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Bei der Anmeldung zur Serie war ich sehr positiv gestimmt: Nach - trotz vieler kleinerer Probleme 2014 - drei für mich erfolgreichen Läufen über 5, 10 und endlich HM-Distanz wollte ich einfach nur die vorhandene Kondition in das nächste Jahr mitnehmen um mich so zu steigern.
Klar, Winterlaufserie,... die letzte bin ich vor einem Jahrzehnt gelaufen... möglicher Schnee, Eis und Kälte sind nicht gerade meine Verbündeten. Die Planung lautete also: Training mit mindestens zwei Einheiten pro Woche und dann einen Wettkampf als Trainingslauf. Steigerung der Kilometer-Umfänge ganz allmählich passend zum Frühjahr und dann ab März - nach dem HM den nächsten HM mit einer besseren Zeit und besseren Kondition in Angriff nehmen.

Es sollte anders kommen...
Viel Arbeit, wenig Schlaf, dazu fortwährende Probleme im Knie.
Also im Januar doch mal einen Termin beim Orthopäden. Schließlich wollte ich ja keine echten Probleme bekommen. Klar, dass es dem Knie genau an dem Tag verhältnismäßig gut ging :-(. Trotzdem nimmt mich der Arzt Ernst und schaut ganz genau hin: Funktionskontrolle, Abtasten, Röntgen, Ultraschall...

Diagnose: Schleimbeutelentzündung aber keinerlei "andere" Probleme. Nach Ansicht des Arztes spricht also nichts gegen einen Wettkampf.

Damit gibt es dann keine Argumente für meinen inneren Schweinehund gegen einen Start am Sonntag. Also am Dienstag mal wieder einen kleinen Trainingslauf eingeplant. Aus 10 km werden dann zwar nur 8 km, aber die auftretenden Probleme sind nur "unterschwellig" wahrzunehmen und ich denke erstmalig ein wenig optimistisch an den 10 km-Lauf am Samstag.

Freitag geht es dann direkt von der Arbeit fix nach Hause, das Auto holen, Koffer holen - die Arbeit geht weiter, ich fahre 150 km und möchte eigentlich nur noch eines: Ins Bett. Schade, dass die abendliche Arbeits-Besprechungs-Runde bis Mitternacht dauert. Am nächsten Morgen im Hotel ein schönes Frühstück, die Arbeitsberatungen gehen bis zum Mittagessen weiter.

Ich wähle einen Salatteller und denke nur noch eines: Du musst jetzt los fahren, sonst könnte das knapp werden mit der Zeit.

Was soll ich sagen: Ich hätte vielleicht ein wenig eher los fahren sollen. Ich komme 15 Minuten vor dem Start an (selbst Schuld) und ziehe mich ganz ungeniert direkt auf dem Fußweg neben meinem Auto um. Zum gemütlichen Umziehen in der Turnhalle bleibt keine Zeit.

Brustgurt gefunden, wo ist nur der dumme Sensor? Tasche ausgepackt, der Kofferraum ist ziemlich voll, drei Taschen, Koffer, Laptop, Laufschuhe und anderes liegen nach kurzer Zeit kreuz und quer. Natürlich findet man so in Eile den Sensor nicht....

Egal! Dann habe ich eben keine Pulskontrolle. Ist vielleicht besser. Aktuell ist der Puls eh immer viel zu hoch. Und allein die Gedanken an meinen Puls und dan den Start und 10 km vor mir lassen mich fragen: Warum tust du dir das an?

Die Kollegen am Mittagstisch haben mich alle beeindruckt angeschaut, gefragt was ich mir für eine Zeit vorgenommen habe und ich habe geantwortet: Ungefähr eine Stunde wäre eine gute Zeit für mich... aber ich erwarte aktuell noch nicht mal das ich durchlaufen kann. So ganz ohne Trainingseinheiten diesen Monat...

Die einen - etwas jünger als ich - schauen trotzdem noch beeindruckt murmeln etwas von: Das kann ich nicht mehr - schon gar nicht einen Wettkampf. Ich antworte dass das für mich auch eher ein Trainingslauf wird.

Die anderen warnen mich noch: Da kannst du dir bei der Kälte beim Einatmen ganz schnell eine Lungenentzündung holen. Ich nicke zustimmend, bedanke mich für die Warnung und schüttle innerlich den Kopf. Bei Kälte laufen: Nie habe ich eine Lungenentzündung dabei geholt. Statt dessen erzähle ich dass ich mich nach dem Lauf schnell wieder warm einpacken werde und dass schon alles gut gehen wird.

