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Benutzerbild von WWConny

Seit längerem bereits liebäugelte ich mit der Harzquerung. Ein Freund aus dem Studium sprach mich an – sollen wir nicht mal was zusammen laufen, gibt so schöne Läufe bei uns. Klar! Gerne lauf ich Dir mal hinterher - also fassten wir den Harz ins Auge. Nicht die ganze HQ. Die 25 km sollten genügen. Aber dafür über 400 km anreisen? Ich überlegte hin und her, bis ein dienstlicher Termin mir die Entscheidung erleichterte und ich mich anmeldete.

Meine letzte Woche sah dann so aus: Samstag/Sonntag: Wäsche, Wäsche, Wäsche….
Montag: Arbeiten und packen für 2*dienstlich und einmal privat an drei verschiedenen Orten.
Dienstag: Anfahrt nach Dortmund – arbeiten. Am Abend plötzlich eine Stunde ungeplanter Leerlauf. Beste Gelegenheit für ein kleines Läufchen. Ich packe also meine Tasche aus, pelle mich in die Laufsachen, wühle nach den Schuhen. Und wühle, und wühle und wühle… keine Schuhe dabei. Ein Schwall nicht zitierfähiger Flüche entweicht meinen Sprechwerkzeugen.

Was tun? Ich habe einen Ecco Biom, den ich im Alltag ganz gerne trage. Der hat ein schönes Profil, allerdings keinerlei Stütze und auch kaum Dämpfung. Aber probieren wollte ich den trotzdem Nach 20 Minuten Testlauf rund ums Hotel war klar, dass der nicht taugt.

Anruf beim Gatten. Erreiche ihn nicht. Ratlosigkeit. Ich habe extra im Training die bestverträgliche Schuh-Einlagen-Socken-Kombination ermittelt und dann das.

Mittwoch: Arbeiten in Dortmund und danach mit einem Kollegen Anfahrt nach Magdeburg, wo wir am Abend eintreffen. Einchecken in einer schnuckelichen Appartement-Pension und Anruf beim Gatten. Schuhe schicken? Der Gatte ist unterwegs und schaffts heute nichtmehr zur Post. Donnerstag abschicken erscheint mir zu unsicher. Er sagt noch: Kauf Dir halt paar neue.

Donnerstag: arbeiten in Magdeburg, das heutige Abendprogramm hatte ich bereits im Vorfeld abgesagt. Nur gut, denn so kann ich die Zeit zum Schuhe kaufen nutzen. Ich gehe in ein größeres Einkaufszentrum und entere einen Laden, in dem an drei Wänden bis unter die Decke Laufschuhe drapiert sind. Drin stehen zwei Milchreisbubis und starren mich an. Ich ignoriere die dämlichen Gesichtsausdrücke und trage mein Anliegen vor. Schweigen. Dann holt einer Luft und sagt: „Für eine Laufschuhberatung für Anfänger gehen Sie am besten zum Runnerspont. Zweite Etage, gegenüber vom H+M.“ Ich mache auf dem Absatz kehrt und denke kurz über die Wirkung von Provisionsgehältern nach.

Beim Runnerspoint angekommen, trage ich mein Anliegen vor und werde von einem ahnungslosen Mädelchen an einen fachkundigen Kollegen verwiesen. Er fragt meine bisherigen Modelle ab, ich erzähle. Auch die Sache mit den Einlagen, die ja nun fehlen. Er stellt mich aufs Laufband und stellt fest, dass meine bisherigen Laufschuhe die richtigen sind. Dann verschwindet er ins Lager. Als er wiederkommt stellt er vor mir einen Brooks Ravenna, einen Asics Gel tri Noosa und einen Nike Lunarglide hin. Ich probiere ausgiebig und kann mich kaum entscheiden zwischen dem Asics und dem Nike. Der Asics hat etwas mehr Profil, der Nike sitzt etwas besser am Fuß. Die Unterschiede sind minimal. Ich überlege, was wichtiger ist und entscheide mich letzten Endes für den Nike. Der Verkäufer erkennt meine Unschlüssigkeit und bietet mir das zweite Paar mit 40% Nachlass an. VERLOCKEND!!!! Ich nehme trotzdem nur eins (die Sache mit dem häuslichen Frieden…).

Kurz vorm Zusammenpacken drückt er mir noch einen Satz spezielle Einlagen in die Hand: „Probieren Sie mal.“ Ich probiere, befinde sie für sehr angenehm (obwohl auch hier die Pelotte fehlt) und nicke, ohne nach dem Preis gefragt zu haben - der Schreck kam dann an der Kasse.

Am selben Abend: Testlauf. Die Füße sind vom Rumstehen am Tag geschwollen, die dazu gekauften Einlagen nehme ich wieder raus und ärgere mich über diesen Kauf. 6 km gehen so leidlich, die mittleren Zehen schlafen ein. Na, das kann ja was werden.

