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Benutzerbild von Rosenknospe

Mein zweiter Marathon und er tat weh....

nach meinem super tollen Marathonlauf im Frühjahr in Hannover, hatte ich mehr oder weniger kein Ziel vor Augen, das ich erreichen wollte. Bis zu dem Zeitpunkt, als mein persönlicher Kamelantreiber (Lachgas) meinte, wir können in Braunschweig einen Marathon laufen. Puh, wollte ich das? Da ich wusste, er möchte in "seiner Stadt" laufen, habe ich mich dem Trainingsplan von Herrn Greif mal wieder angeschlossen. Wie in der Vorbereitungszeit im Frühjahr, gab es immer doch wieder "Ausreden" warum man gerade jetzt keinen Tempolauf machen kann und schon gar keine Lust auf lange Läufe hat...... o.k. nicht sehr sinnvoll und in unserem Läuferhimmel, hingen dadurch manchmal die Geigen etwas schief.

Irgendwie haben wir uns den Sommer durch den Trainingsplan gearbeitet. Aber warum taten die langen Läufe immer so weh??? Irgendwie lief es nicht so rund und locker. Was nun? Plan B. Wir sitzen das aus.... so haben wir uns erst am Freitag für den Braunschweig Marathon angemeldet.
Samstag kam das große Hibbeln. Was ist wenn es nicht mehr geht, ich keine Lust haben, es weh tut? So langsam kam in mir die Panik hoch.

Dann war es soweit der Tag X war da.

Ein bunter Mix aus Läufern stand am Start. Spannung und dann ging es los. Wie immer bei einem Wettkampf etwas zu schnell. Da ich meine Laufuhr zu Hause vergessen hatte (wie blöde!!!) konnte ich nur mit einer "normalen Uhr" die Zeit im Auge behalten. Leichtfüßig trabten wir vor uns hin. Ein kleiner Plausch hier und dort. Das Teilnehmerfeld war schon sehr auseinander gerissen. Noch konnte ich alles geniesen. Wir lagen in unserem Lauftempo und schwupp war die Runde um den Südsee gemeistert und wir waren auf dem Weg Richtung Stadt.

So Km 17 geschafft. Km 17? Äh nicht Km 34? Warum taten die Beine auf einmal so weh? Das geht doch nicht. Nicht schon jetzt. Kurze Überlegung, steige ich aus? Laufe ich keine zweite Runde?
Ich entschied mich weiter zu laufen.
So gingen wir auf die "zweite Runde". Mein Kamelantreiber guckte mich doch etwas besorgt an und versuchte mich aufzumuntern. Aber in meinem Kopf hämmerte es die ganze Zeit nur, ich will nicht, ich kann nicht. Bleib stehen!!!

Was mir in diesem Moment gefehlt hatte, waren die Zuschauer. Was in Hannover wie ein Rausch war, was mich angetrieben hatte fehlte hier in Braunschweig. Ganz allein mit meinem persönlichen Kamelantreiber trabten wir durch die Straßen. Halt nein, da war Publikum. Ein kleiner Zwerg mit seinem Vater stand auf einem Balkon und feuerte uns an.

Weiter so....

rief er. Oh, war das schön. Also gut, dann mal weiter....

Bis Km 25. Aus, ich will nicht mehr. Ich musste gehen!!!! Kurze Anweisung an Lachgas, weiter zu laufen. Komm, Engel du schaffst das rief er...
Ja, ja, Engel können fliegen nur der Teufel muss rennen. Also los. Hol den Teufel raus!!!
Die nächsten 1-2 km vorsichtig anlaufen, tief Luft holen und ab geht es. Nach dem ich den Kopf ausgeschaltet hatte ging es. Irgendwie macht Laufen doch Spaß. Trab, trab. Huch, da ist ja schon die Lindenbergsiedlung. Meine Option hier auszusteigen kam kurz in mir auf, aber nein. Bei Km 31 gibt man nicht auf. Weiter so.......

Aber was war das? Was ist mit meinem persönlichen Kamelantreiber los? Mist, den Blick bei ihm kenne ich. Er hat jetzt die Phase, die ich bei Km 25 hatte. Immer wieder versuchte jetzt ich ihn zu motivieren. Ein Blick auf meine Uhr zeigte mir, wir könnten noch mit 4,20 Std. ins Ziel rauschen. Bis zum Südsee hielt der Kampfgeist von Lachgas an. Dann wollte er nicht mehr. Ich solle alleine weiter. Alleine? Schaffe ich das? Los renn schon los.

