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Hallo,
gestern war VIVAWEST angesagt. Ich war zum Halbmarathon gemeldet. Habe auch, nachdem das mit dem Halben im März wegen Krankheit ja leider nicht geklappt hat, fleißig trainiert. Andere würden sagen nicht ganz so fleißig... weil ich es immer noch nicht schaffe öfter als dreimal in der Woche ans Laufen zu kommen. Irgendwie brauche ich diesen Abstand.

Zunächst war ich ganz zuversichtlich, schön hübsch die langen Läufe gemacht. Ja, ich weiß, da kam der Urlaub dazwischen, da bin ich mal nicht gelaufen sondern lieber Ski gefahren.

Aber danach wieder hübsch weiter.

Aber irgendwie lief es tempomäßig nicht ganz so wie von mir geplant. Irgendwie konnte ich mich nicht so steigern wie ich gerne würde.

Na ja, also dann neues Ziel setzen:

Ziel ist es, die Zeit vom Herbst-Halbmarathon zu erreichen.

Die letzten drei Trainings vor dem Wettkampf. Nur wenig Pace, aber Qual ohne Ende....

Dann der Tag des Wettkampfs. Geplant war eine gemeinsame Abfahrt.
Die Nacht davor... kein Schlaf. Rechts herum, links herum, eindösen, wegnicken, wach werden. Immer hübsch im Wechseln. So kam was kommen musste:

Telefon klingelt... Der Bus wartet! Und ich liege noch im Bett.

Äh..... OK. Plan B. Gruppe fährt ohne mich.

Ich schmeisse mich unter die Dusche, werde wach, Brötchen geschmiert, Tasche alles drin? Los ins Auto.
Ein Blick auf den Tank. - Muss (!) reichen.
Rauf auf die Autobahn.

180 km/h. Mehr gibt der Wagen nicht her.

Wagen parken, Shuttle Bus einsteigen. Gut! Zeit? Alles gut!

Ab zu den Nachmeldungen (Startnummer ist leider in einem anderen Auto, leider nicht greifbar....). Problem geschildert. Klar! Neue Startnummer? Kein Problem.

Langsam ist Entspannung angesagt.

Und immer hübsch wiederholt. Ziel ist es, die Zeit vom Herbst zu schlagen....
(Schön wäre natürlich etwas schneller).

Lauftabelle hatte ich ausgedruckt. Statt einer Pace von 6:42 (Herbst) oder einer Pace von 6:30 (Winterlaufserie, 15 km) gleich noch schneller?

Die letzten Trainings sprachen dagegen. Da war noch eine Zeit von länger als 7:00 noch zu schnell....

Trotzdem: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Der Start. Im Letzten Laufblock. Ich fühle micht gut. Viele Leute mit Jacke, langer Hose. Warm ist mir nicht, aber das kann ja noch werden. Ich habe eine kurze Hose und ein T-Shirt an.

Der Block vor mir hat die schönen blauen Ballons. Da ist er: Meine Traumzeit: 2:15. Nein, der startet vor mir?
Dann kann ich den Gedanken, dass der mich mitnimmt ja knicken.

Egal. Ich laufe nach Puls. Zeiten werden eh überbewertet....

Endlich los! Hups! Irgendwie sind die alle so schnell...
Na ja, nicht zu viel Gedränke. Von hinten kommen auch einige... aber nicht alle laufen schneller. Ich fühle mich gut, genieße das es abwärts geht und lasse es rollen.

Kein Kilometer gelaufen. Zeit? Viel zu schnell... Egal, Puls ist in Ordnung. Rollen lassen, rausnehmen geht immer noch. Außerdem... diese Zeit kann gar nicht stimmen, GPS-Signal ist bestimmt falsch. Außerdem habe ich die Uhr ja eh vor dem Start gedrückt (das schenkt einem dann am Ende immer noch ein paar Sekunden....).

Plötzlich eine Gruppe Läufer. Wow! Sind die flott unterwegs. Die kenne ich doch! Tatsächlich: Die schnelle Truppe meines Lauftreffs. Und schon kriege ich gesagt: Du bist zu schnell! Nimm sofort das Tempo raus.

Ich? Tempo raus? Aber? Das geht gerade nicht, ich habe das Gefühl wenn ich abbremse lande ich direkt auf meinem Gesicht. Puls? Immer noch in Ordnung. Na ja, vielleicht... nein, ich finde die Bremse nicht. Der nächste Hügel wird schon dafür sorgen dass ich langsamer werde. (Ich laufe immer viel zu schnell an).

