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Benutzerbild von Sonnenblume2

Mein Weg zum Zugspitz-Basetrail XL führt mich unter anderem über den Hamburg-Marathon. Und für letzteren befinde ich mich gerade in Woche 4 meines Marquardt-LongDistance-Trainingsplans für einen Marathon in 3:59h.
Und dieser Trainingsplan sah für heute einen 10km-Test-Wettkampf vor. In 51min, sprich Pace 5:07. Dabei hatte ich die letzten 4 Wochen nicht ein einziges Mal Intervalle laufen müssen oder nur annähernd dies Tempo treffen sollen. Komisch.
Ich suchte wirklich ausgiebig, hätte auch gern eine etwas längere Anreise in Kauf genommen. Aber an diesem Wochenende fand weit und breit kein 10km-Wettkampf statt.
Tja, da musste ich wohl erstmals in meinem Läuferleben einen Testwettkampf allein laufen. Wohl wissend, dass ich ohne Wettkampfadrenalin, ohne MitkämpferInnen und ohne Zuschauer sicher nicht alles aus mir herausholen würde können.
Da die Spinningeinheit unseres Vereins auch noch auf Sonntag verschoben worden war, wechselte ich auch gleich noch den „Wettkampftag“ auf Samstag. Eigentlich sollte ich da am Vortag einen Ruhetag eingelegt haben, aber dann hätte ich diese Woche mein 2. Tria-Krafttraining mit dem abschließenden 10min Treppensprint auf dem Stepper nicht unterbringen können. Dann also nur ein lauffreier Tag vorneweg, aber Muckibude trotzdem.

Der Wettkampftag

Nach einem Ausschlafen ohne Wecker gab es zunächst ein typisches Vor-Wettkampffrühstück mit Brötchen und Tee. Dann galt es die Wettkampfkleidung zu klären. Am Vortag hatte es heftig geschneit, aber mittlerweile war es wieder 3 Grad warm und alles taute vor sich hin. Auf meiner Wettkampfstrecke am Kanal würde mich also reichlich Schneematsch erwarten. Daher wählte ich neben der Wintertight, einem langen Unterhemd und eine Langarmshirt meine neuen Trailschuhe LaSportiva Bushido, die mir hoffentlich ordentlichen Grip geben würden. Zum Einlaufen zog ich mir noch eine dünne Laufjacke und Handschuhe über, die ich hinterher in meinem Laufgürtel würde verstauen können.
Zunächst also das Einlaufen. Ich trabte zum Kanal und schaute, aus welcher Richtung heute der Wind wehte. Dem Wind würde ich die ersten 5km entgegenlaufen wollen, um ihn auf der zweiten Hälfte im Rücken zu haben. Also Einlaufen auch mit Rückenwind. Die Wege waren überwiegend mit Schneematsch oder aber tiefen Pfützen garniert, es gab leider nur wenige trockene Abschnitte. Nach 3km stoppte und nullte ich meine Garmine und zog Jacke und Handschuhe aus. Dann zog ich mir mit einem Stock eine schöne Startlinie quer auf den Weg.
Da ich gerade allein auf der Strecke war, nahm ich ordentlich Aufstellung, zählte laut von 10 bis 1 runter, rief „Start“ und rannte los.
Was würde gehen beim Wettkampf ohne Wettkampf?
Im Nachhinein glaube ich, dass ich zu schnell losgelaufen bin. Die ersten 2 Kilometer waren letztendlich die einzigen, die mit 5:02 und 5:04 unter Zielpace blieben (trotz Gegenwind!), alle danach kommenden waren leider langsamer. Aber diese ersten zwei fühlten sich wirklich gut an (Puls 181 und 189, den Puls hatte ich allerdings nicht auf dem Garmin-Display, den sah ich mir erst später zu Hause an). Ich überholte ein Schiff namens „Mecklenburg“ und dachte kurz an meine Heimat. Bei km3 kam mir meine Vereinsfreundin T. locker laufend entgegen und grüßte und winkte fröhlich. Ich hatte keine Puste zum Grüßen und nickte nur kurz zurück. Sie würde das schon verstehen. Jetzt kam der Wind so richtig fies von vorn und bremste mich aus. Der Schneematsch verhinderte einen kräftigen Abdruck. Durch die Pfützen patschte ich irgendwann nur noch durch, statt ihnen auszuweichen. Die Füße waren eh schon nass. Mir war warm, die Atmung am Anschlag, die Beine am Arbeiten. Ich versuchte, das Tempo kontinuierlich hoch zu halten. Km 3 in 5:11, km4 in 5:14. Puls jetzt konstant auf 192. Nach 4,5mkm war ich an der Brücke in Lohnde angekommen und wendete. Jetzt sollte mich der Wind ja eigentlich von hinten schieben. Aber gefühlt war es jetzt einfach windstill. Tja, also weiter rennen. Ich überlegte kurz, aber wirklich nur kurz, nach 5km aufzuhören und locker auszulaufen. Nein, ich würde das hier durchziehen, so anstrengend es auch sein sollte! Dieser Trainingswettkampf bringt mich weiter! Mitochondrien aller Zellen vereinigt euch, werdet größer und mehret euch, ging mir als Slogan meines Wettkampfs durch den Kopf, und ich musste grinsen. Ich würde einfach alles geben. Und wenn ich die Pace nicht traf, dann sicher das richtig Pulsniveau. Und auch das wäre ein gutes Training, jawoll! Km5 in 5:18, Puls 192, km6 in 5:18, Puls 194. Ich freute mich immer, wenn es ein paar trockene Abschnitte auf dem Weg gab, aber die waren selten. Ich lief am Limit, körperlich und mental. Km7 in 5:25, Puls 194. Wie frustrierend, dass ich so mit dem Tempo einbrach! Ich hätte langsamer starten sollen. Aber wie viel langsamer wäre richtig gewesen? Das war schließlich mein erster Testwettkampf ohne wirklichen Wettkampf. Egal, die 3km würde ich nun auch noch nach Hause bringen. Konzentration auf einen kraftvollen Abdruck, auf das perfekte Mitschwingen der Arme und auf die Atmung. Km8 in 5:31, Puls 193, km 9 in 5:26, Puls 194. Na, und der letzte Kilometer sollte nun doch noch mal beflügeln. Ich überlief meine Startlinie in die entgegengesetzte Richtung und wendete an der der nächsten Brücke. Nun würde ich die letzten 500m noch mal gegen den Wind laufen. Egal. Jetzt galt es! Mir wurde etwas flau im Magen und etwas schwummerig im Kopf, denn jetzt gab ich alles im Endspurt. Der letzte km ging in 5:19 und mit einem Durchschnittspuls von 196 und einem Zieleinlaufpuls von 199 weg. Ich war fertig! Fix und fertig ;-) Aber ich hatte es geschafft! Ich war erstmals einen 10er Test ganz allein gelaufen und hatte erfolgreich nach 52:56min mit einer Durchschnittspace von 5:17 „gefinisht“. Mit einer besseren Laufeinteilung hätte ich sicher gleichmäßiger laufen können. Insofern war der Lauf ein guter Lehrer. Wer weiß, wann ich mal wieder vor so einer Herausforderung stehe?
Dann zog ich mir meine Jacke und meine Handschuhe wieder über und trabte mit laktatschweren Beinen zufrieden nach Hause. Die Schuhe liefen sich übrigens großartig. Eine gute Wahl für den Basetrail XL, denke ich.

