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Benutzerbild von Kaiserstädter

Es gibt Sätze, die in mir haften bleiben... das war schon immer so.

Einer dieser Sätze lief mir vor einigen Jahren über den Weg und ich habe ihn zunächst auf mein Training und auf das angewendet, was ich mein „Sportgedingsel“ nenne.

Sport ist für mich sehr wichtig. Ich mache es intrinsisch motiviert. Der Wunsch, mich zu bewegen, ist tief in mir verankert. Meinen Körper zu spüren... wenn das Herz so stark schlägt, als ob es bis in den Kopf hüpft... ich liebe es total.

Natürlich habe ich schon mal einen Durchhänger, also solche Tage, wo ich nicht so besonders gerne trainiere und die ein oder andere Einheit fällt (ganz selten) auch mal aus.

Vor allem dann, wenn ich objektiv keinen Sport machen kann (z. B. Dienstreise) oder machen darf (wie kürzlich nach meinem Radunfall), spüre ich ganz deutlich, was Sport für mich bedeutet.

Der Satz (ich weiß gar nicht, von wem er stammt) lautet: „Life begins at the end of your comfort zone.“

Der Satz ist ziemlich bekannt – doch was bedeutet oder bedeutete er für mich?

Wichtig ist, dass ich mich offensichtlich bewegen muss, um zu Leben. Leben heißt Bewegung. So absolut ist das natürlich nicht richtig. Ab und an muss ich auch innehalten, verschnaufen, mich neu justieren (Recovery). Doch dauerhafter Stillstand bedeutet, bald zu sterben. Entweder im wörtlichen Sinn oder auch im übertragenen Sinn – geistiger Stillstand oder Stillstand in der persönlichen Entwicklung.

Ich habe in den letzten zwei Jahren öfters an der Startlinie gestanden und für mich gedacht: „Oliver, was tust Du hier eigentlich?“ Dabei kam in mir eine Unruhe auf, ich war aufgewühlt, weil vor mir eine Herausforderung lag, die ich noch nie angegangen bin. Diese Unruhe, dieses Kribbeln, der schnellere Herzschlag, die Gänsehaut... das kann ich immer noch spüren, wenn ich an einige Dinge zurückdenke.

Gibt es eine Alternative zu folgendem Szenario?

Ich stehe um fünf Uhr morgens auf. Noch kein Frühstück im Hotel – ich öffne ein kaltes Hipp-Gläschen und esse Möhrengemüse mit Hühnchen. Noch dunkel draußen. Ich packe meinen ganzen Wettkampfpöngel zusammen und mache mich auf dem Weg zum Start. Ich richte mich in der Wechselzone ein und ziehe meinen Neoprenanzug an, damit ich pünktlich zum Wasserstart komme. Startschuss um 7 Uhr – ich werde über eine Stunde im Wasser sein und es fühlt sich kalt an. Das Ziel werde ich erst nach 19 Uhr erreichen, das ist ziemlich sicher. Wenn es nicht gut läuft auch nach 20 Uhr. Mit weichen Knien und etwas Sorge, aber auch eben auch mit meiner ganzen Neugier darauf, wie mein Körper und mein Kopf das nun durchleben werden, mit all meiner Liebe zu meinem Sport springe ich ins Wasser.

Also noch mal die die Frage: Gibt es eine Alternative dazu?

Es gibt nicht wenige Menschen, die finden das völlig abstrus. Denen fallen sicherlich sogar mehrere Alternativen ein. Und sicherlich kommen darin die Wörter Bett und Sofa drin vor... Das ist für mich völlig inakzeptabel, wobei ich dabei nicht über andere urteile, sondern nur feststelle, dass es für MICH inakzeptabel ist, denn „dem enge sing Üll es dem andere sing Naachtijall“.

Als ich in 2008 mein Sportleben neu organisierte war ich kein guter Läufer. Aber ich war ein begeisterter Läufer. Und ich stand zum ersten Mal mit einer Startnummer bei einem offiziellen 5-km-Lauf. Was für eine Herausforderung für mich damals... ich wollte unter 30 Minuten bleiben. Direkt nach dem Startschuss war meine Herzfrequenz (ich habe wirklich auf die Pulsuhr geguckt) bei 164 bpm... ohne überhaupt einen einzigen Schritt gelaufen zu sein!
Dann kam der erste 10-km-Lauf, dann der erste ATG-Winterlauf über 18 km und dann der erste Halbmarathon. Den Halbmarathon wollte ich in unter 2:05 Stunden laufen. Es hat so gerade hingehauen. Stolz war ich, obwohl nur noch wenige Läufer nach mir eintrudelten.

