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Coach muss noch vorsichtig machen. Und ich bin dieses Jahr noch nicht wirklich zum Radfahren gekommen. Also gehen wir Radfahren, wenn er da hinter mir bleiben muss ist das a) Strafe genug und b) wirklich regenerativ... – für IHN!

Gehen wir mal zu den Nachbarn und machen eine RTF mit in Spicheren, kurz hinter der Grenze. Plan ist die 55km zu fahren und auf dem Rückweg Nr 3 von der Geburtstagsfeier abzuholen, daher Anreise mit dem Auto (wie uncool....). Ich wähle sicherheitshalber das Cyclocross, dass da noch die Winter- (= Stollen-) reifen drauf sind, lässt tief blicken. Coach überlegt laut sein Uraltreckingrad zu nehmen, lässt es dann um des ehelichen Friedens lieber doch in der Garage und nimmt den Renner.. Angesichts angekündigter 10 Grad schmeißen wir uns in lang.

Am Start angekommen erregen wir einiges Aufsehen. Nicht nur dass wir die einzigen sind, die nicht in kurz-kurz fahren - ich bin die einzige mit Schutzblechen (naja, das ist auch mein Schulfahrrad, und da macht sich nasser Popo nicht so gut...). Da nicht zu klären ist, ob unser deutscher Triathlonstartpass einer französischen "Lizenz" entspricht starten wir halt unlizensiert... Unsere 55km Strecke wird nun mit 65km angegeben, sollte uns das stutzig machen?? Egal. Bei IVVs wird auch immer mehr angegeben als am Ende rauskommt. Sicherheitshalber simse ich trotzdem dem lieben Kind, dass nun eine Stunde früher als vereinbart abgeholt werden will, dass es eine Stunde später als vereinbart werden wird, und wir starten.

Die Tour erfährt nach 500m ein jähes Ende. Coach hat die Streckenkarte liegen gelassen und fährt lieber noch mal zurück. Die zweitbeste Idee, die er an diesem Tag haben wird. Einige ältere gestählte Radfahrer aus dem benachbarten Sarreguemines überholen mich und als Coach wieder da ist schließen wir auf und uns ihnen an. Denn die Markierung ist bescheiden, sehr bescheiden. Und spätestens als der Radweg zum Acker mutiert ist klar, wir sind falsch. Alle. Großes Gelächter und umgedreht. Die Franzosen meinen, sie wissen, wo es lang geht und wir sollen die Pfeile ignorieren. Tun wir dann auch und folgen ihnen brav. Schicke Trikots haben die Jungs, will ich auch haben... Und wie alle Lothringer der älteren Generation sprechen sie deutsch und französisch gleich gut, das ist sehr hilfreich für uns. Bald sind wir wieder in deutschen Landen, passieren Kleinblittersdorf und legen eine Gedenkpause für Bri ein, wo sie Haut und Blut opferte im letzten Sommer. Und gleich noch mal an der Tankstelle, an der wir nach dem Weg fragen mussten...

Die Franzosen bleiben auf dem Radweg, ich auch. Coach nimmt lieber die Straße ;-) Es geht in und durch den Bliesgau, die Strecke kenne sogar ich, sehr schön. Etwas hügelig, aber fahrbar. Die Franzosen gehen auf die 80km Strecke und biegen hiniter Bliesmengen Bolchen ab, wir haben ja die „Familienstrecke“ gewählt und folgen dem anderen Pfeil zurück ins französische Frauenberg. Leider geht die Strecke nicht flach an der Blies entlang sondern einen ätzenden Berg hoch. Letzte Reste meiner guten Laune gehen flöten.

