radschuhe zu schlüpfen. Nummer um, Brille und Helm auf, Rad geschnappt, losgelaufen. Erst hinter der Wechselzone, kam die erste Zeitmessmatte. Und da hatte ich für 750m Schwimmen plus Wechsel 21:48min stehen. Also war ich wieder um die 20min geschwommen, das war eine super Zeit für mich!

Jetzt kam meine Paradedisziplin, bei der ich neuerdings bessere Zeiten abliefere als beim Laufen: das Radfahren. Ich düste sofort los, so schnell es ging, und rief den vor mir mitten auf dem Weg Fahrenden ein „Rechts fahren!“ zu. 20km Radfahren galt es schließlich optimal zu nutzen! Die Straßen waren nass, Regen von oben, Regen von unten, Regen von den Seiten, aber zum Glück kein wirklich kalter Regen. Und ich produzierte sowieso meine Wärme von innen heraus. Die Muskeln arbeiteten hart. Ich überholte und überholte und überholte. Ich liebe das Radfahren! Nur in den Kurven war ich vorsichtig, auf regennasser Straße wollte ich keinen Sturz riskieren. Da bremste ich jeweils ab und trug das Rad fast rum ;-) Es gab so einige 90 Grad-Kurven. Aber auf den geraden Abschnitten ging es auf den Unterlenker und ab dafür! Die Oberschenkel brannten, die Atmung am Anschlag. Ich genoss das Radfahren, ich freute mich an den Anfeuerern am Straßenrand und lächelte fröhlich in ihre Gesichter, bekam viel Lächeln zurück. Richtig super fand ich die lange Gegenfahrstrecke, wo ich nach meinen Teamkameraden Ausschau hielt, die die Strecke ja zweimal fahren mussten. Da war Raudine und ich rief ihr fröhlich ihren Namen entgegen. Dann wieder Tempo. Überholen. Windschattenbox beachten. Kurbeln, kurbeln, kurbeln. Es regnete immer noch. Und das war gerade total egal. Denn im Herzen hatte ich die Sonne!
Die 20km waren viel zu schnell vorbei. Runter vom Rad, Reinrennen in die Wechselzone, Rad einhängen, Schuhwechsel, Nummer nach vorn, Loslaufen. Habt ihr gemerkt, was ich vergessen hatte? Ja, ich hatte den Helm noch auf . Da musste ich laut lachen, riss ihn mir vom Kopf und legte ihn (noch in der Wechselzone) an den Rand. Hinterher habe ich auf meiner Garmine gesehen, dass ich die komplette Radstrecke im 32km/h-Schnitt gefahren bin. Und das bei Regen! Da bin ich echt stolz drauf! Nach der Wechselzone ging es wieder über die Zeitmatte, und dort stehen für 20km Rad plus Wechselzone 38:59min in der offiziellen Zeitmessung.

Ein Fünfer geht immer. Und beim Laufen machte der Regen ja nun gar nichts mehr aus. Es ging am Seeufer entlang, und ich schnaufte wie eine „Dampfmaschin`“ Ich freute mich über das Anfeuern meiner Schwimmfreunde und versuchte ein Tempo zu finden, das ich fünf Kilometer durchhalten konnte. Ganz einfach: Atmung am Anschlag, dann passt das schon. Nur als sich Seitenstiche anschlichen, nahm ich etwas raus. Die Laufstrecke war kurzweilig, weil sie größtenteils eine Gegenlaufstrecke ist. Ich grinste mal einfach in alle entgegenkommenden Gesichter und guckte, wie sie so reagierten: die Ernstgucker, die Quälkämpfer, die Zurücklächler – alles dabei. Und ich hatte meine Ablenkung. Am entferntesten Punkt der Strecke gab es ein Rundengummi als Beweis, dass man auch da gewesen war. Und dann ging es ab - dem Zielbogen entgegen. Atmung am Anschlag, Kampfgrinsen, passt!
Ich konnte die Stimmung vom Zieleinlauf schon hören. Der Regen kühlte den laufwarmen Körper angenehm. Noch ein Kilometer. Jubel vom Publikum am Streckenrand. Und dann war da der Zielbogen. Ich lief mit breitem Lachen über die Ziellinie. Für die 5km hatte ich 25:16min gebraucht.
Und für die gesamte Volksdistanz 1:26:04 Stunden, über 4 ½ Minuten schneller als letztes Jahr. Yeah!!!!!!

