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Dieser Gedanke zeichnete sich schon am Freitag ab, als ich mit einem Freund meine Startnummer in Düsseldorf abholte. Meine Antwort auf sein "Warum?" war einfach: "Weil die Vorbereitung nicht schlimm genug war."
Ich habe nach dem Sub 4 Plan von Steffny trainiert, das fand ich durchaus ambitioniert für meinen ersten Marathon. Schnell merkte ich aber, dass dieser Plan gut mit meinem Familienleben zu vereinbaren war, denn mein wundervoller Mann hat mir den Rücken freigehalten für die langen Läufe. Ich habe den Plan brav durchgezogen, eine einziger Lauf ist ausgefallen, ein 9km Regenerationslauf nach dem HM Testrennen (01:49:18 trotz aufkommender Erkältung).
Steffny sagt, mit meiner Zeit könnte es beim Debüt gerade so mit sub 4 klappen, ich habe beschlossen voll auf ihn zu vertrauen.
Und ganz Plötzlich waren die 10 Wochen Vorbereitung rum, letztes Jogging mit Eifelsteiger, ähm Kaiserstädter, am Samstag mit anschließendem Kaffee. Ich war nicht nervös. Auch abends war alles noch ruhig, "Die Hausaufgaben sind gemacht." habe ich mir immer wieder gesagt. Und so schlief ich ein und auch meine Tochter gönnte mir in der Nacht den Schlaf ohne Unterbrechung. Sonntag morgen, pünktlich zum Frühstück, kam die Nervosität. Essen wurde runtergewürgt, ein Brötchen, dann war Ende. Vor dem Hintergrund, dass ich im Rennen nichts essen konnte (alles was ich getestet habe, hat zu Magenproblemen geführt), machte mich die Menge an Frühstück etwas nervös. So entschied ich mich, das Steffny Wettkampfgetränk mitzunehmen, auch wenn das bedeutete, dass ich mit Trinkgürtel laufen musste.
Schon stand ich am Start, ganz am Anfang des Startblocks 04:00-04:30, und suchte nach den Pacemakern. Ich hielt mich schön an ihr Tempo, ich genoss den Lauf, die ersten 24 km gingen rum wie nichts, ich war absolut im Soll, der Puffer baute sich auf 20 Sekunden aus. Trinken klappte auch im Lauf besser als sonst, ich grinste wie ein Honigkuchenpferd, ich klatschte Kinderhände ab und winkte Wildfremden zu, die meinen Namen brüllten. Völlig unerwartet kam der Einbruch. Es wurde schwerer mit jedem Meter, mein Kopf kämpfte gegen meinen Körper, ich rechnete von Kilometer zu Kilometer und langsam aber sicher entfernten sich die Pacemaker. Das konnte doch nicht sein, aber ich trieb mich an. Ich zählte die Kilometer bis zu dem Punkt, an dem mein Mann mit meinem Kind und meinem Schwager stehen würden. Ich biss, ich rechnete. Gehen war keine Option, Tempo rausnehmen auch nicht. Tapfer weiter den Schnitt bei 05:40 gehalten, ich danke meinem Dickschädel an dieser Stelle. "Pain only hurts", weiter, weiter, weiter. Kinderhände abklatschen, lächeln, bald werden sie dort sein. Da standen sie bei km 35, ich grinste, beide Daumen hoch, alles war gut. Und dann erinnerte ich mich an einen Satz von Schalk, den ich gelesen habe. "Jetzt nochmal Vollgas, damit du ankommst" oder so ähnlich. Ich nahm die Beine in die Hand, 03:18:xx standen auf der Uhr. Der Gedanke "In 40 Minuten ist alles geschafft, die Geburt deiner Tochter hat 16 Stunden gedauert und war deutlich schmerzhafter, jetzt kneif die Arschbacken zusammen, du musst nur laufen und laufen kannst du!" gab mir Flügel. Kilometer 40 passierte ich bei 03:46:35, von hier ist es nicht mehr weit, ich war auf die Pacemaker aufgelaufen, heftete mich an die Fersen, klatschte weiter Hände ab, freute mich, dass es in wenigen Minuten vorbei war und dass es mit Sub 4 klappen würde, ich ignorierte die aufkommenden Krämpfe, einen Kilometer vor dem Ziel bedankte ich mich bei den Pacemakern für den tollen Job, den sie gemacht haben. Ich hörte noch "Viel Spaß beim Schlussspurt!" in der Ferne, ganz weit weg, ich rannte, ich korrigierte meine Haltung, ich lächelte und passierte bei 03:58:19 die Ziellinie.
Mein Dank gilt meinem Mann, ohne den das nicht möglich gewesen werden, dem Kaiserstädter für die frühen Trainingseinheiten am Wochenende und Herrn Steffny für seinen Plan, der mich auf den Punkt fit gemacht hat. Es war ein wundervolles Erlebnis, das ich in mir einschließe. Vielleicht ist nach dem Marathon ja vor dem Marathon :-)

4.88889
Gesamtwertung: 4.9 (9 Wertungen)

Glückwunsch!

