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Benutzerbild von Troedelliese

Drei für mich persönlich wichtige Wettkämpfe in einem Jahr, aber seit vier Jahren nicht mehr vollständig absolviert. Der erste war letzten Samstag, der zweite bereits gestern folgend. Da es sich allesamt um Kurzdistanzen handelt an sich alles machbar.

Die Vorbereitung in den letzten Wochen absolvierte ich doch gezielter, soweit man planmäßiges Vorgehen von mir und meinen zeitlichen Reserven erwarten kann. Plan heißt in meinem Fall, ich habe ein paar Mal das Freibad besucht und bei einem simulierten kleinen Minitriathlon auch mal die Mitarbeiter des selbigen verwirrt zurück gelassen. Verwirrt könnte aber heißen, sie halten mich jetzt für irre. Koppeltraining kann man haben, muss man aber nicht, trotzdem habe ich zumindest zwei Einheiten fürs Gewissen hinter mich gebracht.

Und nun ist der Sonntag da und noch vor dem Mittag treffen wir bei strahlendem Sonnenschein in Moritzburg ein. ich bin so aufgeregt, dass ich den größten Teil der Zeit schweigend verbringe und wer mich kennt, weiß wie ungewöhnlich das für mich ist. Für die Startunterlagen ist noch kein Anstehen angesagt und pünktlich zum Zieleinlauf einer Freundin treffen wir ein. Die Zeit vergeht so schnell, wir sind eine Truppe Bekannte und verstehen uns super. Zu dritt müssen wir noch starten, zwei haben morgens die olympische Distanz erfolgreich gefinisht und der sechste im Bunde macht uns den Support mit Verpflegung und viel Zuspruch.

Das Einchecken in den Wechselgarten ist problemlos, die Sachen liegen schnell bereit und schon gehts im Badeanzug Richtung Schwimmstart. Ich bin nervös und angespannt, kein Blick nach rechts oder links und selbst die Witze über meinen Badeanzug zünden nicht mehr. Ihr habt schon richtig gelesen, Badeanzug. Kein Einteiler, einfach nur Badeanzug. Für diesen einen Tria ... nein, das sollte genügen. Heute waren wir da auch lange nicht allein, heute war Jedermann auch Jedermann. Viele Badeanzüge, Bikinis und Badehosen, nicht nur Rennräder, auch so einige Trekkingbikes sind am Start. Das beruhigt mich jedoch vorerst nur bedingt.

Vor dem Start bin ich tief in mir versunken, mir klopft das Herz bis zum Hals und die Aufregung ist schier unerträglich. Die Musik peitscht auf, die Sprinter sind im Wasser, die roten Badekappen folgen und nun steh ich da mit meiner himmelblauen Badekappe mit den Füßen im Schlamm. Kalt, aber erträglich und bevor ich mich versehe geht die Kanone als Startschuss los und ich muss paddeln. Brustschwimmen ist angesagt aber wie ich sehe, bin ich da heute in sehr guter Gesellschaft. Die erste Boje und kurz frage ich mich, ob man in diesem Gewühle wohl ertrinken kann und Panik macht sich für einen Moment breit. Zum Glück zieht sich nach der Boje alles schnell auseinander und hab hier kann ich relativ unbehelligt vor mich hin schwimmen. Oh man sind 750 weit, kein rettender Schwimmbeckenrand an dem man sich immer wieder festhalten kann.

Ich nähere mich einer roten Kappe, welche vom Rettungsboot kontinuierlich begleitet wird. Per Blickkontakt verständigen sich die Leute vom Boot und der Schwimmer, dass er im Wasser bleibt und weiter schwimmt. Ich hoffe, er hat es allein zum Schwimmausstieg geschafft. Zeit zum denken habe ich nicht, muss Sauerstoffmangel sein, denn ich nehme jeden Moment so wie er ist. Die letzten dreißig Meter durch den Schlamm waten, von Helfern die Treppe hochziehen lassen und ich bin raus. Was bin ich froh.

