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Benutzerbild von running_with_scissors

Die letzten drei Wochen "Abschlussqualitätsphase" vor meinem Saisonhöhepunkt, dem Augsburger Halbmarathon durch den Siebentischwald (den ich schon einmal gelaufen bin), waren eher durchwachsen. Der überraschend schnelle, aber auch hart am Limit gelaufene 10er forderte seinen Tribut: Trage seit dem immer noch eine leichte Verhärtung in der linken Wade mit mir rum. Die Tempo-Einheiten liefen auch nicht wirklich gut. Geplant waren sowieso nur noch zwei HM-RT-Intervalle, ein Marathon-Tempo-Lauf von einer Stunde und dann nochmal in der letzten Woche ein verkürztest HM-Tempo-Intervalltraining.

Die ersten HM-Intervalle eine Woche nach dem 10er liefen grandios schlecht, die ersten beiden 1600er waren noch im Schnitt, aber gequält, die nächsten beiden etwa 10 Sek./Km zu langsam, also eher Marathon-Tempo, und den Fünften hab ich dann weggelassen. Die darauffolgende Qualitätseinheit (2x10min und 2x5min im HM-Tempo) war auch etwas zu langsam und deutlich zu gequält. Die Woche drauf hab ich dann Übertrainings-Prävention betrieben und bin fast gar nicht gelaufen und stattdessen nur mit dem Rad (zur Arbeit und zurück) gefahren. Außerdem habe ich versucht, Schlafmangel nachzuholen. Den einstündigen Dauerlauf im Marathon-Tempo habe ich ersetzt durch ein Radrennen: Den City Bike Marathon München (etwa 75km in 2:20 Std, Bericht an anderer Stelle). Dann blieb noch eine Woche Zeit bis zum HM-Renntag. Immerhin habe ich die Mittwochs-Einheit (3x1600 im HM-Tempo) tempomäßig hingekriegt, Puls war etwas zu hoch für das Tempo.

So waren meine Erwartungen gedämpft. Auch beim Einlaufen am "großen Tag" fühlte ich mich ziemlich bescheiden. Trotz bestem Laufwetter (sonnig, mit 6 Grad zum Start etwas kalt): Rollt irgendwie nicht. Ein Excel-Vergleich der Voranmelder-Liste mit der Greif-Bestenliste 2014/15 lieferte auch keine potentiellen Pacemaker-Kandidaten: 4 Leute deutlich zu schnell für mich, einer mit 1:19:30 etwas zu langsam.

Mit dem Startschuss waren die Bedenken und Unbequemlichkeiten wie so oft wie weggeblasen. War sofort an Position 6, da überholten mich zwei und ich hängte mich hinten rein. Der wichtige Kilometer 1 war tempomäßig perfekt, ein Trainer sagte 3:38 an. Auf meiner Uhr waren es 3:41, da hat er wohl die Schallgeschwindigkeit nicht berücksichtigt ;-). Dann zog mein Vordermann etwas an, ich blieb noch etwa 3 Kilometer dran, ließ dann aber die Lücke immer größer werden. Nach Kilometer 7 überholte mich trotz konstantem Tempo überraschenderweise von hinten jemand und ich versuchte mich an dem festzubeißen. So hatte ich etwa bis Kilometer 15 Windschatten, aber dann zog der nochmal an und ich musste nicht nur abreißen lassen, sondern ab dann wurde es für mich richtig hart. Bis dahin hatte ich etwa 30 Sekunden "Vorsprung" auf meine geplante Pace herausgelaufen. Auch wenn sich 2 Sek./km nicht nach viel anhören, trotzdem musste ich für das leichte Überziehen jetzt büßen. Diese 30 Sekunden gingen mir dann auf den nächsten 5 KM flöten. Mein Teufel auf der Schulter sagte so: "Komm mach langsam, oder bleib doch gleich stehen, du schaffst das eh nicht mehr, der Ofen ist aus." Mein Engel sagte so: "Nix da, wofür hast du 7 Monate trainiert? Mach ein kleines bisschen langsamer und rette dich ins Ziel so gut es geht, du hast ein gutes Polster, reiss dich doch noch ein bisschen zusammen, es sind bald nur noch 4 Kilometer, das ist doch ein Katzensprung." Den letzten KM vorm Ziel konnte ich mich dann doch noch zusammen reißen und die Pace nochmal auf die geplante und dann auch tatsächliche Durchschnittspace von 3:42 bringen. Daraus wurde dann im Ziel eine 1:18:09, also auf die Sekunde genau die Vorhersage nach Jack Daniels für meinen zuletzt trainierten VDOT-Wert von 60 (mehr dazu demnächst in einem Trainingsplan-Fazit).