Ja, und dann beginnt die Schnitzeljagd. Ja, wo isser denn, der Pfeil??? Keine Ahnung, wie oft wir uns verfahren, gefühlt mindestens zehn Mal. Zwar kennen wir die Gegend, aber wir wollen ja nicht den Kontrollpunkt in Neufgrange verpassen (Hungä!!!). Schlechte Idee. Ich habe langsam keine Lust mehr, zumal die Kondition abnimmt, die Höhenmeter aber zunehmen... Grimmig radeln wir schweigend hoch und runter und vor und zurück, aber der blöde Kontrollpunkt kommt und kommt nicht. Jedes zweite Ortsschild sagt uns Sarreguemines an, irgendwie fahren wir wohl durch alle Vororte. Endlich geht es nach einem langgezogenen Anstieg zum Kontrollpunkt: nach 47km auf unseren Uhren, wohl 42km offiziell. Unsere Karten will niemand sehen oder abstempeln. Wir sortieren das Buffet, bedanken uns höflich und strampeln weiter. Nur noch etwa 20km, das ist doch machbar.

Nee, nicht wirklich. Es geht langgezogene Anstiege hoch, kurz und steil runter ins nächste lothringische Kaff und wieder laaaaang hoch. Coach knurrt irgendwann: „Setz die Orte alle auf die Liste, hier fahren wir nie wieder!“ Die Landschaft ist auch nicht wirklich mehr reizvoll. Zu guter Letzt überholt uns ein fröhlicher Radfloh, wünscht „Bon courage!“ und weg isser. Menno. Hinter Hundling finden wir endlich mal wieder einen Pfeil, folgen ihm brav und landen auf einem Radweg. Und bei einem Biobauernhof. Sehr nett, aber nicht heute. Wir folgen dem Radweg. Nicht wirklich rennradgeeignet, aber was wundert uns das heute. Gar nicht mehr. Endlich langen wir an einer Straße an und treffen unseren Radfloh, der genauso wenig weiter weiß wie wir. Na prächtig. Nach kurzer deutsch(wir)-französischer(er) Diskussion beschließen wir einfach mal links zu probieren. Er folgt uns, aber bald wird es ihm zu langweilig und er schießt weg. Kann doch nicht mehr so weit sein? Inzwischen habe ich 70km auf der Uhr... Endlich in Cadenbronn, wo wir hin wollten. Von links kommen nun aus den Seitenstraßen andere Radfahrer, genauso orientierungslos wie wir. Aber endlich kommt wieder ein Pfeil – aus der Straße, aus der niemand gekommen ist! Wir entern einen Kreisel, ein Pfeil weist raus - und wenige Meter später wieder zurück. He? Behren liegt in der anderen Richtung, jedenfalls mal laut Schild?? Sch... drauf. Wir folgen den anderen, die wohl Heimatluft wittern. Und dann sind wir endlich in Richtung Spicheren, jetzt kann nichts mehr schief gehen. Und dann ist da Spicheren, das Ziel, das Auto! Coach stellt sein Rad ab, schließt das Auto auf und – beste Idee des Tages – fischt ein Fläschchen Cola aus dem Kofferraum! Ich habe doch den besten Ehemann den Welt ;-))

74,06km statt der angepeilten 55km. Und 3:22h, räusper. Gibt eine Geschwindigkeit von 21,8km/h, autsch. Immerhin 830 Höhenmeter, das ist doch fast ardennenwürdig. Und es will auch niemand mehr unsere Abmeldung hören oder sehen, es ist eh schon alles abgebaut, wir bekommen keinen Stempel mehr. Laden unsere Räder ein, holen Nr 3 ab und fahren heim.

Beim nächsten Mal fahre ich wieder Saar hoch und runter. Da isses flach. Und es geht einfach geradeaus!

4.166665
Gesamtwertung: 4.2 (6 Wertungen)

Ihr habt ne Gedenkminute

Ihr habt ne Gedenkminute für mich eingelegt?? Ich bin gerührt!
Ansonsten....naja, strider halt ;-))))
Ich verrate dir was: hätte von mir sein können, ich hab's auch nicht so mit der Orientierung.
Aber ihr seid ja heil heimgekommen. Coach ok? Wird er es überleben? ;-)

Seit 2011:



"Man muss das Unmögliche so lange anschauen, bis es eine leichte Angelegenheit wird. Das Wunder ist eine Frage des Trainings" (Carl Einstein)

Macht Lust auf meine RTF in 2 Wochen ;-)

Also meistens machen die ja so richtig Spaß. Zum Glück ward ihr zu zweit unterwegs!