Zaghaft, mit der Hoffnung er fängt sich wieder lief ich los. Immer schneller und gleichmäßiger. Ich flog nur so. Ich sammelte etliche Läufer ein, die nicht mehr wie Läufer wirkten. Sie wankten mehr, als das sie liefen. Ihre erstaunten Blicke, wie ich jetzt noch Gas geben konnte taten mir in diese Augenblick gut. Km 41!!! Ich konnte es nicht glauben. Ich bin gleich da und ich hatte immer noch Kraft.
Ja, Herr Greif, da würdest Du gucken. Endbeschleunigung wie Du immer gefordert hast. Zwar nicht bei Km 30, aber das ist eine andere Geschichte. Und plötzlich war ich im Ziel. Ich hatte es geschafft. Zeit 4:31, aber egal. Ich war nur glücklich. Ich habe mich und meinen Schweinehund besiegt und ja ich bin meinen zweiten Marathon gelaufen!!!! Yes, I can......auch wenn er weh tat.

Wie immer gilt mein allergrößter Dank meinem persönlichen Kamelantreiber!!!! Ohne Dich hätte ich es nicht geschafft.
Das nächste Mal laufen wir wieder gemeinsam ins Ziel.

Rosenknospe

4.833335
Gesamtwertung: 4.8 (6 Wertungen)

Hehe... alles klar,

machen wir. Aber nur, wenn wir nicht wieder bei 25 gehen (müssen). ;-)

Bin stolz auf Dich und Deinen Durchhaltewillen, den ich selbst spätestens am Südsee verloren hatte.

Hattu gut gemacht! Und schön geschrieben. :-)

„Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn man nichts mehr hinzufügen, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann.“ (Antoine de Saint-Exupéry)

Jaja, der zweite Marathon...

Mein erster Marathon (Köln) war super, der zweite (Rom) schrecklich, der dritte (Mainz) ging wieder. Heute habe ich es aufgegeben etwas zu erwarten - außer dem Finish ;)) Marathon ist von so vielen Dingen abhängig, der Kopf ist die stärkste Waffe und leider auch der größte Feind, kann ich auch ein Lied von singen. Und meine persönlichen A...kilometer liegen zwischen 24 und 28; das sieht man auch immer an meinen Zeiten....

Stimmt, Publikum gibt es keins in Braunschweig, aber es ist auch "meine" Stadt und irgendwann muss ich da mal wieder hin. Ich finde, du hast dich tapfer geschlagen! Herzlichen Glückwunsch und grüß deinen Kameltreiber! Der hat mich auch schon in Braunschweig wandern sehen ;-)))

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

Wie schön, dass Du

am Ende ein starkes Finish hattest!

Tiefs hat jeder mal auf einer längeren Strecke. Meist kriegt man die kopfmäßig weg, wenn es nicht irgendwas wirklich dringend und unüberhörbar körperliches ist und dann eben Gesundheit vorgeht.

Gratulere Dir zum zweiten Marathon.

Ja, die Spanne ist da riesig - vom vollen Citylauf mit quasi 42km Party bis zum einsamen Landschaftslauf ist alles vertreten. Ob mit oder ohne Höhenmeter kann man sich auch noch aussuchen.

Aber mit so einem Kameltreiber war es bestimmt nicht der letzte Marathon!

Erhol Dich gut.

Liebe Rosenknospe,

was für ein harter Kampf, und dann so eine tolle Endbeschleunigung! Herzliche Glückwünsche zum Durchkämpfen und erfolgreichem Finish! In der Einsamkeit der Braunschweiger Strecke auf Runde zwei durchzuhalten, ist wahrer Kampfgeist.
Man sagt ja, alle guten Dinge sind drei ;-)

Sonnenblume2
Die Fitrenner. Laufend fit und gut drauf!

Starke Rosenknospe!!

Zäher Kameltreiber!!!
Gratuliere Euch beiden! :o)
Habt Ihr sehr gut durchgekämpft!!
Der dritte folgt bestimmt! ;o)

Lieben Gruß Carla
"Mancher rennt dem Glück hinterher, weil er nicht merkt, dass das Glück hinter ihm her ist, ihn aber nicht erreicht, weil er so rennt!" (Bert Hellinger)

Der zweite Marathon war bei

Der zweite Marathon war bei mir auch wesentlich härter als der erste. Der nächste wird wieder einfacher!
Toll durchgebissen! Glückwunsch zum Finish!

Gruß

Sirius

Das kommt mir doch sooooo bekannt vor :-)

Nicht nur die einsame Strecke in Braunschweig, sondern auch die fehlende Motivation für den 2. Marathon im Training. Ist doch wirklich gediegen, dass ausgerechnet der 2. bei den aller meisten der härteste ist. Als ich euch am Südsee sah, wirktet ihr relativ frisch. Aber auch ich konnte erkennen, dass du die treibende Kraft warst, war mir in dem Moment aber sicher, dass ihr es beide ins Ziel schafft. Toll gekämpft!!! Toll gesiegt!!! Du kannst sehr stolz auf dich und auf deinem Kameltreiber;-) sein!!!

Lieben Gruß
Tame

Herzlichen Glückwunsch...

... ans Rosenkamel und seinen Antreiber! Schön geschrieben, tapfer durchgekämpft, super!

yazi

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