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Benutzerbild von strider

Da stehen wir nun. Samstagmorgen, 6 Uhr, Fakahatchee Strand Preserve State Park / Everglades. Dass wir überhaupt hier stehen dürfen haben wir unseren Jogmap-Freunden zu verdanken, die den Lauf sponserten: Ganz großen Dank an schalk und renbueh, inumi und göpa, brihoha, tame und göga, igeline und tt-Widder! Ohne euch wären wir heute um ein unvergleichliches Lauferlebnis ärmer!

Noch ist es stockfinster und ziemlich kalt. Da es aber nach einer für Floridaverhältnisse sehr kalten Woche wieder sehr warm werden soll haben wir uns für kurz entschieden. Und die Trailschuhe an die Füße geschnallt. Die Sterne funkeln am Himmel, der Mond ist nur eine schmale Sichel. Läufer holen sich die Startunterlagen, es gibt Kaffee und Donuts für alle. Überhaupt habe ich wie schon am Vortag beim Briefing den Eindruck auf die insgesamt 300 Starter kommen mindestens ebenso viele Helfer, die sich rührend um die Läufer kümmern.
Es gibt drei Strecken, die 25km, 50km und 50 miles. Wir haben uns für die 50km entschieden, oder besser gesagt, wir mussten uns entscheiden. Denn anders als unsere Freunde muss ich Sonntag Abend wieder in Deutschland sein, da Montag die Schule beginnt, und dafür müssen wir Samstag Abend den Flieger in Miami kriegen, bis dahin sind es aber noch minimum zwei Stunden Autofahrt. Wie gut die Wahl der kürzeren Strecke war, werden wir noch sehen.
Das Camp liegt im Park. Und das heißt in der Wildnis. Es gibt weder Strom noch Wasser. Trotzdem campen ein paar hartgesottene Einheimische. Mich beeindruckt einer am meisten, der mit Motorrad angereist ist und ein Zeltchen aus seinen Taschen zaubert. Das Handtuch kommt über das Motorrad. Er wird auf die Langstrecke gehen. Harte Knochen, die Amis. Ein paar Dixies sind aufgestellt. Die Läufer werden mit Original amerikanischen Schulbussen zum Start weiter im Park drinnen gebracht. Der Fahrer gibt uns auch die Originalanweisungen, die er im Schulbus machen muss, wie er sagt ;-)

Die 50 Miler sind schon um 6 gestartet, wir werden um 6:45 Uhr zu unserem Start gebracht. Coach hat den Rucksack dabei mit einem Fläschchen Cola für mich, einer Trinkblase für ihn und dem Wichtigsten: einer Kamera ;-) Es soll nur fünf Verpflegungsstationen geben für die 50km, aber wie sich herausstellen wird laufen wir eine davon zweimal an und dazwischen sind Wasserdepots eingerichtet, es ist mehr als ausreichend.

Der Start erfolgt per Zuruf durch den Zeitmesser. Scherzworte fliegen hin und her, dann geht es unaufgeregt los. Ultra eben. Das ist in den USA wie hier bei uns. Der Weg hat es in sich. Trail halt. Wurzeln, Steine. Die Wetterbedingungen sind ideal, wie der Race Director Bob Becker verkündet hat: trocken, niedrige Luftfeuchtigkeit, der Wind hält die Moskitos fern, es wird warm werden – 26 Grad, aber nicht heiß. Wir halten uns hinter zwei Frauen. Das Tempo liegt bei 6:10. Wunderbar. Ich fühle mich wie im Traum. Ich wollte seit meiner Kindheit in die Everglades, seit ich ein Indianerfan war und Bücher über die Seminolen und ihren Kampf um Freiheit verschlungen habe. Und nun bin ich hier. Ein bisschen fühle ich mich wie im botanischen Garten ;-) Ein schmaler Pfad windet sich durch Mangrovensümpfe. Ich kann höchstens einen Löwenzahn von einer Tulpe unterscheiden, Botaniker mögen mir verzeihen. Wir sind vor dem Giftefeu gewarnt worden. Ansonsten gibt es zwar Alligatoren und auch den einheimischen Florida Panther, eine Untergattung des Pumas, aber beide gehen den Menschen lieber aus dem Weg. Komorane, darunter den berühmten Anhinga, sehen wir hingegen sehr häufig – wie gemalt stehen sie im Wasser und schauen sich die doofen Touristen an ;-) Es soll auch Orchideen geben, aber wir können keine identifizieren. Mein Blick bleibt auch vorerst mal auf den Weg konzentriert. Es läuft sich locker, ich bin da, wo ich sein will, mein Mann neben mir, was gibt es Schöneres.