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

5
Gesamtwertung: 5 (5 Wertungen)

Applaus, Applaus,

sowas ist echt hart! Du hast es geschafft und nun wirst du es wieder schaffen. Im Ernst, es ist reine Übung. Ich laufe fast alle Wettkämpfe, die zu einer Mara-Vorbereitung gehören gegen mich selbst. Mit der Zeit entwickelt man da richtig Ehrgeiz;-) Und es ist wie du es schreibst. Es kommt nicht wirklich auf die Pace, sondern darauf an, ALLES ZU GEBEN. Ganz klasse gemeistert!!!

Lieben Gruß
Tame

Wie? Keine Zuschauer???

Keine dramatische Startmusik und nicht mal irgendein Mitläufer zum dranhängen???
DAS ist hart --
aber für deine Ziele auch mal wichtig, denn so wie du heute mit dir gekämpft hast nicht nachzulassen, wirst Du in Hamburg oder beim Basetrail sicher auch mit dir allein kämpfen müssen und (dann auch in Erinnerung an diesen "Wettkampf") können!

Subtrahiere von deiner Zielzeit noch Schneematsch und fehlendes Wettkampfadrenalin: schon hast Du die 51 Minuten!!

Bin gespannt mehr von Deiner Vorbereitung auf Hamburg (auch wenn das nur ein Zwischenziel ist) zu lesen!

Gruß, Dominik
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"Wenn man die Augen zumacht, klingt der Regen wie Applaus..."
(Enno Bunger)

Fetten Reschbeggt!

Aber hallo! Saustark gemacht! Ein Wettkampf-Zehner als solcher ist schon heftig, aber dann noch ganz allein auf weiter Flur und bei widrigen Bedingungen hat dann doch noch mal eine ganz besondere Qualität! Alle Achtung! Das ist Mentaltraining vom Feinsten, welches dir schon in HH ab km 35 aufwärts zugute kommen wird. Nee, ich glaub, da dürfte dich jetzt nichts mehr erschrecken! Beim Basetrail entschädigt wiederum die Landschaft, so dass evtl. Tiefpunkte keine Chance haben.
:-)

Mit Stil ins Ziel!

Du bist ja der Wahnsinn!

Begleitend habe ich das auch schon gemacht, aber ganz alleine... Nie! Und das bei den Umständen! Da kannst du wirklich einiges an der Zeit abziehen! Aber vor allem ist der Sieg über den Schweinehund. Solltest du in HH einen Kampf mit Müdigkeit und Erschöpfung führen weißt du woran du denken musst....

Ich verneige mich voller Respekt!

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Glückwunsch

zum Gesamtplatz 1.

Chapeau !!

Meine Hochachtung vor Deinem Willen, Durchhaltevermögen und Biss! Und das ohne den Ansporn, den man in einem Wettkampf ohnehin hat. Da wird Dein nächstes Rennen bestimmt Super!

Gruß Jo

Das ist ja das Gemeine!

Gegenwind ist immer spürbar, Rückenwind selten. Da spürt man nur Windstille. Anscheinend warst du schnell wie der Wind. :-)
In einem "echten" Wettkampf hättest du sicherlich noch ein paar Sekündchen gewonnen, mit einem gut gebauten Windschatten auf der 1. Hälfte sogar noch mehr.

Gruß

Sirius
...der immer nur gegen den Wind rennt.

WoW - ne' ganz starke (WK-) Lauf-Leistung ...

... hast du da geschafft !

Doch viel grösser ist deine "Mentale Starke" zu bewerten ! - WOW !!!

grossen respektvollen Gruss Markus - een neongelbe Löper ut´n Norden

das finde ich...

...richtig, richtig stark! ne tolle idee, die nummer mit der startlinie und dann den biss haben, das durchzuziehen. hut ab! liebe sonnenblume, strider hat´s gesagt: denk an diesem lauf, wenn´s in hamburg schwer wird!
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laufend findet den sonnenblumenwettkampf ganz grandios: happy™

"man muss es so einrichten, dass einem das ziel entgegenkommt." (theodor fontane)

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