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Der zweite Teil der Winterlaufserie stand an. Ich hatte im Februar öfter trainiert als im Januar, das stimmte mich aber trotzdem nicht hoffnungsvoll an.
Von den vier Wochen habe ich nur eine Woche nur einmal trainiert. Zwei mal hatte ich zwei Mal dem Schweinehund Paroli geboten und eine Woche war es mir sogar gelungen drei Mal zu trainiert. Leider hat mich mein wie immer übervoller Schreibtisch öfter vom Training abgehalten als hin getrieben. Erst am Dienstag war es mir passiert: Training vorgenommen, zur Uhr geschaut: 16:00 Uhr - du hast noch viel Zeit - nochmal hin geschaut: Hups! 18:00 Uhr - zu spät.
Für den kommenden Monat also: einen Wecker stellen, damit man das Training nicht verpasst.
Am Donnerstag war ich mit der Laufgruppe unterwegs. Wenigstens 10 km sollten in der Vorbereitung her. Denn das war das Ziel: die 15 km mit möglichst wenig Gehpausen hin bekommen, den Wettkampf als Trainingslauf mitnehmen.

Es war so zäh.... Die Laufgruppe war soooo schnell. Das war mir echt zu viel. Es wurde dunkel, und ich immer langsamer. Neeee..... das wird nichts!

Der Freitag kam schneller als gedacht, Arbeiten, Koffer packen, und ab zum weiter Arbeiten.... Um 23:00 Uhr waren alle müde und ich war auch schon um 1:00 Uhr im Bett - morgens wieder früh raus an den Sitzungstisch.

Mittags verabschiedete ich mich Richtung Duisburg. Das Handy hatte am Morgen noch etwas von 1 Stunde Fahrzeit gemurmelt. Also zwei Stunden eingeplant. Dieses Mal wollte ich nicht wieder so gestresst am Startpunkt stehen!

Raus aus dem Parkhaus, Routenplaner gestartet:..... Fahrzeit beträgt 2:40 Stunden. Wie bitte? Fast drei Stunden Fahrzeit? Das kann doch nicht sein! Das heißt ja: Da stand es: Ankunft 15:34 Uhr.

Start war 15:00 Uhr. Aufgeben? Kam ja gar nicht in Frage.
Also alternative Route gesucht...
Rauf auf die Autobahn, runter, rauf auf die nächste.... irgendwann habe ich aufgehört zu zählen....

Linke Spur, mittlere Spur, rechte Spur.... Erwartete Ankunfszeit 14:55 Uhr, 14:45 Uhr... Alle Autobahnen waren dicht. In Baustellen teilweise nur einspuriger Verkehr möglich, ohne Ende Autos aus den Niederlanden.

Die Sonne strahlte vom Himmel, ich wollte nur noch ankommen.

Am Ende stand ich wieder um 14:45 Uhr an meinem Auto. Schuhe wechseln, Laufhosen an und los!

Dankbarer Weise ist die Strecke in Duisburg in den ersten Kilometern identisch mit dem 10-km-Lauf.

Die ersten 5 km fielen mir viel leichter als noch vor vier Wochen. Die Sonne strahlte, ich hatte mich wieder ziemlich hinten eingeordnet und war ein wenig überrascht wie schnell ich war. Toll! Konnte das gut gehen?

Auch dieses Mal die gleiche Taktik: Kilometer rückwärts zählen.
Bei den ersten sieben Kilometern fiel mir das leicht, hier konnte ich auch noch meine Pace der einzelnen Kilometer ablsen.

Irgendwann kam er dann: der gefürchtete Tunnel-Blick. Zeiten? Keine Ahnung wie viel! Das Einzige was ich noch gut ablesen konnte war das kleine Männchen das mir sagte es wäre hinter mir....

Hinter mir. Das ist gut. Aber auf welche Zeit hatte ich den technischen Supporter eingestellt? Egal! Weiter.
Dieses war die Strecke durch den Wald nicht so vermatscht. Aber wie immer kam ich mir ab Kilomter 8 nur noch total untrainiert vor. Die anderen waren sich muter am Unterhalten, liefen doch sooo viel leichter als ich dahin und ich....
Versuchte mich im Kilometer-Zählen. Jeder gelaufene Kilometer wurde gefeiert. Noch fünf Kilometer. Fünf Kilometer! Das musste doch zu schaffen sein.