Freitag: Arbeiten bis zum frühen Nachmittag, Messestand einpacken. Danach Treffen mit meinem Magdeburger Studienfreund S. Wir sitzen in einem lauschigen Biergarten mit Blick auf die Elbe neben der ausgegrabenen, wunderbar restaurierten alten Zitadelle. Wunderschön ist das hier! Beim Schwatzen merke ich, dass mir die innere Ruhe abhanden gekommen ist. In mir kriecht Nervosität hoch, obwohl ich doch jetzt fertig bin mit der Arbeit und das Schuhproblem gelöst ist. Gegen vier verabschieden wir uns, wir treffen uns morgen am Start.

Fahrt nach Wernigerode: Ist ja jetzt nichtmehr weit bis dahin. Man fährt durchs flache Land und irgendwann taucht am Horizont der Brocken auf. Herrlich! Dann wird’s hügelicher und irgendwann bin ich in Wernigerode. Auch ich verfahre mich ausgiebigst. Es wird immer später und ich habe Schiss, dass mein Zimmer weg sein könnte. Also rufe ich die von mir notierte Nummer an. Blöderweise ist es nicht die der Pension, sondern die vom Ersteller der Pensions-Website. Der Mann ist freundlich und erklärt mir geduldig den Weg aus dem Umleitungswirrwar.

Irgendwann bin ich da. Nun schnell raus aus den Arbeitssachen und rein in die Freizeitkluft und dann noch Startnummern holen. Diesmal finde ich den Weg in die Stadt und plötzlich steht da Ruth an der Ecke. Scheibe runter, „Hallo, hallo!“ Und weiter. Nach dem Startnummer-Abholung rufe ich brihoha an, und sie lotst mich dann auch erfolgreich zum Italiener, in dem sie mit Ruth, dem Coach und strider bereits sitzt.
Wir essen, quatschen, kichern, hibbeln. Bissel kalt ist mir. Und während sich alle anderen monströse Eisbecher zum Nachtisch bestellen, entscheide ich mich für eine heiße Milch mit Honig. LECKER! Warum lachen plötzlich alle???

Samstag: Am Start tauchen plötzlich noch Jaren und MarathonJan als auch Thor und Karen sowie Jerun auf. Auch Kumpel S. trifft ein mit seiner Frau A., die uns beide später von Benneckenstein abholen wird. Denn wir laufen nur die halbe Strecke. Mit meinen pinken Straßenschlappen komme ich mir etwas deplatziert vor. Die Einlagen vom geschäftstüchtigen Verkäufer habe ich wieder reingetan. Hatte am Morgen das Gefühl, dass es doch besser ist.

S. startet recht weit vorn, ich recht weit hinten. Die ersten 20 Minuten ist aber erstmal GEHEN angesagt, weitere 20 Minuten Jogg&Go, danach hat sich das Feld dann so weit entzerrt, dass ich mein Lauftempo selber bestimmen kann. Vielleicht wäre ein Start in Wellen hilfreich (wie beim Hermann). Naja, egal.

Es geht und läuft ganz gut. Locker vergehen die ersten 2 Stunden. Der erste VP liegt hinter mir, der 2. kommt bald. Irgendwo auf einem Wiesenweg entgleiten mir meine Gedanken. Und während ich so gedankenlos vor mich hin durch die herrliche Landschaft laufe, bleibe ich mit dem Fuß an einer Wurzel hängen und lande unsanft auf dem Bauch. Autsch. Kurzer Body-Check. Rippe tut weh, Hüfte bissel, Arm. Füße ok. Nicht umgeknickt. Paar Schritte Gehen, um den Schreck zu verdauen. Ich bin noch nie gestürzt beim Laufen. In sieben Laufjahren – noch nie. Ich laufe weiter, jetzt wieder konzentriert. Am km 20 dann die Streckenteilung: ich nehme den Weg nach Benneckenstein.

Im Ziel nach 3:27:03. S. wartet schon eine Stunde. A. fährt uns zurück nach Wernigerode, wo wir zu dritt noch in einer netten Gastwirtschaft essen und quatschen. Die beiden verabschieden sich und wir verabreden uns für eine Wiederholung im nächsten Jahr.

Zurück in der Pension falle ich erstmal ins Bett – So ein Mittagsschläfchen ist doch was Feines. Am Abend nochmal Essen in größerer Runde – netter Abschluss für ein schönes Wochenende.

Die Zahlen:
25 km mit ordentlich Höhenmetern (400 -500 würde ich schätzen)
Laufzeit: 3:27:03 (Pace 8:16)
Puls: 79%

Besonderer Dank gilt dem kompetenten Schuhberater vom Magedeburger Runnerspoint. Es ist mein erster Nike - und mit den Füßen gabs keinerlei Probleme!