Tja, und dann war es das auch schon. Ein Stein, eine Wurzel, ich weiß es nicht. Eben hat der Coach noch auf Orangenbäume hingewiesen, da bleibe ich mit dem linken Fuß hängen und falle – leider nicht der Länge nach sondern ganz doof zur Seite. Für einen Moment sehe ich Sterne, gefühlt hat mein rechter Oberschenkel gerade die Hüftpfanne perforiert. Die Läufer um uns herum wollen sofort helfen, aber ich rolle mich ab, stelle mich erstmal auf die Füße und wehre alles ab. Soweit so gut. Nee, nix gut. Überhaupt nicht. Der sichtbare Schaden ist gering: Knie aufgeschürft, Wade abgeschürft. Aber der Schmerz in der Hüfte ist übel. Ich kann das Bein kaum belasten. Was nun? Coach reagiert vernünftig und drängt auf Rückkehr. Wir sind keine 2km vom Start entfernt. Allerdings wissen wir nicht, ob die Busse noch da sind, gebe ich zu bedenken, dann wären es gute 12km, die wir zum Ziel/Camp wandern müssen. Immerhin besser als 48, entgegnet Coach. Recht hat er. Mittlerweile sind auch die letzten Läufer an uns vorbei gezogen. Testen. Bein geht, der schlimmste Schmerz ist abgeebt. Laufen geht nicht. Wandern? Rechnen. Es war von einer Zielzeit von 8:30h die Rede. Da hatten wir noch belustigt gegrinst. Höhö, wer zuletzt lacht ... Wir müssen mit 10h rechnen. Ok, die 50 Miler sind dann auch noch unterwegs. Aber unser Flieger drängt. Und Coach will nichts riskieren, was machen wir, wenn unterwegs gar nichts mehr geht? Erst mal setze ich mich durch, ich spaziere einfach los.

Es wird ein wunderbarer Tag. Das Wetter ist einmalig: Blauer Himmel, Sonne satt, leichter Wind. Keine Moskitos, keine Schwüle. Mein Dauerproblem Magen ist völlig ruhig. Ab und an trabe ich noch mal ein paar Schritte, werde aber sofort wieder von meinem Bein zurückgepfiffen. Coach ist wütend. Bis km 13 weist er unnachgiebig darauf hin, dass es völliger Schwachsinn ist, was ich da mache. Recht hat er. Aber ich will nicht zurück. Im Auto sitzen oder am Flughafen? Wären wir in Deutschland: ja. Nächstes Jahr wieder probieren. Aber ich werde diese Chance wohl nie wieder haben! Und ich will wissen, wie der Rest der Strecke aussieht. Coach gibt schließlich nach. Gibt zu bedenken, dass wir dann versuchen müssen die Pace unter 10min zu halten. Das wird sich nicht halten lassen, aber ich tue mein Bestes, und hinke mich über die Piste ;-)

Die Verpflegungsstellen sind großartig: diverse Getränke von Gatorade bis Bier, natürlich auch Cola, Snacks von Kartoffeln bis süß, nichts fehlt. Mindestens drei Helfer springen immer auf und fragen, was sie einem Gutes tun können, fordern auf zuzugreifen, wollen Flaschen und Rucksäcke füllen, ermuntern und loben. Und das bei unserem Wanderschritt! Immer wieder werden wir gefragt, woher wir kommen, und einer bittet mich ein paar Worte Deutsch in die Videokamera zu sprechen fürs offizielle Video ;-)

Und dann haben wir unseren ersten Alligator in freier Wildbahn! Interessiert schaut er zu uns hinüber (bilden wir uns ein ;-), aber freundlicherweise passen wir absolut nicht in sein Beuteschema. Dafür er in unsers: Er wird sofort abgelichtet.

