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Benutzerbild von vandvem

Als ich Sonntag morgen im Block A beim Berliner Halbmarathon stand und Arne Gabius vorgestellt wurde, sagte ich zu meinem Lauffreund, dass wir ihm wahrscheinlich nie wieder so nahe im Wettkampf kommen würden wie in diesem Moment. Weit gefehlt. Wir gehören zu den glücklichen 250 Hobbyathleten, die die Ehre hatten, Arne im Wettkampf zu überholen, aber dazu später.
Das Wetter spielte mit in Berlin. Während im Westen der Republik schon der Regen passelte, war bis Mittags in Berlin noch Ruhe. Nur der Wind kam böig aus Westen und versprach auf der ersten Hälfte ordentlich Gegenwind. Mein Ziel war nach der 35:48 in Leverkusen vor vier Wochen über 10 km klar, ich wollte erstmalig seit langem wieder unter 1:19 bleiben und möglichst meine PB von 1:18:52 knacken. Tempo also immer knapp unter 3:45. Das lief auf den ersten Kilometern auch noch ganz gut, Durchgangszeit bei 5 km war 18:35, passte also. Ich war in einer Gruppe mit zwei Berliner Läuferinnen, die eine hatte einen eigenen Pacemaker dabei und der hielt das gewünschte Tempo wunderbar. Trotzdem merkte man den Gegenwind doch in den Beinen. Nach 8-9 km zog der Tempomacher an, sein Schützling und auch die andere Frau hinterher und ich blieb sprachlos ob dieser Tempoverschärfung zurück. Die Endzeiten der beiden lagen bei 1:17:14 und 1:18:07, wenn ich die zweite Frau hätte halten können, wäre das schon klasse gewesen. Statt dessen wurden meine Beine zusehend schwerer. Bei 10 km war ich mit 37:23 noch knapp unter dem 3:45er Schnitt, aber hier war schon klar, dass mir auch der kommende Rückenwind nicht helfen würde. Das Tempo war so nicht mehr zu halten. Immer wieder kamen schnellere Läufer oder auch Läuferinnen von hinten und ich versuchte, dran zu bleiben, aber das ging immer nur kurz. Nach 15 km stellten sich zwei Überlegungen ein, die erste: Unter 1:20 wird heute hart und die zweite: Ach du sch..., noch 6 km?
Dann kam bei km 17 der angesprochene Moment. Rechts neben mir läuft Arne Gabius. War der schon im Ziel und läuft hier aus? Kann eigentlich nicht sein. Also frage ich ihn: "Arne, bist du schon beim Auslaufen?" "Nein", antwortet er, "ich bin noch im Wettbewerb" und schon bin ich vorbei, keine Zeit für einen Plausch. Hinterher erklärt er im Interview, dass er 15 Minuten mit Bauchkrämpfen gestanden hat. Dafür ist die Zeit dann ja immer noch respektabel. Kurz vor dem Ziel taucht mein Lauffreund wieder auf, den ich schon im Ziel wähnte. Bis zur letzten Kurve bin ich an ihn heran und so laufen wir zeitgleich ins Ziel. Er ist trotz PB unzufrieden und ich trotz Platz 9 in der M50 (als bester Deutscher) genauso. Die Zeit ist mit 1:19:37 dann doch ganz gut, so schnell wie seit 2010 nicht mehr. Also Jammern auf hohem Niveau? Vom Gefühl her meine ich, dass es auch unter 1:19 hätte gehen können. Der beste Deutsche, Steffen Uliczka, der sich genau wie ich auf Hamburg vorbereitet (nur auf anderem Niveau) meint im Interview, es wäre eben eine Marathonvorbereitung, und da wäre eine Top-Zeit im vorbereitenden Halbmarathon eben schwer. Das tröstet dann doch, denn die letzten Wochen waren schon hart. Vielleicht versuche ich es nächstes Jahr noch mal? Die anderen Jungs aus dem Verein sind fast alle Bestzeit gelaufen, 1:11:51 und zwei mal um 1:16:30, Respekt!
Die Rückfahrt war übrigens besonders nett. 5 Stunden Dauerregen auf der Autobahn mit quietschenden Scheibenwischern. Als ich zuhause war, war ich ganz schön gerädert. Jetzt beginnen die letzen vier Wochen bis Hamburg, und dann soll die 2:50 noch mal fallen.

5
Gesamtwertung: 5 (5 Wertungen)

Der OberOber-Hammer

Vor 2 Tagen hätte so eine Story niemand abgenommen :-) Respekt dass er das Rennen so durchgezogen hat. Das ist echt Größe. Gratulation zu dieser Hammer-Zeit!

*autschn*...

...mir ist grad die kinnlade auf die tastatur geknallt ob dieser zielzeiten...herzlichen glückwunsch! ich könnt mir vorstellen, dass das klappt in HH. ich wünsch dir viel erfolg!
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laufend grüßt aus den baumbergen in die city: happy™

"man muss es so einrichten, dass einem das ziel entgegenkommt." (theodor fontane)

Ich bin 5m nach ihm ...

... über die Ziellinie.
Interessant finde ich deine Splits im Vergleich zu meinen. Auf dem ersten 10er ist das 1:07min (38:30min) und auf dem Rest sind es 13sec., die du jeweils schneller warst. Bei der Strecke sollte man bewußt etwas Kraft für die zweite Hälfte aufheben. Die ist leichter. Bis Charlottenburg ist fast immer Gegenwind und zum Schloß geht es leicht hoch. Im Anschluß kam die dich erstaunte Tempoverschärfung. Die war an der völlig richtigen Stelle. Ab da überholte ich auch.
Auch hier noch mal janz viel Spaß in HH. Ich drück die Daumen für die sub2:50h!
;-)

Puh, was ein Tempo!

Ich denke das wird mit HH. An der Einteilung arbeitest Du bis dahin halt noch etwas.

Arne Gabius überholen hat was! Klasse gelaufen! Auch wenn er meinen Respekt für das Finishen des Wettkampfs unter den Bedingungen hat.

Fetten Glückwunsch und erhol Dich gut!

Normal lassen sich die Profis ...

... dann mit dem Auto zurück fahren. Nicht so der Gabius.
;-)

Berlin

Haste fein gemacht, für mich Champions League. Viel Erfolg für HH . Gruß Maik

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