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Benutzerbild von sarossi

„Genug regeneriert“, denke ich mir, als ich das Haus in Richtung meiner Stammlaufstrecke verlasse. Heute stehen 8 Kilometer auf dem Plan kombiniert mit dem Galloway-Meilentest. Das Thermometer zeigt 17 Grad. Es windet kräftig und der Föhn zeichnet zauberhafte Muster und Farben in den Himmel. Der See brandet schwarz und rauschend gegen das Ufer. Die typischen kurzen Wellen sind mit weißem Schaum gekrönt. Die Wege sind herbstlich geschmückt mit dem letzten Laub, das der Wind aus den Bäumen holt. Es zieht die Menschen wie magisch ans Ufer zum Fotografieren, Staunen, Drachensteigen Lassen und Genießen dieser ganz besonderen rauen Stimmung. Leider habe ich keine Kamera dabei.

Mein Vorhaben ist kein leichtes Unterfangen bei den vielen Menschen. Es ist immer wieder Slalom angesagt und die eine oder andere höfliche Bitte, doch etwas Platz zu machen. Aber interessanterweise sind heute alle Leute einfach gut drauf. Sie lächeln zurück, machen bereitwillig Platz, scherzen ein wenig und irgendwie scheinen alle in dieser einzigartigen Naturstimmung miteinander verbunden zu sein.

Ich gebe etwas mehr Gas. Weniger Gehen, mehr laufen und das schneller, habe ich mir heute in den Trainingsplan geschrieben. Galloway würde jetzt streng die Stirn runzeln. „Man kann nie genug Gehpausen machen.“ Aber gottseidank sieht er’s ja nicht. Noch etwas die Schrittfrequenz steigern und weiter schlängele ich mich den Uferweg entlang in den Wald und wieder zurück. Nach knapp 7 Kilometer habe ich mein Ziel erreicht. Irgendwo mitten auf dem Weg. Das einzige was diesen Punkt auszeichnet ist die Tatsache, dass er eine Meile von zu Hause entfernt ist.

Galloway ist der Meinung, dass meine maximale Geschwindigkeit über eine Meile ein guter Indikator für meinen aktuellen Leistungsstand ist. Und darauf wird die weitere Trainingsplanung für den Halbmarathon ausgerichtet und die potenzielle Zielzeit berechnet. Dann also ran an die Meile. Lust habe ich nicht darauf, denn die richtige Geschwindigkeit für 1600 Meter zu finden ist mir bisher irgendwie noch nicht gelungen. Also versuche ich dieses Mal einfach schnell und das so weit es geht.

Nach gefühlt 800m gegen den Wind… real waren es 600m kommt der erste Einbruch. Ich muss etwas Tempo rausnehmen. Aber weiter. Die Strecke ist erstaunlich frei, als ob die ganzen Spaziergänger bereits in Deckung vor mir gegangen wären. Die nächsten 600m gehen gerade so. Irgendwie hatte ich die Hügel zwischendrin vergessen. Ist das jetzt Maximalgeschwindigkeit? Vielleicht geht doch noch mehr. Also Tempo wieder anziehen. Und dann ist Ende. Hechel, Röchel, Seitenstechen. Die Meile war diesmal 150m zu kurz. Und im Schnitt war ich langsamer, als beim letzten Mal. Ok, die Gegebenheiten waren heute nicht Bestzeiten geeignet. Aber irgendwie habe ich das mit dem richtigen Tempo wieder nicht hinbekommen.

Zu Hause frage ich Frau Suunto, wie denn mein Tempoverlauf über die Meile war. Interessanterweise war das Tempo nach den ersten 3 Minuten einigermaßen gleichmäßig. Das entspricht nicht wirklich meinem Gefühl. Und dann frage ich Frau Suunto nach dem Schnitt der ersten 3 Minuten: 5:50. Das gibt es doch gar nicht. Ich wusste nicht, dass ich Schnecke so schnell überhaupt laufen kann… und das über 3 Minuten hinweg. Tse, tse, tse. Das erklärt natürlich den frühen Einbruch. Die vermaledeite Meile und ich sind immer noch keine Freunde. Ich muss es nächste Woche einfach noch mal versuchen.