Seitdem habe ich die Komfortzone wirklich etliche Male verlassen und es hat mir immer etwas gebracht. Ich habe das Leben in den Wettkämpfen gespürt und zwar mit allen Facetten: die Unruhe, den Rand der Niederlage, den Anblick der Finisher-Medaille, personal best, Runner´s Low, Flow, Sieg und Niederlage.
Der Zieleinlauf – die letzten hundert Meter mit der Gewissheit, es gleich geschafft zu haben. So geil!

Ich konnte meine Prinzipien im Sport auf viele Teile meines Lebens zu übertragen – was viel schwerer ist, wie ich finde. Hier kommen viele Notwendigkeiten auf mich zu und manche Notwendigkeiten erledige ich nicht aus mir heraus, sondern aus Zwängen, denen wir alle irgendwie unterworfen sind. Und die Gefahr des Scheiterns ist so viel größer, weil der Druck so unendlich höher ist.

Und nun kommt das Tolle. Über einen Menschen, den ich nur sehr kurz kennengelernt habe und den ich sehr schätze (auch wenn er davon keine Ahnung hat), erhielt ich folgenden Satz:

„The idea is not to step outside of your comfort zone, but to have no zone at all.” – Mark Sutton –

Der geschätzte Mensch kommentierte das mit einem: „Next progression – bereit.“

Die nächste Stufe... nicht stillstehen... Veränderung...

Die Idee, die Komfortzone zu verlassen, um dort zu sein, wo das Leben beginnt (also das Erlebnis, der Lebenswert), bedeutet, dass man akzeptiert, dass es im Leben auch Zonen gibt, die nicht lebenswert sind. Und auch das ist für mich inakzeptabel.

Ich möchte mein Leben so einrichten, so gestalten, dass es überall und immer lebenswert ist – die völlige Auflösung der Zonen. Ich weiss nicht, ob ich schon dafür bereit bin, aber ich sehe die Notwendigkeit. Ist das der Weg zur Zufriedenheit und zum glücklich sein?

4.5
Gesamtwertung: 4.5 (12 Wertungen)

Ich weiß nicht

denke seit heute mittag über deinen Beitrag nach. Ich halte es für ein sehr ehrgeiziges Ziel, aber das muss nichts Schlimmes sein.

Ich weiß, dass es in meinem Leben Zonen gibt, die ich nicht für lebenswert halte. Aber das ist mein Leben und meine Zonen, das muss keineswegs für andere gelten. Es kann allerdings nichts schaden daran zu arbeiten, dass diese Zonen aus meinem Leben verschwinden, darin gebe ich dir recht. Oder dass ich sie so gestalte, dass sie lebenswert werden. Daran arbeite ich wohl genauso wie du... Ein bisschen was habe ich ja schon geschafft ;-)) Aber ob es da wirklich ein Ziel/Ende gibt bezweifle ich. Aber wie gesagt: gilt für mich.

Dir alles Gute! Der Weg scheint mir gut. Und bekanntlich ist der ja manchmal auch das Ziel. Wir sehen uns!

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Kaufe ein "isch"... ;-)

... für Disch und die philosophischen Betrachtungen Deiner Person und anderer Philosophen...

Das erste Zitat sehe ich so: Es gibt etliche Varianten, sein Leben zu gestalten.
Variante 1 könnte sein: bis 8 Uhr schlafen, Frühstück, Aktentasche unter den Arm klemmen, zur Arbeit schlurfen, 9to5-Job erledigen, auf dem Heimweg Dose Ravioli, Flasche Bier und den "Playboy" besorgen, vor den Fernseher setzen, um 21 Uhr schlafen gehen.
Variante 2 könnte sein: um 5.30 Uhr aufstehen, 10 km laufen, Frühstück für die Kinder zaubern, Pausenbrote schmieren, Kinder in die Schule schicken, ab 8 Uhr arbeiten (Ziel Weltverbesserung), um 16 Uhr Laptop fürs Home-Office mitnehmen, Kinder zum Training und/oder Musikschule transferieren, nochmal drei Stunden arbeiten (Ziel: weitere Weltverbesserung), Abendessen für die Kinder zaubern, danach Schwimmtraining, Radfahren, Orchesterprobe, Kino, Disco und/oder Parteisitzung, kurz vor Mitternacht ins Bett fallen, Wecker auf 5.30 Uhr stellen.
Variante 1 klingt eher nach "comfort zone" - muss aber nicht.
Variante 2 klingt eher nach "Leben" - muss aber auch nicht.

