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Benutzerbild von fazerBS

Nachdem ich am letzten Wochenende einen Fahrtechnik-Kurs mit dem MTB gemacht hatte war es an der Zeit die Waldautobahn zu verlassen und sich mal was Nettes zu suchen. GPSies sei Dank konnte ich zwei Routen finden, die bei mir in der Nähe sind und für's MTB beschrieben waren. Runter damit auf den Trainingspartner.

Sonntag war es dann so weit - bestes Wetter.

Die örtlichen Laufclubs hatten zum Benefizlauf für ein örtliches Kinder- und Jugendheim geladen. Die Kinder sollen von den Spenden Schwimmunterricht und den Eintritt ins Bad bekommen. Eine gute Idee. So reiste ich direkt nach der Kirche dort an, zog mich schnell auf dem Bürgersteig um (die Laufunterwäsche hatte ich schon drunter, also nicht zu viel Kopfkino!) und joggte dann in offenen Laufschuhen zum Start auf einer großen Wiese (Zeit!!!).

Das Wetter war herrlich sonnig und schön, so dass sich viele hunderte Läufer versammelt hatten. Es war alles möglich – von Walking über betreute Laufstrecken zwischen ca. 6 und 20km. Die Betreuer mit den Schildern standen dort und „meine“ Laufgruppe rief mich schnell zu sich. Ein schönes Foto erschleichen (ich war gar nicht gemeint, bzw. schon, aber nicht nur mit dem Laufkollegen, da die Frau des Fotografen hinter mir stand :schäm:; die hab ich verdeckt; nein, es ist nicht die, die durch die Lücke guckt, sondern die mit der roten Jacke).

Während dann alle Laufgruppen gymnastische Übungen machen binde ich fix meine Schnürsenkel und dann machen wir uns auf den Weg. Irgendwie geht das am Anfang nur, weil wir alle Gruppen (also auch die Walker) vorgelassen hatten, aber dann liefen wir auch los. Kurz geschnackt – 6er Pace soll’s hier sein, aber die Gruppe davor 5:30. Ach, dann lauf ich mal kurz vor zu der anderen Gruppe. Meine Zeit des Rumschluffens hatte ja am 2.11. zunächst unbewusst und dann in dieser Woche etwas bewusster geendet. Ich treffe einen weiteren Laufkumpel und wir schnacken rum – lange nicht gesehen. Der Leiter der Gruppe läuft vor zu der noch davor laufenden Gruppe um zu fragen wo die lang wollen. „Kein Problem, wir halten das Tempo“ heißt es noch von uns, doch so langsam aber sicher laufen wir auf die andere Gruppe auf. Die wollen 5er Schnitt wie wir dann mitkriegen und momentan läuft es sich locker flockig quatschend. R. lässt sich wieder zurückfallen zu den langsameren und meint wir beide sollten ruhig hier bleiben. Mit einigen von denen war ich Donnerstag auch beim vom örtlichen Laufschuhladen initiierten "After Work Run" unterwegs, so dass man sich kennt und neue und alte Bekannte trifft. Bei schönstem Sonnenwetter geht es um die Seenplatte herum – ein wenig durch den Wald. Wunderschön. Buntes Herbstlaub nicht nur auf den Bäumen, Licht fällt schräg hindurch, der See schimmert in der Sonne und die Brücke schwingt herrlich, als wir gemeinsam darüber laufen. Das Leben ist wunderbar.

Bei ca. km 15 verabschieden sich einige, um auf dem kurzen Weg zum Start zurückzulaufen – ich bleibe in der Gruppe, um noch eine Runde um die Regatta zu drehen. Doch bei km 18 wird es mühsamer – nichts mehr gewöhnt. Ein Teil der „Elite“, die in einem Running Team sind, will noch die 30 vollmachen, aber mindestens die Hälfte der Gruppe (und auch ich) haben dazu keine Lust (hüstel, oder Kraft) mehr. Wir machen uns also auf in Richtung Start, wo dann auch das Ziel ist. Meine Spende hatte ich vorher nicht anbringen können (zu spät gekommen), finde aber nach dem kostenlosen Isogetränk die Ecke, wo man das Geld los wird. Es gibt auch wundervolle, handgeschriebene Urkunden (so richtig mit Tinte und Feder wird von Hand der Name und die Strecke eingetragen), von denen ich mir auch eine sichere. Eine schöne Erinnerung an einen wunderbaren Lauf - und noch ein Euro Spende für die Kinder und Jugendlichen.

Jetzt aber schnell nach Hause, denn das gute Wetter muss man nutzen! Eine Scheibe Brot und was zu trinken rein, rein in die Bikesachen, Helm auf, das Rad aus dem Keller befreien und los zum "Einstieg" des Tracks. Hatte ich mir auf der Karte grob angeschaut, also nicht die Strecke gestartet. Dafür nach ca. 6,5km die Uhr am Waldrand gestoppt, Strecke laden, Strecke starten und los.

Schon auf der laubbedeckten „Bundesstraße“ ist das Finden des Tracks und gleichzeitig des Weges nicht ganz einfach, aber bald hab ich ihn. Hurra, und los. Den Anfang kenne ich, da bin ich schon öfter unterwegs gewesen. Mit dem Rad und auch zu Fuß. Doch dann geht es in einen schönen Singletrail, wo ich mich ducken muss um unter den Zweigen durchzupassen. Schon hier sind meine Level-1-Kenntnisse überfordert. Ein Baumstamm liegt quer über dem Weg - ich muss absteigen und darüber klettern (mit Bike versteht sich). Der Boden ist vom Regen der Woche ein wenig matschig und weich, so dass es sich schwer fährt. Aber egal, Spaß macht es. Ich komme wieder auf „Bundesstraße“ (alle breiteren Schotterwege heißen bei mir so), zwischendurch gar mal asphaltierte „Autobahn“. Aber so ist es halt bei uns: selbst der Wald ist zivilisiert.