4.555555
Gesamtwertung: 4.6 (9 Wertungen)

Pink is perfect ;-)

Der Wochenendpart liest sich richtig schön (bis auf den Sturz) und macht mir Lust auf die Harzquerung im nächsten Jahr. Erhol dich gut und gute Besserung!

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Was ist nur los mit diesem

Was ist nur los mit diesem Lauf, das da alle hinwollen und dafür Chaos in Kauf nehmen?
Conny, du einer der Felsen in meiner Brandung, war das schön, dich zu sehen!!!
Und du hast auf jeden Fall dem Harz die Zähne gezeigt :-)))
Souverän gelaufen und gefinished!
Lag ganz sicher an der Milch :-)

Seit 2011:



"Man muss das Unmögliche so lange anschauen, bis es eine leichte Angelegenheit wird. Das Wunder ist eine Frage des Trainings" (Carl Einstein)

nächstes Jahr?

Hätt ich nicht sowieso schon lust dann spätestens jetzt!
Toller chaotinnenBericht mit happyEnd
erhol Dich gut

The goal of science is to build better mousetraps, the goal of nature is to build better mice!

Du hast wenigstens gleich nach den ...

... Laufschuhen im Koffer gesucht. Ich hatte damals schon die Laufsachen an und hab erst ganz zum Schluß gemerkt, dass da was fehlte...
Schönes WE hatteste. ;-) Und der Sturz. Mein Gott. Das ist wirklich schon ganz anderen passiert. Dass du nächstes Jahr wieder da sein willst, find ich klasse. Da hab ich das eigentlich auch vor.
;-)

Sag niemals nie

musste das mit dem Sturz noch sein? Wahrscheinlich war ich daran auch noch schuld, tut mir leid. Oder nein: die Milch war es. Eindeutig!

Liebe Conny, war so schön dich mal wieder getroffen und das spätabendliche Wernigerode aufgemischt zu haben ;-) Wir kommen wieder, versprochen!

Ach, und super Lauf! Klingt so locker bei dir...

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Wow

trotz des Chaos, super gelaufen - Glückwunsch.
Wäre das nicht so blöde weit weg.... dann würd ich ja vielleicht auch mal wollen.
Ich hab mich beim Laufen schon 2-3 Mal abgelegt, einmal beim HM 5 Männern vor die Füße geschmissen ;o) Kommt in den besten Familien vor.

Gute Erholung der Wehwehchen!

LG,
Anja

heiße milch...

...*dezentwürg* es gibt nix schlimmeres...obwohl doch: knoten im bauch ;-) vielleicht hätte ich´s auch mal mit heißer milch...
nee, conny, hasse ganz fein gemacht. nur das mit dem flug, also, hättste mich mal gefragt, hätt ich dir sagen können: lass es. lohnt nicht. die flugphase ist zu kurz zum genießen, der aufprall zu hart...
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laufend wünscht fröhliches regenerieren und freut sich auf den flugfreien rhex: happy™

"man muss es so einrichten, dass einem das ziel entgegenkommt." (theodor fontane)

*lachtränenwegwisch*

Conny, das hast du wirklich super hinbekommen. Sowohl deinen Job als auch das Packen für privat und Firma, das Schuhekaufen mit Vernunft, das Finden der Eisdiele, das Blogschreiben und, ach ja, da war ja noch was, den Lauf! Toll! Du scheinst mittlere Brötchen gebacken zu haben, denn die....du weißt schon;-)Ein rundum gelungenes Unterfangen! Herzlichen Glückwunsch zum Finish der kleinen HQ und zur Unterhaltung der Jogmapgemeinde!

Lieben Gruß
Tame

Ach Connylein,

das mit dem Hin fallen hättest du doch nicht nachmachen müssen.
Du kannst Berge, das finde ich schön. Ich leider nicht. Bei mir wäre es nur eine Wanderung, aber wenn sich da so viele nette lustige Jogmaper einfinden, kann man ja trotzdem mal drüber nachdenken.
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LG Inumi
Wenn ein Lauf nicht dein Freund ist, dann ist er dein Lehrer.

Chaos besiegt!

Es macht großen Spaß, Deinen Beitrag zu lesen, in dem das Drumrum so dramaturgisch wertvoll auf den Höhepunkt der erfolgreichen Harzquerung zusteuert. Und viele Berichte vom selben Ereignis machen natürlich auch Spaß - nachdem die heiße Milch mehrfach erwähnt wurde, werde ich sie nie wieder vergessen.

Glückwunsch zur Querung und zum lustigen Familientreffen
yazi

ach Conny

wunderbar, mit allem drum und dran.
An solchen WE lernt man fürs Leben ;))
Danke fürs auschreiben.
LG KS

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