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Benutzerbild von happy

...enthielt gleich drei Dinge auf einmal: Spannung, Spiel und Spaß! Oder anders gesagt: Schwimmen, Radfahren und Laufen. Ja, sie hat´s getan, letzten Sonntag irgendwo im Münsterlande. Sie hat nen Triathlon gefinished!

Wie ich da reingeraten bin in diese Tria-Schose weiß ich gar nich mehr so wirklich. Muss noch unter Restnarkose gewesen sein. Im zeitigen Frühjahr, irgendwann zwischen Auge und Bauch ließ ich mich - das Gesäusel von Buddy brihoha, das 'Gemobbe' von Buddy strider und das Geschwärme von Lauftreff-Kameradin St. inne Ohren - darauf ein, mich zu nem nahegelegenen, familiären Volkstria anzumelden. 600 m schwimmen im See, 20 km radfahren durche Münsterländer Pampa und 5 km laufen um´s Dorf sollten es sein. Jo, dachte ich, is ja noch lange hin.

Leider kam dann der Tag der Tage schneller, als mir lieb war. Training? Naja, ok, ich war regelmäßig schwimmen. So alle zwei Wochen nen halbe Stunde. Über youtube schaute ich mir Kraulübungen an und versuchte mich dann daran. Oke, viel Wasser aufspritzen lassen kann ich jedenfalls perfekt und die Armarbeit klappt auch, wenn ich nen Pullbuoy nutze. Ohne diese Hilfe sieht mein Kraulstil eher aus als ob nen Walross ertrinkt.

Radfahren. Joa, also hatte ich auch drei oder viermal schon geschafft in diesem Jahr. Ich hatte mir letzten Herbst im Schlussverkauf so nen Möchtegern-Rennrad gekauft. Es hat nicht ganz so dünne Reifchen, sondern welche mit etwas Profil und natürlich KEINE Klickies, da ich Koordinationslegasthenikerin nicht suizidal veranlagt bin.
Jo, und das Laufen war ja auch kein Problem. Selbst nach der Bauch-OP war ich schnell wieder fit geworden. Koppeltraining? Wird doddal überbewertet.

Die letzten zwei-drei Wochen vor dem Tria waren dann echt spannend. Die Wetterlage war - elegant gesagt: kagge! Rattenkalt, sowohl die Luft als auch die Wassertemperatur des Sees, in dem geschwommen werden sollte. Da ich weder nen Tri-Suit, geschweige denn nen Neo hatte, hoffte ich so ganz büschen, nicht starten zu müssen. Denn bei 17 Grad Wassertemperatur würde ich definitiv kneifen! Aber es kam ganz anders, nämlich eine Hitzewelle nach der anderen und erwärmte den Tümpel bis zum Wettkampftag auf kuschelige 26 Grad!

Es gab also kein Entrinnen mehr. Ich musste ran. Außerdem hatte ich das Finishershört mitbestellt. DAS wollte ich natürlich gern haben. Um nicht ganz so verpeilt dazustehen, hatte ich das triaerfahrene Pferdchen und brihoha ins Vertrauen gezogen, um nen paar Tippse abzugreifen. Was sich als absolut richtig erwies.
So stellte ich nen Schlachtplan auf. Er bestand aus Plan A: das Schwimmen überleben, Plan B: das Radfahren irgendwie unfallfrei hinbekommen und Plan C: noch genügend Körner für die mickrigen 5 km zu haben.