Dann sind wir aus dem Sumpf heraus und der Hammock beginnt: Riedgras ohne Ende. Hier verbergen sich gefährliche Stolperfallen, und jeder Fehltritt schießt mir in die Hüfte. Aber weiter geht’s. Ab km 15 überholen uns dann die 50 Miler. Freundlich werden wir ermutigt und ab geht die Post. Als Achter wird ein Deutscher ins Ziel laufen, den wir beim Briefing kennengelernt haben. Die weiten Grasflächen sind mental hart. Über uns kreisen Geier und ab und an ein Adler. Die Geier ermutigen weniger ;-) Ansonsten Wind und Weite. Absoluter Wahnsinn. Bei km 20 kommt unsere dritte VP. Und mir die Zweifel. Durch das Dauerhinken verkrampft die gesamte Muskulatur. Ich frage nach dem Cut und werde beruhigt. Es sei alle Zeit der Welt, wir würden das schon schaffen. Eine 50km Läuferin hockt da mit einem Eisbeutel, sie hat sich den Knöchel verstaucht. Auch sie wird finishen. Die Amerikaner sind harte Knochen! Weiter geht es. Und weiter Prärie. Vorsichtiges Anlaufen wird im Keim erstickt, nichts geht mehr. Einfach weiter wandern. Zwischendurch sind Wasserstellen eingerichtet, an einer liegen Eiswürfel. Es sieht mich keiner? Gut. Kurzentschlossen stecke ich mir eine Handvoll Eiswürfel in die Laufhose, dahin wo es weh tut (Kopfkino bitte ausschalten!). Das Eiswasser tropft dann so gute 4km lang am Bein herab.... Der nächste VP und somit das nächste menschliche Wesen taucht erst bei km 28 wieder auf, mitten im Grasmeer. Und wieder werden wir ermutigt, angefeuert, neugierig befragt. Wir seien gut in der Zeit, „no problem, you’ll finish“. Danke euch allen!

Irgendwo bei km 30 tauchen wir wieder in die Sumpfgebiete. Nun heißt es wieder höllisch aufpassen. Das Riedgras hat schon die Beine und Füße zerstochen- trotz Calves. Aber hier lauert Giftefeu. Und so nette Wurzeln, die aus dem Boden lugen und auf blöde Läufer warten.... Wir genießen den Schatten, die Stille, den nächsten VP. Ich greife mir Schokolade, ha, das tut gut! Eine Helferin kippt mir Wasser über die Hände, die sind nun dick, das würde gut tun. Tut es auch! Und weiter. Mit der Warnung versehen, der Untergrund würde nun sehr uneben werden. Oh ja, das wird er. Ich humpel mich so durch, jeder Fehltritt wird wieder mit einem stechenden Schmerz belohnt. Und nun machen die Muskeln langsam zu und die Füße melden sich. Egal, weiter. Die Umgebung ist atemberaubend. Wenn ich nicht so grottenschlecht in Botanik wäre, könnte ich jetzt ganz viele Namen nennen. So bleibt es bei wortloser Bewunderung ;-)

