Kauf doch deine Geschenke über diesen Link und unterstütze damit jogmap.

Topangebot der Woche

Benutzerbild von krazykat

Es ist Samstag Morgen kurz vor vier. Ich stehe mit 245 anderen im lauschigen Fröttstädt an der Startlinie zum Thüringen Ultra: 100 km/ 2150 Hm, eine ausladende Runde um den Inselsberg. Aber nicht das macht mir Sorgen. Mehr, dass es bereits jetzt an die 20°C sind und wir uns bis zum Nachmittag unglaublichen 40°C nähern werden, was sich schon gestern (im Schatten und sitzend) nicht besonders gemütlich angefühlt hatte. Ist das nicht völlig bescheuert? Nun ja, aber verrückt ist ja schon der Einfall, eben mal 100 km durch den Wald zu rennen. Außerdem gibt es ja auch Wüstenrennen und die schaffen das auch irgendwie. Versuche ich, mir das schönzureden? Möglich. Ich vertraue auf mein Laufgefühl. Wenn's nicht geht, wird das halt mein erstes DNF. Damit habe ich kein ideologisches Problem. Also los. Noch geht's ja mit dem Wetter. Durchs Dorf, der Feldweg, unter der Autobahn weg und rein in den Wald, noch ist es dämmerig und angenehm, kann gerne so bleiben. Der erste VP bei Km 10 und schon mal mit dem Trinken anfangen. Es läuft. Vielleicht ein bisschen zu schnell, das ist die Panik vor dem, was kommt: jetzt noch ein paar Kilometer machen, bevor man von der Hitze ausgebremst wird. Irgendwann kommt die Sonne raus, aber der Weg liegt meist im Schatten und im Wald gibt es sogar immer wieder ein kühlendes Lüftchen (oder ist das nur der Fahrtwind?). Ich habe mich wegen der Wärme gegen die S-Lab-Weste und für den Gürtel entschieden: immer eine Flasche Iso zum Trinken und eine Flasche Wasser für Gesicht und Hände. Dazu Kappe mit Nackenschutz und ein nassgehaltenes Buff in der Hand. So geht es eine Zeitlang ganz gut weiter, an den VPs drei oder vier Becher trinken, Mütze und Tuch ins Wasser tauchen und weiter. Kurz vor dem Sportplatz Floh-Seligenthal (Km 55) gibt es den ersten Kilometer auf Asphalt in der prallen Sonne. Das ist schon grenzwertig (und es ist erst 11). Schön nassmachen und denn langsam den langen Anstieg hoch, ein Stückchen Rennsteig, die menschenleere Ebertswiese, den wurzeligen Trail runter in den Spittergrund (wie machen das eigentlich diese armen Fahrradbegleiter?) nach unten, jetzt bloß nicht hinlegen, tut eh schon alles weh. Und endlose Kurven und gemeinerweise am mit kreischenden Kindern prall gefüllten Freibad vorbei nach Tambach-Dietharz. Wieder hoch und wieder runter (irgendwo müssen die Hm ja sein) und ein noch volleres Freibad in Finsterbergen (Km 77). Jetzt ist es wirklich drückend heiß. Tropfnass kann man immer ein, zwei Kilometer laufen, dann ist alles wieder staubtrocken und ohne Kühlung stellt man den Motor lieber wieder aus. Marschieren geht noch ganz gut. An einer Waldquelle steht ein junges Paar mit gefüllter Gießkanne und Wasserbechern. Das hilft einem jetzt echt weiter. Von nun an stehen auch in den Dörfern vor jedem zweiten Haus Wasserwannen, manchmal auch Getränke, einige warten mit ihrer Gießkanne in der Hand am Straßenrand, einer hat am Gartenweg eine kleine Dusche aufgebaut. Es ist total irre und rührend. An den VPs sowieso, wo die Leute Stunden in der Hitze stehen, um uns Bekloppte zu füttern und zu wässern. Dann die Fata Morgana bei Km 95: Anmoderation, sobald man in Fernglassichtweite gerät und natürlich die Cheerleader. Jetzt nur noch durchs Industriegebiet geschleppt, Autobahn, die Dorfstraße durch Hörselgau, jetzt muss ich noch ein bisschen laufen und noch ein paar Leute überholen (sorry, war nicht böse gemeint, aber die Beine wollen halt noch) und ins Ziel und ich hab ihn, den zweiten Stern. Nur eine knappe Stunde langsamer als im letzten Jahr (14:54 h). Danke für diese grandiose Freundlichkeit und Unterstützung und meinen Respekt an alle, die bei dieser Hitzeschlacht dabei waren. Auch an alle (ca. 50), die klug genug waren, rechtzeitig aufzuhören.
Ein Fan von Wüstenrennen werde ich wohl nicht mehr. Ein Fan des TU bin ich schon lange.

