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Benutzerbild von clarin

... hoffentlich ;-)

Nichts lief wie geplant an diesem Marathon (meinem 4.). Ein paar Tage später nun kann ich darüber schmunzeln und das Ganze als 'lessons learnt' abhaken.

Dass ich am 19.4.2015 tatsächlich am Zürcher Mythenquai am Start stand, war schon mal prima. Kaiserwetter, klare Sicht, sonnig, kalt, blauer See, Schneeberge im Hintergrund. Ein Traum.

Start war um 08:30 Uhr, wir waren um 04:45 aufgestanden, hatten das Haus um 05:30 Uhr verlassen, im Zug gefrühstückt und waren um 07:15 im Startgelände. Meine rechte Wade war gut mit Kinesio-Tape eingepflastert. Weil ich mich vier Wochen zuvor während eines longjogs verletzt hatte, hatte ich alle meine ursprünglichen Ziele beiseite geschoben und nahm mir eine Zielzeit von 4:30 Std. vor (bei einer PB von 4:14 und einem Trainingsplan für 4:10). Mit zwei Wochen Laufpause und drei fehlenden longjogs in der 'heissen' Trainingsphase und Schmerzen in der Wade bis quasi zum Start stand das ganze Vorhaben eh auf wackligen Beinen.

Kurz nach dem Start lief ich im dichten Gedränge auf die Pacemakerinnen für 4:15 Std. auf und hängte mich ihnen an. Erstmals in einem Wettkampf habe ich mich ziehen lassen und selber wenig auf die Uhr geschaut. Ein super Gefühl! Ich lief locker-flockig, ohne Pause und äusserst konstant wie ein Uhrwerk bis zur Halbmarathon-Marke (2:04). Dann fiel ich kurz zurück, weil ich ein Gel nahm - und fand den Anschluss nicht mehr. Und der Schalter im Kopf kippte.

Es waren noch vier Kilometer bis zum Wendepunkt in Meilen zurückzulegen (bei KM 25), bevor es auf die lange Gerade zurück nach Zürich ging. Der nun montierte iPod bot Restmotivation (Springsteen live), auch dann noch, als ich ab KM 30 Krampfansätze in beiden Oberschenkeln verspürte und immer aufpassen musste, nicht ganz auszufallen. Dummerweise hatte ich, um Gewicht zu sparen, mein übliches Salzwasserfläschchen zuhause gelassen :-/

Rund um mich fingen die Leute an zu gehen. Der Wind kam nun fies von vorne. Nun denn, für die zweite Rennhälfte brauchte ich geschlagene 20 Minuten mehr als für die erste... Auf den letzten Kilometern lief/ging/lief ich zusammen mit einem Inder aus Mumbai, wir munterten uns gegenseitig immer wieder auf und schafften es noch knapp unter 4:30 h ins Ziel.

Damit hatte ich zwar mein Tagesziel erreicht, über das Wie war ich aber sehr genervt. Natürlich war die erste Hälfte zu schnell gewesen - schon wieder war es mir nicht gelungen, ein gleichmässiges Rennen zu laufen. Mir fehlten - nicht zum ersten Mal - der nötige Biss und das Stehvermögen für den Schluss. Das Training war bis zur Verletzung gut und abwechslungsreich verlaufen (nach dem running Coach Plan), aber ich hatte die Kraft- und Dehnübungen oft vernachlässigt und nicht immer gut regeneriert (wenig Schlaf). Das Aufbrechen der alten Waden-Verletzung war die Folge. Erstmals war ich im Ziel im Sanitätszelt, um mein (übliches) Zehenmassaker behandeln zu lassen (aua!). Last but not least trage ich im Vergleich zum ersten Marathon einige zusätzliche, unnötige, hartnäckige Kilos mit mir herum - auch dieser Punkt ist endlich aktiv anzugehen.

Und dennoch: Ich freue mich, dass ich nicht bei KM 30 genervt ausgestiegen bin, sondern den Lauf beendet habe. Die Strecke ist schön: zuerst 10 km ums Seebecken und durch die Stadt, dann 30 km dem See entlang (hin und zurück) bei schönster Aussicht auf die verschneiten Glarner Alpen, zum Schluss nochmals durch die Bahnhofstrasse und zurück zum Mythenquai. Die Verpflegung war optimal (Cola ab km 33 hat mich gerettet!), die Helferinnen und Helfer super und das Publikum motivierend. Suboptimal fand ich nur die Startaufstellung: zuerst die Marathonis, kurz danach die Staffelläufer, kurz danach die 10km-Cityrunners. Die Welle kommt also von hinten und man wird - zumindest bei meinem Tempo - überrannt (total 9'000 Startende, davon ca. 3'000 Marathonis). Weil es aber nur eine Engstelle gab (Baustelle am Bellevue), war es letztlich erträglich.

