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Benutzerbild von thebestcoach

Um Bilder zu schießen war keine Zeit gewesen. Nachdem es mit dem Startplatz in letzter Minute noch geklappt hat kam ich wohl ums Laufen nicht herum ;-)
Es wurden die Saarlandmeisterschaften auf dem Halbmarathon beim Deutsch-Französischen Straßenlauf ausgetragen. Da hierzu die Meldungen über den Verein erfolgen mussten sendete strider rechtzeitig eine E-Mail los mit unseren Daten. Da wir lange Zeit nichts gehört hatten fragte sie 5 Tage vorher noch einmal nach und bekam die Antwort, es ist alles in Ordnung. Die Meldung ist erfolgt. Am Vortag abends fiel beim durchstöbern der Meldeliste auf dass mein Name fehlt. Super, die Frau rennt sich die Hacken ab und ich stehe dumm herum. Lauf abgehakt mit einem weinenden und einem freudigen Auge. Nach einer Mail an den Melder vom Verein kam auch sofort die Antwort, kein Problem du kannst dich noch morgen Nachmelden. Es gibt mehrere Starter bei denen das Anmeldeverfahren schief gegangen ist.
Mist, jetzt muss ich doch. Zweifel kreisen im Kopf. Die ganzen schnellen und jungen Wilden vom Verein stehen auf der Starterliste. Vorbereitung auf einen HM was ist das. Einen auf Tempo bin ich schon lange nicht mehr gelaufen. Die Bestzeit liegt schon über 2 Jahre her. Seitdem lief ich meist als Hase den HM oder war als Pacemaker für die 1:45 eingesetzt worden. Tempodauerläufe habe ich gar keine gemacht und die Intervalle standen für dieses Jahr zweimal auf dem Zettel. Warum auch. Der Fokus liegt noch beim Schwimmen. 3x die Woche Vereinstraining zweimal auf der 50 m Bahn, da ich hier mit einer der letzten bin powert mich das Training umso mehr aus und nach dem Trainerwechsel im Verein schaffen wir den Plan erst Recht nicht mehr annäherungsweise. OK, genug gejammert. Der Tag ist gekommen.
Rechtzeitig waren wir vor Ort. Nachdem ich mich an vier verschiedenen Schlangen eingeordnet hatte wurde ich endlich an die Richtige verwiesen. So das hat nun doch noch geklappt. Jetzt gibt es kein zurück.
Nach einem kurzen Einlaufen ging es in den Startbereich. Viele Bekannte waren mit am Start. Die schickten mich auch gleich nach vorne, was willst du denn da hinten?
Hmmmh, ein mulmiges Gefühl macht sich breit. Wie läuft es? Den virtuellen Partner habe ich mal auf die Pace meiner Bestzeit gesetzt, so kann ich mir Unterwegs ausrechnen auf welchem Kurs ich bin. Eine Bekannte fragte am Start nach was willst du Laufen? Ääh, was ich will kann ich dir sagen. Aber können tu ich das nicht heute. Bestzeit war bei 1:32:06 wollen natürlich Sub 1:30. Schätze mal so um die 1:35 könnte rauskommen.
Schnell kam der Startschuss, da es mit ca. 6-8 Grad recht kühl war entschied ich mich für kurze Hose, langarm Oberteil und Vereinstrikot obendrauf. Ausnahmsweise verzichtete ich mal auf die Handschuhe um besser die Becher greifen zu können.
Da die Strecke auf dem Radweg entlang der Saar verläuft ist es ziemlich eng auf den ersten Metern bis sich das Feld der knapp 540 Läufer auf dem knapp 4 Meter breiten Weg sortiert hat. Trotzdem ging der erste in 4:26 weg. Tempo ganz gut getroffen, nur wie lange halte ich es. Das fühlt sich nicht locker an. Nach 4 Kilometren blickte die Sonne heraus. Bin ich doch zu warm an? Der Schweiß lief nun ganz schön oder liegt es am Tempo? Mir war klar eine Bestzeit wird es nicht. OK umdenken, laufen auf Sparflamme und versuchen das zu halten. Die Pace blieb gleich und es hatte sich um mich herum eine Gruppe von gleichgesinnten gefunden die auch dieses Tempo angingen. Mir fiel es total schwer. Innerlich beschäftigte es mich sehr. Ich schaffe es nicht. Gehe raus. Ich bin schon alle und habe erst 7 km auf dem Tacho.