KK

5
Gesamtwertung: 5 (4 Wertungen)

Ich weiß nicht

ob Wüste nicht besser wäre, weil trocken??? Mir macht die Schwüle mehr zu schaffen als die Hitze....

Aber ich kann nicht mitreden, ich habe den ersten Stern noch vor mir.... Wir waren nur Radfahren am Samstag, da reichten 82km bei 39 Grad im Schatten völlig aus... Wir haben auf dem Rückweg jeden Biergarten mitgenommen!

Also, du hast meinen vollsten Respekt. Nur eine Stunde langsamer finde ich grandios, bei den Bedingungen ist jedes Finish klasse (und jedes DNF absolut vernünftig).

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Herzlichen Glückwunsch

Es war hart, heiß aber schön und die Freibäder waren schon sehr verlockend, muss ich zugeben. Ich bin gemeinsam mit dusselliese etwa eine Stunde nach dir rein. Hab immernoch ein Dauergrinsen über meinen ersten Stern im Gesicht.

deine Einstellung

gefällt mir! Denn Respekt ist das, was zählt . Ob es die100 km sind, den Mitreisenden gegenüber oder die, dich dich durchfüttern/ tränken ; 0)
Den Respekt sollte niemand verlieren.
Haste geschafft :0)
Sei stolz drauf!
Und freue dich! :0))

Den dritten Stern

gibt es für den tollen Bericht, der niemanden auslässt.

Klasse gemacht - ich hab nur Kisten gepackt, geschleppt und ausgepackt an dem Tag. Hab aber auch genug dabei geschwitzt.

Auch von mir herzlichsten Glückwunsch!

Ich habe mich beim Lesen gleich wieder auf der Strecke gesehen. Irgendwer im Ziel hat den Begriff "Glutultra" verwendet. Ankommen war auch für mich einziges Ziel, schließlich wollte ich endlich meinen ersten Stern. Und von der tollen Rundumbetreuung werde ich wohl noch lange schwärmen.

Deinen letzten beiden Sätzen kann ich nur zustimmen.

PS: Unsere Fahrradbegleiter haben das Rad auch mal bergab geschoben ;-)

Super Veranstaltung

Ich war auch, nach 2012, zum zweiten mal da und war auch eine knappe Stunde langsamer als beim ersten mal. Aber bei den Bedingungen finde ich das absolut nicht viel.

Der Thüringen Ultra gehört für mich zu den am besten organisierten Veranstaltungen.
Die perfekte Organisation, die vielen privaten Helfer, vor allem auf den letzten Kilometern und zum Ende der VP 95 machen den Lauf zu einem besonderen. Von allen Seiten ist nur Lob zu hören.

Beim nächsten mal müssen wir uns für ein Treffen mal absprechen.

Darstellungsoptionen

Wählen Sie hier Ihre bevorzugte Anzeigeart für Kommentare und klicken Sie auf „Einstellungen speichern“ um die Änderungen zu übernehmen.

Google Links