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Benutzerbild von Troedelliese

Und schon kann ich wieder sagen: Es war einmal ...
Es war mein insgesamt 6. Halbmarathon und der 3. in Dresden. Frau Sonne bescherte uns locker über 20 Grad und glänzende Schweißperlen auf der Stirn. Kann natürlich auch sein, dass das Angstschweiß war. Die eigene Verrücktheit hat heute aber auch wirklich Ausmaße angenommen. Von Training kann nicht mal ansatzweise gesprochen werden, völlig ohne Vorbereitung ging ich an den Start. Da halfen auch die 260 km Trekking in 10 Tagen mit Rucksack nicht ... ich habs ja schließlich so gewollt.

Meine Nerven lagen blank, der Magen war nervös und die Beine, ja die Beine wollten gar nicht loslaufen. Mit dem Start war auch die Hibbelei vorbei und die ersten Kilometer über Kopfsteinpflaster waren ungewohnt, aber schön. So lief es doch erstaunlich locker, vorerst. Bei Kilometer 9 noch alles gut, bei Kilometer 10 muss ich gepennt haben, habs nicht gesehen, denn dort wurde ich kräftig und liebevoll angefeuert mit den Worten "Lauf Du Sau" ... tsss, immer dieser Läufersprache. Aber noch ist ja alles gut, obwohl bei Kilometer 12 und 13 fühlt es sich schon nicht mehr so gut an, aber ich kann jetzt rückwärts zählen rede ich mir ein. Kilometer 14 verstreicht ereignislos und wieso ist der große Garten eigentlich so groß? Geht das denn nicht kürzer einfach mitten durch? Warum muss ich da drum herum rennen? Kilometer 15 und ich verfalle ins Schritttempo, aber noch 6 km gehen wäre auch blöd, also wieder weiter. In Scharen ziehen die Läufermassen am Großen Garten (und an mir inzwischen) vorbei. Ein kurzes Rennen mit der Straßenbahn verliere ich und kostet mich die letzte Energie, was mich prompt den Verpflegungsstand leertrinken lässt. Die hätten mir auch gleich den Schlauch in dieser blöden Hitze hinhalten können.

Wieder werde ich angefeuert und da das Lächeln hier schon nicht mehr klappen will, biegt meine Große kurzerhand auf die Strecke und will mich ein Stück vorwärts treiben (sie war über die kürzere Distanz schon lange im Ziel). Sind doch nur noch 3 km erklärt sie mir motivierend. Das will leider nicht mehr funktionieren, es geht nur noch ums nackte Überleben, kämpfen war vorher, jetzt ist nur noch leiden. Stur sehe ich auf meine Füße während sie leichtfüßig vor mir herjoggt, immer wieder muss ich gehen. Ich habe keine Ahnung wie ich ankommen soll, aber ich will um jeden Preis ankommen. Und ich habe nicht 18 km gekämpft, um mir jetzt die Zeit versauen zu lassen.

Kilometer 19 ist Tunnelblick, Kilometer 20 wird nur noch herbei gewünscht. Immer wieder musss ich ein paar Schritte gehen, alles verkrampft und steif, jeder Schritt schmerzt, ich kann mir keinen einzigen Meter mehr vorstellen, nichts geht mehr und doch gehts weiter. Denn die Leute stehen links und rechts und feuern alle an ... oh man muss ich Sch... aussehen. Dummer Weise hab ich auf die Uhr gesehen, ich weiß ich kann unter meiner Zeit vom vorletzten Jahr ankommen, alle nicht vorhandenen Reserven werden angezapft und Töchterchen schleift mich fröhlich quatschend ins Ziel, Antworten können nicht gegeben werden. Ich will nur noch heulen vor lauter Schmerz.

So wie ich ankomme, falle ich auch schon auf die nächste Stelle und bleibe dort einfach sitzen, ein Erdinger Alkoholfrei und mehrere Becher Wasser später bin ich wieder ansprechbar ... und glücklich dem Schweinehund heute den Stinkefinger gezeigt zu haben.
21,2 km in 2h11min00sek ... Yes i can!

5
Gesamtwertung: 5 (2 Wertungen)

aber nur fast ;-)

Saugudd, der Stinkefinger zu rechten Zeit. Gratuliere! Und es gibt wohl nichts Schöneres, als Töchter an und auf der Strecke zu haben!