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

oh mein gott....

...ihr seid helden! ich hätte das rad innen graben geschmissen und wär per anhalter nach haus...
____________________
laufend weiß schon, warum (renn)radfahren nicht zu ihrem lieblingssport gehört: happy™

"man muss es so einrichten, dass einem das ziel entgegenkommt." (theodor fontane)

striderlike

Aber schön, dass Ihr wieder heile angekommen seid.

LG,
Anja

Ich frag mich immer wieder bei Euern Ausflügen ...

... ins etwas weiter westlich gelegene Ostfrankreich, warum ihr nicht mal auf euer Android-Telefon OSMAND draufzieht. Da könnt ihr Offlinekarten basierend auf Openstreetmap raufladen und könnt zumindest dann schauen wo ihr seid und wo es lang geht, wenn die völlige Orientierungslosigkeit greift.
Auf meinem Touren"-renner" schieb ich das Telefon dann in die Lenkertasche. Kommt bei euch vielleicht nicht ganz so gut. Aber in die Trikottasche sollte es reinpassen.
Durch die Offlinekarte weißt du auch wo du bist, wenn kein Empfang oder Datennetz verfügbar ist.
Ansonsten paßt das schon so zu Fam. Strider. Für ein Striderlabel reicht das aber ehr nicht.
;-)

kuuuuuhl...

...danke für den tipp, schalk. das zieh ich mir gleich mal druff...
____________________
laufend braucht dann nicht den garmin malträtieren: happy™

"man muss es so einrichten, dass einem das ziel entgegenkommt." (theodor fontane)

Uiiii,

da hatte ich es viel besser! Die Beschilderung war vorbildlich, die Hügel angekündigt (und reichlich vorhanden).

Am Schnitt arbeite ich noch.

Bester Spruch "setz das auf die Liste, hier fahren wir nie mehr" - und ich dachte ihr arbeitet an einer Positivliste :kicher:

Bei 10 Grad kurz-kurz ist schon sportlich. Vielleicht haben die alle mehr Fett als ihr? Am Samstag hatten zumindest oben alle lang an - entweder Ärmlinge oder Jacken drüber. Kurze Hose war beim Verlassen der Wohnung gewöhnungsbedürftig - es war (unerwartet) einstellig von der Temperatur her. Da es bewölkt war und teilweise mal Nieselregen gab wurde es auch nur so gerade eben zweistellig. Bei Dauerregen wäre es ungemütlich geworden!

Vogesen klingt nett. Sollte ich mal dorthin?

:-)

Nur 20 km mehr als geplant? Ihr schwächelt, *duckundjanzschnellwech*;-)))

Lieben Gruß
Tame,
der bei dem Gedanken an diese Tortour der Allerwerteste brennt!

@Schalk

Ja,
das wäre zu einfach ;-)
Wir haben einen Garmin Edge Touring mit Europakarte für das Fahrrad zu navigieren. Zudem noch dafür die Topo Karte für das Gelände und die Berge.
Der lag aber zu Hause. Und dann habe ich auf meinem Handy von Navigon die komplette Europakarte, mit samt der USA Karte als Offline-Karten gespeichert.
Hier drüber könnte ich auch als Radfahrer / Fußgänger Navigieren. Beim Antritt der Fahrt kam die Frage auf brauch ich ein Handy? Hmmh, eigentlich nicht und somit lag dies dann brav im Auto.
Aber die schönsten Erlebnisse sind immer die ungeplanten Situationen.
Wenn etwas voll strukturiert läuft macht es weniger Spaß.

Gruß aus dem Saar-französischen Ausland

.....Der Schmerz geht, Aufgeben bleibt für immer!.....

War eine schöne Tour. Trotz

War eine schöne Tour. Trotz vieler Umwege sind wir doch wieder dort raus gekommen wo wir gestartet sind.
Und ab und zu weiß ein Mann auch was eine Frau möchte ;-)

.....Der Schmerz geht, Aufgeben bleibt für immer!.....

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