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Benutzerbild von Troedelliese

Traditionen soll man pflegen und schon zu meiner Schulzeit war der Gaußiger Parklauf jedes Jahr Programm ... nämlich von der Schule aus. Das ist nun schon ein paar Jahre her (ist heute auch der 30. Parklauf gewesen) und inzwischen könnte man sagen, ich bin freiwillig dabei. Wenn ich ehrlich bin, ich mach das ja nur wegen dem Blümchen pflücken bei diesem Lauf, das findet meine Große immer so überaus amüsant.

Organisation wie immer reibungslos und die Wetterbestellung wurde perfekt ausgeliefert. Sonne, aber nicht zu warm und ein angenehmes Lüftchen, was will man mehr? Ok ... ich wäre gern schneller, vielleicht ginge das ja mit dem ein oder anderen Kilo weniger, aber irgendwie ist es halt wie es ist. Irgendwer sagte heute was von 10 Sekunden pro Kilo ... wow ... das wäre ne geile Pace bei zehn kg ... aber ich ess viel zu gerne und zu viel und glaubt mir, mit zehn Kilo weniger wäre ich auch noch nicht verschwunden.

Pünktlich um 10:30 der Startschuss und ich mir noch immer nicht sicher, was ich heute hier will. Irgendwie bin ich wohl in den letzten, mehr oder weniger oft laufenden Jahren, doch so ein bisschen abgebrüht geworden. Das Wissen, über den Fuchsberg zu müssen, hält meine Erwartungen in Grenzen, so wie meine läuferischen Erfolge sich auch in Grenzen halten, aber zumindest laufe ich wieder.

Viel zu schnell rennen alle los und ich nehme schon nach 500 m Tempo raus, um mich bei 5:15 einzupendeln. Warum überholen die mich jetzt denn? So langsam ist das aber mal nicht! Meine Große ist natürlich längst über alle Berge ... ach nein, ist ja nur einer und über den kann sie noch nicht drüber sein. Und ich wette, wenn ich mich jetzt umdrehe, sitzt mir meine bessere Hälfte im Genick. Also besser nicht umdrehen und über Wirtschaftswege Richtung Fuchsberg laufen. Denn die Taktik heißt, ihn am Berg abzuhängen und ihm anschließend eiskalt davon zu laufen.

Gesagt, fast getan. Die erste Steigung kommt und endlich kann auch ich mal ein paar Läufer einkassieren, nicht viele, aber immerhin erwähnenswert. Ein vorsichtiger Blick nach hinten zeigt, jawohl, er hängt mir in den Hacken (ja ja, ich weiß, wer sich umdreht verliert). Der zweite Anstieg wird schon wesentlich anstrengender und zwingt mich doch ab und an zum gehen wie auch den ein oder anderen Läufer.

Ihr kennt ja aber alle die Gedanken, die man so beim Laufen hat. Wenn es einem noch gut genug geht zum denken. Es geht mir gut genug ... doch genau darüber denke ich nicht nach. Ich ziehe an und habe die 185 Höhenmeter hinter mich gebracht, vielleicht nicht der Himalaya oder meinetwegen die Alpen, aber für mich Flachlandtiroler doch knackig. Nun aber in halsbrecherischem Tempo wieder hinunter vom Berg und mich bewegt nur eine Frage: wo pflücke ich mein diesjähriges Blümchen? Die leuchtend gelben Butterblumen und die zart violetten Glockenblumen sehen verlockend aus. Doch man denkt ja immer, da kommt noch was Besseres. Der Blick nach hinten zeigt, ich kann mir Zeit lassen mit der Entscheidung, mein hartnäckiger Verfolger ist abgefallen.

Und dann, auf einmal wunderschöne große Margariten im Feld und ohne darüber nachzudenken, die zwei Meter rüber ins Feld gehüpft und die vermeintlich schönste Margarite gepflückt. Stehen bleiben gilt selbstverständlich nicht, darum im laufen in die Haare gesteckt und Tempo angezogen. Verpflegungsstelle nur am Wasser genippt und festgestellt, es geht mir prima. Habe ich jetzt darüber nachgedacht? Nein ... bisher war ich ja mit dem Blümchen pflücken beschäftigt.

Eine Bekannte lief in etwa mein Tempo und so zogen wir uns über die letzten beiden Kilometer abwechselnd. Sie spornte mich noch auf dem letzten halben Kilometer an, ich solle zum Schlusssprint ansetzen (sie musste noch auf die zweite Runde). Schlusssprint? Jetzt schon? Ich muss doch noch am Schlossteich vorbei, aber da sah ich noch eine Läuferin vor mir und nun endlich kam doch der Ehrgeiz zum Vorschein, die wollte ich noch einholen. Und es ging viel zu schnell, sie versuchte noch zurück zu überholen, aber nun war ich in Fahrt und eilte den Kiesweg so gut es ging nach oben (ganz nebenbei noch einen sportlichen jungen Herren überholt, gut fürs Ego).