Sich für den ersten Marathon ein ambitioniertes, ehrgeiziges, aber realistisches Ziel zu setzen und nicht nur auf Ankommen zu laufen, das dann über die Vorbereitung bis ins Ziel durchzuziehen, verdient meinen vollsten Respekt.

Mit dieser Einstellung sind die 3:58:19 noch lange nicht das Ende der Fahnenstange.

Wahnsinnsdebüt!

Hut ab, das hast Du großartig gemacht. Meinen allergrößten Respekt fürs Beißen, wenn es schwer wird, und das, wo die Pacemaker schon außer Sicht sind, das ist groß!

Schwer beeindruckte Grüße von
yazi

wow...

...beim ersten mal gleich sub 4 und das so super gut durchgezogen.
gazelle hat recht: da geht noch jede menge...
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laufend gratuliert herzlich und wünscht gute regeneration: happy™

"man muss es so einrichten, dass einem das ziel entgegenkommt." (theodor fontane)

Wieder so ein Gänsehaut-blog

bei dem alles passt!!!
Ganz ganz dicken Glückwunsch zu deinem Erlebnis, deinem Debüt, der geplanten und souverän erzielten sub4h!
An alles gedacht hast du, sogar sich bei den Pacemakern zu bedanken! Wow!!!

Da kommt noch mehr -- da bin ich mir sicher! Viel Freude am emotionalen "Nachhall" in den nächsten Wochen!

(Mit Trinkgürtel bin ich übrigens auch gelaufen -- ich find's jetzt nicht soo einschränkend und ich habe das Gefühl etwas autarker zu sein, was die Versorgung angeht...)

Gruß, Dominik
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"Was zu schnell ist, weiß man meist erst hinterher!"
(fazerBS)

Was da noch kommt, ...

... ist eigentlich grad ziemlich egal. Dein vorletzter Satz ist genau das jetzt und Heute. Herrlich! Genieße genau das. Sei Stolz auf das Vollbrachte. Da haste jede Menge Grund zu. Schon den ersten Marathon noch so zu drehen - Das ist ganz großer Sport. Glückwunsch dazu. ;-)
Naja, und der letzte Satz klingt dann schon ziemlich gefährlich. Überleg dir das gut. Da ist definitiv Suchtpotential drin. Aber so was wirst du hier ja schon mal gelesen haben. Na und bei den Bekannten, kann auch nicht wirklich gutes bei rauskommen... Sag nicht, dich hätte keiner gewarnt.
Sehr schöner Blog. Dnake dafür!
;-)

Die Geburt der Tochter war schuld ;-)

Tschuldigung, bei dem Satz "die Geburt deiner Tochter dauerte 16 Stunden" musste ich herzlich lachen, der Satz wird mich von jetzt an bei jedem Marathon begleiten, danke schon mal dafür ;-)))

Wunderbarer Bericht! Meine Achtung hast du und auch ich glaube, das dein Leistungsvermögen noch nicht ausgereizt ist. Aber erstmal ganz herzlichen Glückwunsch zu diesem Debüt!

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Was für ein großartiges Debüt!

Allerallerherzlichste Glückwünsche voller Respekt! Genieße die Marathonfreude noch für ganz lange und dann viel Spaß bei Aussuchen deines nächsten Ziels!

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Ich finde das total 5-sternig!

Und klar ist das nicht Dein letzter Marathon. Ich traue Dir noch Einiges zu.
Deine Vorbereitung war sehr stringent und schlau, Deine Disziplin großartig. Dein Dickschädel ist sehr beachtlich... Du wirst Dich noch über Dich selbst wundern.

Phie is ready for takeOff.

"Ceterum censeo Carthaginem esse delendam."

Vielen Dank

für die Glückwünsche :-)
Ich hab hier viele motivierende Blogs und Kommentare gelesen und mir ist klar, dass das Suchtpotential hat, deshalb mach ich es ;-)
Also Mädels und Jungs, macht weiter mit so unglaublichen Dingen wie Harzquerungen, 100km Läufen und noch verrückteren Dingen! :-)

Marathon exercise and races are for people who can´t handle drugs and alcohol.

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