Im Laufschritt zum Rad, sofort entdeckt und da ja Badeanzug, notdürftig mit dem Handtuch über mich gewedelt. Das Top drüber gezerrt (natürlich ging vor zwei Wochen das Shirt mit dem Reißverschluss kaputt) und versucht in die Radhose zu kommen. Wer immer da zugesehen hat, dürfte Spaß gehabt haben. Ich dachte ich komme da niemals rein, das nächste Mal ne Nummer größer bitte. Socken, Schuhe, Brille, Helm und raus aus dem Wechselgarten. Der erste Blick auf den Fahrradcomputer sagt über 30 kmh und lege noch mal drauf. Ich muss wahnsinnig sein. Denn so geht es munter weiter, das ist zu schnell für mich, aber ich fühl mich auf dem Rad einfach sau gut, überhaupt fühlt sich das hier gerade richtig sau gut an! Ich überhole wie eine Irre und befürchte, das werde ich bereuen auf der Laufstrecke. Aber es ist mir gerade so herrlich egal.

Vorsichtig pirsche ich mich an ein Trekkingbike, ja wirklich ein Trekkingbike! Für die nächsten fünf Kilometer spielen wir Rennen, abwechselnd überholen wir uns gegenseitig. Er mich vorzugsweise bergauf, ich auf ebener Strecke. Cyclocross vs Trekkingrad. Wir können darüber lachen und ermuntern uns immer wieder gegenseitig bis wir uns doch irgendwann aus den Augen verlieren. Bei Kilometer 18 kommen mir die Läufer in Scharen entgegen und meine Motivation sinkt in den Keller. Wo kommen die denn alle her? Ich habe doch so viele überholt und die Letzte im Wasser war ich auch nicht! Aber da Freunde an der Strecke, sie feuern mich an und ich freu mich wieder. In dem Moment geht mir auf, klar müssen die mir alle entgegen kommen, die sind ja auch in zwei Wellen vor mir gestartet!

Den letzten Kilometer nehme ich Geschwindigkeit raus, zu viel Respekt habe ich vor dem Abstieg vom Rad, 2010 wäre ich fast gestürzt weil ich diese Puddingbeine unterschätzt habe. Laufend geht es in die Wechselzone, alles hingeschmissen und das Rad hingehangen, ein letzter Schluck Wasser und ich laufe los. Die Beine sind schwer, aber hey, sie laufen! Wieder Freunde die mich anschreien und anfeuern und ich bedeute ihnen, dass es mir super geht und ich meine es tatsächlich so! Peace Leute! Alles im grünen Bereich, heute ist mein Tag!

Es dauert zwei Kilometer bis ich mich halbwegs eingelaufen habe und leicht ist anders. Aber es ist viel leichter als in meiner Erinnerung und ich kann noch Scherze machen. Kurze Schrecksekunde, als ich meine Startnummer nicht entdecke, doch nur das Band ist nach hinten gerutscht. Gerichtet und weiter gehts, wenige, aber immerhin noch ein paar Läufer eingesammelt und auch der ein oder andere, an dem ich gern kleben geblieben wäre, was mir nicht gelang.

Ein Ordner, so ganz allein im Wald auf seinem Campingstuhl sieht auf seine Uhr und fragt sich wohl, wie lang er hier noch sitzen muss. Ich rufe ihm fragend zu, wie spät es sei und bekomme zur Antwort 16:25 Uhr. Jetzt geht die Rechnerei los, ich kann unter meiner Zeit von 2011 bleiben und gebe Gas. Also nicht mit Kondensstreifen und so, aber ich ziehe nochmal an. Sind doch nur noch zwei Kilometer oder so, denn ich hab wie immer die Kilometerschilder verpasst.

Dann das letzte asphaltierte Stück um den Schlossteich herum und da sind sie schon, die ersten Endorphine und das Ziel in Sichtweite. Meter für Meter fange ich mehr an zu grinsen, auf beiden Seiten der Strecke jetzt Zuschauer und es muss ansteckend sein. Sie klatschen und lachen mich alle an. Schlusssprint, yes Fräulein, heute musste! Die Ordner weisen mich auf den Teppich Richtung Ziel und ich laufe was ich nur irgend noch kann. Ohne Ohren würde ich im Kreis lachen und nicht mehr aufhören damit. Die Zuschauer haben ihren Spaß an mir und der Kommentator kommentiert begeistert wie ich mich freue.