Vor dem Start noch schnell das kleine blaue Häuschen aufgesucht. Kaffee muss schließlich raus. Und dann (oh Wunder!) doch noch fünf Minuten Zeit bis zum Start. Viele haben Kopfhörer im Ohr (sind eigentlich nicht erlaubt), nicht wenige haben eine kurze Hose an - bei 5 Grad. Andere haben eine Mütze auf dem Kopf und Handschuhe an. Ich habe mir für eine relativ dünne lange Hose und ein dünnes langärmliges T-Shirt mit Kapuze entschieden. Darunter noch ein kurzes T-Shirt. Das sollte hoffentlich passen.

Beim Warten im Startbereich bereue ich meine Wahl, ich will endlich los...

Endlich der Startschuß. Ich habe mich ziemlich weit hinten eingereiht, will mein Tempo laufen - geplant sind 6:30 Minuten pro Kilometer, das sollte ich mit ein wenig Anstrengung hoffentlich hin bekommen.

Bis ich zum Start komme dauert es, ich starte meine Uhr und es geht los. Kein Gedränge bei den Läufern, trotzdem werde ich überholt. Nur nicht zu schnell werden! Das passiert mir immer beim Start. Ich schiele auf die Uhr... passt.
Nach dem ersten Kilometer trotzdem die Erkenntnis: Du bist zu schnell! Aber es geht gut. Also versuche ich den Trott bei zu behalten.

Die Strecke geht über asphaltierte Straßen, kaum Zuschauer zu sehen. Die Strecke ist gut ausgeschildert, auch Streckenposten sind an den Kurven positioniert, die Strecke selbst empfinde ich nie als zu schmal, auch überholende Läufer können ohne Probleme ihren Weg ohne allzu große Schlenker finden.

Heute will ich mal etwas neues probieren: Ich zähle rückwärts. Also sind es noch 9 km, 8 km, 7 km, ich fühle mich gut, nur die Uhr spinnt zwischendurch und bleibt stehen. Also nochmals starten, es fehlt gut ein Kilometer und die Zeit ist damit auch weg.

Muss wohl daran liegen dass ich den Ärmel über die Uhr geschoben hatte.

Ich starte den Zeitmesser neu und frage ab und an einen neben mir laufende Personen nach der Zeit.

Kurz vor Erreichen der Halbzeit die innere Frage des Schweinehundes: Hätte es nicht auch ein 5-km-Lauf getan? Dann wäre man gleich fertig. Eigentlich habe ich ja gar keine Lust.

Aber dann höre ich einen Läufer neben mir schnaufen und schnaufen und stöhnen. Es hört sich an ... Nein! Eigentlich geht es mir gut, die Beine wollen noch und von nicht-mehr-Atmen können ist auch nicht die Rede.

Endlich ist das 5-km-Schild passiert, ich freue mich. Den Rest werde ich hoffentlich auch noch hin bekommen. Bitte, bitte, keine Gehpausen!

Bis zum 8-km-Schild läuft es zäher, aber noch gut. Ein Blick zur Uhr - vielleicht wird die Zeit nicht so schlecht wie befürchtet,...

Jetzt nur nicht aufgeben! Sollte ich das Tempo erhöhen? Brücken müssen überquert werden und die Beine werden schwer. Zwei, drei Läufer sehe ich Gehpausen einlegen. Nein! Heute nicht! Also Tempo halten. Vielleicht kann ich am Ende ja noch einen Spurt hinlegen.

Am Ende bin ich nur noch froh als ich das Ziel vor mir sehe. Einen Läufer überhole ich, einer kommt von hinten. Ich hänge mich an ihn ran und wir laufen gemeinsam ins Ziel. Die Uhr! Endlich! Jetzt bin ich doch froh hier zu sein.

1:06 steht auf der Uhr. Nettolaufzeit ist am Ende eine 1:02:57. Wie g... ist das denn? Damit habe ich eine PB aufgestellt!

Jetzt muss ich mir doch noch einen Trainingsplan bis Ende März aufstellen.

Also Vorschläge her!!

Ich muss jetzt wieder länger und öfter laufen.

5
Gesamtwertung: 5 (1 Bewertung)

Warum du dir das antust?

WEIL DU ES KANNST ;-) Herzlichen Glückwunsch zur PB!!!


Lieben Gruß
Tame

bald

schon wird da eine 0: vorne stehen! Das wird!
Ansonsten: klasse drangeblieben! (war ja Dein Ziel für dieses Jahr, richtig?)

Gruß, Dominik
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"Wenn man die Augen zumacht, klingt der Regen wie Applaus..."
(Enno Bunger)

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