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Benutzerbild von princess511

Das frühe Aufstehen um 2:30 Uhr fiel mir recht schwer, die Nacht war kurz und unruhig. Nach dem Frühstück (ein halbes Brötchen mit Honig und eine Tasse Milch, mehr ging nicht rein) wurde ich langsam wach. Viel Zeit zum Nachdenken blieb auch nicht, noch einmal schnell zum WC und dann fiel auch schon der Startschuss pünktlich um vier Uhr. Auf den ersten 21km bis Ruhla wurden wir von dussellieses Mann begleitet, der auch eine Wasserflasche von mir am Rad dabei hatte. Sie hatte ihren Trinkgütel um. Im Auto bei thor67 waren genügend Wechselsachen, die Medizinkiste mit Salbe, Verbandszeug u.ä. sowie mein gefüllter Trinkrucksack für alle Fälle. Die ersten flachen 10km bis zum ersten VP vergingen recht schnell, erst kurz davor hatte ich das Bedürfnis nach Wasser - gutes Timing also. Ab da ging es dann auch in die Berge und bei aufgehender Sonne in den Wald im Schatten entlang. Beim ersten Anstieg dachte ich schon, dass ich gleich wieder aufhören kann, mein rechtes Knie schmerzte bei jedem Schritt nach oben, doch dann auf der Geraden und beim nächsten Anstieg war alles wieder okay und bis zum Schluss hatte ich keine Probleme mehr damit.
Wir waren gut unterwegs, immer schön darauf bedacht, nicht zu schnell zu werden. Bergan wurde konsequent gegangen, auch die sanfteren Anstiege, die sich meist sehr langzogen. Die Geraden und bergab rollte es gut. In Ruhla dann habe ich das Shirt von Kurzarm auf Achselshirt gewechselt, den Rucksack brauchte ich bis zum Schluss nicht. Aller 5 - 6 km gab es einen VP mit reichlich Auswahl an Essen und Getränken, wobei ich mich fast ausschließlich bis zuletzt an Wasser, Tee, alkoholfreies Bier, Banane, Gurke mit Salz, Kracker, Salzstangen und wenn möglich auch kühle frische Melone gehalten habe. Wenn es dann doch mal nötig war zwischendurch, hatte ich ja meine Wasserflasche am Rad. Bei km21 (Ruhla) übernahm thor67 die Radbegleitung. Es wurde zunehmend wärmer, so dass ich dann ca. bei der Marathonmarke mein Kopftuch mit Blende umgebunden habe, ein feuchtes Handtuch in den Nacken packte und wir zwei das erste Mal Schuhe und Socken wechselten. Hier hatte ich mein erstes und auch einziges Tief bereits überwunden.
Etwa bei km 65 gabelten wir einen völlig erschöpften Amerikaner auf, den thor67 dann bis zum nächsten Verpflegungspunkt begleitet hat und zum Aussteigen überreden wollte, was dieser dann erst später bei km 80 dann auch getan hat. So hatten wir in Tambach-Dietharz eine länger Pause, weil wir auf unseren Radbegleiter gewartet haben. Da habe ich mich dann auch mal an eine Leberwurstschnitte getraut, dir mir gut bekommen ist.
In Tabarz etwa 15km vor dem Ziel, war eine Verpflegung an einem Kneipp-Becken (lauwarm und nicht mehr ganz so frisch). Dort erfolgte der zweite Schuh- und Sockenwechsel sowie ein kurzes kühles Fußbad. Bei jeder Gelegenheit wurde getrunken, der Kopf und der Nacken nass gemacht oder gleich komplett geduscht. Viele Leute hatten privat zusätzlich Wasserschüsseln oder Gartenduschen an der Strecke stehen.
Zum Glück schob sich auch genau in dem Moment eine dicke Wolke vor die Sonne (das befürchtete Gewitter zog aber glücklicherweise um uns drumrum), als wir auf das letzte Stück der Strecke von etwa 10km kamen, vor dem mir ehrlich gesagt im Vorfeld am meisten graute - kein Schatten mehr. Aber das hatte sich durch die Wolke erledigt und mir ging es mental gleich wieder richtig gut.
Es ist übrigens ein ungeheuer befriedigendes Gefühl, in das entsetzte Gesicht eines Läufers zu sehen, so etwa 7 -5 km vor dem Ziel, wenn dieser von zwei joggenden Mitläuferinnen überholt wird, die sich dabei auch noch unterhalten - unbezahlbar (zumindest für mich in dem Moment). Die Gehpausen wurden natürlich länger, z. T. jetzt auch auf den Geraden, trotzdem immernoch im flotten Schritt, aber sobald es wieder leicht bergab ging, konnten wir noch gut laufen. Am km95 war ein Bogen aufgebaut, ein paar junge Herren übten sich im Chearleading (richtig geschrieben? - egal) und wir wurden mit dussellieses Lieblings- und Wunschlied "Steh auf" von den Toten Hosen begrüßt. Das gab noch mal einen ordentlichen Input für den Rest der Strecke. Bei km 98 gab es nochmals einen VP, mehr für die Moral als zur Verpflegung, das Ziel war schon in Hörweite. Hand in Hand mit breitem Grinsen im Gesicht rannten wir zwei Minuten nach 20.00 Uhr über die Ziellinie.
Nachdem wir dann unsere Medaillen, Shirts und Urkunden hatten, ging es unter die Dusche und dann zum Essen fassen. Allerdings hatte ich immernoch keinen rechten Hunger, hab nur die Hälfte der Gulaschsuppe essen können. Nach einem Bier und ein wenig rumsitzen fielen uns direkt die Augen zu, halb elf lagen wir auf unseren Luftmatratzen und haben nur noch so halb gegen 23.00 Uhr akustisch den Zieleinlauf des letzten Läufers mitbekommen. Ich habe bis zum Morgen geschlafen wie ein Stein.
Am Sonntag dann durch die lange Autofahrt hatte ich einen ordentlichen Muskelkater, der aber heute im Laufe des Tages schon fast wieder weggegangen ist, ansonsten habe ich keine negativen Nachwirkungen (Knie, Kreislauf alles super). Ich laufe immernoch mit einem breiten Dauergrinsen durch die Gegend. Ob ich nächstes Jahr wieder mitlaufe? Ein einzelner Stern auf dem Shirt sieht ziehmlich einsam aus ;-)