Es ist absolut irre, im letzten Schlusssprint sehe ich zur Uhr hoch und die Faust geht nach oben. JA JA JA!!!!!! Ich kanns!!!! Die Uhr steht bei 1:37 und da ich in der 3. Welle gestartet bin, heißt das noch mal 5 min Abzug und das wiederum heißt PB! Ausgeschrieben: Persönliche Bestzeit! Woahhhh .... ich krieg mich gar nicht mehr ein und das Lachen nicht mehr aus dem Gesicht. Diese Saison, die bisher so viel Frust brachte und mich keinen Schritt vorwärts, jetzt und hier ist das alles vergessen.

Ich drücke meine Freunde, die im Ziel warten und strahle und strahle und strahle und wie man auf den Fotos sieht, völlig verstrahlt. Und heute strahle ich irgendwie immer noch.

Fazit: ich habe Muskelkater und eine Stelle, die ist richtig aua, aber was soll. Es war einfach nur hammergeil und ich bin glücklich über meine Zeit und für dieses absolut tolle Gefühl seit dem Startschuss. Ich will wieder los, jetzt gleich und sofort am liebsten. Ach so, und ich kaufe mir jetzt doch einen Einteiler, die Wechselzeiten gehen gar nicht ...
Ach so, und warum der Dritte wie der Erste war? Weil ich so aufgeregt war und mir den ganzen Ablauf neu vertraut machen musste und er trotzdem genauso toll war wie der Erste, nur schneller. :D

In diesem Sinne viele Grüße von der trödelnden Liese, die immer noch verstrahlt guckt.

Gesamt 1h32min00Sek
Platz 78 von 138
AK4 16 von 24
Schwimmen 750 m in 14:55 (91)
Wechsel I in 3:22 (104)
Rad 20,4 km in 42:39 (70)
Wechsel II in 1:44 (51)
Lauf 5 km in 29:20 (75)

5
Gesamtwertung: 5 (4 Wertungen)

Schwimmliese!

Du schwimmst BRUST 750m in unter 15min??? Da würde ich auch Brust schwimmen, das schaffe ich mit Kraul nicht!!!

Glückwunsch zum gelungenen Wettkampf!

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

BRAVO

Ja wie toll ist das denn??? Ich glaube ich sehe und höre dich immer noch strahlen und lachen, VERDIENT!!! Ganz fetten Glückwunsch!!! Mensch-Mensch, was für ein Wettkampf und was für eine geile Zeit!!! :-)

Lieben Gruß
Tame

Super, Freude pur

Ich wünschte, bei mir würde es auch so fluffig laufen, ich hab nämlich gehörig Bammel, sowohl vor dem Schwimmen, als auch Radeln. Nur Laufen kann ich eingermaßen ;o)

Grins noch fröhlich weiter, hast Du Dir verdient!

LG,
Anja

Ja, ich strahle immer noch!

Ja, ich strahle immer noch! :D

@strider: ob es wirklich 750 m sind ... ich weiß es nicht, im Schwimmbad brauche ich jedenfalls immer 3-4 min länger. Aber kraulen ... och nö, das kann ich nicht und kann ich nicht auch noch lernen.

@tame: Du hast Dir gerade einen Traum erfüllt, dass war einer meiner ersten Träume vom Laufen. Biel. Irgendwann wenn ich mal groß bin, ich fürchte nur da gehen noch ein paar Jahre ins Lnd.

@Anja: Wo willst du starten? Du wirst sehen, Du schaffst das und es wird toll werden!

"Sag mir nicht, das ich nicht fliegen kann!"
unbekannt

Die Liese aus der Görlitzer Ecke...


Laufen formt Körper, Geist und Seele.
Distanz ist, was der Kopf drauß macht.
Hier ist der Start, dort ist das Ziel. Dazwischen musst du laufen.

Oder so. ;-)
Ich war auch in Moritzburg und fand mich auf der Strecke wieder in deinem Bericht. Kenne JD von 2013, jetzt OD. Aber Rad und Lauf ist ja identisch, nur doppelt. ;-) Bzgl Schwimmlänge... Der Orgachef meinte zu mir, es ist was anderes, in nem relativ ruhigen Tümpel zu schwimmen als im *offenen* See. Hatte 17:xx in Brust 2013 und 38:40 rum in Brust für OD.
Moritzburg macht schon Spaß.
Kleiner Tipp... Nimm nen Einteiler mit Verschluss vorn. ;-)
Dankeschön für das noch mal mitnehmen auf die Strecke und Superzeit. :-)

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