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Benutzerbild von sarossi

Der Wald ist feucht, kalt, düster und beängstigend einsam. Ich kann gar nicht so schnell laufen, wie ich Angst habe. Jedes Knacken im Geäst schreckt mich auf. Ich kürze den Weg ab und biege wieder in meinen Weinberg Weg ein. Das ist jetzt 17 Jahre her. Danach bin ich nur noch den Weinberg gelaufen. Waren es 2 Jahre? Oder 3? Danach verschlug es mich 400 km nach Süden in ein neues Laufrevier. Heute war ich wieder zurück und habe viel Neues entdeckt.

Der Weinberg lockt am Morgen wieder zu einem Lauf entlang einer der schönsten Aussichten am Rhein. Doch der erste Frühlingsgesang der Vögel macht den Düsterwald irgendwie viel attraktiver. Also trau dich,  denke ich bei mir. Ausserdem kenne ich noch den Abzweig in den Weinberg. Also los. Stetig bergauf über einen schmalen Pfad. 2 Läufer begegnen mir. Später noch ein paar. Das ist ja was ganz neues. Vor 17 Jahren war ich die Einzige im ganzen Viertel und wurde kritisch beäugt. 

Der Wald ist immer noch kalt und düster, aber nicht mehr beängstigend. Ich genieße den Geruch der feuchten Blätter und das frühe Vogelspektakel. Munter trabe ich weiter. Am Umkehrpunkt mag ich nicht umkehren. Ich laufe weiter zur Römervilla. Zwei Rehe rennen mich fast um. Eine Nordic Walkerin hat die Stöcke unter die Arme geklemmt und rennt den Waldweg wieder runter. Gute Idee. Den Rückweg lass ich es laufen und gebe immer mehr Gas. 

Ich entdecke immer neue Pfade und eine lange Hängebrücke. Der Wald ist in den letzten Jahren massiv erschlossen worden, trotzdem ist er noch ziemlich leer. Richtig schöne naturbelassene Wege laden zum Laufen ein. Leider habe ich nicht so viel Zeit. Die Frühstücksverabredung wartet. An der Aussichtskanzel genieße ich noch den Blick über den Rhein. Die Sonne drückt sich durch die Wolken und der Dunst steigt auf. Dann geht es wieder heim. 

Jetzt bin ich angenehm satt. Satt von den vielen neuen Eindrücken im alten Revier. Satt von der frischen kalten Waldluft.  Satt von den Höhenmetern. Satt von der Konzentration beim Runterkacheln, um nicht über Stock und Stein zu stolpern.

Und ich bin hungrig auf mehr. Auf mehr solche Läufe.

5
Gesamtwertung: 5 (7 Wertungen)

Romantisch...

5 Sterne von mir.

"Ceterum censeo Carthaginem esse delendam."

Sehr schöner Bericht

... möchte da am liebsten gleich mitlaufen!

Soifz

Ja, so schön ist Laufen. Und Wald hat was. Obwohl er erschlossen ist. Gerade für Großstädter.

Sehr schönes Lauferlebnis - gönn Dir mehr davon!

Mit deinem schönen Blog

sprichst du allen Genussläufern aus der Seele! Danke fürs Dranteilhaben! Und jaaaa, es ist immer wieder schön zurückzukehren. Auch wenn manchmal nur wenig Zeit dafür bleibt. Die Erinnerungen überwältigen einen immer wieder.

Lieben Gruß
Tame

Wir sind auch hungrig.

Hungrig auf mehr solche Berichte.
Wunderschön, vielen Dank,
Rennmaus.

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