Nein da muss ich jetzt durch. Halte was es geht dagegen. Umdenken 1/3 ist schon geschafft. Nur noch 2/3. Das half zwar ein wenig mental aber die Anstrengung blieb die gleiche. Leider.
Nach der Wende bei 10,5 ging es die gleiche Strecke wieder zurück. Bekanntlicher Weise kommt nun der Wind von vorne. Und wie er kam. Das hatte man am Anfang gar nicht so mitbekommen im Gewühl. Eisiger Wind und böen machten es noch schwerer. Ein Sonnenstrahl kam mir dann entgegen. Strider war mir dicht auf den Fersen. Tempo raus und sie begleiten? Nö auch doof, ihr gegenüber. Zwar schön für die Seele aber wie sieht das denn nun aus. Zuerst rennt er wie bekloppt und wenn er nicht mehr kann kommt er an. Das Kopfkino während diesem Lauf hatte viele Filme im Programm.
Bis Kilometer 12 hatte ich alle im Zeitfenster von 4:22 bis 4:28 hinter mich gebracht. Schneller ging es nicht. Hinzu kam nun das Gefühl mir wurde der Stecker gezogen, keine Kraft mich gegen den Wind zu werfen. Blicke um mich herum, nicht nur mir geht es so scheinbar? Ich suchte mir immer wieder einen Mitläufer und versuchte etwas Windschatten auszunutzen. Vergeblich, keine Kraft mehr die Pace zu halten. Mir wurde kalt durch den Wind. Doch froh darum mich so warm angezogen zu haben. Die jetzigen Kilometer vergingen langsam bis zu 10 Sekunden pro Kilometer musste ich Tribut zollen. Fit für einen HM in Renntempo bin ich wohl nicht. Die üblichen, die ich sonst locker hinter mir habe, überholen mich mehrmals und ich schaffe es kaum dran zu bleiben. Hier macht es sich bemerkt die haben ihre Fokus auf diesen Lauf gelegt. Ich wollte mithalten, schaffe es aber nicht. OK halte dagegen was geht. Es ist nicht mehr weit, das geht jetzt auch noch irgendwie rum. Ich hatte für dieses Jahr zwei schöne Läufe oberhalb der 42 km in der Sonne gehabt bei Traumhaften 25 Grad. Und nun 4 Wochen später die Seele aus dem Leib laufen bei eisigen 8 Grad? Bääh. Es sind noch knapp 2 Kilometer die mich vor dem Ziel nochmals etwas wachrütteln. Meine Laufhaltung gleicht mehr einem spitzen Winkel nach vorne. Ich will, es geht aber nicht viel. Die Konkurrenz drückt auf die Tube. Ein dichtes Feld von 5 Läufern, die die ganze Zeit um mich herum waren sind einige Meter nun voraus. Die Pace schaffe ich noch einmal um fast 10 Sek zu drücken auf den Kilometer. Dranbleiben noch knapp 200 Meter. Los, die können auch nicht mehr.
Ich mobilisiere noch einmal alles und komme näher.
???
Kein Wiederstand? Oder sind sie wirklich alle so am Ende. Zahlt sich nun das Langstreckentraining aus. Ich kassiere sie noch alle vor dem Ziel ein.
Geschafft. Zwar bin ich nicht annähernd an das gekommen was ich wollte, aber mit 1:35:22 spiegelt es momentan mein aktuelles Vermögen ziemlich gut.
Nach einem Schluck Wasser laufe ich strider noch entgegen und begleite sie bis kurz vors Ziel. Wir haben beide versucht alles zu gegeben. Einige sind vor uns angekommen, viele hinter uns. Aber was wirklich zählt war das Erlebnis den Lauf zu machen.
Die Enttäuschung ist da. Vielleicht war das Ziel zu hoch gesetzt. Wenn man die Ziele tiefer ansetzt ist die Freude über das Ergebnis auch wieder da.
Da geht noch was dieses Jahr. Das Ziel ist nun auch gesetzt für den Herbst. Da wird die PB angegriffen und mit etwas System wieder im Training sollte dies machbar sein. Einen Plan dazu habe ich dieses Mal auch schon ;-)
So nun steht zuerst mal wieder ein Pacemaker Job in Freiburg und Luxemburg beim Marathon an. Da geht es wieder etwas gemütlicher zu. Achja die Zugspitze, der Harz und der Hartfüssler locken auch noch mit reichlich Ultrametern. Die Krönung wird dann wohl beim Jungfrau Marathon sein.
Vielleicht gibt es ja noch ein bis zwei kleinere Triathlons dieses Jahr?
Mal schauen wie sich das Jahr so entwickelt. Dann gibt es auch wieder Bilderblogs.