Wasser gab es auch. Mit motivierenden Ansagen! Ihr schafft das! Ihr macht das toll! Nimm dir ruhig die Zeit zum Trinken! Und jede Menge Helfer hielten einem gefüllte Becher hilfreich entgegen. Das Wasser tat gut! Fast zu kalt, ich hatte mir ein wenig auf die Handgelenke geschüttet, trank ein wenig.

Weiter.

Noch vier Kilometer bis zum Ziel. Manchmal kam ein schnellerer Läufer von hinten. Sollte ich auch? Nein! Lieber im Tempo weiter. Einige fingen an zu gehen. Ein aufmunterndes Wort.

Da! Nur noch drei Kilometer. Nein, drei Kilometer? Ich kann nicht mehr. Da ist sie ja, die Brücke. Das letzte Mal bin ich hier noch mühsam hoch gelaufen. Nein! Ich muss jetzt gehen. Ich schaffe das nicht mehr. Der Magen krampft, die Beine sind schwer. Nur dieses kleine Stück gehen. Von hinten aufmunternde Worte im Vorbeilaufen: Mach weiter! Ist nicht mehr weit!

Ich? Ich war gemeint. Nein, ich kann nicht mehr. Nein, ich will nicht mehr. Nein, ich will auch nicht weiter. Das ist zu weit für mich. Ich kann nicht mehr.

Kaum denke ich es, kommt leichte Gegenwehr, wird stärker: So viele Kilometer gelaufen und jetzt aufgeben? Und dann wie lange ärgern? Wie stark werde ich das bedauern! Nein, los! Antraben! Los laufen! Bald ist es geschafft.

Den Kanal entlang. Wie die Sonne im Wasser glitzert. Warum sind die alle so fit? Warum habe ich nicht mehr trainiert?

Weiter... Da kommt die Kurve. Da kommt die Baumallee. Da! Ein erster Willkommens-Bogen grüßt. Ich weiß: das ist nicht das Ende. Aber das Ende ist nicht mehr fern. Jetzt! Jetzt muss ich noch einmal versuchen wieder schneller zu werden. Ich bin erschöpft, der Blick auf die Uhr... geht nicht mehr! Kostet zu viel Kraft. Also sage ich laut bei jedem Schritt: Gleich! Fertig! Gleich! Fertig! Gleich! Fertig! ... Die Stadionrunde beginnt. Nein! Nicht Richtung Ziel schauen und erschrocken über die lange Runde sein. Gleich! Fertig! .....

Am liebsten würde ich mich hinlegen. Aufhören, gehen, alles, nur nicht weiter...

Da! Die Uhr! 1:38:.... ist das gut? Keine Ahnung! Es ist FERTIG... Fertig. Ich kann es kaum fassen. Ich habe es doch noch geschafft.

Am Ende werde ich feststellen dass ich die 15 km fast genau so schnell wie die 10-km gelaufen bin.

Der Muskelkater kommt am gleichen Abend.

Im März trainiere ich mehr! Versprochen!

5
Gesamtwertung: 5 (2 Wertungen)

Mensch, das kann ich so gut verstehen

Der Job, die Hetze, die Zweifel, der Kampf und am Ende doch durchgebissen.
Hut ab fürs Durchhaltevermögen. Genieße Deinen Erfolg und die Erholung.

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Cooles Mantra für das "Ende"!

Nicht aufgegeben und "Gleich" "Fertig" gewesen. Etwas mehr fertig als gleich, aber das ist im Nachhinein ja wohl auch wurscht.

Muka verdient - weitermachen. Der nächste Lauf kommt bestimmt und der ist ungnädige 6km länger und nicht nur 5.

Viel Spaß beim Laufschuhe schnüren in der Mittagspause, Sitzungspause, was auch immer. Oder nachts mit Stirnlampe. Wirst sehen: dann klappt das im Job auch besser. Immer nur Hamsterrad - das halt man ja im Kopf nicht aus!

Viel Erfolg!

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