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Benutzerbild von sarossi

In den letzten Wochen habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht, die eine oder andere Mittagspause mit einem Lauf zu versüßen. Dabei kam mir immer wieder Günter K. in die Quere. Eigentlich war es ja der Kollege K. Aber inzwischen bin ich überzeugt, dass ich in Wahrheit mit seinem inneren Schweinhund Günter gesprochen habe, der mir jeden Lauf madig machen wollte.

Bei strahlendem Sonnenschein kam er immer mit einer anderen unüberwindbaren Widrigkeit. „Bei dem Schnee gehst Du Laufen? Da bekommst Du nasse Füße.“ Mein Hinweis auf meine Goretex City Trailer wurde analytisch zerpflückt und für unzureichend erklärt. Beim nächsten Mal waren es die glatten Gehwege und die damit verbundene Sturzgefahr. Für meine Argumentation, dass ich ja die 5 Minuten über den Gehweg gehen kann, um dann auf griffigen Schnee zu laufen, wurde ich ausgelacht. „Ne, ne. Gehen geht gar nicht.“ Ging aber und war ein toller Lauf.

In der Kaffeeküche hat Günter K. dann meine erschreckende Erkenntnis, dass es nur noch 10 Wochen zum Halbmarathon sind, völlig herunter gespielt. „Zu lange Vorbereitungszeiten belasten zu sehr. So 4 Wochen vorher anfangen reicht.“ Jetzt musste ich etwas grinsen. Mein Trainingsplan hält die Belastung doch arg in Grenzen. Und 4 Wochen reichen dem gut trainierten Kollegen K., aber mir sicher nicht.

Deswegen habe ich auf der Rückfahrt von der Dienstreise am Mittwoch deutlich gemacht, dass der schon 2-mal ausgefallene Lange Lauf am Samstag unbedingt nachzuholen sei. Diesmal lief Günter K. zur Hochform auf „Bei Minus 6 Grad Laufen? Das solltest Du auf keinen Fall tun.“ Es folgte eine sehr bildhafte und sicher auch völlig korrekte Beschreibung der Killer Viren, die bei kalter Luft und großer Anstrengung nur auf das Immunloch warten, um sich im Körper einzunisten. Bei der aktuellen Krankheitswelle in der Firma auf jeden Fall ein gewichtiges Argument.

Meine innere Schweinehündin Lisa war nach vielen Monaten das erste Mal wieder richtig verunsichert. Bisher hatten sie und ich mit dem moderaten Halbmarathon Training eine gute Balance zwischen dem Abenteuer des Grenzenauslotens und der wohltuenden Erholung gefunden. Wir waren eins miteinander. Heute war sie dann doch etwas sehr zögerlich, ja sogar etwas weinerlich, und wir entschlossen uns für die kuschelige Eskimoausrüstung und maximal 2 Stunden Laufen.

Aber Günter K. hat diesmal auf der ganzen Linie gewonnen. Nach einer Viertelstunde bei knackigen Minustemperaturen, eisigem Wind und zentimeterdickem Hubbeleis haut es mich der Länge nach auf die Strecke. Lisa jault auf und Knie schrubbt sich komplett auf. Nach einem kurzen Funktionstest ist klar, dass ich nur etwas Haut auf der Strecke gelassen habe. Nach ein paar Schritten kann ich weiter laufen, gehen, tapsen. Meine Lieblingsstrecke ist so vereist, dass sie eigentlich nicht laufbar ist. Nach einer guten halben Stunde erreiche einen Abzweig zur Straße und laufe auf geräumten Asphalt an der Bahnlinie entlang. Romantische Landschaft und erholsame Ruhe sind etwas anderes. Das Knie pocht. Also kürze ich ab und bin nach einer Stunde wieder daheim.

Lisa hat sich inzwischen erschöpft ins Körbchen zurückgezogen und ich kann meine Wunden lecken. So ein Mist. Kollege K. darf das auf keinen Fall erfahren. Ich gönne seinem Günter die Genugtuung über diesen 1:0 Sieg einfach nicht. Ab nächste Woche soll es langsam wärmer werden. Dann greifen Lisa und ich den Trainingsplan wieder an und Günter kann zu Hause bleiben.

5
Gesamtwertung: 5 (3 Wertungen)

Mach Dir keinen Kopf!

halte Dich an den Plan und lass Dich von solchen Kommentaren nicht verunsichern.
Natürlich muß man bei der Witterung auch auf glatte Stellen gefaßt sein! Ich hatte auch gerade eben eine Begegung mit ner Glatteisfläche auf meiner Waldpiste. Glücklicherweise hatte ich meine Trailer an, die schlimmeres verhinderten.

