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Benutzerbild von strider

Zum dritten Mal waren wir als Pacemaker am Start, und zum dritten Mal wurde es ein wunderschöner Lauf!
Die Wetterbedingungen waren ideal: es war nicht zu warm und trocken. Leider galt es wieder die mittelalterlichen Folterinstrumente mitzuschleppen, aber dieses Mal war ich ja gewarnt und hatte alle fraglichen Stellen großzügig vasiliniert. Gefühlt waren wesentlich mehr Läufer am Start - über 11 000 - die sich aber wohl im wesentlichen auf die Halbmarathonstrecke und den Team Run erstreckten. Jedenfalls kam mein Startblock erst nach 14 min über die Startlinie, was laut Sprecher einen neuen Rekord darstellte ;-)

Die ersten Kilometer gestalteten sich zäh, aber das ist normal. Wenn schon die ersten Läufer nach 1km die Beine dehnen oder sich die Seite halte verstehe ich nicht so ganz, welche Vorbereitung da vorweg gegangen war, aber sei es drum. Langsam entzerrte sich das Feld, und wir konnten ganz gemütlich traben. Da die Strecke in Luxemburg vor allem in der zweiten Hälfte gut profiliert ist lautet die Order an die Pacemaker immer bis zur Hälfte etwa 2 bis 3min rauszulaufen. Das gelang mit einer Halbzeit von 2:20 auch bilderbuchmäßig, allerdings war der Halbmarathonbogen erst bei km 21,5 aufgestellt, was für Irritation unter meinen Schützlingen sorgte. Km 22 kam dann sehr plötzlich und alles stimmte wieder ;-)

Die Verpflegungsstellen lagen dieses Jahr alle 3km, ich ließ bald jede zweite aus. Dennoch war ein Sprung in die Büsche notwendig (schöne Grüße an die Fahne....) und eine anschließende Aufholjagd. Ich mag die Strecke in Luxemburg, sie ist abwechslungsreich, gefühlt ist die ganze Stadt auf den Beinen, dann läuft man in den Sonnenuntergang, viele Bands und Musikkapellen begleiten die Läufer auch nachts noch, einfach wunderbar. Vor allem im Zentrum steppt der Bär, da muss man schon aufpassen, dass man noch durchkommt. Außerdem kommt mir der Kurs entgegen, man kann die ersten Kilometer einfach rollen lassen bis man warmgelaufen ist, und den Schlussanstieg finde ich persönlich nicht so dramatisch. Die Halbmarathonis biegen bei km 14 ab, dann wird es ruhiger. Aber die Bevölkerung in den Wohngebieten gibt sich alle Mühe die Läufer zu motivieren. Ein Kellner bot sogar Bier auf einem Tablett an ;-) Viele Kinder sind auch nachts noch auf (Start ist um 19 Uhr) und klatschen begeistert Hände ab. Neu waren dieses Jahr die vielen Folkloretanzgruppen an der Strecke. Es ist wirklich ein Marathonfest, und ich bin jedes Jahr wieder begeistert und froh und dankbar dabei sein zu dürfen.

Die Kilometer zwischen 24 und 28 sind - passend zu meinen A- kilometern- etwas zäh, dann läuft man in Serpentinen in ein Tal hinab. Die inzwischen stockdunkle Strecke hatte man dieses Jahr schön ausgeleuchtet: über etwa einen Kilometer waren chinesische Papierlaternen aufgehängt und wurden bunt angeleuchtet, da kam wirklich Gänsehaut auf. Bei km 30 musste leider ein junger Läufer mit Knieproblemen aussteigen, aber ein Erstmarathoni hielt tapfer mit. Nur mein Magen muckte mal wieder vernehmlich. Es half nichts, ein Dixie musste her. Mit Fahnen auf dem Buckel rein, raus aus den Gurten, dann wieder raus aus dem Dixie, im Gehen versucht die Gurte wieder zu fixieren -unter der interessierten Anteilnahme einiger alkoholisierten Zaungäste und dann Dembo um meine Mitpacemakerin und unseren Schützling wieder einzuholen. He, Laufen macht Spaß. Bald hatte ich sie wieder und es begannen die letzten 10km.

Die gehen in Luxemburg stetig bergan, aber wir hatten genug Puffer, beruhigten unseren Schützling und trabten einfach weiter. Immer noch - mittlerweile nach 23 Uhr - war die Stadt auf den Beinen, klatschten wir Hände ab, wurden in unseren Lux Air T-shirts begeistert angefeuert: "Allez, Lux Air!" Ich liebe Marathon und vor allem in Luxemburg! Unser Schützling konnte es nicht fassen, dass er soweit gekommen war, immer wieder sorgte er sich drum, den Rest nicht zu schaffen, aber wir ließen ihm keine Wahl ;-) Die letzten Bands passiert und uns herzlich bedankt, endlich waren wir oben und liefen die letzten beiden Kilometer zum Ziel. Die führten dieses Jahr durch eine Baustelle, aber im Dunkeln ist das nicht so dramatisch. Ein letztes Mal Cola und schon kamen die letzten Meter zur Halle: Öllichter weisen den Weg, man hört schon die Musik und den Jubel, Gänsehaut. Und trotz Marathon Nr 64 kriegte ich Gänsehaut und ein Tränchen in den Augen. Hach, ist das Leben schön! Unser Schützling bestand darauf zwischen uns einzulaufen und so liefen wir über den roten Teppich in die Halle und drehten alle drei Arm in Arm unsere letzte Runde, und dann waren wir drin. Punktlandung mit 4:44:25. Unser Schützling konnte es nicht fassen, soviel Freude reißt mit. Pacemaker sein zu dürfen ist einfach Klasse.