Am Vortag war ich reichlich hibbelig und ich machte mir echt Kopp, weil ich Angst hatte was zu vergessen! Alter Lachs, an was man da alles denken und was man da alles so mitschleppen muss! Egal, irgendwie hatte ich am Sonntagmorgen die Siebensachen beisammen. Die ganz große Hitze war vorbei, der Himmel grau und es lag Gewitter in der Luft. Auch hatte es geregnet und es nieselte immer mal wieder. Startunterlagen abholen war entspannt und ich bekam mit Edding meine Startnummer auf den linken Oberarm geschrieben. Cool! Wie bei nem Ironman, da hatte ich das auch schonmal gesehen ;-) Dann wurden mein Rad und der Helm gecheckt und ich suchte mir meinen Standplatz. Meine Güte, mein Platz war umzingelt von Rennboliden! Ich war extrem vorsichtig beim einparken, wollte keine Kratzer auf die edlen Stahlrösser meiner Standnachbarn machen. Doof war aber, dass mein Reifen einen Hauch dicker war als die Reifen der richtigen Rennräder und ich somit diese Halterung nicht nutzen konnte. Ich hab dann die Pedale als Ständer missbraucht in der Hoffnung, dass es nicht umfällt. War vergebens, die Hoffnung, aber dazu später. Ich schaute mir bei meinen Nachbarn ab, wie sie ihre Sachen sortiert hatten und machte es auch so: nen Handtuch, darauf die Laufschuhe (die ich auch schon zum Radfahren anziehen wollte, da ich ja keine Klickies hatte), auf die Schuhe nen Shirt, ne kurze Buxe und nen Gel, Socken sparte ich mir. Trinkflasche, Helm und Startnummernband am Rad, Badeanzug hatte ich ja schon an.

Nach der kurzen Besprechung am See, einem kollektiven Aufstöhnen aller Starter (außer mir *grins*) ob des Neoverbots, ertönte pünktlich der Startschuss. Alle stürzten sich in den Tümpel. Ich hielt mich dezent hinten, schmiss mich dann als eine der letzten mit Todesverachtung in die trüb-braune warme Brühe. Bäääh! Ich atmete tief durch und schwamm - konzentriert auf die gelbe Boje starrend - im Hausfrauen-Bruststil los. Das Schwimmerfeld vor mir entfernte sich immer mehr. Na suuuuper! Ich ließ mich aber nicht aus der Ruhe bringen. Auch nicht, als ich die Frau im Paddelboot auf meiner Höhe wahrnahm. Als ich nach gefühlten Stunden, in echt waren´s ca. 19 min, aus dem Wasser krabbelte waren meine ersten Worte: "Hurra, ich lebe noch!" Was allgemeine Heiterkeit der Umstehenden hervorrief. Ab ging´s zum Rad. Rad? Wo? Natürlich war es umgefallen und meine schön sortierten Sachen lagen verstreut. Also erstmal alles zusammensuchen, Buxe an, Shirt an. Gar nicht so einfach über so´n nassen Badeanzug. Helm auf, nen Gel auf die Schnelle verdrückt, Schuhe an und ab ging´s, Richtung Ausgang. Naja, sehr elegant war mein Aufstieg sicher nicht, aber ich war erstmal froh, endlich auf dem Rad zu sitzen.

Komisch in so halbnassen Klamotten war es schon, aber es machte mir dennoch nix aus. Hatte ich mir viel unangenehmer vorgestellt. Die Radstrecke war recht einsam, mit vielen 90-Grad-Kurven und einer 180-Grad Kehre, die ich allesamt langsam und vorsichtig nahm, denn die Straßen waren durch den inzwischen starken Regen sehr nass und vom Blütenstaub glistchig. Nach fünf km wurde ich von einer Frau überholt. Ups! War ich wohl bis dato doch nicht die Letzte. Naja, dann war ich´s halt jetzt. Kaum zuende gedacht, überholten mich noch zwei. Männer. Ich staunte nicht schlecht. Ab km 8 wurde mir langweilig. Ich glotze alle Nase lang auf den Garmin, aber die km wollten und wollten nicht rum gehen. Bei km 13 oder so war die 180-Grad-Wende. Ich erwartete auf dem einen Kilometer nach der Wende keine weiteren Radfahrer mehr zu sehen und staunte nicht schlecht, als mir meine Lauftreff-Kameradin entgegen fuhr. Ich wähnte sie weit vor mir! Sie schüttelte nur den Kopp: "Hab das Schwimmen versaut!" Nach ihr kamen noch vier oder fünf weitere! Holla! Ich war ja voll krass gar nich die Letzte! Das gab Auftrieb und ich trat fester in die Pedalen. Trotzdem war ich heilfroh, als ich die "Einflugschneise" sah und die 20 km endlich fertig hatte. 45:30 min standen dafür auf der Uhr.