4
Gesamtwertung: 4 (1 Bewertung)

Ein Blog ohne Fotos ist möglich

und nicht sinnlos ;-)

Wir wollten eine Standortbestimmung, wir haben sie. Ohne gezieltes Tempotraining wird das nichts mehr mit Bestzeiten. Aber das wissen wir ja. Nur kommen da immer so schöne andere Ziele/Läufe dazwischen... Das Leben wäre langweilig, wenn wir konsequent wären.

Du hast vergessen zu erwähnen, dass du der schnellste Vereinsmann warst ;-)

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Glückwunsch ...

... dem WK-Bericht Blog-Schreiber zum bezwingen des inneren Schweinehundes
und zum finishen in dieser tollen Zielzeit. Danke für's mitfiebern lassen.

Ich kenn da ne' sehr schöne Halb-Marathon WK-Strecke für ne PB im Herbst.

LG Markus - een neongelbe Löper ut´n Norden

Tapfer gekämpft,

am Ende noch einkassiert. Was willst du so "nebenbei" denn mehr?

Spaß beim Laufen - ist wichtig. Und da lese ich so schöne Ziele, dass mir das Herz warm wird. Jungfrau, seufz. Harz, seufz.

Wie, Du hast einen Plan? Mach doch einfach strider's Plan, dann wird das irgendwann was :lach:

Hast Du gut gemacht, viel Spaß bei den Hasenjobs!

Keine Fotos....

... aber doch sehr bildgewaltig beschrieben. Ihr seid einfach ein Spitzenteam!

yazi

Danke für die Mentalbilder!

Und Glückwunsch zur erfolgreichen Standortbestimmung!

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Ich sehe starke Bilder.....

.....vor meinem geistigen Auge. Was für ein Kampf! Boah, du bist echt ein Held! Ganz klasse gerannt und eine super schöne Zielzeit, darüber darfst du sehr stolz sein!!! Getreu nach dem Motto, *heute ist nicht alle Tage, ich komme wieder keine Frage*, werden wir noch viel über dich staunen dürfen, da bin ich sicher!

Lieben Gruß
Tame

stark gekämpft!

Die Fünfergruppe wird gedacht haben: "was für ein Fuchs -- lässt uns ziehen (und überziehen), um uns am ende zu kassieren!" Der Kopf macht's! Alles was geht hat geklappt (die Selbsteinschätzung von realistischen 1:35 war doch Punktlandung!), PB im Herbst mit Plan (und das bei strider's!!! *lach*) -- das wird was!
Tolle Saissonplanung -- bin gespannt auf die Fotoblogs!

Gruß, Dominik
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"Wenn man die Augen zumacht, klingt der Regen wie Applaus..."
(Enno Bunger)

Wenn du noch ...

... Strider entgegenlaufen konntest, war da noch Luft!
Dnake für die Einblicke. Ich bin gespannt auf nächsten Sonntag. Da steht in Berlin ein HM an. Schneller Kurs. Werde mich wohl öfter an deine Zeilen erinnern.
;-)

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