Und dann sind es nur noch 13,6km und wir erreichen die Schotterpiste, die uns langsam aber sicher zum Camp führt. Hier hatte ich mir vorgenommen den Rest zu traben, der Weg ist ja nun eben. Vorher werden mal vorsichtig die Füße inspiziert: oh sch... Ich habe nie Blasen beim Laufen. Aber Salomon Ultra Sense sind super, Laufschuhe aber eben keine Wanderschuhe. Beide Laufsocken sind durchgewetzt, die Fersen gehäutet. Am Übergang von Ferse zur Sohle rohes Fleisch. Unter dem Vorfuß dicke doppellagige Blasen, den Rest spare ich mir, ziehe vorsichtig die Sockenfetzen möglichst gut über die wunden Stellen und auf geht’s. Das verheilt alles wieder und ich will mein Finisher Shirt tragen können! Die Zeit wird knapp, wir traben an. Und lassen es. Es wird die Hölle, diese letzten Kilometer. Selbst das Gehen ist nun schmerzhaft, von Laufen keine Rede mehr. Die Strecke zieht sich. Ich versuche mich abzulenken. Wir entdecken noch zwei Alligatoren. Und einen wunderschönen Anhinga, der da im Sumpf steht. Die 50 Miler ziehen an uns vorbei und spornen uns an. Die Pace geht nicht mehr unter 10min. Noch eine Verpflegungsstelle, ein letztes Trinken. Hunger habe ich keinen, Coach greift zu.

Ich hätte jetzt gerne geschrieben, dass ich zum Schluss freudig strahlend ins Ziel laufe. Nein, habe ich nicht. Weder freudig noch laufend. Die letzten 2km habe ich im wesentlichen geheult. Erschöpfung, Schmerz, Wut , irgendwie auch Enttäuschung, obwohl völlig ohne Grund. Kann ich zwar jetzt nicht mehr nachvollziehen, aber war so. Coach hat mich durchgezogen, abgelenkt, auf die Natur hingewiesen, gelobt und angespornt. Ich war nur noch fertig. Aber das Ziel kam und ich wusste nicht mehr, ob ich nun vor Freude heule oder aus Erleichterung. Wahrscheinlich beides ;-)) Ein Lauffreund hatte uns noch überholt und machte ein schönes Foto. Die Zuschauer und Helfer brüllten und tobten, als wären wir die Sieger! Und dann gab es eine Medaille und eine Umarmung vom besten Mann der Welt und jetzt kommen doch noch ein paar Tränchen, während ich das schreibe. Wahnsinn. Wir haben es geschafft und ich bin so froh, dass wir das durchgezogen haben. Danke, mein lieber Mann, dass du das mit mir geteilt hast.

50km in 8:54:03h ;-))) Die Amerikanerin mit dem verstauchten Knöchel kam auch noch ins Ziel. Ich glaube, Amerikaner müssen wirklich von der Strecke getragen werden, freiwillig geben die nicht auf. Alle Achtung!

Ich hinke zum Auto. Während Coach die Zielverpflegung abräumt beginne ich mal mit der Wäsche. Es gibt keine Duschen und am Flughafen in Miami auch nicht, also haben wir eine Gallone Wasser aus dem Supermarkt dabei, und ich versuche nun die Schicht aus Sonnencreme und Moskitospray (Bullfrog, liebe Mainrenner ,-), Staub, Dreck, Blut und Schweiß wenigstens an den sichtbaren Stellen abzukratzen. Und nach der Katzenwäsche in frischen Klamotten mit zwei Burgern im Bauch – die waren echt Spitze!!! - geht es mir schon wieder richtig gut. Wir klettern ins Auto und während ich selig und süß schlafe kutschiert uns der Coach nach Miami. Den Rest schaffen wir auch noch und fallen durch Sonntag Nacht endlich in die heimischen Betten, bevor der Wecker uns in einen weiteren grauen Februartag mit Schnee und Matsch klingelt.

Die Hüfte ist ok, nur eine Prellung. Geht weg. Die Muskeln fühlen sich so richtig ultramäßig sch... an, die Blackroll wird es richten. Die Füße sehen jetzt wie echte Läuferfüße aus ;-) Wird abheilen. Was bleibt ist die Erinnerung an einen wunderbaren Lauf - äh, Wanderung ;-)

Ein wunderbarer Lauf. Wer es schafft bitte unbedingt mitmachen. Die Leute dort haben es verdient. Es ist eine einmalig Landschaft mit supernetten Organisatoren und Helfern. Wenn ich noch mal in meinem Leben die Chance bekomme will da unbedingt noch mal hin.