5
Gesamtwertung: 5 (5 Wertungen)

Musst Du die Meile nach Gefühl laufen?

Das kommt mir nämlich ziemlich schwierig vor. Als alte Zahlenfetischistin würde ich ja vermutlich vom Durchschnitt der letzten Meile ausgehen, und einfach - mit zahlreichen Blicken auf die Uhr - versuchen ganz gleichmäßig ein bisschen schneller zu laufen als dieser Wert. Kann allerdings sein, dass das ganz falsch und gegen die Prinzipien von Herrn Galloway wäre, denn ich habe keine Ahnung von der zugrunde liegenden Theorie. Gut am Meilentest finde ich, dass er nur eine Meile lang ist, denn sich gelegentlich mal so weit ein wenig zu quälen finde ich gerade noch akzeptabel ;-) Berichte aber unbedingt weiter, ich finde das sehr spannend.

LG
yazi

sowohl als auch

Galloway empfiehlt das für den Anfang im Prinzip auch so. Aber irgendwann musst ich ja auf die "richtige" Geschwindigkeit kommen. Ich habe jetzt alles schon probiert und schwanke zwischen Chillen und Röcheln. Beides nicht das Feeling, dass Herr Galloway haben will.

Ich soll so laufen, dass ich aus der Puste komme und gefühlt maximal 200 Meter weiter könnte. Aber nur so schnell, dass ich die Meile auch schaffe. Und wie soll ich diese Anleitung nun umsetzen? Da bleibt mir wohl nur ausprobieren...

Die Anleitung ist schon ein wenig merkwürdig

Ich wüsste nicht wie das interpretieren würde. Ich werde da auch noch mal nachlesen.
Daumen hoch zu den schnellen 3 Minuten. Klingt gut!

Läufst du immer mit Galloway, oder auch mal kürzere Läufe durch? Man könnte auch die 7km mal 3 nehmen und ich denke mindestens eine Viertelstunde abziehen, denn im Wettkampf ist man irgendwie immer viel schneller als allein beim Training.

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LG Inumi
Wenn ein Lauf nicht dein Freund ist, dann ist er dein Lehrer.

Auf jeden Fall...

...hast Du dem Schweinehund gewaltixt gezeigt, wo "de' Bartl de' Moscht hollt"!
Galloway empfiehlt die Meile ja auf der Bahn. Da hast Du vier Runden und kannst nach jeder Runde dein Gefühl (und evtl. auch Zwischenzeit) checken. Erste Runde locker, zweite Runde ggf. anpassen usw. Im Gelände stelle ich mir das auch schwieriger vor.
Ich wünsche Dir viel Erfolg auf Deinem Weg mit Galloway!
Rennmaus, die wie immer gespannt ist auf Deinen nächsten Bericht.

@inumi

Meine 7km Zeit 1:1 auf den HM hochzurechnen würde ich mir momentan nicht zutrauen. Das Tempo ist zwar auch langsam, aber 21km halte ich das momentan trotzdem nicht durch.

Ich werde mich jetzt erst einmal entspannen und das ganze weiter auf mich zukommen lassen... und fleissig trainieren. Mal sehen, wie sich das so weiterentwickelt.

@rennmaus: Guter Hinweis

Guter Hinweis. Ich werde mal meine Strecke zumindest ungefähr in 4 Stücke aufteilen und das einfach noch mal systemtatischer probieren. 400 m sind vielleicht leichter im Überblick zu behalten.

Galloway ist ja sogar der Meinung, die Strecke sollte genau vermessen sein. In Zeiten moderner GPS Uhren hoffe ich aber, dass die Ungenauigkeiten nicht mein Halbmarathon Training gefährden ;-)

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