Bis zur Siegerehrung musste ich nicht warten, mit Gesamtplatz 7 reichte es nur zu AK-Platz 4. Da ich sowieso nicht auf Position, sondern auf Zeit gelaufen bin, bin ich insgesamt natürlich sehr zufrieden, schließlich habe ich jetzt wie vor 7 Monaten geplant die sub 1:20 deutlich geknackt. So euphorisiert wie nach dem 10er bin ich nicht, denn mit der Zeit habe ich zwar mein "Soll erfüllt", aber wenn man die 35:15 zugrunde legt, müsste auch eine 1:17:xx im HM noch drin sein. Da muss halt noch etwas mehr zusammen passen als sehr gutes Wetter und sehr gute Strecke. Vielleicht den Vorbereitungs-10er das nächste Mal nicht ganz so hart nehmen? Auch mal auf das eigene Tempo vertrauen statt sich nur an andere dran zu hängen? Jedenfalls ist für mich wie geplant erstmal Schluss mit (intensivem) Lauftraining. Für mich beginnt die Triathlonsaison morgen mit einem Trainingslager auf Lanzarote, wo es hauptsächlich um Radfahren geht und je nach "Bedarf" evtl. mal etwas leichten Joggen als Koppeleinheit. Denke ich brauche jetzt vor allem Intensitätsmäßig mal eine Auszeit. Im Mai habe ich an drei Wochenenden hintereinander einen Triathlon (bzw. Duathlon) geplant, das sollte dann Tempotraining genug sein. Und dann wartet Mitte Juni eh schon die Mitteldistanz auf mich (Ziel: Gut durchkommen!).
Schöne Bestzeit-Ambitionen wie 10 in 34:xx oder HM in 1:17:xx oder 5km in 16:xx müssen erstmal warten. Denn wie hab ich schon nach meinem Ermüdungsbruch schmerzlich gelernt: "Nicht Kunst und Wissenschaft allein, Geduld will bei dem Werke sein." (Goethe)

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Danke für den Fortsetzungsblog mit packendem Finale!

Dann wünsche ich Dir viel Spaß im Trainingslager und anschließend eine gute Saison im Triathlon - auch wenn sich für mich gleich 3 WE im Mai ziemlich viel anhören und Juni dann gleich Mitteldistanz eben auch einen HM beinhaltet.

Erhol Dich gut, übertreib es nicht - und genieße das Training und die Wettkämpfe! Viel Erfolg.

Danke und du hast Recht

Tatsächlich könnten mir die nächsten 4 Wochen noch einiges abverlangen.

Allerdings werde ich für den (Kurz-)Duathlon und den ersten Sprint vor allem auf den Radpart setzen. Ein kleines bisschen Radgrundlage hab ich mittlerweile ja auch. Ich hoffe, dass ich mich da soweit beherrschen kann, um mich nicht zu überlasten. Im Trainingslager werd ich mich wohl auch ein bissl zurückhalten und nicht gleich von Anfang an zu viel wollen - andererseits sinds auch nur 6-7 Rad-Einheiten.

Hihi, genau!

Voll auf den Radpart setzen. Macht schließlich etwa die Hälfte des Triathlons aus! Laufen kannst Du - und sammelst am Ende noch ein.

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