Für mich hat sich ein Traum erfüllt. Dank an unsere Freunde und den besten Mann der Welt.

3.666665
Gesamtwertung: 3.7 (9 Wertungen)

Du bist echt ultra -

ultrabekloppt, ultrahart und mindestens genauso zäh wie die Amis.
Auf den Bericht hatte ich schon gelauert, hatte ihn mir aber etwas anders vorgestellt :-)
Mensch, was ein Pech, dass Du es nicht ganz entspannt genießen konntest. Aber 48 km mit Schmerzen durchkämpfen... Du bist schon ein verrücktes Huhn :-)
Und toll, das Coach sich auf deine Wanderung eingelassen hat - bei uns hätte sicher einer am nächsten Baum gehangen oder als Alligatorfutter gedient...
Ihr seid schon ein tolles Team!

LG,
Anja

blood, sweat and tears!

mannomann! Beim Lesen muss ich erstmal durchatmen.
Wenn man mit solchen Schmerzen zumindest 48 von 50km als "wunderbaren Lauf" empfindet, dann hat man a) wohl wirklich den besten Partner der Welt zur Seite und b) muss die Welt dort schon sehr besonders sein!!!
Wiedermal weit entfernt von perfekt gelaufen für euch -- aber für euch bestimmt eine Erinnerung fürs Leben! Die Blessuren heilen mit diesen Erinnerungen bestimmt noch besser!

(...und was für ein Kontrastprogramm back home...)

Gruß, Dominik
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"Wenn man die Augen zumacht, klingt der Regen wie Applaus..."
(Enno Bunger)

Schluck, du bist 48km mit Schmerzen gewandert?!

Ich hatte euch einen Traumlauf gewünscht. Nun, zumindest hat sich ein Traum erfüllt, wie du schreibst. Und ihr habt ein gigantisches Gemeinschaftserlebnis durchkämpft, das euch noch mehr zusammengeschweißt hat.
Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass ihr da nochmal werdet starten können!

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

beim nächsten

mal überlässt du das Fliegen den Piloten und läufst! Ohne Qualen wird die Strecke bestimmt noch schöner- und ein würdiger Abschluß für eure Reise. Danke für einen schonungslosen Bericht. und irgendwie bin ich mir sicher, dass du da noch mal hingehst...going beyond the mind -it's where the magic happens...

ups

was soll man da noch schreiben ? ein bisschen irre bist du ja schon (nicht bös gemeint!) ... aber sowas kann jeder nur für sich in genau diesem Moment entscheiden. Und wenn es im Nachhinein richtig für dich war - alles gut.
Lebe Deinen Traum ! das hast du getan ... UltraRespekt !

und jetzt erhol dich gut von deinen Blessuren !

Stark!Ultrastark!Verrückt,

Stark!
Ultrastark!
Verrückt, bekloppt, liebenswert!!
Ich bin froh, das ich ein winziges bisschen zu diesem "Lebensereignis" beitragen konnte! Denn DAS kann dir/euch wirklich niemand mehr nehmen.
Und ich hätte ganz genauso wie du entschieden und hätte mich da durchgekämpft!
Ich finde, Ultra laufen ist auch eine Metapher für das Leben. Es gibt Dinge, die muss man einfach selbst entscheiden, dazu gehört unter anderem auch, welchen Weg man geht. Schön, wenn man jemanden an seiner Seite hat, der diesen Weg mitgeht. Und noch schöner, wenn man zu zweit geht, der Weg schwer ist und man trotzdem zusammen ans Ziel kommt.
Ich freue mich sehr für euch!!

Erhol dich gut :-*

Seit 2011:



"Man muss das Unmögliche so lange anschauen, bis es eine leichte Angelegenheit wird. Das Wunder ist eine Frage des Trainings" (Carl Einstein)

Wenn der Bericht nicht aus

Wenn der Bericht nicht aus der Feder von dir kommen würde, die es vor weniger als acht Wochen als unvernünftig erachtet hatte, den Neujahrsmarathon wegen etwas Schnee und Eis zu beenden, könnte man diesen sogar als rundum gelungen betrachten. In der Gesamtschau ist es so natürlich irgendwie inkonsistent. ;)

Seis drum: Gute Erholung und Glückwunsch!