Weiter geht es – ich finde den Track eigentlich meist ganz gut, ein paar kleine Abzweige übersehe ich offenbar im dichten Laub, aber der Trainingspartner zeigt ja den aktuellen Standort an und den Track, so dass ich grob in die Richtung fahre. Wieder ein sehr schöner Trail, schmal, schwer zu finden im dichten Wald. Immer wieder muss ich absteigen und klettern. Bestimmt noch Spuren des Sturms im Sommer, der uns den ganzen Wald lahmgelegt hat (Betretungsverbot). Auf einmal steh ich im Unterholz. Brombeersträucher, Brennnesseln bis zu den Knien. Aber hier muss der Trail sein – ich bin auf dem Track? Ich muss irgendwann absteigen, komme fahrend nicht mehr durch. Ein Wassergraben? Etwas links rüber – ein anderer Wassergraben. Mit Wasser drin natürlich – hat ja schon genug geregnet die Woche. Aber hier muss der Trail sein? Ich finde eine schmalere Stelle und hüpfe mit dem Bike in der einen Hand rüber. Der andere Wassergraben ist auch bald überquert. Dumm nur, dass man jedes Mal auch die Böschung raufklettern muss und das Ganze etwas matschig ist. Weiter durch’s dichte Unterholz zwischen den Bäumen sehe ich in der Ferne Leute und höre Hundegebell. Die Richtung also und da komme ich auf eine Lichtung und irgendwann – pardauz – auf den Trail. Der verläuft als schmaler, brauner Streifen mitten durch diese Lichtung. Konnte man vorher nicht sehen – ich hab offenbar den Trail um ein paar Meter verpasst.

Mein Richtungssinn ist durch das viele Hin und Her völlig daneben, also setze ich mich erst mal auf mein Rad und fahre in die eine Richtung los – falsch. Umdrehen und die andere Richtung. Wieder richtig schön in den Wald, Schlangenlinien durch’s Laub und immer wieder ein paar Klettereinlagen. Auf einmal andere Radfahrer – genauer: ein MTB-Fahrer und ein paar Kinder, die an den natürlichen Bodenwellen mit dem MTB üben. Der Papa sitzt da und schaut zu. Sie rufen „guck mal Papa, das finden auch andere toll hier“. Jo, stimmt, tolle Ecke. Hier ist Level 1 völlig ausreichend. Richtig schön zu fahren. Rauf und runter, über Wurzeln und etwas dickere Äste rüber – herrlich! Und dabei das tolle Wetter – die Sonne färbt das Laub so richtig schön und blinzelt hindurch. Sie bricht sich im kleinen Bachlauf und macht dieses Fahren zum Erlebnis. Eine Bekannte ruft meinen Namen – ich hab sie vor lauter Gucken auf mein Minidisplay und auf den Weg nicht gesehen bzw. erkannt. Kurzer Schnack, weiter geht’s.

Wieder auf einer „Bundesstraße“ fahre ich in die Richtung, die ich meine. Und finde einen Einstieg zu einem Trail – der muss es sein. Los geht’s – und auf einmal bin ich wieder bei den Kindern. Mhm, Ehrenrunde, hatte mir ja eh so gut gefallen. Aber langsam bewölkt sich der Himmel und ich weiß nicht wie viele Kilometer der Weg noch hat. Uhrzeit geschaut – ab Richtung Heimat. Hauptsächlich über „Bundesstraßen“, aber auch wieder ein schöner Trail. Inzwischen sieht mein Rad aus wie … Und ich selber auch.

Irgendwann komme ich wieder in mir bekannte Gefilde – zumindest meine ich das. Aber das war dann noch ein Irrtum. Doch dann wirklich und ich breche aus dem Wald und bin wieder am Einstieg angelangt. Ich drücke auf die Uhr, um dann das letzte Stück wieder ohne Navi zu fahren – und sehe zu meinem Entsetzen, dass ich die Uhr während des gesamten Tracks nicht gestartet hatte. Also leider keinen Kilometer gefahren – und auch keine Zeit auf dem Trail verbracht. Vielleicht war alles nur ein Traum? Nein, dann wäre nicht mein Bike und ich so schmutzig. Müde strample ich über asphaltierte Radwege und Straßen nach Hause und gönne mir ein Stück Christstollen und was zu trinken.

Jetzt suche ich nur noch jemanden, der das Bike säubert und die Klamotten wäscht :lach: Und ich fahr nochmal los und suche den Trail. Vielleicht klappt der zweite Versuch ja noch besser.

5
Gesamtwertung: 5 (1 Bewertung)

Herrlich

muss ich auch dringend wieder mal machen, zumal GöGa am Wochenende freiwillig mein Rad sauber gemacht hat, während ich mit WWConny durch den Kottenforst lief ;o)
Ich sehe auch immer aus wie ein Erdferkel, aber das ist ja das schöne daran.
Viel Spass auf weiteren Erkundungstouren.

LG,
Anja

Ja nun, irgendwie muss...

...Frau schließlich zu solch schönem Foto kommen, jm verpflichtet halt;-))) Was für eine tolle Veranstaltung und welch wunderschöne Urkunde, einfach nur toll!!! Aber nächstesmal kommst nicht wieder vom Wege ab, ja? Sonst müssen wir das Märchen "Weissjäckchen" ähhhh Rotkäppchen neu schreiben;-)))


Lieben Gruß
Tame

TrailFAHREN?

also den ersten Teil mit dem Laufen fand ich schöner. Für das Trailfahren hast du meine vollste Bewunderung... ;-)

(das mit der Jungfrau geht klar!)

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

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