"Gelaufen wird wie es geht, geschlafen wann es sein muß und wenn ich im Ziel bin, bin ich da" (Schalk)

Saarvoir courir - laufen im Saarland

2:11

...finde ich jetzt nicht gerade trödel, Liese.
Glückwunsch!

Herzlichen Glückwunsch zu der Tochter . . .

. . . und natürlich auch Dir zum Besiegen des Schweinehundes und zum tollen Finish!

"Mit fast ohne Training" so eine Zeit zu erzielen, ist doch mal was ;-)

Auf der Strecke ...

... darf Frau sich auch mal so quälen.
Glückwunsch zum Sieg!
;-)
PS: Hitze ist aber auch immer wieder doddal ätzend.

Saustark ...

... meinen Respekt hast du!!!

Dresden, da werden Erinnerungen wach: Fahrradparcour durch die Gassen und Gässchen der Neustadt, unzählige Wanderungen von Laubegast in die Innenstadt und ein paar wenige, kurze Laufversuche am Elbufer entlang - damals als Student.
Irgendwann sollte ich mal wieder hin, vielleicht laufend?

aNGUS SchuAn.

Aller Anfang sollte leicht sein, schwerer mach ich's mir ganz von allein!

So muß das sein

Peitsche für Schweini. Aber vergiss das Zuckerbrot net! Kuchen geht auch.
Glückwunsch zum Finnischen.

Und Wärme is doddal blöd...

Alex

Hast Du eine tolle Tochter!

Die hat sich bestimmt mächtig gefreut, Dir Feuer unterm ... ähm ... zu machen!

Und Du hast den Schweinehund besiegt, das Erdinger verdient und - hey, aber mal wirklich - nicht rumgetrödelt. Also so mit Training und ohne Gehpausen sehe ich die 2 schon ganz schwach und wackelig auf den Beinen :lach:

Erhol Dich gut!

Vielen Dank Ihr alle, zu

Vielen Dank Ihr alle, zu meiner "aktiven" Zeit habe ich schon mal an der 2 Stunden Grenze gekratzt mit 2:00:02 ... und noch habe ich die Hoffnung nicht aufgegeben, da noch einmal hinzukommen.

Nur für gestern, da bin ich heilfroh das meine Tochter auf den Schweinehund und gegen die Verzweiflung vor mir hergelaufen ist ... diese letzten 3 Kilometer fühlten sich sehr sehr schwer an, ich wusste nicht, wie ich auch nur einen Schritt noch machen sollte, aber dank ihr habe ich das geschafft.

"Sag mir nicht, das ich nicht fliegen kann!"
unbekannt

Meinst du das blaue Transparent

von der LG Dresden eV? Das hing Waldschlösschenbrücke rechts an nem Pfeiler, also bei km 7,5 rum.
Ansonsten fand ich den Lauf na ja... doch ganz nett. Das Pflaster ist gewöhnungsbedürftig, aber die ganze Läuferschar auf dem Bischofsweg (?) und der Clacisstraße... so ca 4700 Läufer... war schon ein gigantischer Anblick und erinnerte mich an Berlin Marathon und auch den Startberg beim Rennsteigmarathon in Neuhaus.

Ja, es war ziemlich warm und auch bei mir war der GG die Schwachstrecke. Trotzdem klasse, wie du das am Ende durchgezogen hast.


Laufen formt Körper, Geist und Seele.
Distanz ist, was der Kopf drauß macht.
Hier ist der Start, dort ist das Ziel. Dazwischen musst du laufen.

Blaue Transparent?

Ich achte beim Laufen nicht sehr auf meine Umgebung, auf dem schwierigen Kopfsteinpflaster nicht und auch sonst meist nicht, da die Bänder im Fuß durch waren sehe ich meist zu Boden wenn es nicht total eben ist. Aber Kulisse war echt toll mit der neuen Strecke, Waldschlößchenbrücke ... da war ich sehr beeindruckt ... dieses riesige Läuferfeld!

Die GG und Töchter und auch alle anderen an der Strecke sind wirklich Gold wert ... Als ich auf den letzten 3 Kilometern immer wieder einige Schritte ging, hat mir auch mancher Läufer aufmunternd auf die Schulter geklopft ich solle weiterlaufen.

"Sag mir nicht, das ich nicht fliegen kann!"
unbekannt

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