Ich glaube, so langsam bin ich nicht mehr Läuferin, sondern doch Triathletin. Wenn ich doch nur schneller schwimmen könnte!

Danke an alle Vereins- und Schwimmkameraden gestern vor Ort! Ihr ward das Salz in der verregneten Triathlonsuppe!

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

5
Gesamtwertung: 5 (6 Wertungen)

Halbe - Halbe :-)

Können wir uns auf Triathletin im Sommer und Läuferin im Winter einigen? Ich will doch mit dir unbedingt wieder am Deister rocken;-)
Meine Güte, bist du schnell geworden! 750m Schwimmen in 20 min. finde ich mehr als schick! Das Radfahren war der Oberhammer! Wenn man soviel Energie in diese beiden Distanzen investiert und es trotzdem schafft, für die Laufstrecke einen 5er Schnitt hinzulegen, ist man wahrlich ein Sieger! Ganz herzlichen Glückwunsch!!!

Lieben Gruß
Tame

die Sonnenblume

hat Sonne im Herzen, ob´s stürmt oder schneit, der Himmel voll Wolken, die Erde voll Streit.
Glückwunsch und LG, KS

Kampfgrinsen......kicher,

Kampfgrinsen......kicher, cooles Wort!
Hört sich nach einem gelungenen Wettkampf an. Und ich will SOFORT genau auch das was die Frau da hat!!!
Wie zu HÖLLE Hast du es geschafft, schneller zu schwimmen? Ich bin ein Alter Kahn....zockel gefühlt in Zeitlupe da rum. Grml....
Ich finde das echt cool, was du da abgerissen hast.
Und dann vier Minuten, Hammer, echt cool....
:-)

Seit 2011:



"Man muss das Unmögliche so lange anschauen, bis es eine leichte Angelegenheit wird. Das Wunder ist eine Frage des Trainings" (Carl Einstein)

Sehr schick

die Zeiten sind echt super. Und bei dem Wetter würde ich das Rad nicht nur um die Kurven rumtragen ;o)
Klasse gemeistert, du Triathletin.

LG,
Anja

Toll!

Man liest, wie sehr Du es genossen hast!

Gruß Nicole

Das hört sich toll an

und eine derartige Verbesserung auf der Strecke ist grandiose!

Hut ab, Du schnelle Radfahrerin :duckundwech:

Mein lieber Scholi 38 min

Mein lieber Scholi 38 min auf 20 km inkl. Wechsel, da hätte ich mir am Sonntag ne dicke Scheibe abschneiden können. Beim Laufen sowieso. Nach dem Schwimmen alles rausgeholt. Toller Bericht. Hat wirklich Spass gemacht zu lesen. Trias sind doch Brüder im Geiste. Anders gewickelt wie Läufer ;-).

Super Bericht. Habe beim

Super Bericht. Habe beim lesen mit gekrault, geradelt und die Füße standen nicht still. Glückwunsch zur Verbesserung deiner Zeiten.

LG aus der schönen Uckermark

huiiii...

...triathlon bei regen macht so richtig spaß, finde ich. hatte ich auch letztens. jedoch von deinen zeiten weit entfernt. aber die freude am wettkampf, ja, die kann ich jetzt so richtig nachvollziehen...
____________________
laufend gratuliert triathletin sonnenblume ganz herzlich: happy™

"man muss es so einrichten, dass einem das ziel entgegenkommt." (theodor fontane)

bei mir wäre die

Hose nass gewesen. Radfahren bei Regen mit Tempo 32- das wäre nix für mich Bangbüchs. Danke, dass ich das bei dir miterleben/ erfahren darf. (dein Bericht klingt ein klitzekleines bisschen high:)...going beyond the mind -it's where the magic happens...

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