Sonst Laufe ich auch nur mit Mash-Schuhen rum und bekomme kalte, nasse Füße. Aber egal.
Beim Auswringen der Socken nach dem Lauf denke ich mir meinen Teil, doch mein "Günther" hat sich dran gewöhnt.

Laufen kann man auch bei -10Grad, halt langsamer aber mit entsprechenden Klamotten.
Also: ran an den Plan!

Alex

2:1

Eigentlich steht es doch 2:1 für dich, wenn ich richtig mitgezählt habe, oder?

Und selbst am Samstag war es doch besser von dir, es wenigstens mal versucht zu haben, als gleich gar nicht nach draußen zu gehen.

„Einen Versuch wagen und dabei scheitern bringt zumindest einen Gewinn an Wissen und Erfahrung. Nichts riskieren dagegen heißt einen nicht abschätzbaren Verlust auf sich nehmen - den Verlust des Gewinns, den das Wagnis möglicherweise eingebracht hätte.“

Chester Barnard

Dein Kollege hält es da wohl eher mit diesem Zitat:

"Der Versuch ist der erste Schritt zum Scheitern" - Homer Simpson

Ehrenrettung

Zur Ehrenrettung von Kollege K.
Nach der im Forum erwähnten dänischen Studie gehört er eher zu den exzessiven Läufern, der nach längerer Verletzungspause zurück ins Laufen findet. Er ist ein angenehmer Gesprächspartner zum Thema Laufen. Es ist nur eine Vermutung, dass er sich aktuell in den Klauen seines Günters befindet.

Auf jeden Fall hat er meine Lisa geweckt... Ich hoffe, dass sie und ich wieder zueinander finden.

Boah, der Verweis auf diese dänische Studie ...

... Ist aber unterste Schublade oder oberstes Abwehrpotential. Bei diesen Ignoranten (oder sollte man Vollpfosten sagen?), schwillt mir der Kamm. 5-10min täglich laufen ist am gesündesten. Puhh! Auf jeden Fall muß man dafür nicht extra Laufsachen anziehen und im Anschluß Duschen gehen...
Laß dich bloß nich kirre machen von solchen Schnarchnasen.
Einfach laufen und gut. Das paßt schon.
;-)
PS: was ist eigentlich ein schweinehund?

Mein Günter K.

heißt Bärbel E. und ist ihres Zeichens unsere Fachleiterin und Fachvorsitzende Sport - und sie hält nichts von Läufern. Ihr Tag war letzten Dienstag gekommen, als ich mit Schiene in die Schule geschlichen kam - Folge meines Schnee- und Eislaufens, was meine Bänder nicht so gut fanden. O-Ton: "Jaja, laufen bis zur OP. Das wirst du auch noch erleben!"

Ich versuche es dann mit den Ärzten zu halten:
Lass die Leute reden, denn wie das immer ist:
Solang die Leute reden, machen sie nichts Schlimmeres
Und ein wenig Heuchelei kannst du dir durchaus leisten
Bleib höflich und sag nichts - das ärgert sie am meisten.

Ich finde es allerdings auch nicht schlimm bei entsprechender Witterung mal zu Hause zu bleiben oder einen Lauf abzukürzen. Glatteis ist bei mir ein Grund.

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

@schalk

Also ich finde die Studie herrlich. Sie polarisiert so schön. Und die Aussagekraft ist so gering, dass man sie in jede Richtung interpretieren kann. :-)

Die Frage nach dem Schweinehund kann ich dir nur für meine Lisa beantworten.
Das ist bei mir eine süße kleine Beagle mit Schweineschnauze und Ringelschwanz. Sie sorgt dafür, daß ich in meiner Komfortzone bleibe. Und die sieht bei jedem ja bekanntlich anders aus. Will ich aus der Komfortzone raus, geht die Zickerei los. Bis Lisa begriffen hat, daß wir unsere Komfortzone gerade vergrößert haben. Dann ist wieder Ruhe im Karton.

Nach meiner

Rechnung steht es 2: 0,5 ;-))

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LG Inumi
Wenn ein Lauf nicht dein Freund ist, dann ist er dein Lehrer.

Mathematik

@inumi und @running_with_sc
Echt motivierend, eure Rechnung :-)
Da die ersten beiden Bemerkungen meine Lisa noch nicht provoziert hatten, zählen sie noch nicht wirklich.
Ab Dienstag soll das Wetter besser werden. Schade. Bei schönem Wetter kann ja jeder ;-) Aber mit dem nächsten Schlechtwetter Lauf kommt die Revanche.

Dublette

Dublette

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