Fix in die Wechselzone geschoben, Rad hingeschmissen, Helm ab, Startnummer nach vorne und ab zur Laufstrecke. ENDLICH! Aber moment! Ich komm gar nich vorwärts, irgendwie. Meine Güte, fühlte sich das schxxße an! Jetzt weiß ich auch, warum manche Triathleten so onduliert laufen *kicher* Der erste km verging, das Gefühl kam zwar so langsam in die Beine zurück, aber irgendwie kriegte ich die Knie nicht hoch. Egal, Laufstil wird überbewertet, Tempo nich. Und ich machte Druck, nahm den ersten Läufer, der ca. 200 m vor mir war, ins Visier, saugte mich ran und überholte. Das ganze machte ich dann noch mehrmals. HA! Hinzu kam: Im Gegensatz zu den anderen ließ ich die zwei (!) VP auf der 5km-Strecke aus. Wer braucht nen VP auf 5 km? Getrunken hatte ich beim Radfahren, das reichte. Ich konzentrierte mich lieber, hielt schön gleichmäßig mein Tempo und nach 26:01 min kam ich mit dem fettesten Grinsen ins Ziel!

Insgesamt hatte ich 01:34:31 Std gebraucht, extrem viel Zeit in den Wechselzonen verplempert, aber HEY! Ich hab nen Tria gefinished und es kamen noch 12 - in Worten: zwölf - NACH mir ins Ziel! Wie obercool ist das denn?!

Tja und nu sitz ich hier, grinse immer noch über diesen Tria-Streich und bin sogar richtig nen büschen stolz! Ich hatte jede Menge Spaß und ich bin soso froh, das ausprobiert zu haben. Ob ich das allerdings nochmal will? Hmmmm, ich warte noch auf das Gefühl, das mir sagt: Ja, du willst nochmal...

Als ich nach Hause kam, sah ich grad in der Glotze die schnellste Frau der Langdistanz in Frankfurt über die Ziellinie laufen. Meine Ehrfurcht ob der Leistung aller Eisenman-Finisher ist seit Sonntag fast ins Unermessliche gestiegen...
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laufend ist jetzt auch ne triathletikerin, naja, jedenfalls ne 'kurze': happy™

4.9
Gesamtwertung: 4.9 (10 Wertungen)

Sehr cool, liebe happy

Hast du klasse gemacht, nur nicht aus der Ruhe bringen lassen.
Aber Tria ist wirklich ne Materialschlacht, da sind paar Tipps von erfahrenen Experten genau richtig.
Ich hoffe auch darauf, beim Laufen noch was gut zu machen, was ich vorher verbockt habe ;o)
Spaß machts schon, aber Laufen ist definitiv einfacher.

LG,
Anja

Onduliertes Laufen

*brüll* den merke ich mir ;-)) Ich kam mir damals vor wie John Wayne nach seinem letzten Ritt....

Hey, liebe Buddyline, das hast du wunderbar hingekriegt mit allem, was einen Tria so unberechenbar und liebenswert macht. Aber so insgesamt: nicht verfahren oder verschwommen, nicht gestürzt, nicht mit Radschuhen gelaufen (ging ja auch gar nicht) oder den Helm auf dem Kopp gelassen.. ich finde, das hast du großartig hingekriegt!

Dass mit der Langeweile beim Radfahren kann ich sowas von nachempfinden! Ich habe irgendwann lateinische Verse rezitiert, weil mir nix anderes mehr einfiel ;-)))

Voll stolz auf ihre Buddyline ist strider und drückt sie mal ganz fest ;-)

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Spannung, Spiel und Spaß :-))

Köstlich auf den Punkt gebracht! Klasse geschrieben, klasse Tria-Einstand! Das Finisher-Shirt haste dir redlich verdient!

Was die mangelende suizidale Neigung anbelangt, können wir uns die Hand reichen, ich bin nämlich auch eine Klickie-Memme!

:-)

Mit Stil ins Ziel!

Haha, nun bist du Triathletin....

