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Benutzerbild von dfrobeen

Normalerweise sollte man meinen, in einem Ausdauersportwettkampf ist es kein Bestandteil sich um den zu absolvierenden Weg zu machen. Aber obwohl ich eigentlich für meine 2015er-Triathlonpremiere am letzten Sonntag in Buschhütten ganz gut vorbereitet war, so fehlte mir doch ein ganz entscheidendes Element: die Ausschreibung nochmal konzentriert zu lesen.

Ich habe eine halbe Wissenschaft gemacht, was ich alles auf meine Reise mitnehmen muss. Der erste Triathlon des Jahres ist doch etwas besonderes - geht doch die Routine des ganzen Wechselzonenschach über den Winter etwas verloren. So stand ich also am Sonntag gegen 10:47 Uhr am Beckenrand des Buschhüttener Freibades - war bereit zu starten, hatte aber keinen Plan wie oft ich welche Strecke in den drei folgenden Disziplinen absolvieren muss. Eigentlich ziemlich untypisch für mich...war diesmal aber so.

Immerhin hatte ich mir gemerkt, dass das Schwimmen aus 500m bestand. Und da ich allem Anschein nach am Rand eines 50m-Beckens stand, ging ich mal davon aus, dass ich in den nächsten 9 bis 12 Minuten 10 Bahnen in selbigen ziehen werde. Die konkrete Bahn in der dies passieren sollte, durften wir uns selber aussuchen. Ich war Bestandteil der fünften von 7 Startwellen a ca. 60 Teilnehmer. Grundsätzlich wäre Bahn 1 die beste gewesen, denn von dort war der Weg der kürzeste zur Wechselzone. Aber den Gedanken hatten wohl so einige andere auch, deshalb war diese schon gut gefüllt und die Jungs dort sahen alle nach ziemlichen Schwimm-Heißdüsen aus. Da wollte ich nicht im Kraulbeine-Strudel Seenot erleiden. Also wurde es die Bahn 2. Im Wasser fand eine kurze Abstimmung mit den 5 anderen auf der Bahn statt. Einer würde wohl vorne weg schwimmen, dann kam dreimal die Aussage "etwa 10 Minuten" (inklusive von mir) und einmal "schwimmt mal vor, ich bin langsam". Ich dachte zwar meine 10 Minuten seien schon langsam, aber offensichtlich gibt es doch auch noch langsamere Schwimmer.

Als der Startschuss fiel, ging es los. Der schnelle Schwimmer vorne weg, ich wollte die beiden anderen vor lassen, aber einer von beiden war extrem hartnäckig, dass ich doch vor ihm auf die Bahn gehen sollte. Der Effekt war, dass er mir die erste Bahn komplett auf die Füße prügelte und erst nach der ersten Wende zum Überholmanöver ansetzte. Der letzte auf der Bahn war da schon ein ganzes Stück brustschwimmend zurückgefallen.

Meine erste Erkenntnis dieses Triathlons war, dass das Schwimmtraining im Winter doch etwas gebracht hatte. Ich war zwar nicht wirklich schneller geworden, aber ich habe weitere Routine im Schwimmen gewonnen und konnte meinen Stiefel einfach so abschwimmen. Vergangenes Jahr hätte mich jeglicher Triathlonwettkampf mit Neoverbot einen Haufen Nerven gekostet. Hier wusste ich, dass ich die 500m schon solide ins Ziel bringen werde. Und so kam es auch. Ich schwamm meine Bahnen ab und "wartete" dabei nur darauf, dass ich endlich radfahren und laufen durfte.

Die Wartezeit sollte dadurch erheblich verkürzt werden, dass die Wettkampfrichterin ziemlich mit den Armen wedelte, als ich nach gefühlt 8 Bahnen auf meine Reise zu Bahn Nummer 9 und 10 ging. Ich hielt mal ein Ohr raus und hörte: "Blau raus, Blau raus!!!". Mit "Blau" war ich gemeint, denn ich hatte mir nach Auswahl der Bahn auch die für mich schickste Badekappe in Hellblau ausgesucht. Ich war sicher es wären noch zwei Bahnen, aber ich lasse mir das ja vom Wettkampfrichter nicht zweimal sagen, also drehte ich um und stieg aus. Schnell hatte ich auch ein gutes Gewissen bei der Entscheidung, denn als ich nach ein paar Metern laufen die Zeitnahme überquerte, stoppte meine Uhr bei 10:11 Minuten. Das wäre für mich zwar ein flottes Schwimmen gewesen, aber im Bereich des möglichen. Und eigentlich fühlte sich die Teildisziplin unterwegs ganz gut an.

