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Benutzerbild von sarossi

Der erste Versuch ging schief. Eine einsam romantische Winterwanderung auf 2200m Höhe war es nur für eine Stunde. Ein Appetizer. Zugegeben ein traumhaft schöner Appetizer in glitzernder Schneelandschaft mit grandiosem Ausblick.

Dann hatte mich der Trubel des Skizirkus wieder eingefangen. Der zweite Versuch brachte dafür mehr Einsamkeit, als mir lieb war.

Keine Lust auf Skizirkus heißt auch Verzicht auf Schnee. Denn im Tal ist es grün. Dafür stehen mir alle Sommerwanderwege zur Verfügung. Und da entdecke ich den Tafamunt-Trail. 10km ausgeschrieben für Läufer und Nordic Walker. Laufen statt wandern. Klingt prima. Irgendwie habe ich die 700HM ausgeblendet, die sich auf 6km der Strecke konzentrieren und trabe wohl gelaunt im T-Shirt an der Ill entlang. In den schattigen Abschnitten wird es doch empfindlich kalt und die Strecke ist ganz schön vereist. Also vor dem bewaldeten Anstieg noch einmal kurz im Hotelzimmer vorbei, umziehen, Stöcke einpacken (wer weiß wie viel Eis mich am Berg noch erwartet) und dann wieder los.

Und bald ist es vorbei mit Traben. Ein schmaler verwurzelter Pfad führt steil bergauf. Der Nadelwald ist licht und lässt die Sonne mit ihrem wärmenden Strahlen durch. Zwischendrin immer wieder Lichtungen, die zum Laufen und Aussicht bewundern einladen. Nur wenige Stellen sind vereist. An einer Weggabelung hänge ich noch ein Stück zu einer Aussichtskanzel an. Der Trail ist anstrengend und macht richtig Spaß. Nach zweieinhalb Stunden erreiche ich einen großen weiten Wildfutter Platz und habe endlich Schnee. Die einzigen Spuren sind von Rotwild. Die Zielhöhe von 1550m habe ich damit auch fast erreicht.

Noch ein paar hundert Meter durch den Wald, dann liegt die verschneite Tafamunt Alpe vor mir und gibt einen gigantischen Blick auf den Vallüla frei.

Ein menschenleerer Traum. Ein wohltuender Kontrast zum Skizirkus. In den ganzen letzten 2 Stunden ist mir keine Menschenseele begegnet. Und das soll auch so bleiben.

Nach einiger Suche finde ich den richtigen Einstieg in den Wald für den Abstieg. Und auf einmal bin ich zurück im Herbst. Der schmale Pfad geht in engen Serpentinen steil bergab. Links von mir bricht der Hang mehrere hundert Meter tief ab. Ich stapfe knöcheltief durch trockenes Laub. Ich liebe dieses knistern. Überall liegen Tannenzapfen. In einer Schrecksekunde rolle ich über einen der Zapfen und kann mich gerade noch vor dem Absturz bewahren. Also erhöhte Vorsicht.

Vorbei an einer vermoosten Sphinx wird der Wald immer verwunschener und dunkler.

Die Sonne ist weg, Schatten umgibt mich. Der steile, laubbedeckte Pfad mit verstecken Fallen aus Zapfen, losen Steinen und Wurzeln will kein Ende nehmen. Die Zeit läuft mir davon. Ich sehe mich schon im Stockdunkel im Wald festsitzen. So langsam verschwimmt die schmale Grenze zwischen allein sein und einsam sein.

Erst nach einer Stunde sehe ich den Wasserspeicher unter mir und erste Zeichen der Zivilisation. Ab jetzt wird es leichter... zumindest mental. Das letzte Stück führt in munterem Auf und Ab bis ins Dorf zurück. Ein Gescheckter und ein Brauner begrüßen mich nach vier Stunden auf dem Tafamunt-Trail freundlich wiehernd.

Ein Lauf war das nicht wirklich, sondern irgendwie ein Nordic-Lauf-Walk-Wandern. Aber egal, Spaß hat es gemacht... auch wenn es manchmal eher schaurig als schön wahr.

Allen Jogmappern wünsche ich noch schöne Feiertage.

5
Gesamtwertung: 5 (9 Wertungen)

Willkomen unter den

Willkomen unter den Trailrunner. Klar war das ein Lauf. Auch die schnellsten fallen bei einem bestimmten Grad an Steigung ins gehen. Der Unterschied ist nur die Geschwindigkeit des gehens. :-) Muss gleich mal Googeln, wo den dieser Trail ist.

Der Reiz des Unmöglichen besteht darin, es irgendwann doch zu ereichen.
Helden gesucht!

Ein schöner Lauf!

Danke für die schönen Fotos!

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Sehr schön :)

Danke für die herrlichen Bilder :). Bei uns ist auch "nur" Herbst. Ok unser "Hausberg" endet ja auch schon nach 492M über null.

Kopf freibekommen durch laufen

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