Die letzte Kurve, meine Jüngste wartet auf mich und mit einem finalen Schlusssprint kommen wir lachend durchs Ziel. Natürlich werde ich durch das Mikrofon begrüßt (so ist das wenn einen die alten Schulfreunde erkennen) und dezent darauf hingewiesen, das meine Große längst da ist. Na klar ... die ist ja auch jünger als ich. :D

Ein schöner kleiner Lauf ist es der Gaußiger Parklauf ... und ich weiß immer noch nicht was ich da heute gemacht habe. Es ging mir blendend, ich habe nicht gelitten, die Zeit war nur zwei Sekunden langsamer als im letzten Jahr und doch, was nur wurmt mich so???

Ganz einfach, da wäre mehr drin gewesen. Ich habe nicht gekämpft, kein bisschen, ich bin einfach Blümchen pflücken gewesen. So werde ich nie mehr auf mein Laufniveau kommen und kann weiter vor mich hin jammern. Die Ergebnisse sind dann auch wie folgt:

Zeit über 6,5 km 37:37, letzte in meiner AK, nämlich 5. Insgesamt 12. von 36 Frauen ... und warum sind dann alle in meiner AK vor mir? Nun denn, neuer Lauf, neues Glück. Vielleicht sollte ich doch mal wieder ein bisschen kämpfen, nächste Woche Sonntag wäre ein guter Tag dafür. Ich werde hoffentlich berichten.

Liebe Grüße von der Trödelliese

5
Gesamtwertung: 5 (5 Wertungen)

Blümchen pflücken....

...beim Laufen - das habe ich ja noch nie gehört. Klingt aber ziemlich gut!
In Anbetracht der Höhenmeter finde ich die Zeit ganz solide. Dass alle anderen in Deiner AK vor Dir waren, liegt daran, dass die ganzen Feiglinge garnicht erst angetreten sind.
Und ich finds auch nicht schlimm, einfach mal zum Spaß irgendwo mit zu laufen. Muss ja nicht immer "am Anschlag" sein.
Grüße aus dem WW, Conny (ebenfalls mit 100 Sekunden Zeitnachteil)

strider fragt sich

muss man immer kämpfen?? Ich nicht. Blümchen pflücken klingt klasse. Und der Großen den Vortritt lassen auch ;-)

Letzte in der AK: jo, wer kennt das nicht? Ich seeeehr gut. Zuletzt Pfingstmontag beim Freiwasserschwimmen. Man muss sich an seinen Ergebnissen erfreuen, ich war schon froh, dass ich ins Ziel kam ;-))))

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Nicht immer

... muss man kämpfen, ab und an aber schon, nur leider fällt mir das immer erst hinterher ein. ;)

Ich habe mal ein Blümchen im vorbei laufen gepflückt, und meine Große fand das sehr amüsant und meinte, das geht wohl gar nicht. Seither muss ich ihr beweisen, dass das wohl geht, zumindest bei jenem Lauf. Da mein Forerunner auch ein paar Meter mehr angezeigt hat und die Pace somit bei 5:40 lag, bin ich es soweit auch ganz zufrieden, also sollte ich wohl dankbar sein, dass es mir beim Laufen wieder gut geht und ich hoffentlich wieder Spaß daran finde und nicht nur Pflicht sehe.

Liebe Grüße Eure Troedelliese.

"Sag mir nicht, das ich nicht fliegen kann!"
unbekannt

Na, wenn jetzt schon weißt,...

... dass Du nächsten Sonntag aufs Blümchen pflücken verzichtest und "alles" geben willst, war für dieses Mal doch alles in bester Ordnung. Wir sind gespannt!

Einen Spitzenlauf wünscht
yazi

Das gibt auch Läufe, ...

... Da ist man mal einfach nur zum Genießen da. Ich hätte mir für so was auch die Kurzstrecke ausgesucht.
Stell dir mal vor, du hättest da Dampf gemacht. Vollgas auf der Kurzdistanz? Weißt du wie lang die da werden kann? Puhh!
Dann lieber bissl was Längeres nehmen. Das ist nicht ganz so anstrengend.
Und 5:40er Schnitt klingt jetzt nicht soo schlimm. Das ist doch voll OK.
Ich wünsche viel Spaß beim Genießen der Quälerei nach dem Lauf diese Woche!
;-)

Blümchen pflücken

ist ja nur während der Fahrt verboten, nicht während des Laufs.

Aber die Große hat Dich nur damit gelockt, damit sie Dich nach allen Regeln der Kunst "abziehen" kann :grins:

Hast Du prima gemacht - Spaß war da, Leistung auch. Also insgesamt eine gute Mischung. Und verschiedene Blumen kann man dann zu einem Strauß binden :kicher:

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