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Ingolf Winkler läuft unter Tage - Marathon der 55.

Genau 3 Jahre auf den Tag genau nach seiner Herzoperation geht TG-Marathonsammler Ingolf Winkler in die Unterwelt und läuft seinen 55. Marathon beim weltweit einzigen, der 700 m unter Tage stattfindet. Der SC Impuls Erfurt in Verbindung mit dem SC Glückauf Sondershausen laden zum 13. (und leider auch letzten) Unter-Tage-Marathon im Erlebnisbergwerk "Glückauf" in Sondershausen - einem kleineren Ort südlich des Harzes - ein. In der Meldeliste stehen 524 Teilnehmer (146 Halbmarathon/378 Marathon). Gelaufen wird auf einem Rundkurs von 3,5 km Länge (6 Runden Halbmarathon/12 Runden Marathon) mit einem Höhenunterschied je Runde von 85 m. Die extremen Bedingungen unter Tage (24°C und nur 30% Luftfeuchtigkeit) fordern von den Aktiven höchste physische und psychische Leistungen ab. Nur gut vorbereitete Läufer/innen sollten diese harte Marathonprüfung wagen. Ingolf Winkler will diesen besonderen Lauf ruhig und locker genießen. Wünschen wir ihm ein herzliches Glückauf!

Er hat es geschafft: 4:20:47 h - 64. Gesamt/13. M40

Ingolf Winkler berichtet aus der "Unterwelt":
Der Marathon und das Wort "extrem" passen hier sehr gut zusammen. Die Abfahrt in die Tiefe des Brügman-Schachtes und die Umgebung im Stollensystem ist eine ganz andere Welt. Da muss man auch bei den Laufzeiten umdenken. Der Marathon über 12 Runden klappte für mich sehr gut, ich konnte gesundheitlich und läuferisch erfolgreich das Ziel durchlaufen, ich musste aber feststellen, dass sehr viele Marathonis auf die Halbdistanz wechselten oder sogar aufgegeben haben. Eine gewisse Marathonerfahrung sollte man schon haben, wenn man "unter Tage" läuft. Es ist ein Marathon "ohne Gnaden". Das Profil ist sehr wellig und am Ende jeder Runde ist ein Anstieg von mehr als 50 Meter zu bewältigen. Glücklich bin ich über meinen Gesamtplatz (64.) und den 13. Platz in der M40. Zeitlich sollte man aber keine Vergleiche "unter - über Tage" anstellen: 4:20:47 Stunden sind eben aus einer ganz anderen Welt.

Ein Pressebericht aus Sondershausen:

13. Unter-Tage-Marathon mit 15 Nationen ist Geschichte

Mehr Kompliment geht nicht: Nahezu jeder zweite Aktive fragte den Veranstalter, warum es diesen weltweit einzigartigen Marathon nicht mehr geben wird. Am SC Impuls oder am SV Glückauf Sondershausen liegt das nicht. Der Grund ist der Kali-Abbau unweit der Laufstrecke. "Und damit müssen wir die Runde kürzen", so Glückauf-Geschäftsführer Johann-Christian Schmiereck. Vorerst aber, an diesem Samstag, herrscht eine Stimmung wie kaum zuvor. Es wird gelacht und gescherzt, selbst dann noch, als der Start sich um knapp 25 Minuten verschiebt. Warum auch nicht. Es sind 24 Grad und trocken ist es auch. Dann endlich hält der Förderkorb ein letztes Mal vor dem Start. Was dann passiert, bringt Gänsehaut pur. Mitglieder des SC Impuls tragen die Flaggen der 15 teilnehmenden Nationen herein. Es wird gejubelt und geklatscht. Aus dem Lautsprecher erklingt von den Toten Hosen "An Tagen wie diesem". Dass die Baseler Laufgruppe dafür einen neuen Text geschrieben hat, geht beinahe unter. Denn alle singen lauthals mit. "Unter Tage wie diesem" ist das richtige Motto für eine tolle Veranstaltung.
Knapp 500 Aktive machen sich auf den Weg über 6 bzw. 12 Runden - je nachdem, ob sie den Ganzen oder den Halben bewältigen möchten. Pro Runde müssen knapp 90 Höhenmeter überwunden werden - das macht für den Marathon über 1000 Meter. "Das ist ein richtiger Berglauf", so Olaf Kleinsteuber. Da hat ein Mann aus Nordrhein-Westfalen doch genau den richtigen Text auf sein Shirt drucken lassen: "Der Berg ruft".
Die Impulser stehen einträchtig in den helfenden Gassen beieinander: Ob Meldebüro oder Getränkestelle oder Verpflegung oder Musik, gemeinsam mit Mitgliedern des SV Glückauf Sondershausen sorgen sie an diesem Tag dafür, dass der 13. ein würdiger Abschluss wird. Frank Grube - der Mann aus Münster heißt tatsächlich so - strahlt. Er freut sich auf den Halbmarathon. So viel hat er gehört von dieser Atmosphäre. Aber die Erzählungen taugen ungleich weniger als das erlebte Ereignis. Er ist ganz euphorisch, obwohl der Startschuss noch nicht gefallen ist. Der Startschuss wird auch nicht fallen: Schießen ist im Bergwerk nicht erwünscht. Also zählen sich die Aktiven selbst zum Start. Der Gong geht in Jubel und Beifall unter.
Für den ASB und die beiden Einsatzärzte ist nicht viel zu tun. Genau das hatten die Veranstalter erwartet. Wer es wagt, die 700 Meter unter Tage mit Höhenmeter zu mixen, muss gut vorbereitet sein.
Thomas Heim aus Ingolstadt brachte das Fazit dieser Veranstaltung auf den Punkt: "Das war Abenteuer pur in einer tollen Umgebung und super organisiert".

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