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"Meines Erachtens läuft alles darauf hinaus, dass ich in den nächsten 20 Jahren irgendwann durch das Death Valley hinauf zum Mt. Whitney laufe." L.D.

Gemischte Gefühle

Was tun? Gratulieren oder den Vogel zeigen? Respekt zollen oder "setzen sechs"? Musste jetzt erst mal eine Nacht darüber schlafen. ;-)

Dein saustarker (Durchhalte-)Wille, Kampfgeist und Zähigkeit sind ja legendär und aller Ehren wert. Auch kann ich sehr gut nachvollziehen, dass man das, was man sich vorgenommen hat, durchziehen will. Koste es, was es wolle. Zumal bei einem solchen Lauf, der eben nicht gerade um die Ecke stattfindet, der Startplatz wohl ein Hochzeitsgeschenk (?) und somit von höggschd emotionalem (Erlebnis-)Wert ist. Dann nach nicht einmal 2 km so unglücklich zu stürzen, dass normales Laufen nicht mehr möglich ist, ist ein riesen Pech und eine mords Enttäuschung, keine Frage! Auch nichts gegen Gehpausen, denn die sind ja bei Ultras gang und gäbe. Bei Tiefpunkten oder hinten heraus, wenn es haarig wird und man nicht kurz vor dem Ziel aufgeben will, können da in Summe schon mal so einige Geh-Kilometer zusammenkommen. Aber 48 von 50? Das noch unter großen Schmerzen? Offen gestanden wirkt das auf mich schon arg erzwungen und somit wundert es mich nicht, wenn einige kritische Stimmen meinen, dass manche LAUF-Veranstaltungen zu großzügige Zeitlimits hätten. Wobei mir schon klar ist, dass du dich am besten kennst und du am besten beurteilen kannst, was geht und was nicht. Nicht zuletzt auch wegen des emotionalen Aspekts, der in, bzw. hinter diesem Ultra steckt.

Nix für ungut, aber dein Lauterdale-Bericht gefällt mir viiiiiiel besser. Außerdem zeigt selbiger doch deutlich, was du auf der Pfanne hast! Reine Wanderungen haste doch gar nicht nötig und DNF ist wahrlich keine Schande! Schon gar nicht bei deiner ansonsten höggschd beeindruckenden Bilanz! Also bitte versprich' mir, dass du nicht wieder so'n Sch... machst! Menno! ***maul*** Ich will dich nämlich an der Zugspitze sehen, hörste?! ;-)
Ich drück dich virtüll ganz feste!
:-)

Mit Stil ins Ziel!

Liebe MC

ich gebe dir völlig unumwunden in allen Punkten Recht! Ich würde es trotzdem wieder so entscheiden. Und du weißt, dass ich schon mehrere DNFs in meiner Liste habe ;-) Zugspitze war damals ja auch so eine Entscheidung, aber da war klar, ich schaffe nicht noch so einen Abstieg und schon gar nicht im Dunkeln. Und ich war alleine. Und der Cut drohte. Nichts davon war hier der Fall. Es bestand zu keiner Zeit ein Risiko, schlimmstenfalls hätte ich halt aussteigen müssen an einem der zahlreichen VPs oder den patroullierenden Rangern (im Landrover) Bescheid geben müssen. Dafür waren sie da, das wurde uns gesagt. Oder Coach hätte Bescheid gegeben.
Ich gebe allerdings auch zu, dass wenn 5 bis 2km vor dem Ziel ein Taxi gestanden hätte ich sofort in selbiges eingestiegen wäre! Bis dahin war alles noch im grünen Bereich.
Ich weiß jetzt auch, wie sich 48 Gehkilometer anfühlen, von daher muss ich mir das wirklich nicht noch mal antun.
Zu den großzügigen Zeitlimits kann ich nichts sagen, ich halte mich aus den Diskussionen raus. Ich kann langsame Läufer verstehen, die auch eine Chance haben wollen mitzumachen und muss auch sagen: wo ist die Grenze? Für einen Marathon 3h Läufer bin ich eine Walkerin! Der würde den Cut wohl bei 3:30 ansetzen! Andererseits habe ich auch Zweifel, ob jeder alles mitmachen können muss. Aber das eröffnet eine völlig neue Diskussion.