Ich weiß bis jetzt immer noch nicht, ob ich 400 oder 500 Meter geschwommen bin. Ich war erst sicher, dass ich mich verzählt hatte und erhoffte mir Bestätigung dieser These durch die Auswertung der GPS-Datei. Die Uhr ist im Wasser extrem ungenau und so brachte auch dies keine Klarheit, im Gegenteil. Das, was ich erkennen konnte sprach eher für den Trend nur 4mal hin und hergeschwommen zu sein. Dann wäre die Zeit aber extrem langsam und ich müsste mir Sorgen um die weiteren Wettkämpfe machen. Ich werde es wohl nicht final klären können - egal wie, ich war nun unterwegs zur ersten Wechselzone.

Der erste Wechsel lief gewohnt routiniert ab. Ich bin da ja Minimalist - kein Schnickschnack. Badekappe und Schwimmbrille runter, Sonnenbrille und Helm auf, ins Startnummernband schlüpfen, Rad schnappen und zum Wechselzonenausgang rennen. Hinter der Mount-Linie aufspringen, Tempo aufnehmen und in der Fahrt dann die nackten Füße in die fertig eingeklickten Radschuhe befördern. Das verlief alles insgesamt ganz gut, nur fand mein rechter Fuß nicht optimal den Eingang in den Schuh. Aber das kostete während der Fahrt nur Sekunden.

Es folgte ein ca. 1,6km langes Überführungsstück zur Siegener Stadtautobahn. Diese war ganztägig für den Triathlon gesperrt und bot ziemlich optimale Bedingungen für die zweite Teildisziplin. Einmal auf selbiger, hieß es nur Kopf runter und Druck auf die Pedale. Aufgrund des sehr verteilten Wellenstarts war kaum jemand vor mir zu sehen. Also orientierte ich mich an der Linie unter mir und fuhr was die Beine hergaben. Während mir dabei noch die Frage meiner Schwimmdistanz durch den Kopf ging, fragte ich mich schon, wie oft ich eigentlich die Runde auf der Stadtautobahn fahren musste. In der Ausschreibung war von 26km die Rede und ich hatte noch im Hinterkopf, dass 3 Runden zu fahren waren. Aber der Wendepunkt kam doch relativ früh, sodass ich Sorge hatte auch hier weniger als die geforderte Teilstrecke zurück zu legen. Am Wendepunkt saßen drei Ordner und ich rief ihnen zu: "ich muss drei Runden fahren, oder?". Die Reaktion war nur Schulterzucken...na super.

Ich begann dann doch einige Radfahrer vor mir zu überholen und machte dabei eine represantive Umfrage. Ich fragte immer "3 Runden, oder" und nach dem dritten "Ja" war ich mir dann sicher. 4 Runden wäre auch zu viel für 26km gewesen, andererseits war schon klar, dass ich mit 3 Runden deutlich unter den ausgeschriebenen 26km bleiben würde. Nach 40:07 Minuten Radfahrt sprang ich an der Dismount-Line vom Rad und lief in die Wechselzone. Erst war ich ganz begeistert, bei 26km Fahrtstrecke wäre dies ein 38,9km/h-Schnitt gewesen. Mein GPS hat mir aber daheim mitgeteilt, dass es 24,3km waren und dafür hätte es dann doch auch gerne eine Minute schneller sein dürfen.

Beim Wechsel verlor ich wieder etwas Zeit beim Anziehen der Laufschuhe. Bis letztes Jahr hatte ich noch reine Triathlonschuhe, in die ich einfach reinschlüpfen konnte. Jetzt binde ich mir die Laufschuhe etwas lockerer und hoffe gut rein zu kommen. Beim Training klappt das auch immer ganz gut. Im Wettkampf unter voller Belastung halten meine Füße aber nicht so still und sind auch offensichtlich etwas angeschwollen. Da braucht es dann ein paar Anläufe um in die Schuhe zu kommen. Schade...waren Wechsel letztes Jahr doch eine meiner Stärken.

Als ich endlich in den Schuhen stand, war ich wieder völlig orientierungslos. Die zweite Wechselzone hatte ich mir vorher nicht so genau angesehen, also war ich auch nicht die Wege abgegangen. Da, wo ich den Wechselzonenausgang erwartete, war aber nichts dergleichen zu erkennen und ein Konkurrent zum hinterherrennen war in dem Moment auch nicht zu finden. Ich brüllte das Publikum an, wo es denn lang gehen sollte und tatsächlich war es doch dort, wo ich es eigentlich erwartete...nur recht unübersichtlich. Wieder ein paar Sekunden verloren...selbst dran schuld.

Egal, jetzt war ich auf der Laufstrecke und...Überraschung...ich hatte keine Ahnung wo lang es geht und wie oft ich die Runde laufen müsste. Hier war ich aber entspannt, denn ich kannte ja mein mögliches Tempo und würde wohl ziemlich genau abschätzen können wann ich bei 5km bin und dann ich ein sicher in der Nähe befindliches Ziel laufen. Da der Lauf immer noch meine Lieblingsdisziplin ist, war ich nun voll in meinem Element. Ich konnte mein Tempo nicht genau einschätzen, aber es fühlte sich gut an. Als meine Uhr dann erstmals die Autolap nach 1km vibrierend verkündete, bestätigte sich der Eindruck. 3:50 Minuten war ich bis dato unterwegs, so durfte es weiter gehen. Da kurz nach dem vibrieren auch gleich die erste Runde geschafft war wusste ich, dass ich insgesamt 5 Runden zu absolvieren hatte. Also lief ich was das Zeug hielt.