.....und wolltest es doch NIE, NIE, NIE probieren ;-)
Und ich habe mich noch die letzten Wochen gewundert, warum du dein Rad pimpst, alle Nase lang schwimmen gehst usw.
Ich hatte es mir fast gedacht, aber nur fast. Ich finde, du hast dich saustark geschlagen! Eine Leistung, auf der du aufbauen könntest, wenn du es wolltest ;-)

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

naja,

bei Euch Mädels überrascht mich ja gar nichts mehr. Klasse kann ich nur sagen!

Toller kurzweiliger Bericht!

So sollte ein Einstand sein.

Gruß Nicole

Kraisch !!!!! :-))) Ich

Kraisch !!!!!
:-)))
Ich wusste es ich wusste es!
Und ich habe doch gesagt es macht Spaß "kicher"
Ich hätte ja so gerne Mäuschen gespielt.
Hach Schätzelein...natürlich willst du nochmal! Du weißt es nur noch nicht.. :-)

Seit 2011:



"Man muss das Unmögliche so lange anschauen, bis es eine leichte Angelegenheit wird. Das Wunder ist eine Frage des Trainings" (Carl Einstein)

Och Mädels

einmal gepflegt auf die Fresse legen gehört dazu. Dann hat frau es hinter sich und kommt auch mit Klickies klar ;-))

Übrigens schon beobachtet? Es gibt Rechts- und Linksausklicker. M.E. gehört die Mehrzahl der Radler zu den Rechtsausklickern. Ich natürlich nicht, ich kann nur links ausklicken ;-)))

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Danke...

...für den tollen Bericht!
Und herzlichen Glückwunsch zum gelungenen Einstieg beim Triathlon.
Genau so soll es sein: Sport soll Spaß machen :)

LG LS :))

"Lieber 80 Jahre gelebt als 100 Jahre nur da gewesen" (WWConny)

Und ich kann nur rechts ;-)

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Und? Ist das Gefühl jetzt zurück? ;-)

Kurz nach dem Tria hast gesagt, nie wieder. Nun wird schon mal wieder ein Hintertürchen offengelassen. Hehe, MACH ES WIEDER! Es hat dir doch sooo viel Spaß gemacht und außerdem warst mega stark!!! Ganz klasse gerockt, Tschakka!!!

Eine fette Gratulation schickt
Tame

du wirst es wieder tun!

War doch scheinbar gar nicht so schlimm, immerhin kannst du noch grinsen.
Glückwunsch happy Triathletin!
LG, KS

Onduliertes Laufen - KREISCH!

Was ein toller Bericht. Hört sich virifiziert an. Genau so sollte das erste Mal sein.

Die Materialschlacht wird völlig überbewertet. Ich lach mich links immer schlapp auf meinem preiswerten Alu-Esel, wenn ich so Zeitfahrboliden überhole. Die Euros fahren eben nicht von alleine.

Klickies: da gibbet die Memmenversion, die ich mir zuerst geholt hatte (weil ich das Rad auch für Touren mit Kind genuzt habe). Eine Seite Klick, eine Seite normal. Voll der Hit. Und wie strider schon schrieb: wenn Du das mit dem Umfallen ein-/zweimal gemacht hast, haste den Bogen raus.

Ich muss heute noch grinsen, wenn ich daran denke wie ich beim zweiten Sturz in Zeitlupe an der Ampel umgekippt bin, weil ich schräg stand und die dafür falsche Seite ausgeklickt hatte.

Ich hab mir übrigens preiswert auf einer Marathonmesse (kicher) einen Triathlon-Zweiteiler geholt und mir die Umzieherei danach erspart (das mit dem Shirt über den nassen Badeanzug hatte ich beim ersten Mal auch - durchgängiger Reißverschluß hilft!). Und für 500m braucht man auch bei ca. 18 Grad keinen Neo.

Also: mach's einfach nochmal. Es macht Spaß - und die Radfahrerei ist für alte Frauen auch noch gesünder als die Viellauferei. Und dann mal auf zu 'ner schicken RTF - das macht auch noch Megaspaß und kostet nicht die Welt. Gibbet auch im Münsterland, guck mal in den Breitensportkalender

Das Finishershört haste verdient, aber sowas von!

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