Ich nehme die 6, den Vogel und die Gratulation an ;-)))

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Es lebe die Inkonsequenz ;-)

Nein, für mich war meine Entscheidung nicht inkonsequent ;-)
In Zürich war mir klar, dass ich weite Strecken gehen muss, und dazu hatte ich in der Kälte und der Nacht und bei dem Untergrund (da grinse ich jetzt mal) und meinen Beschwerden keine Lust. Da ich ja schon zwei Runden hatte konnte mir ja auch die Strecke nichts Neues bieten ;-) Ich bin absolut nicht dafür, einen Lauf um jeden Preis zu finishen. Ich will am nächsten Tag arbeiten und am nächsten Lauf teilnehmen können, und dafür brauche ich meine Gräten. Und wenn ich will kann ich Zürich jedes Jahr wieder starten. Und Marathons kommen noch genug. Der Preis für ein Finish war mir zu hoch.
Hier in den Everglades lagen die Dinge anders: ob die Faschingsferien noch mal mit diesem Lauf zusammenfallen werden ist ungewiss, ich bin aber beruflich auf die Ferien angewiesen und kann mir keinen Urlaub nehmen. Ich wollte wissen, wie der Rest der Strecke aussieht, denn von den Everglades hatte ich ja kaum was gesehen! Zumindest sehen, wie weit ich komme. Dafür war ich bereit zu wandern, auch mit einem gewissen Maß an Aua, ja, das gebe ich zu. Ach, und es war warm und die Sonne schien und ich hatte sonst nichts zu tun ;-) Der Preis war für mich akzeptabel, und wenn es absolut nicht mehr gegangen wäre hätte ich aufgegeben (habe ich auch schon gemacht).

Aber danke für Erholungswünsche und Glückwunsch ;-)))

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Never give up. Ultra stark.

Never give up. Ultra stark. Du hast dir deinen Traum verwirklicht. Auch wenn es nicht ganz so lief wie geplant.
Und darauf kommt es an. Träume zu verwirklichen, nein nicht um jeden Preis, aber so gut es eben geht.
Natürlich ist ein DNF nicht tramatisch, aber er hat immer ein komischen Nachgeschmack. Im Kopf traucht immer die frage auf: Hätte ich es geschafft?
Ja, dein Coach ist schon was besonderes.
Aus dem bitter kalten, immer noch Tiefschnee überdeckten Linzgau, grüßte die Eli und Göga

Der Reiz des Unmöglichen besteht darin, es irgendwann doch zu ereichen.
Helden gesucht!

Was für ein Bericht...

...unglaublich!!
Du bist verrückt, aber auch eine Heldin für mich :-).

Toller und ehrlicher Bericht!

Wir sehen uns in Freiburg :-)

Erhol dich gut!

Oh...

... was bin ich froh, dass Du es geschafft hast - beim Lesen konnte ich mir das zwischenzeitlich kaum noch vorstellen :-o Und jetzt wünsche ich Dir einfach nur, dass Du Dich ganz schnell erholst und alles schnell verheilt. Nachmachen möchte ich das nicht (mir geht nunmal weitestgehend das Quälgen ab), aber dass Du diesen unglaublichen Willen aufgebracht hast, erfüllt mich mit allergrößtem Respekt. Außerdem glaube ich auch, dass Du da nochmal hin musst...

Gute Erholung wünscht
yazi

harte knochen...