Jetzt wird erstmal regeneriert, denn ich passe mit meinen Zehenverbänden sowieso in keine Schuhe. Wenn ich dann aber alle guten Vorsätze umsetze, wird der nächste Marathon im September mein Freund, ganz bestimmt ;-)

Ich freue mich schon darauf!

4.8
Gesamtwertung: 4.8 (5 Wertungen)

Hallo, liebe Buddyline ;-)

Ich habe mit Interesse Deinen Bericht gelesen und finde es toll, dass Du trotz aller Widrigkeiten gestartet bist und nicht aufgegeben hast.

Man kann wirklich von Lauf zu Lauf noch dazu lernen.

So ein bisschen "gluschtig" hast du mich ja schon gemacht, bei all Deinen Ausführungen zur schönen Landschaft.

Gratuliere zu Deinem Lauf!

Herzlichst aus dem Aargau

Ute

PS: Vlt. sieht man sich beim Gempen-Berglauf. Hast ja noch Zeit, deine Wunden zu lecken ;-)

Und klar, von mir 5 Sterne

Laufen berührt die Sinne, verwöhnt unsere Seele und macht uns stark, das Leben in allen Situationen anzunehmen.

Das hört sich nach einer sehenswerten Ecke an!

Hast Du prima hinbekommen. Und beim nächsten Mal halt die Lehren ziehen - das Erlebnis kann Dir niemand nehmen!

Kopf läuft mit - und das ist gut so!

Aber erst mal gute Besserung und Erholung!

Zu den Blasen: Zehennägel vorher richtig schneiden, Zehen mit Melkfett oder Hirschtalg einschmieren und evtl. WrightSocks mal ausprobieren.

gefinisht!

Das zählt -- und deine Zeit ist doch angesichts der Voraussetzungen doch wirklich fein!
Zu Rennbeginn tatsächlich der (Über-)Motivation Einhalt zu gebieten und kontrolliert zu laufen ist, wie ich finde, immer eine der schwersten Aufgaben...
Gute Besserung und viel Erfolg für einen negativen Split beim nächsten Mal!

Gruß, Dominik
_____________________
"Wenn man die Augen zumacht, klingt der Regen wie Applaus..."
(Enno Bunger)

Zürich

da bin ich Neujahr ausgestiegen, insofern warst du schon mal wesentlich tapferer als ich ;-))

Du hast gefinished die Zeit finde ich schick. Oh ja, Wind ist fies, und mit Verletzungen noch mehr. Und Cola hat mich auch schon manches Mal gerettet. Also: Glückwunsch von mir!

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Gempen

Hoi Etu, danke für die Glückwünsche! Ja, Zürich hat sich trotz allem gelohnt (manchmal liegt das Gute ja nahe ;-) Noch näher bei mir liegt der Gempen, ich habe mir den Berglauf jedenfalls schon mal in die Agenda eingetragen.
Dir viel Erfolg in Luzern!
LG clarin

@fazerBS

Danke für die Tips gegen die Blasen. WrightSocks habe ich mir gleich aufgeschrieben, und vielleicht muss ich statt zur Vaseline doch auch zum Melkfett greifen. Hab schon vieles probiert. Zum Glück passiert mir das Malheur nur beim Marathon, nicht bei den longjogs und kürzeren Wettkämpfen.
LG Clarin

Danke

@nicksdynamics:
Ja, an der Zähmung der Übermotivation muss ich noch arbeiten!
Und den negativen Split spare ich mir für den übernächsten Marathon, der nächste hat nach flachem Start in der zweiten Hälfte 1500 positive Höhenmeter :-)

@strider:
Mit deinen Blogs im Kopf muss ich doch tapfer sein und finishen ;-) Zumal ich weder Eis noch Nacht als valable Ausstiegsgründe gehabt hätte :-)

Merci

Hoi clarin,

merci für die Wünsche. Heute Abend dann erst mal den Tüfelsschluchtlauf in Hägendorf meistern und morgen Abend den Stadtlauf in Luzern.

lg Ute

Laufen berührt die Sinne, verwöhnt unsere Seele und macht uns stark, das Leben in allen Situationen anzunehmen.

Du hast es durchgezogen

Herzlichen Glückwunsch zum erfolgreichen Finish bei einem landschaftlich reizvollen Marathon in toller Zeit. Fürs nächste Mal wünsch ich dir von Herzen den Freund!

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

merci

Danke, liebe Sonnenblume2 :-)

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