Der zweite Kilometer wurde dann mit 3:48 gestoppt und ich fühlte mich immer noch nicht am Limit. Ich überholte und überholte - es war großartig. Ende der vierten Runde wurde ich das erste und einzige Mal überholt. Ich hatte ihn immer wieder am Wendepunkt sehen können und auch als schnellen Läufer eingeschätzt. Letztlich lief er die siebtbeste Laufzeit. Meine Runden gingen weiterhin in dem Tempo raus. km3 in 3:51, km4 in 3:55 und auf der letzten Runde konnte ich sogar nochmal zulegen. Es waren letztlich 5,3km, die zu absolvieren waren und für diese benötigte ich 20:23 Minuten, was einem Schnitt von etwas unter 3:51 Minuten pro Kilometer entsprach. Damit war ich natürlich mehr als happy.

Es reichte zu Platz 61 im insgesamt stark besetzten Triathlon, den der immerhin siebtplatzierte des letztjährigen Ironman 70.3 Rügen, Timo Kuhlmann aus Hannover gewann. Für besser Platzierungen muss ich schneller schwimmen und meine Radform ausbauen. Leider hat es über den Winter wieder nicht geklappt meine Schwimmspeed zu verbessern. Aber immerhin habe ich durch die vielen Schwimm-km mehr Routine gewonnen und scheine die erste Disziplin dadurch etwas entspannter anzugehen.

Auch der Rest des Events war klasse. Mein Sohn Janek und ich haben anschließend abwechselnd das Kinderprogramm aus Hüpfburg, Kindersportabzeichen, sowie die separat vom Jedermannrennen stattfindenden Erst- und Zweitligawettkämpfe wahrgenommen. Ach ja und Pommes und Kuchen mussten natürlich auch sein. Es war ein tolles Event, hat Spaß gemacht und es war herrliches Wetter. Und beim nächsten Mal weiß ich auch definitiv besser, welche Strecken ich wie oft zu absolvieren habe.

5
Gesamtwertung: 5 (3 Wertungen)

Ok, es ist mitten im

Ok, es ist mitten im Wettkampf natürlich blöd, wenn man nicht genau weiß, wo es hin, bzw. her geht. Und frustrierend, wenn Fehler einem die Zeit versauen. Aber es tröstet mich lässt den Glauben an mich selbst wieder wachsen, wenn ich lese, das es anderen auch passiert. Ich bin also nicht alleine zu blöd dazu...."kicher".... Sorry, ich will damit nicht sagen das du blöd bist!!
Ist mir letztens auch so gegangen...eine Runde zuviel geradelt...

Seit 2011:



"Man muss das Unmögliche so lange anschauen, bis es eine leichte Angelegenheit wird. Das Wunder ist eine Frage des Trainings" (Carl Einstein)

willkommen im Triathlon

dem Sport, in dem alles passieren kann. Ich bin auch schon aus der Wechselzone falsch wieder raus gelaufen (wurde vom Kampfrichter abgefangen und durfte/musste zurück), von der Radstrecke in der vierten und letzten Runde (!) falsch abgebogen (und musste drehen, als die Strecke gesperrt war, sonst wäre ich auf der Autobahn gelandet....) und zwei Bahnen zuviel geschwommen, weil auch ich vom Kampfrichter nur ein Schulterzucken erntete... Laktat macht mich blöd, da kann ich nicht mehr denken ;-)

Alles in allem ist es doch prima gelaufen! Und mit Sohnemann noch was dran gehängt, besser kann es nicht laufen. Im wahrsten Sinne des Wortes ;-) Chapeau!

Äh und übrigens: 500m wären bei mir 12:30min, und das wäre schon klasse ;-)))

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Danke...

...fürs mitnehmen. Schöner Bericht.
Und herzlichen Glückwunsch, hat doch alles geklappt.

LG LS :))

"Lieber 80 Jahre gelebt als 100 Jahre nur da gewesen" (WWConny)

Glückwunsch,

Ist doch noch prima ausgegangen.
Und ich weiss, was mich demnächst erwartet...

LG,
Anja

10 minuten...

...auf 500 meter is langsam??? HAAAAHAAAAAA *schenkelklopf* ich bräuchte fast die doppelte zeit. DAS ist langsam! ;-)
und dafür, dass du keinen plan von nix hattest, haste dat dingen recht entspannt absolviert. cool!
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laufend gratuliert gaaaanz laaangsaaam: happy™

"man muss es so einrichten, dass einem das ziel entgegenkommt." (theodor fontane)

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