...die amis?? haaaaahaaaaa, dann hast du mit sicherheit mehrere amerikanische vorfahren! mein leber schoschone!

also die everglades gehören nicht wirklich zu meinem traumreiseziel und in selbigen auch noch 48 km wandern, bei hitze (alles über 20 grad is für mich hitze) an alligatoren und sonstigem getier vorbei - äh neee...

aber schätzelein, dein dir angetrauter muss dich wirklich sehr lieben, sowas mit dir durchzustehen. meiner hätt mich angesichts solch einer dickköpfigkeit an den nächsten alligator verfüttert... *kicher*
____________________
laufend knuddelt strider ganz dolle: happy™

"man muss es so einrichten, dass einem das ziel entgegenkommt." (theodor fontane)

Voll strider! :o)

Mensch, wie schade, dass Du gerade dort wieder so einen striderschen Volltreffer haben musst. Ich hätte Dir einen schmerzfreien Genuss gewünscht und hoffe, dass es jetzt schnell wieder gut wird.
Wenigstens etwas konntest Du noch "genießen", wobei ich zugeben muss, vermutlich genauso gehandelt hätte und alles versucht hätte.
Nicht immer gut und richtig, aber manchmal ist es halt so.
Wünsche Dir gute Besserung und den nächsten Traumlauf ohne Zwischenfall! :o)

Lieben Gruß Carla
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

Gänsehaut und auch ich muss heulen....

5 Sterne für den schönen Blog und 5 Sterne fürs Durchhalten. Ich finde, du hast es genau richtig gemacht, auch wenn mich jetzt mancher gerne teeren und federn möchte. Nie hättest du dort aufgeben können, niemals!!! Der Schmerz vergeht und nicht nur der Stolz bleibt. Es bleiben so fantastische Erinnerungen und eine innere Zufriedenheit, dass du es gepackt hast. Gepackt mit dem besten coach der Welt;-)
Ich freue mich ganz riesig für euch!!! Hoffentlich bin ich auch mal so taff wie du, wenn es so drauf ankommt!

Viele Knuddels von
Tame

bist du!

Ich erinnere mich da noch an einen Berlin Marathon, liebe Silvia!!!

Danke, nein, ich hätte wirklich nicht aufgeben können. Höchstens zum Ende hin ;-)

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Laß das Zeitlimit mal da, ...

... wo es ist - außer vielleicht für einen überheblichen 3:45h-Läufer der sich über ne 8er Pace beim Marathon aufregt. Die kann man dann ruhig mal rausnehmen und denen sagen sie wären zu langsam gewesen. ;-)
50km sind aber nicht mehr Marathon. Das ist Ultra. Und da du gern ultralange unterwegs bist, mußtest du also wandern. Soso.
Ich seh dich vor mir wie du einfach losziehst. Ich seh den Coach wie er rechnet, das worst case bis zum Abflug zeitlich durchgeht. Und die Strider läßt ihn rechnen und wandert einfach... ;-)
Zu nem Lauf darf man ja nicht gratulieren. 2km zählen da nicht. Aber zu dem Erlebnis darf man das!
Der Coach hatte ja genug Zeit zum Fotografieren. So kannst du du die Stellen, da du vielleicht im Nirvana warst später noch mal Revue passieren lassen.
Janz liebe Grüße aus dem kühlen Westsibirien. Ich drück dich!
;-)
PS: In 73h sind wir in der Sonne!

Du bist bestimmt nicht nur Amerikanerin,

sondern waschechte Indianerin! Die kennt keinen Schmerz und "genießt" eben den Traum. Egal ob mit oder ohne botanische und ornithologische Kenntnisse - ich warte auf die Fotos.

Und wünsche Dir gute Besserung für die eingefangenen Blessuren.

Und freue mich, dass ihr den Flieger noch gekriegt habt.

Ende gut, alles gut? Egal. Und Zeiten? Die warden eh total - Du weißt schon.

Im Nachgang muss ich sagen

Im Nachgang muss ich sagen hast du alles richtig gemacht.
War eine unbeschreiblich schöne Tour durch die Wildnis.
Danke fürs teilhaben lassen.

.....Der Schmerz geht, Aufgeben bleibt für immer!.....

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