Wie Du schon sagst: Jeder Jeck ist anders und jeder anders jeck. Spannender wird's meistens, wenn's ungemütlich wird. Das definiert und entscheidet aber jeder selber.

Etwas gefährlich finde ich es, wenn "Life" nur noch über den Sport und seine Grenzen definiert wird (zumal wir Gewohnheitsläufer ja weite Grenzen haben; die "comfort zone" ist ja eher das mehr oder weniger tägliche Laufen) - das Leben sollte eigentlich deutlich mehr sein. Ebenso gefährlich sehe ich es, wenn man immer neue Grenzen suchen "muss", sich also selbst unter Druck setzt - dafür ist das Leben zu schade.

Wenn das zweite Zitat dagegen bedeuten soll, dass man sich in jeder Situation wohl fühlen, das Leben genießen, möglichst viel mitnehmen kann, aber nichts davon muss - ja, dann könnte es passen. Aber auch das sollte wieder alles nicht zum Zwang werden.

In diesem Sinne sind Selbstreflexionen immer von Vorteil. Live your Life and enjoy! :-)

Alternativen gibt's übrigens (fast) immer...

LG, O.

also (wieder mal also)

1. ich mag deine Blogs sehr !
2. bin ich der Meinung, man muss einfach öfter mal mit etwas bereits erreichtem zufrieden sein
3. muss es aber auch weiterhin höhere Ziele geben
4. schließt 3. 2. nicht aus !!!

für mich versuche ich einfach, einen gesunden Mittelweg zwischen Herausforderung (Druck, Stress gehört da wohl auch manchmal mit dazu, auch ein bisschen Jammern darf man hin und wieder :-)) und Zufriedenheit (Glück, "Komfort"?) zu finden.
und für mich persönlich steht absolut fest: das Leben IST lebenswert - egal wie !!!

Alles Gute !

Das Streben nach Glück...

...sieht für jeden anders aus.Sicher.

"Ich möchte mein Leben so einrichten,so gestalten,dass es überall und immer lebenswert ist - die völlige Auflösung der Zonen."

Ja,für MICH ist das der Weg zu Zufriedenheit und Glück!

Ich möchte mich in meinem Leben vollständig wohlfühlen,das ist das Ziel.Genauso wie mein Partner mich nicht einschränkt,sondern erweitert,so sollte mein Leben von einem Bereich in den anderen fliessend übergehen.Dafür bin ich verantwortlich.Verantwortung für mein Leben übernehmen,das ist meine Lebensaufgabe.

Die Selbstwirksamkeit,die man beim Sport erfährt,hilft dabei.Mir auf jeden Fall.
Wer hat nach einem erreichten sportlichen Ziel nicht schon dieses "Jetzt-schaff-ich-alles-Gefühl" gehabt?

Si tacuisses ...

... nee, Quatsch ;-)

Aber mal ganz ehrlich:
„Life begins at the end of your comfort zone.“
Das wäre für mich auf den 1. Blick falsch gewesen.

Denn er unterteilt. wie ja auch schon gesagt, das Leben in "Wertes" und "Unwertes" und weist diese beiden Arten den offenbar streng unterteilten Bereichen "ohne Druck" und "mit Druck" zu, womit nicht gemeint ist, dass der Druck von außen käme.

Frage: Warum sollte es nicht "Life" sein, wenn man komplett in der Komfort-Zone gemütlich durch einen herbstlichen Wald läuft? Oder "extremer": wenn man in der Sonne im Biergarten sitzt und ein Weizen genießt?
Ein Problem ergibt sich doch nur, wenn man speziell Letzteres quasi ausschließlich oder überwiegend macht.

Also wunderbare Leitsatz-Evolution (oder eher Revolution:
„The idea is not to step outside of your comfort zone, but to have no zone at all.”

Ob Dein Schluss "Ich möchte mein Leben so einrichten, so gestalten, dass es überall und immer lebenswert ist – die völlige Auflösung der Zonen." daraus aber der Richtige ist, weiß ich nicht.
Ich bin aber auch kein Leitsatz-Jäger, z.B. auch was Trainingsprinzipien anbelangt. Wer da immer dem Aktuellsten hinterherrennt, wäre in den letzten Jahrzehnten diversen Säuen durchs Dorf nachgejagt. Dieses ausschließliche Ausrichten nach einem Prinzip ist mir extrem suspekt.
In jedem Fall scheinst Du versuchen zu wollen, den Murks, das Mäßige aus Deinem Leben zu verbannen - also schon wieder ein Anspruch aus dem Druck erwächst.