Meine Mundwinkel gehen gleich wieder hoch :-)

Unseren gemeinsamen Lauf habe ich sehr genossen. Es ist eben viel leichter, wenn man nicht allein läuft. Dass das mit uns beiden klappt, wussten wir ja schon. Die abwechselnde Radbegleitung durch die Männer war aber zusätzlich hilfreich. Die beiden haben das wirklich gut gemacht!

Ansonsten muss ich diesen Lauf erst mal verarbeiten. Ich hätte nicht gedacht, dass man 100 km laufen kann, ohne zwischendurch mal ans Aufhören zu denken. Aber so war es, ich hatte nicht eine Sekunde Zweifel, dass wir es nicht schaffen würden.

Es war ein rundum gelungenes Wochenende. Den Satz von Sven Franke im Gästebuch des Thüringen Ultras - "Thüringen Ultra ist wie Urlaub nur mit Schmerzen" - kann ich ergänzen; für mich war es viel Urlaub mit relativ wenig Schmerzen.

Salz ist wichtig...


Laufen formt Körper, Geist und Seele.
Distanz ist, was der Kopf drauß macht.
Hier ist der Start, dort ist das Ziel. Dazwischen musst du laufen.

Hat man auch wieder in Frankfurt sehen können... Ein Ironman 3,8/180/42,195 ohne jegliche Salzzufuhr... Nu isser nich mehr... :-(

Aber ihr beiden habt es richtig gemacht. War ja selbst auf der Strecke, hab dann aber ab ca 18:00 jeder Nachricht in der WA-Gruppe entgegen gefiebert. Ja, ich wusste, dass ihr es schafft. :-) Ich hoffe, die Grüße von Frank und Heike sind angekommen?

Ihr seid der Hammer, bei der Hitze 100km durch die Gegend zu laufen. Glückwunsch auch an eure Männer. Auch sie haben gute Arbeit geleistet. :-)

100... nö... Mir reichen 50. ;-)

Auch von mir nochmal an dieser Stelle

Herzlichen Glückwunsch ihr beiden!

Super! Herzlichen

Super! Herzlichen Glückwunsch :-)

Respekt!! Erstaunlich was

Respekt!! Erstaunlich was doch so geht.

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