Coach zu finden war dieses Jahr nicht so einfach, aber er hatte schon meine Tasche geholt, also ab unter die heiße Dusche, denn inzwischen war es empfindlich kalt geworden. Und zum Auto gewandert, ab auf die Autobahn, um kurz nach 3 waren wir zu Hause, um halb 4 im Bett und morgens hatte uns dann der Alltag wieder ;-)

4.375
Gesamtwertung: 4.4 (8 Wertungen)

Respekt!

Um halb 4 ins Bett und jetzt ist der Bericht schon fertig, alle Achtung! :-)

Habe gleich noch den 2013er nachgelesen und bewundere deine Präzision, die Endzeiten liegen nur 2 Sekunden auseinander.

Die "Folterinstrumente" sind für den Träger eine Tortur, das glaube ich dir gerne, für die Mitläufer aber effektiver als irgendwelche Luftballons, die nach 5 km abhanden kommen oder die Leibchen mit der Zielzeit, die man oft nur in unmittelbarer Nähe des Pacemakers sieht.

LG Christof.

für Mitläufer

Das stimmt, aber beim Dreiländermarathon stecken die Fahnen in Rucksackkonstruktionen, so dass der Träger nur einen Laufrucksack (mit gepolstertem Rücken) trägt (in den er in Seitentaschen noch Gel o.ä. verstauen kann), während in Luxemburg normale Gurte über die Schultern rutschen (oder so fest geschnallt werden müssen, dass die Gurte die Blutzirkulation abschnüren) und um Oberschenkel/Leisten gehen (selbes Problem). Und die Stangen sind so lang, dass unter 1;75m Körpergröße die Teile an den Hinterkopf hauen. Bequem ist wirklich was anderes. Aber man gewöhnt sich dran ;-)

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

merci

vielen Dank für den schönen Bericht!! Was für eine Punktlandung, Respekt! Aber was für eine komische Idee, das mit den Folterinstrumenten :-)

Nach Deinem Bericht freue ich mich nun noch mehr auf meinen nächsten pacemaker-Einsatz (hella halbmarathon, Hamburg, 21.06), zum Glück mit Ballon und ohne Stange :-)! Unter anderem daher: Merci beaucoup!

Viele Grüße in den Süden

Scheint ja eine tolle

Scheint ja eine tolle Veranstaltung zu sein. Trotz Nachtlauf noch so eine Stimmung auf den Straßen. Das hat schon was.
Toll gelaufen. Glückwunsch zum Marathon Nr. 64, den ich wohl nie erreichen werde.

Gruß

Sirius
...der nicht so oft Marathon rennt.

Punktlandung! Auf strider

Punktlandung!
Auf strider war hier zum dritten Mal verlass.
Ja, es war ein schöner Lauf. Besonders die Taldurchquerung war ein
tolles Erlebnis. Dieser Marathon wird von Jahr zu Jahr immer reizvoller.
Schade dass ich den Foto nicht dabei hatte.
So bleiben nur die visuellen Eindrücke und die waren genial.

LG

.....Der Schmerz geht, Aufgeben bleibt für immer!.....

Genial!

Hach, hört sich das toll an! Wirklich schade, dass wir soweit wech wohnen:( Also ich kann ja normalerweise KEINE Pace halten. Aber ne 4:44 habe ich jetzt auch schon zweimal geschafft. Zufällig natürlich;-) Es muss echt unter die Haut gehen, wenn die Schützlinge glücklich ins Ziel laufen!

Lieben Gruß
Tame

Schön! ...

... Ist doch herrlich, wenn man mit strahlenden Augen "bezahlt" wird.
Einfach herrlich.
;-)

genau

wir verstehen uns ;-))

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zweimal geschafft?

Dann kommste nächstes Jahr mit nach Luxemburg! Das mit der Entfernung habe ich jetzt einfach nicht gelesen ;-))

Ja, das geht unter die Haut. Auch beim dritten Mal ...

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ohne Stange

läuft es sich besser. Viel Spaß!

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Kann man die Stangen da abschaffen?

Ansonsten hört sich das nach einer gelungener Veranstaltung an.

Natürlich war es von Dir eine zeitlich perfekte Zielerreichung.

Pacemaker würde ich mir auch mal wünschen. Ich hab's bisher nur für 'nen 10er unter 50 und einen ersten 15er gemacht für liebe Bekannte. Man sagt mir Tempomat und Eselstreiberqualitäten nach :kicher:

bestens qualifiziert

für sub 3h suchen sie immer Leute *duckunwech*

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Saarvoir courir - laufen im Saarland

Sub3:15h ließe sich drüber reden ...

... Man will schließlich auch selber Spaß bei haben.
Aber nicht nächstes Jahr. Da hab ich schon was anderes vor.
;-)
PS: sub3h dürfte dann aber auch für unter den ersten 20 Gesamt reichen. ;-)

das reicht!

und ich denke, wir sind auch noch 2017 dort ;-))

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