Ob das Glück nicht eher darin läge auch das Murksige einfach mal zu akzeptieren und das Schöne dafür umso mehr zu genießen?

Leeven Jrooß & keep on running

Don Carracho

DON'T PANIC

Bin ganz nachdenklich

Leben ist auch Veränderung. Und Glück eher die Summe von Kleinigkeiten - und nicht das "große Glück". Das ist aber meine Sicht der Dinge.

Für mich gehört Bewegung auch zum Leben. "Stillstand ist Rückgang" - oder wie sagte mal jemand? Das sollte aber kein Hetzen werden, keine Jagd nach irgendetwas. Dazu gehört es auch mal auf der Couch zu sitzen und einfach nur zu "sein". Mit Freunden / Bekannten zusammensein. Familie. Gespräche.

Es ist wichtig, in jeder Lebensphase die Prioritäten so zu setzen, dass man selbst sich dabei nicht vergisst.

Aber: ohne Widrigkeiten wüssten wir das Gute nicht so zu schätzen.

Das Gelände bleibt

Die völlige Auflösung der Zonen würde ich nicht als Wegfall der Inhalte interpretieren. So wie das Abschaffen politischer Grenzen nicht die geografischen Eigenheiten auslöscht. Entsprechend wäre die gewonnene Freiheit fließender, weniger Kontrolle, mehr Achtsamkeit? Mehr Verantwortung vielleicht auch für den Murks als Teil des Ganzen, weil Murks nicht mehr per Definition zum Feind erkoren?

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Komm Schweinehund - wir gehen laufen.

Das Leben ist lebenswert.

„Ich möchte mein Leben so einrichten, so gestalten, dass es überall und immer lebenswert ist – die völlige Auflösung der Zonen.“

Das Leben ist lebenswert. Dass man es sich so einrichten kann, dass es immer mit voller Zufriedenheit und Glück erfüllt ist, möchte ich aber bezweifeln. Zu groß können negative Einwirkungen von außen sein, auf die der Mensch keinen Einfluss hat. Daher ist eine solche Absichtserklärung nur ein frommer Wunsch. Allenfalls kann man versuchen sich auf solche Einschnitte vorzubereiten. Dazu ist in erster Linie Ruhe und Gelassenheit gefordert (Stichwort: Resilienz). In keinem Fall aber eine sich selbst auferlegte Verpflichtung.

Meine Komfortzone möchte ich hingegen nicht missen. Sie beinhaltet vielleicht auch die Wörter Bett oder Sofa. In jedem Fall aber Begriffe wie Familie, Freunde, Tischtennis, Gitarre, Cajon, Jonglieren, Konzerte, Theater etc.. Für mich gehört die Komfortzone zum Glücklichsein dazu. Das gelegentliche Verlassen dieser Zone zum Erreichen besonderer Ziele ist noch einmal das Salz in der Suppe.

Die Zufriedenheit überwiegend oder ausschließlich über den Sport zu definieren ist nicht so ganz unproblematisch. Zu leicht könnten plötzliche gesundheitliche Einschränkungen größere Auswirkungen auf die Lebensqualität haben. Aber letztendlich ist jeder seines Glückes eigener Schmied.

Gruß

Sirius
...der gerne komfortabel rennt.

Grenzüberschreitung

oder eben das Verlassen der comfortzone ist der erste Schritt über (unbequeme) Erfahrungen als Persönlichkeit/im Charakter zu reifen, Selbstvertrauen zu entwickeln und vielleicht auch grandios zu scheitern, um es danach anders anzugehen...
Neulich las ich noch in einem Blog die Aufforderung jeden Tag etwas zu tun wovor man Angst hat. Muss ich so nicht haben, aber die Dosis ist ja frei wählbar und ein Sprung ins kalte Wasser manchmal unvermeidbar.

Ein Leben ohne das Spüren / Akzeptieren von Grenzen (to have no zone at all)?
Ich würde entweder größenwahnsinnig oder 100%tiefenentspannt werden. Beides kann ich mir nicht vorstellen...

Aber die Idee sich gar nicht erst durch irgendwelche Grenzen limitieren zu lassen ("du kannst mehr als du denkst!") ist anderseits sehr reizvoll! Glücksmomente garantiert! - dauerhaft glücklich? wohl kaum...

Gruß, Dominik

die 5,-€ fürs Phrasenschwein zahl ich gern....
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"Was zu schnell ist, weiß man meist erst hinterher!"
(fazerBS)

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