1 km, 2 km, 3 km.... irgendwie kriege ich sogar die Schilder mit. Immer noch zu schnell. Aber nicht mehr ganz so schnell unterwegs.

Erster Verpflegungspunkt. Wasser. Super. Gleich ein bisschen was über den Kopf... Was zum Trinken auch. Banane... Toll was es hier alles so gibt. Und essen und trinken bremst... Ich fühle mich gut, Frühstück war nicht zu viel. Ich genieße die Stimmung.

Es geht auch aufwärts. Wer hat mir nur erzählt hier ginge es nicht bergauf? Ich will gar nicht bergauf, ich will wieder runter laufen! Aber, egal, dranbleiben.

Die Kilometer gehen, da: 10 km. Ach, das kann gar nicht sein, dass ich soo schnell unterwegs bin. Der Einbruch wird bestimmt noch kommen.
Ich denke an Geschichten hier im Blog, ich denke an Geschichten von Marathon-Läufern und an meine Erfahrung: Ich werde bestimmt irgendwann noch gehen müssen.
Jetzt aber genieße ich den Lauf, die Leute am Wegrand, die Kulisse.

15 km. Jetzt habe ich ganz vergessen, rückwärts die Kilomter zu zählen. Ich bin immer noch zufrieden. Habe aber zunehmend Probleme die Zeiten auf meinem Spickzettel den Kilomtern zuzuordnen. Das kann ja auch nicht sein, dass ich immer noch schneller bin als der Zettel es sagt.

Auf dem Zettel waren alle Zeiten drauf mit einer Zielzeit von 2:15. Ich beginne zu träumen, davon das ich diese Zeit schaffen könnte.... Und ermahne mich immer wieder: Das schaffst du nie! Völlig unrealistisch...

19 km. Nur noch zwei Kilometer. Jetzt. Jetzt spätestens muss der Einbruch doch kommen. Die letzten zwei Kilometer - egal welche Strecke - muss ich mich immer quälen. Egal wie schnell ich unterwegs bin.
Sollten sich endlich die End-Tempospurts bei den langen Läufen auszahlen?

Kann ich noch beschleunigen? Nein, schneller gehts nicht. Ich werde ein wenig langsamer, liege unter den Vorgaben, war aber auch häufig schneller unterwegs. Vielleicht... vielleicht reicht es ja doch zu meiner Traumzeit.

Es geht bergauf. Wo sind die 20 km? Nichts zu sehen.
Wie lange muss ich noch? Ich schaffe es nicht, den Kilometerstand der Uhr abzulesen. Wo ist das Ziel? Da vorne? Das kann nicht sein... Oder doch?

Ja! Da steht deutlich Ziel! Ich bin nicht gegangen! Wie toll ist das denn? Was zeigt die Uhr? Das kann nicht sein, das ist viel zu lang... Ach ja, das ist die Zeit vom ersten Startblock. Was sagt meine Uhr? Schneller? Schneller als 2:15.
JA!!! Ich reiße die Arme hoch und laufe glücklich ins Ziel.

Viel schneller! Am Ende sagt die Netto-Zeit 2:10.

Warum habe ich vorher eigentlich geglaubt dass ich das nicht schaffe?

P.S.: Heute habe ich leichte Probleme die Treppe runter zu laufen... Aber der Gedanke an gestern lässt mich lächeln... Geschafft! Bestzeit ever!

cmag16

5
Gesamtwertung: 5 (6 Wertungen)

Suuuuper!

Toll gelaufen, sehr unterhaltsam beschrieben. Herzlichen Glückwunsch zur Traumzeit, das hast du fabelhaft gemacht!
yazi

Vor-Wettkampf-Gehibbel

kennen wohl viele von ihren ersten Teilnahmen an Events.
Aber die Zeit so locker zu unterbieten, Hut ab.
Da geht bestimmt auch noch mehr.
Genieße den Muskelkater und dann auf zu neuen Zielen.

LG,
Anja

Wow!

Wunschzeit unterboten, besser als im Herbst und noch locker vergessen die km runterzuzählen - das klingt super!

Vielleicht solltest Du im Kopf ein paar positive Bilder haben - so beim nächsten Läufchen. Denn Du kannst es einfach!

Von jetzt an

weißt du, dass du es kannst!
Klasse gemacht!

Gruß, Dominik
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"Was zu schnell ist, weiß man meist erst hinterher!"
(fazerBS)

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